Milbenbefall 2019

  • Danke für die Antworten. Dann haben wir nun die Erkenntnis, dass nur die geöffneten 7 Tage alten Brutzellen reale Daten liefern - Bernd, wieviel machst Du auf ? - 100, 200 ?

    ... und dass eine sehr engmaschige Kontrolle zwingend ist, um sich ein Bild zu machen.

    Dazu gehört für mich die indikative OXS-Bedampfung....

    Rainer, mindestens 100, weil bei 50 habe ich gemerkt, das das zu ungenau ist. Und wenn ich dann viele gefunden habe kann ich mich entscheiden nochmal 100 auf zu machen um das zu bestätigen oder zu relativieren.

    Die Aussage min 7 Tage verdeckelt ist einer anderen Sache geschuldet, die mit SMR zu tun hat. So kann man sehen ob sich die Milbe reproduziert und in welcher Qualität dies erfolgt.

    Für die ganz normale Kontrolle könntest du auch jede altersunabhängig verdeckelte Zelle nehmen, denn es zählt entweder Milbe drin oder nicht.


    Dieses Verfahren ist bestimmt nichts für den Masseneinsatz, aber wenn man es wissen will, bleibt nichts weiter übrig, als den Befall auf der Biene und in der Brut zu untersuchen.


    Liebe Grüße Bernd

  • Ich bin eigentlich zu kurz dabei, um hier so den Mund aufzumachen, aber eine Frage lässt mir keine Ruhe, für die ich aber kurz ausholen muss

    Kein Ding, natürlich kann man auch als Anfänger, sich Gedanken machen und fragen - ansonsten lernt man ja nie dazu...

    .... bei so vielen Gelegenheiten wird zum Wohle des gesamten Volkes einigen oder sogar vielen Bienen/Larven der Garaus gemacht. Aber wenn es um die Varroabehanlung geht, denken plötzlich viele "nein, ich behandel wirklich nur dann, wenn es notwendig ist."

    Na, ob das viele sind weis ich nicht, ein paar aber schon. ;-)

    Hast Du Dich mit der Geschichte der Varroa einmal befasst? Das Problem ist Doch das nach ca. 40 Jahre Varroabehandlung wir, empfindlichere Bienen haben und in der Zwischenzeit darüber nachgedacht wird ob man nicht 3 Behandlungen pro Jahr empfehlen soll statt bisher zwei. Als die Varroa nach Deutschland kam, hat man Anfangs maximal eine Behandlung pro Jahr gebraucht... - aber das kann man alles Nachlesen... ;-(
    ==> Die, die nur nach Befallszahl im Notfall behandeln, sind auf dem Weg eine varroaresistente Biene zu züchten...

    - was aber eventuell dazu führen kann, dass man es unterschätzt hat, und das Volk echten Schaden nimmt - und ggf. auch noch die anderen Völker aus der Umgebung.

    Ja diese Gefahr besteht und daher ist diese Methode nicht für jeden geeignet und schon gar nicht für Anfänger zu empfehlen...

    Was zum Geier spricht dagegen, die Völker einfach zu behandeln und so SICHER zu gehen, dass man einen eventuellen Befall, egal ob erkannt oder nicht erkannt, reduziert/beseitigt hat?

    Ja, das ist sicher und funktioniert. Das wurde schon so seit Jahrzehnten erfolgreich gemacht und führte zu:

    • Varroabehandlungsmittel Resistenzen bei den Varroen
    • Krankheitsempfindlicheren Bienen
    • höhere Vierenbelastung durch die Vieren, die die Varroen übertragen
    • mehr notwendigen Behandlungszyklen pro Jahr

    Es gibt natürlich auch betriebstechnische Methoden die Varroenblastung zu reduzieren, die wurden auch schon erwähnt... (Stickwörter: TBE, TBU, Mullerbrett, ...)


    Man kann darüber denken wie man möchte, ich lass jedem seinen Raum. Man darf auch den einen der anderen Umstand oder Zusammenhang leugnen. Aber für mich liegt der Erfolg nicht in "mehr und öfter behandeln"...

  • Satia,

    Das ist auch meine Denkweise.

    Meine Bienen erhalten eine Sommer- und Winterbehandlung.

    Und ja, du hast recht, das machen die meisten Imker so die ich kenne und das nicht nur am Niederrhein bei uns.

    Nach der Sommerbehandlung kann ich anhand der Fallzahlen sehen, ob eventuell eine zweite Sommerbehandlung notwendig ist.

    Es gibt hierfür auch eine knallharte Begründung.

    Varroen sind immer in einem Volk vorhanden und belasten generell die Bienen als Schmarotzer.

    Das unkontrollierte weglassen einer Behandlung gleicht dem Tanz auf dem Vulkan.

    Meistens geht es gut, bis dann....

    Daher ist es grundsätzlich richtig die Bienen zweimal zu behandeln.

