Milbenbefall 2019

  • Indem deren Immunsystem dadurch möglicherweise dadurch ebenfalls geschwächt wird?

    Genau das war ein Thema gestern im Vortrag von Frau Dr. Illies (Veitshöchheim). Eigentliches Thema war die Pollenversorgung.

    Da die Hämozyten für das Immunsystem zuständig sind, diese vom Fettkörper gebildet werden und der Fettkörper von der Pollenversorgung abhängt, schließt sich der Kreis des Immusystems bei der Biene.

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...

  • Dem scheint wohl so zu sein Clas.

    Da gibts auch ne Studie drüber, (habs nich parat) in der das implizit nachgewiesen wird, also das Neonics als Virentrigger in Milbe und Biene wirken. Da gabs vor Jahren schon mal nen Vortrag drüber auf der JHV der GdeB.


    Wir haben gestern dem Schüttelbecher (mit Alk) und zur Nachkontrolle mit demSchweizer Umlarflöffel queer durch den VSH Bestand was zu tun gegeben, immer 100 Zellen, heute gehts weiter.....

    Bisher,

    die Völker pflegen meist zwischen 3 und 6 Waben Brut, (endlich! Die Hitze war schon schlimm)

    Viele haben um 3% Befall ( Zellen ausgezählt) der komplett in der Brut steckt, auffällig, mit Alk war fast nix zu finden. So einige wenige 1% Vollvölker haben mich schon sehr gefreut (alles auf Belegstelle begattet).

    Über 5% (und höher!) Befall fanden wir nur wenige.

    Von DWV etc. war garnix zu sehen.

    Einen anderen Stand (nich VSH) haben wir komplett behandeln müßen, da sah es sehr miese aus.

    Also passt auf, schaut genau hin was abgeht.

    Ich hoffe ohne Winterbehandlung über die Runde zu kommen, mal sehen.

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Anfang September habe ich aus den Völkern die Thymovarstreifen entnommen. Kein Volk hatte nach drei Wochen mehr als 80 Milben auf den Schiebern (bis auf eines, dort purzelten knapp 200- hier wird nochmal kontrolliert).


    Behandelt wurden die Völker davor mit Schwammtuch (Wirtschaftsvölker), oder brutfrei mit gesprühter Oxalsäure (Ableger, Sauglinge). Dieses Jahr gab es keine TBE, dafür nächstes Jahr bei allen. Das wird interessant.



    Beste (hoffentlich!) entmilbte Grüße


    Peter

  • Moin,

    immer wieder spannend zu lesen, wer wie wann mit welchen Ergebnissen behandelt;-))


    AS finde ich hatte immer den Vorteil, dass es eine sehr gute Wirksamkeit, meine Meinung auch in die Brut, hat. Ich habe meine Völker mit dem Schwammtuch von oben mit 60%iger Ameisensäure direkt nach dem Abschleudern mit vorheriger kleiner Futtergabe behandelt. Diesen Vorgang habe ich mindestens 1x wiederholt, nie mehr als 2x.

    Aber: Wenn ich den Totenfall an Bienen vor der Beute, der sich nach 1-2 Tagen nach der Behandlung eingestellt hat, gesehen habe, hab ich das Grausen bekommen.

    Und ja, ich hab versucht mich an die Vorgaben des Varroa-Wetters zu halten, um somit für die AS-Behandlung optimale Bedingungen zu haben.

    Nur kann man die effektive Verdunstungsrate nicht 100% abschätzen. Zu heiß und zu feucht sind ein Problem, und zumindest bei zu feucht liegen wir hier im Norden fast immer.

    Der Nassenheider hat zumindest den Vorteil, dass die Verdunstungsrate auf einem "niedrigen" und "erträglichen" Niveau gehalten werden kann/soll, aber auch hier kann man keine 100%ige Gewissheit haben. Und da er über 10 oder 14 Tage (da stecke ich in der Tiefe nicht drin), haben wir pro Tag ebenfalls eine Verdunstungsrate, die bei dem vom Schwammtuch liegen.

    Zumindest scheint diese Langzeitverdunstung für die Bienen besser verträglich zu sein als das Schwammtuch. Und ja, Handgranate als Definition finde ich schon nicht verkehrt für das ST;-)

    Und es wird ebenfalls ein längerer Zeitraum abgedeckt, quasi ein Brutdurchlauf.


    Wie schon beschrieben hat OXS eine gute Verträglichkeit für die Bienen, zumindest ist mir bisher nichts negatives an den Bienen aufgefallen. Die Milben purzeln, zumindest alles, was auf den Bienen sitzt, wobei ich auch immer mal wieder helle Milben finde.

    Absolut negativ finde ich den Zeitaufwand, zumindest, wenn ich den Oxamaten nehme. Unter 5 Minuten pro Volk komme ich nicht. Bei 8 Völkern liege ich bei knapp 1h. Und das alle 3 Tage für knapp 3 Wochen (1+ 5x3 = 16 Tage)

    Ist für mich aber gerechtfertigt, wenn ich gesunde Völker haben will.

