Milbenbefall 2019

  • Parasitierte Bienenbrut führt nur zu nutzlosen Bienen, die keinen Wert für das Bienenvolk haben.

    Bei Wolfgang Ritter ("Bienen Gesund erhalten") heißt es: "Die Lebenszeit von Winterbienen wird hierdurch [die Varroamilbe] erheblich verkürzt". Demnach wäre die von Andreas K vorgeschlagene, abschliessende OS-Behandeln sinnvoll. Die entmilbten Winterbienen könnten bis zu ihrem vorzeitigen(!) Ende noch Volksdienste erbringen.

  • Ich schreibe doch dauernd von Brut. Zusammenbrechende Völker haben ihren Ursprung in geschädigter Bienenbrut. Teils Mehrfachparasitierung. Hat man gesunde Winterbiene und dann später durch Reinvasion einen hohen Varroabefall, wird das Volk sicherlich ohne weitere Behandlung überleben. Ausser, sie brüten dann noch stark. (Warmer November, mit Ökoblühflächen z. B.) Im Auge zu behalten ist eben, es gibt ein Folgejahr und da sollte die Milbenbelastung recht niedrig sein. Also, möglichst bei Brutfreiheit Restentmilbung.

    Zu beachten ist, dass die Brutfreiheit die letzten Jahre, regionsabhängig, auch schon im November war.

    Parasitierte Bienen werden geschwächt, aber aus parasitierter Bienenbrut geschlüpfte Bienen übernehmen erst gar keine Stockarbeit.

  • aber aus parasitierter Bienenbrut geschlüpfte Bienen übernehmen erst gar keine Stockarbeit.

    Deswegen habe ich Wolfgang Ritter zitiert. Der nur bei Mehrfachparasitierung keine Überlebensfähigkeit sieht, aber bei Einfachparasitierung nur die verkürzte Lebenszeit -aber keine totale Nutzlosigkeit- beschreibt.

  • Hallo Bernd!

    Gut dass du bei der VSH Auszählung dabei warst! Genauso geht es am schnellsten! Kurz und schmerzlos!

    Und jetzt weißt du was los ist!

    Bei beiden würde ich den Scalvini einlegen. 14 Tage reichen. Dann die Königin wieder frei lassen und nach weiteren 8 Tagen mit Oxalsäure behandeln. Sprühen oder Verdampfen. Dann ist die alte Brut ausgelaufen und die neue Brut noch nicht verdeckelt. Auch wenn es grenzwertig ist, ob du wirklich alles erreichst. Die Milben gehen ja schon vor dem Verdeckeln in die Zelle und verstecken sich unter der Bienenlarve im Futtersaft.

    So wäre es dann besser den Scalvini so 16 Tage drin zu lassen und dann nach 6 Tagen zu behandeln.

    Würde aber die Gelegenheit nutzen und diese mit 10 % vermilbten Völker gleich mit der neuen VSH-Genetik umweiseln.

    So würde ich dann darauf achten eben nicht die ganzen Milben umzubringen. Da dürfen ruhig noch ca. 10% der Milben, also ein Befall von 1% im Volk vorhanden sein. Keine Winterbehandlung bei 1% Befall und im nächsten Jahr hast du einige Völker mit wenigen Milben. Davon kannst du weiter machen in der Zucht. Und die stark vermilbten Völker, die du dann auch haben wirst, die nimmst du als Milbenlieferant für die Infektion von weiteren Testvölkchen...

    :u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Luffi danke für die Info.

    Ich hatte mir folgenden Weg zurecht gelegt: 1xTBE Sammelbrutableger (SBA) von allen 4 Bondvölker und diese sozusagen brutfrei 1x Bedampfen oder mit PuZu Milben runter holen.

    Ich warte dann auf das VSH Material von der Belegstelle zum Umweiseln im Oktober und lass es dann laufen.

    Mit der derzeitigen Königinnenlinie der Bondvölker macht das kein Sinn weiter zu machen.

    Der SBA mit Königin aus einem MP von mir wird blockbedampft 3x7 nach Motto TuB. Am Ende kann ich mich entscheiden, ob die Masse wieder in die Völker zurück geht oder in dem Volk verbleibt und neu beweiselt wird. Die B147 Begatteten habe ich derzeit noch nicht beprobt, sie sind in blockbedampfte Völker per MP eingeweiselt worden und sammeln fett Pollen. (Bondtest V2 - LoD)


    Ein spannendes Jahr.


    Liebe Grüße Bernd.

  • Ich habe letztes Jahr zwei Völker gehabt die ende August 0 Milben hatten. Am 29.9. eine Milbe. Am 13.11. 30 Milben! Also habe ich mir ein Verdampfer gekauft an die Batterie angeschlossen und am 14.11 das erste mal gedampft. Bis zum 29.11. eintausend tote Milben gezählt. Am 01.12 nochmal gedampft. Bis zum 20.12 . nochmal 2000 Milben gezählt. Jetzt Taktik geändert und 4mal alle 3 Tage Blockbehandlung. Am 02.01 Null Milben. Die zwei Völker waren im Frühjahr gute starke Völker. Leider muss ich sagen dass ich mich im Spätsommer durch die wenigen Milben hab einlullen lassen. Holzauge sei Wachsam!

  • ... zeigt das Potenzial einer OX-Sublimation, unabhängig von Jahreszeit und Wetter.

    Ich bin sogar der Überzeugung, dass man damit Völker, ohne sie nennenswert zu schädigen, ganz milbenfrei bekommen kann.

    Das hilft freilich wenig, wenn es nicht flächendeckend passiert.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Also, jetzt sind sie auch bei mir wieder da die Milben. Sie kommen also auf jeden Fall, auch wenn sie sich im August noch nicht zeigen. Befall hält sich aber mit einer Ausnahme in Grenzen und mein Verdampfer ist rechtzeitig vor dem Wochenende eingetroffen. Ist natürlich etwas zeitaufwendiger als 2x Nassenheider professional reinzustellen. Aber ein anderer Imker hat mich überzeugt und ich muß mir keine Sorgen um meine Zuchtköniginnen machen. Die eine Ausnahme ist eine normale Belegstellenbegattete vom letzen Jahr, kann aber Zufall sein. Die anderen 2019 auf AGT-Belegstelle begattet bzw. zwei vom LIB fertig gekauft.

  • Habe am Samstag mal meine 75% plus VSH Mini-Völker getestet. Eindrohnbesamt, multidrohnbesamt oder auch Belegstellen begattet.

    Alle unter 1% Befall, obwohl diese vor 6 Wochen mit 150 bis 200 Milben infiziert wurden. Es wird!

    :wink:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Total verhätschelt und vertätschelt diese Varroamilben. Langjährige Inzucht der Varroamilbenzüchter...

    :eek:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)