    Alleine aus dem Hintergrund heraus, dass bei nicht optimal verlaufender Wirkung ich das Volk in dem nächsten Jahr in die Hölle schicke.

    So erhalten meine Katzen schliesslich auch eine Wurmkur und es wird nicht gewartet, bis sie welche haben.


    Respekt vor den Leuten die sich die Mühen und Arbeit machen, die Varroen zählen und den Bienen eine Behandlung ersparen.


    Das gibt denen aber noch lange nicht dss Recht, über diejenigen die pauschal Behandeln schlecht zu urteilen.


    Das kann man sich für die Leute aufheben, die gar nichts gegen die Varroa tun.


    Mir wäre es nicht möglich, so viele Völker zu halten, wenn ich das alles machen würde.


    Auch kann ich die Weisheit der resistenten Bienen gegen organische Säuren nicht nachvollziehen. Diese kann ich auch nicht bestätigen, nur dass mein Opa höhere Winterverluste hatte, als wir Heute.

    Was ich allerdings subjektiv bestätigen kann, dass die Bienen früher so etwas wie Krüppelbienen durch Viren produziert haben. Aber die haben den Winter eh nicht überlebt.

    Ferner kann ich persönlich sogar feststellen, dass in den letzten fünf Jahren die Varroabelastung bei mir eher gesunken ist.

    Das.kann aber auch daran liegen, dass meine Erfahrungen gestiegen oder kein Zugang von fremden Völkern mehr erfolgt ist.





    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Ein Imkerkollege berichtete beim Treffen letztes mal, dass eine VSH Königin erstanden worden sei.

    Ich habe mir sofort auf die Zunge gebissen und bewusst nichts darauf gesagt.

    Und siehe da, ohne mein zutun, kam sofort die Frage auf, ob es so etwas überhaupt gibt.

    Ergebnis: Die meisten der Gruppe glauben nicht daran, dass es eine VSH Biene gibt.

    Ich hoffe das besagte Bienenkönigin die nächsten zwei Jahre überlebt und wir endlich ohne marketing Bla Bla mal valide Aussagen erhalten.

    Bei den Preis der Königin käme für mich aber bei einer rezessiven Vererbung die Ausstattung der Imkerei mit diesen Königinen eh nicht in Frage.

    Sonst muss ich das Glas Honig auch für 10 Euro anbieten!!!

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Auch kann ich die Weisheit der resistenten Bienen gegen organische Säuren nicht nachvollziehen.

    Gut, das ist auch schwer nachzuvollziehen. Zumindest was du mit dem Satz ausdrücken möchtest. Ich kanns zumindest nicht.

    Aber am WE gehts zum muffig

    Das finde ich echt unverschämt. Bring deiner Autokorrektur mal Benehmen bei.:)

    ..."ist mir noch nie passiert" sagte der erfahrene Imker, "aber..."

  • Wer VSH-Königinnen kauft und denkt er kann gänzlich auf die Behandlungen oder das strenge überwachen verzichten wird zwangsläufig auf die Nase fallen.

    Die Leute die in Deutschland hier die Zucht vorantreiben verkaufen das Material auch nicht weil es oder die Imkerschaft noch nicht so weit ist. Dass jetzt Leute auf den Zug aufspringen und VSH-Königinnen zu horrenden Summen verkaufen war klar, ist aber alles andere als seriös.


    Gruß Chris

  • Seriös ist, was zwei Vertragspartner miteinander vereinbaren und gemäß Vertragsinhalt realisieren.


    Wieviel Arbeit in einer 100 % VSH-Königin steckt, die ein 10-jähriges "pedigree" besitzt, das diverse SDI's verschiedener Herkünfte aufweist, sollte nicht unterschätzt werden. Da wurde viel Aufwand betrieben, auf langjährige Selektionen zurückgegriffen und kombiniert, um die evolutionäre Nische zu etablieren und ich verbeuge mich vor den Leuten, die direkt oder indirekt dazu beigetragen haben; viele wohl auch ehrenamtlich.


    Was man damit macht, ist eine andere Frage. Einweiseln, hinstellen und Honig ernten dürfte Perlen vor die Säue geworfen sein. Davon die Drohnen zur künstl. Besamung von Jungköniginnen aus anderen VSH-Linien nutzen, könnte durchaus Sinn haben und sich in einer milbenarmen Imkerei abbilden.


    Versuch macht kluch...

  • Wieviel Arbeit in einer 100 % VSH-Königin steckt, die ein 10-jähriges "pedigree" besitzt, das diverse SDI's verschiedener Herkünfte aufweist, sollte nicht unterschätzt werden. Da wurde viel Aufwand betrieben, auf langjährige Selektionen zurückgegriffen und kombiniert, um die evolutionäre Nische zu etablieren und ich verbeuge mich vor den Leuten, die direkt oder indirekt dazu beigetragen haben; viele wohl auch ehrenamtlich.

