• 47C65A70-C64C-46D4-B025-3F1F9C9930B7.jpegGuten Abend, gerade komme ich aus der Heide und es sieht gut aus. Die 2/3 HR die ich vor einer Woche aufgesetzt habe sind gut gefüllt und kurz vor dem vor dem Verdeckeln. Eine Stockwaage habe ich nicht mitgenommen aber ich schätze die Zunahme zwischen 20-30 Kilo pro Volk. Dabei habe ich keine wirklich starken Völker mitgenommen. Einen Königinableger, einen Vorschwarm und drei Ableger aus Schwarmzellen. Ist aber auch gut so, denn mir reicht der Ertrag völlig. Starke Völker können also in diesem Jahr weitaus mehr bringen als die Meinige. Mit weiteren größeren Zunahmen rechne ich nicht mehr, zum einen hat die Heideblüte ihren Zenit überschritten und andererseits machen meinen Völkern die Hornissen arg zu schaffen. Alle paar Minuten kommt eine vorbei und schnappt sich eine heimkommende Sammlerin vom Flugbrett. Das sind hunderte an Tag wenn ich mehr. Sonst sehen die Völker noch gut aus. Die Bruträume werden verhonigt sein. Ich bin mir noch nicht sicher was ich mit den Völkern nach der Heide mache. Das hängt vor allem vom Varoabefall ab. Aufgrund der guten Heideernte verzichte ich auf die dritte Schleuderung der Heimatvölker. Diese haben ca. 15 kg in den noch vorhandenen Honigräumen. Die HR könnte ich zur Überwinterung der Heidevölker verwenden. In der ersten Septemberwoche werde ich abwandern, da haben die Heidevölker noch genug Zeit sich zu erholen, selbst wenn ich die gesamte Brut herausnehme. Das also als Zwischenstand aber viel wird sich wohl nicht mehr ändern, ich werde dann berichten.

    Viele Grüße aus dem Raum Magdeburg.


    PS: Ich hänge mal noch ein Bild dran wie es vor einer Woche bereits außer bevor ich den zweiten Honigraum aufsetzte.

  • heißt das nicht " Hätte hätte Fahrradkette" :)


    Ansonsten finde ich als bayerischer Imker die Heide-Beiträge extrem spannend.

    Wenn es nur nicht so weit zum fahren wäre...

    Die Natur muss gefühlt werden.

    (Alexander von Humboldt)

  • Ich finde die Heide Reports interessant, obwohl hier im Kreis Heinsberg nur noch zwei kleine Heidegebiete existieren.

    Wie in Deutschland üblich, wurden da direkt Naturschutzgebiete ausgewiesen.

    Die Heiderestflächen, die ich in meiner Jugend noch kannte, existieren nicht mehr.

    Da stehen jetzt Wald oder Lagerhallen darauf.

    Also bitte weiter berichten.

  • Viele Grüsse an Scherpenseel. Ist ja direkt um die Ecke.

    Ich war letzte Woche im Meinweg Naturschutzgebiet und die Heide blüht.

    Bisher habe ich nicht mit den Bienen gewandert. Aufgrund meiner beruflichen Situation war das auch nicht möglich. Ich war auch mit dem Aufbau meiner Imkerei beschäftigt, die in 2020 jetzt auf den in etwa gewünschten Stand sein wird. Zudem habe ich auch keine Ahnung von der Heideimkerei.

    Das grösste Problem ist aber einen geschützten Standplatz zu finden.

    Dennoch habe ich mich mal um einen Zugang von der Grotenrather Seite bemüht.

    Von der anderen Seite kommt man lt Karte, die ich mir letzte Woche nochmal angesehen habe, meist nur über die Niederlande ins Gebiet.


    Vielleicht kommt ja mal die Gelegenheit.


    Viele Grüsse an die andere Seite der Republik


    Ede

  • Dass wir in der Colbitz - Letzlinger Heide noch viele offene Heideflächen haben ist der Existenz des Truppenübungsplatzes zu verdanken. Es begann 1936 mit dem Anlegen einer Schießbahn durch die Wehrmacht, nach dem zweiten Weltkrieg hat die rote Armee dieses Gebiet erheblich erweitert (Brandrodung) und mit Panzern ständig durchpflügt. Nach der Wiedervereinigung nutzt das erheblich reduzierte Gebiet die Bundeswehr. Diese sorgt für den Erhalt der Biotope. Bis 1918 war es kaiserliches Jagdgebiet und viel dichter bewaldet. Die Heide entstand aber schon im Mittelalter durch Verarbeitung der Bäume für Schiffsbau, Brennholz (Salzsiedung) und Teergewinnung. Die Vorfahren meines Vaters lebten schon lange hier, er selbst war Gärtner und Imkermeister in Magdeburg und wanderte mit Freudenstein und Kuntsch seit den 30er Jahren in die Heide.

