Milbenbefall 2019

  • ...Kleine Einheiten können sich besser gegen die Milben wehren!

    Bringen zwar keinen Honig, aber sie überleben ohne JEGLICHE Behandlung mit unter 1% Milbenbefall auf den Bienen (= phoretischer Befall) zu jeder Zeit im Jahr. In der Brut ist da nicht viel Varroa... Das ganze Jahr!

    Wie haltet Ihr die kleinen Einheiten das Jahr über klein?

    Brutentnahme würde ja m.E. das Zählergebnis verfälschen, weil in der Brut mehr Varroen sitzen als auf den erwachsenen Bienen.

    Ich beobachte das an unserem Schaubeutenvolk, das im September bei Entnahme der 2 (dann brutlosen) Waben ebenfalls sehr wenig Milben birgt. Dieses Volk wird mit 1 BrW im Mai (meist nach den Eisheiligen) gebildet und danach bis etwa Anfang August ca. 4 ... 5 x jeweils 1 BrW beim Schröpfen entnommen (mit aufsitzenden Bienen; ersetzt durch LeerRä., damit die Besucher die Bautrupps bei der Arbeit beobachten können). Ich habe mir nun vorgenommen, das näher zu untersuchen.

    Diese kleinen Einheiten sind fast ausschließlich eindrohnbesamt. Ihnen fehlt die natürliche genetische Breite und Vitalität der Mehrfachpaarung. Also es fehlen die verschiedenen Geschwistergruppen. Nicht allen wohlgemerkt. Es sind auch 1dr dabei, da merkst du keinen Unterschied. Die legen was das Zeug hält! Die unterscheidet du nicht von anderen Königinnen. Außer, dass diese nach kurzer Zeit entweder drohnenbrütig werden oder das Volk weiselt still um.


    Kleine Einheiten mit geringer Fruchtbarkeit und wenig Brut sind eine der bekannten Überlebensstrategien.


    Wenig Brut und damit schonen der 1dr Königin erreicht man auch durch gezielte Überfütterung.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Zu 1: Das lässt sich nicht trennen, da die Wirksamkeit von OS länger als 3 Tage andauert. Ich habe das auch nicht kontrolliert.

    Zu 2: Die Berechnungsmethode lässt sich nicht anwenden, da die Wirksamkeiten beider Behandlungen sich nicht wesentlich überlappen dürfen. Das ist hier nicht gegeben.

    Gruß Ralph

  • Die Waben kommen in eine insektendichte Kiste. Zum Befall kommt es trotzdem, der bleibt aber in den 4 Wochen moderat. Die Bienen schmeißen die Wachsmotten dann raus. Außerdem kann ich die besten Waben aussuchen, der Rest wird eingeschmolzen.

    Gruß Ralph

    Welche insektendichten Kisten hast Du für 1,5 DNM ? ( gerne auch PM, wegen Werbung:/)

    Dieses Konzept gefällt mir. Kann man doch die Materialschlacht der TBE vermeiden.

    Gibt es Beeinträchtigung/Verluste der Königinnen, wenn sie 3 Wochen im Scalvini sitzen oder arbeitest Du mit Bannwaben ?


    Es gibt Verluste von ca. 10-15%. Die Königinnen liegen dann tot im Käfig. Auch kommen die freigelassenen Königinnen etwas zögerlich in Gang. In einem Volk entstanden Umweiselungsabsichten, die aber abgebrochen wurden. In die weisellosen Völker gab ich Zuchtstoff, wonach die Völker sich neue Königinnen zogen. Es ist auch sinnvoll, bei Anwendung des Kozepts Reserveköniginnen zu haben.

    Gruß Ralph

  • ...Kleine Einheiten können sich besser gegen die Milben wehren!

    Bringen zwar keinen Honig, aber sie überleben ohne JEGLICHE Behandlung mit unter 1% Milbenbefall auf den Bienen (= phoretischer Befall) zu jeder Zeit im Jahr. In der Brut ist da nicht viel Varroa... Das ganze Jahr!

    da sind meine Erfahrungen exakt das Gegenteil. Je grösser und stärker ein Volk ist, desto grösser ist die Chance dass sie überleben. Meine Völker werden nicht behandelt.


    So läuft das in einem starken Volk ab:

    http://resistantbees.es/?p=3439


    Natürlich sind unsere Ansätze absolut nicht miteinander zu vergleichen.


    liebe Grüße


  • ...

    Natürlich sind unsere Ansätze absolut nicht miteinander zu vergleichen.


    liebe Grüße

    Genau das ist der Unterschied: Die Ansätze sind unterschiedlich!

    :wink:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Aber Oxalsäure zur Winterbehandlung (18/19) hat es keine gegeben.

    warum?

    :/ Mein Pate meinte das sein bei dem (damals noch Ableger) nicht nötig.

    Hast du wenigstens kontrolliert ob es nötig gewesen wäre?

    Ja, das hab ich gemacht. Der Milbenfall war mehrere male über 24h quasi gleich Null.


    Ich werd dieses Jahr eine Winterbehandlung mit dem neuen Mittelchen ausprobieren.. das geht ja Flott von der Hand.

  • Ob ein Volk stark ist oder nicht, da gehen die Meinungen eh auseinander.