    Mich würde es auch interessieren, wie Drobi behandelt, wenn er innerhalb von kurzer damit durch ist.

    Mein Imkervater und Züchterkollege hat den Oxamaten bzw. den Gas-Oxamaten dahingehend umgebaut, dass er eine 5kg Gasflasche anschließen kann, damit er seine 20 Völker zeitig behandeln kann. Derzeit testet er Varromed. Da bin ich gespannt, wie die Völker aus dem Winter kommen.

    Der Anel Fogger hat mich jetzt bei dem einmaligen Versuch bei meinen Beuten nicht überzeugt, aber einmal ist keinmal und es mag mit meinen Holzbeuten zusammen hängen.

    Jetzt stehe ich im September und bin am Behandeln:

    Ein Saugling mit neuer Kö und neuen Waben hat quasi 0 Milben (was zu erwarten war). Da überlege ich ob, ich die Behandlung abbreche.

    Beim Sammelbrutableger fallen ordentlich Milben, das war aber auch so zu erwarten.

    Bei allen anderen habe ich einen "normalen" Milbefall, so etwa 80-120 in den ersten 24h nach der Behandlung, danach abfallend.

    Das schöne am OX-Dampf ist ja die Temperatur- und Feuchteunabhängigkeit. Und zumindest Feuchte haben wir im Norden immer ordentlich.

    Wenn meine Völker im Oktober nochmal Sprunghaft mit der Milbenlast ansteigen, bekommt das kritische Volk eine Sonderbehandlung.

    Was mir dieses Jahr zeigt, ist, wenn ich ein Volk Brutfrei habe, bekomme ich es auch gut Milbenfrei oder zumindest -arm.

    Daher:

    Ich prüfe derzeit den Milbenbefall nicht, kann aber Folgendes schreiben: Ich habe bis Mitte Juli die Völker mit Scalvini brutfrei gemacht und dann 2mal im Abstand von 3 Tagen mit OS behandelt.

    Vor der Behandlung hatte ich viel Abgang von kranken Bienen (DWV, Paralyse), nach der Behandlung war das ziemlich schnell vorbei und so ist es bis heute geblieben. Mitte September werde ich auf Varroa kontrollieren.

    Gruß Ralph

    Wäre das eine Vorgehensweise, die ich als System ins Auge fassen möchte.

    Einmal Brutfrei im Juli, 2x Behandeln, fertig.

    Mir ist das nur noch nicht 100%ig klar, vielleicht kann Ralph das noch mal näher erleutern:

    Mitte Juli Kö per Scalvini käfigen.

    2 Wochen warten, Kö wieder frei lassen

    Ende Juli, Anfang August abschleudern

    Danach 2x im Abstand von 3 Tagen behandeln und Befall überprüfen.

    Soweit korrekt?

    Wenn man das so früh im Jahr macht, können die Völker auch noch gut an Stärke gewinnen. Ich sehe zumindest keine Nachteile und Brutfreiheit bedeutet auch noch mal zusätzlich mehr Bienen, die ggf. noch mal Nektar sammeln können (wenn denn was zu holen ist;-))


    So viel zu meinen Ideen für Systematiken...

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

    • 2 Wochen vor Trachtende Kö käfigen für 3 Wochen (hier um den 20. Juni bis zum 10. Juli)
    • Nach den 3 Wochen: Abschleudern, Waben raus, 5 Mittelwände DN 1,5 rein, 1 Altwabe belassen, Kö freilassen. Leerraum mit Blindwaben verschließen, damit dort nicht gebaut wird.
    • In kleinen Portionen dünn (ca. 1:1) füttern
    • Am 3. und 6. Tag nach Wabenentnahme OS-Behandlung
    • 4 Wochen später Ergänzung des Brutraums mit Altwaben und beginnende Einfütterung.

    Die 2malige Behandlung soll den Umstand ausgleichen, dass nicht alle Bienen zuhause sind.

    Jetzt (Mitte September) Kontrolle auf Varroabefall.

    Gruß Ralph

    • 4 Wochen später Ergänzung des Brutraums mit Altwaben und beginnende Einfütterung.
    ...

    Gruß Ralph

    Hallo Ralph,

    Was unternimmst du bei den Altwaben gegen die Wachsmotte?

    Die Waben kommen in eine insektendichte Kiste. Zum Befall kommt es trotzdem, der bleibt aber in den 4 Wochen moderat. Die Bienen schmeißen die Wachsmotten dann raus. Außerdem kann ich die besten Waben aussuchen, der Rest wird eingeschmolzen.

    Gruß Ralph

  • ...Kleine Einheiten können sich besser gegen die Milben wehren!