    Meine letzte Wanderung in die Heide war 1991 bereits mit Magazinen DNM. Es war ein überragendes Jahr, wohl auch weil damals wenige Imker dort waren. Es ist für mich schön, an diese Tradition dank Eintritts in den Ruhestand wieder anknüpfen zu können. VG Jörg

  • Guten Abend, komme gerade aus der Heide. Das Außentermometer des Pkw zeigte 34 C an und es ist schwül. Am Stand wie immer keine Biene auf der Tränke und sie kommen noch schwer an aber es sieht etwas ruhiger aus als noch vor zwei Wochen. Die Wabengassen sind noch über alle Zargen mit Bienen gut gefüllt und es läuft in den nächsten Tagen weiter Brut aus. Kein natürlicher Milbenfall oder Bienen mit deformierten Flügeln zu sehen. Die Völker machen einen gesunden und vitalen Eindruck. Ein paar Kilo passen noch rein aber der Fleiß lässt nach, wenn fasst alle Waben verdeckelt sind und nicht mehr viel Platz vorhanden ist. Der ganze Stand duftet herrlich nach Heide. Sorgen machen mir weiter die Hornissen und die Trockenheit. Aber vielleicht gibt es nochmal Regen. Bei starken Gewittern kann es allerdings zu einem plötzlichen Ende der Tracht kommen. Die Alten sagten „de Heide is verluecht“ (auf Hochdeutsch „die Heide ist verleuchtet“ durch die Blitze. Da ist was dran. Aber dies Jahr kann nun nichts mehr eine gute Ernte verhindern. Die Völker werde ich wohl auch auf gute Einwinterungsstärke halten können. Übrigens am Heimatstand kam heute auch noch was rein. VG Jörg

  • Das freut mich zu lesen...dann habe ich auch Hoffnung für meine Völker in der Brandenburger Heide. Erst wollte ich dieses Wochenende nachsehen fahren, dachte mir dann aber wenn, dann wird es nächstes WE knapp mit dem Platz und ich kann dann den Zeitpunkt des Verblühens genauer einkreisen. Sind halt über 300 Kilometer und fast 5 Stunden Fahrt hinunter zurück.


    Jörg: Ich bin der erste Imker in unserer Familie, aber das Wandern hat es mir angetan. Im zweiten Jahr bin ich mit drei Völkern losgezogen und habe Rapshong geerntet. Manchmal nachts im Wald oder festgefahren oder mit verrutschten Zargen frage ich mich kurz warum, aber wenn alle Beuten vor Ort sind, ein Storch neben mir landet, meine Bienen die Heide mit Leben füllen oder ich zum Frühstück schon wieder zu Hause bin, dann ist alles wieder gut. Und auch wenn es bei uns keine Familientradition ist, ich finde es eine schöne und spezielle Imkertradition...


    Ich gebe dann mal Bescheid, wie es bei meinen Völkern aussah.

  • Aber ich tröste mich mit dem Buchweizen, der auch immer noch läuft.

    Siehst Du, da wollte ich dieses Jahr unbedingt hin... Konnte ihn letztes Jahr kosten und in Brandenburg soll es ja wieder so einige Anbauflächen geben. Höfe und Landwirte, die ich angeschrieben hatte, haben nicht geantwortet, Wanderwartin meldete …“Flächen vertrocknet“ und aus der Sonnenblume kam aus allen Völkern zusammen nicht mal ein ganzer Hobbock.


    Immerhin, so bleibt es spannend. Und ich freu mich für Dich über die Buchweizenernte!

  • Guten Abend hansen77, bin dann gleich mal los gedüst um Dir zu berichten: Gestern und heute sind Gewitter aufgezogen aber wir haben so gut wie nichts vom Regen abbekommen. Heute waren es wieder 32° und schwül warm. Als ich um 16:00 Uhr in der Heide war, verdunkelte sich der Himmel und die Bienen kam nach Haus. Als ich um 17:00 Uhr nach Hause fuhr war wieder strahlender Sonnenschein. Die Heideblüte ist wohl so gut wie durch. Es ist aber in den letzten Tagen noch etwas reingekommen, ich denke so ein Kilo pro Tag und Volk. Deshalb hoffe ich, dass die oberen Zargen noch komplett verdeckelt werden. Wie Du auf dem beigefügten Foto sehen kannst, fehlt nicht mehr viel. Die Völker haben noch erstaunlich viel Bienen, mag aber sein dass die warme Witterung etwas täuscht. In der nächsten Woche werde ich die Honigräume beziehungsweise alle vollen Honigwaben abfahren. Dann kann ich sagen was wirklich drin ist, da ich die Transportkisten wiegen werde. Von meinem Vater habe ich noch im Ohr „die letzte Woche im August und die erste im September müssen es bringen“. Das war vor dem Klimawandel. In diesem Jahr hat es die zweite und dritte Woche im August gebracht. Es könnte vom Durchschnitt und der Menge nach meine beste Ernte des Jahres werden und ich kann auch ohne die Heide wahrlich nicht klagen. Doch für mich gibt es richtigen Honig nur aus der Heide. Viele die nicht wie ich ständig nachsehen konnten werden sicherlich staunen, wenn sie ihre Völker nach Hause holen. Ohne Hilfe sind die Kästen nicht so heben. VG Jörg


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