    Ich hab auf der Nebeninsel ma nachgeforscht, viele sehr tote Völker im Februar.

    Das was lebte sah in etwa so aus wie meine Besten zur gleichen Zeit zu hause.

    Und es honigte sichtbar.....

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • da stellt sich die Frage, ob es geographisch auch zu vergleichen ist (kanarische Inseln). Ob ein Volk stark ist oder nicht, da gehen die Meinungen eh auseinander.

    Ich hab auf der Nebeninsel ma nachgeforscht, viele sehr tote Völker im Februar.

    Das was lebte sah in etwa so aus wie meine Besten zur gleichen Zeit zu hause.

    Und es honigte sichtbar.....

    Ein starkes Volk ist für mich eines das auf 4 bis 5 Zargen sitzt und die sind klar im Vorteil wenn es um behandlungsfreies Imkern geht. Natürlich dauert das eine Weile bis sich das eingespielt hat.


    Ich rede aber nicht von meinen Erfahrungen. Hier sind zum Beispiel die von Hans-Otto Johnson aus Norwegen, Profiimker der nicht behandelt und mit kleinen Zellen arbeitet:

    http://resistantbees.es/?p=3305


    Überleben eines Profiimkers in Norwegen

    Testergebnis: kleinzellige Bienen bringen mehr Honig – Varroapopulation ist in kleinzelligen Bienenstöcken deutlich geringer.

    • Ich bin nicht ein Imker dem es nur darum geht mit Honig Geschäft zu machen. Im Leben geht es um mehr als um Geld, es geht um eine gute Lebensqualität. Ein solches Leben erfordert eine gute Qualität der Lebensmittel.
    • Mein Fokus liegt auf biotechnischen Methoden, selektiver Zucht für varroaresistente Bienen und einem Management-System, das den Bienen hilfreich ist zu überleben und zu produzieren.
    • Im Herbst 2004 überwinterte ich 650 Kolonien.
    • Eine wesentlicher Teil meiner Imkerei ist es den Bienen zu helfen, so natürlich wie möglich zu leben.
    • Test zur Zellgröße 2002-2004 – Vergleich kleinzelliger Stöcke mit konventionellen großzelligen Stöcken.

      Im Jahr 2002 baute ich einen Testbienenstand zum Testen kleiner Zellgröße auf.

      das Ziel

      Das Ziel des Tests war es, die Entwicklung der Varroapopulation während des Tests zu messen und die Honigproduktion zu messen.

      Ergebnisse im Jahr 2004

      – Die Milbenpopulation war in der gesamten Saison 2004 in der kleinen Zellgruppe deutlich geringer.

      – Die kleine Zellengruppe war im Schnitt um eine Zarge stärker zum Trachthöhepunkt im Sommer. Die durchschnittliche Honigernte in der großen Zellgruppe betrug 36 kg. In der kleinen Zellengruppe war sie um 24% größer mit 44,5 kg.

      – Eine interessante Beobachtung war, dass die Honigernte bei den kleinzelligen Stöcken gleichmäßiger als bei den großzelligen war, neben dem besten Stock und einigen wenigen schwachen.
    • Letztendlich habe ich nicht herausfinden können, daß die kleinen Zellen irgendeinen negativen Einfluß auf die Leistung des Bienenvolkes haben


    mehr zu Hans-Otto (ein Artikel von Erik Österlund, Schweden)

    http://resistantbees.es/?p=4239


    und eine wissenschaftliche Studie zu diesem Thema auch aus Norwegen:
    wissenschaftliche Forschung ergibt: eine kleinere Zellgröße kann sich auf den Fortpflanzungserfolg von Varroen auswirken

    http://resistantbees.es/?p=3310


    Die in der Studie verwendeten Bienenvölker sind von Terje Reinertsen aus Norwegen.

    Seine Bienenvölker haben die Zellgröße von 4,9mm seit vielen Jahren.

    Vor 20 Jahren ist die Varroamilbe bei Terje erschienen, aber er hat seine Völker nie behandelt. Zu Beginn hatte er grosse Ausfälle, aber seit dem Jahr 2000 hat er seine Bienen auf kleinem Zellmaß und danach baute er auf 400 kleinzellige Völker aus, alles ohne jegliche Behandlungen. Er arbeitete eng mit Hans-Otto Johnsen zusammen. Seine Völker sind Buckfast Bienen mit sichtlichem Elgoneinschlag.


    diese Studie ist heuer erschienen


    liebe Grüße

  • Sehr aufschlussreich!

    Neben einigen anderen Dingen folge ich der Theorie der kleinen Zellen. die Größe wird aber nicht vorgegeben, sondern mit dem Wabenabstand beeinflusst.

    Die Milbenzahl ist rückläufig.

    Ich züchte aber nicht!

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • In Norwegen ist der Sommer kürzer als In Deutschland, der Winter dafür länger. Die Milbe hat deshalb nicht soviel Zeit, sich zu vermehren, verliert dafür aber mehr im Winter. Das ist meines Erachten die Erklärung dafür, dass man in Norwegen und meines Wissens auch in Kanada Völker nicht gegen die Varroa behandeln muss.

    Gruß Ralph