    Bringen zwar keinen Honig, aber sie überleben ohne JEGLICHE Behandlung mit unter 1% Milbenbefall auf den Bienen (= phoretischer Befall) zu jeder Zeit im Jahr. In der Brut ist da nicht viel Varroa... Das ganze Jahr!

    Wie haltet Ihr die kleinen Einheiten das Jahr über klein?

    Brutentnahme würde ja m.E. das Zählergebnis verfälschen, weil in der Brut mehr Varroen sitzen als auf den erwachsenen Bienen.

    Ich beobachte das an unserem Schaubeutenvolk, das im September bei Entnahme der 2 (dann brutlosen) Waben ebenfalls sehr wenig Milben birgt. Dieses Volk wird mit 1 BrW im Mai (meist nach den Eisheiligen) gebildet und danach bis etwa Anfang August ca. 4 ... 5 x jeweils 1 BrW beim Schröpfen entnommen (mit aufsitzenden Bienen; ersetzt durch LeerRä., damit die Besucher die Bautrupps bei der Arbeit beobachten können). Ich habe mir nun vorgenommen, das näher zu untersuchen.

    • 4 Wochen später Ergänzung des Brutraums mit Altwaben und beginnende Einfütterung.
    ...

    Gruß Ralph

    Hallo Ralph,

    Was unternimmst du bei den Altwaben gegen die Wachsmotte?

    Die Waben kommen in eine insektendichte Kiste. Zum Befall kommt es trotzdem, der bleibt aber in den 4 Wochen moderat. Die Bienen schmeißen die Wachsmotten dann raus. Außerdem kann ich die besten Waben aussuchen, der Rest wird eingeschmolzen.

    Gruß Ralph

    Welche insektendichten Kisten hast Du für 1,5 DNM ? ( gerne auch PM, wegen Werbung:/)

    Dieses Konzept gefällt mir. Kann man doch die Materialschlacht der TBE vermeiden.

    Gibt es Beeinträchtigung/Verluste der Königinnen, wenn sie 3 Wochen im Scalvini sitzen oder arbeitest Du mit Bannwaben ?

  • Ich finde eine TBE als all-in-one-Lösung sehr toll, werde das aber in Zukunft auch nicht mehr 100% machen. Der Aufwand ist einfach zu hoch.

    Mir schwebt auch so eine kombinierte Lösung vor. Vielleicht einen Teil der Brutwaben entnehmen, dann Königin käfigen oder abdrücken und danach Behandeln+Auffüttern.


    Gruß jörg

    • 2 Wochen vor Trachtende Kö käfigen für 3 Wochen (hier um den 20. Juni bis zum 10. Juli)
    • Nach den 3 Wochen: Abschleudern, Waben raus, 5 Mittelwände DN 1,5 rein, 1 Altwabe belassen, Kö freilassen. Leerraum mit Blindwaben verschließen, damit dort nicht gebaut wird.
    • In kleinen Portionen dünn (ca. 1:1) füttern
    • Am 3. und 6. Tag nach Wabenentnahme OS-Behandlung
    • 4 Wochen später Ergänzung des Brutraums mit Altwaben und beginnende Einfütterung.

    Die 2malige Behandlung soll den Umstand ausgleichen, dass nicht alle Bienen zuhause sind.

    Vielen Dank, lieber Ralph. Wir schätzen Deine naturwissenschaftliche Akribie. Gestattest Du deshalb 2 Fragen:


    1. Wie hoch ist der behandlungsbedingte Varroatotenfall nach dem ersten und nach dem zweiten Behandlungsschritt?


    2. Die von Dir entwickelte Berechnungsmethode zur Beurteilung der Behandlungswirksamkeit bzw. der Anzahl der Restmilben im Volk müßte hier ebenso anwendbar sein, denn der Störfaktor durch Unterschlupfmöglichkeiten in offener Brut ist noch vernachlässigbar klein (PDF in # 48):

    Varroatotenfall nach Oxalsäurebehandlung

    Hat sich die errechnete Varroarestmilbenzahl durch das praktische Auszählergebnis bzw. die Septemberkontrollen jeweils bestätigt?

  • Ich finde eine TBE als all-in-one-Lösung sehr toll, werde das aber in Zukunft auch nicht mehr 100% machen. Der Aufwand ist einfach zu hoch.

    Mir schwebt auch so eine kombinierte Lösung vor. Vielleicht einen Teil der Brutwaben entnehmen, dann Königin käfigen oder abdrücken und danach Behandeln+Auffüttern.

    Ist bei mir ähnlich. Für 25 Völker brauche ich einfach zu viel Material doppelt für eine komplette TBE.

    Ich habe es für mich gelöst, in dem ich die Hälfte der Völker per TBE und die andere Hälft per Scalvini brutfrei mache und dann OX sprühe.

    Das Jahr darauf dann genau umgekehrt. So habe ich auch spätestens alle 2 Jahre komplett neue Waben drin.