    Bin ich völlig bei dir. Und da ist es meiner Meinung egal ob eine VSH-Königin oder eine über Jahre gut durchgezüchtete Linie. Das macht beides entsprechend Arbeit und sollte bei den Züchtern gut bezahlt werden.

    Was man damit macht, ist eine andere Frage. Einweiseln, hinstellen und Honig ernten dürfte Perlen vor die Säue geworfen sein. Davon die Drohnen zur künstl. Besamung von Jungköniginnen aus anderen VSH-Linien nutzen, könnte durchaus Sinn haben und sich in einer milbenarmen Imkerei abbilden.

    Seh ich genauso, auch bei kontrolliert angepaarten Königinnen. Vor ein paar Jahren hatte sich unser Verein auch eine "Zuchtkönigin" "gegönnt". Das Volk stand dann beim Vereinsvorsitzenden und hat in 2 Jahren nicht einen Umlarvlöffel gesehen. Perlen vor die Säue...

    Seriös ist, was zwei Vertragspartner miteinander vereinbaren und gemäß Vertragsinhalt realisieren.

    Grundsätzlich ja, aber man sollte generell das was man verspricht auch halten. Es ist halt komisch dass es auf der einen Seite Züchter gibt die in ihren Pedigrees Königinnen mit 87,5% und 100% haben und hiervon nichts verkaufen (ich schreibe bewusst nicht abgeben!) und auf der anderen Seite gibt es Züchter die ohne öffentliches Pedigree ihre VSH-Bienen bewerben und unter die Leute bringen wollen. Ein Schelm wer böses denkt...


    Gruß Chris

  • Und hier schlägt oft auch wieder die Syntaxfalle zu, wo Hygieneverhalten mit VSH oder besser VSB verwechselt wird, oder in der Benutzung nicht sauber getrennt wird.

    Selektion nach Nadeltest auf Hygiene ist nicht gleich VSH. Ausgesucht nach Hygiene habe ich jedoch schon mehrfach in Angeboten gesehen.

    Das Thema Hygiene <> VSH hatten wir ja auf dem IFT2019 auch ausreichend oder hier in anderen Thread diskutiert.


    Rausgearbeitet hatten wir, das der Nadeltest schon mal ein Indiz ist, denn wenn keine Bruthygiene, dann auch kaum VSH. Dies deckt jetzt nicht den SMR Teil ab, denn Milbenreduktion durch Reproduktionsbehinderung könnte meiner bescheidenen Meinung nach auch mit schlechter Wabenhygiene gehen. Zu dieser Vermutung habe ich aber keine fundierten Kenntnisse oder Veröffentlichungen gelesen.


    Liebe Grüße Bernd.

  • Vor ein paar Jahren hatte sich unser Verein auch eine "Zuchtkönigin" "gegönnt". Das Volk stand dann beim Vereinsvorsitzenden und hat in 2 Jahren nicht einen Umlarvlöffel gesehen.

    Das ist wirklich krass ! Es bildet jedoch durchaus die Realität ab, kenne ich ähnlich. In vielen Vereinen "macht einer die Königinnen" und alle übernehmen. Sie sollten auf keinen Fall teuer sein - sehr kurz gesprungen. Eine solide Arbeit sollte ihren fairen Preis haben.

    auf der anderen Seite gibt es Züchter die ohne öffentliches Pedigree ihre VSH-Bienen bewerben und unter die Leute bringen wollen.

    Da stimme ich Dir zu - das ist schon fast Täuschung, wenn dahinter nicht eine solide Dokumentation und erst recht Zucht und Selektion steht. Solche Zeitgenossen tragen dazu bei, dass die ernstgemeinten Bemühungen eben nicht ernst genommen werden. Da muss man ja nicht kaufen.

  • Hier zu Land wird vom Verein EINE (irgend eine nicht vorgeprüfte ) Zuchkönigin des Landes Institutes gekauft. Also Poker aus meiner Sicht....

    Davon Larven dann alle um;)

    Da stimme ich Dir zu - das ist schon fast Täuschung, wenn dahinter nicht eine solide Dokumentation und erst recht Zucht und Selektion steht. Solche Zeitgenossen tragen dazu bei, dass die ernstgemeinten Bemühungen eben nicht ernst genommen werden. Da muss man ja nicht kaufen.

    enn dahinter nicht eine solide Dokumentation und erst recht Zucht und Selektion steht

    :daumen:

    Da gibts welche die Verkaufen VSH und haben noch nie was ausgezählt, der Zuchtnachweis steht zwar auf dem Papier:u_idea_bulb02:und darauf kannst schreiben was du willst.

    Trau schau wem!

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Ich könnte hier was kopieren, oder zitieren. Ist ein Rundbrief.

    Darf aber nicht, und ist auch besser so.

    Wenn ihr VHS oder so etwas möchtet, hängt euch an die Leute dran, die in diese Richtung arbeiten. Helft ihnen, unterstützt sie, aber fallt nicht auf billige, teuer zu erstehende Abzocke herein.