Anfängerfrage zum weiteren Vorgehen dieses Jahr

  • Hallo zusammen,


    ich habe dieses Jahr mit eigenen Bienen begonnen und habe zur Zeit vier Völker. Ein Wirtschaftsvolk, einen Brutableger aus diesem Wirtschaftsvolk, einen Königinnenableger aus dem Wirtschaftsvolk (da ist mir versehentlich die Königin beim Ableger bilden mit umgezogen) und einen Naturschwarm. Der Brutableger ist etwas schwach. Das Brutnest sieht gut aus, aber er gewinnt nicht an Größe. Die anderen drei Völker sehen gut aus. Am Samstag wird die Sommertracht von dem Wirtschaftsvolk abgeschleudert.


    Leider habe ich es verpennt im Sommer die brutfreien Völker zu behandeln.


    Nun meine Frage: Ich habe bei allen Völkern zweimal für mehrere Tage die Windel drunter gehabt - bei keinem einzigen Volk habe ich auch nur eine Milbe gefunden. Da könnte ich mich freuen, macht mich aber doch Misstrauisch. In allen Völkern habe ich in der letzten Zeit Drohnenbrut geschnitten - vielleicht liegt's daran.


    Wie gehe ich jetzt das restliche Jahr vor? Völker mit Brut, können ja nur mit AS behandelt werden, richtig? Sollte ich das jetzt noch machen? Oder vertraue ich auf die Windelanalyse und warte bis ich mit MS oder OXS behandeln kann.


    VG

    Martin

  • Hallo Martin,


    Die Ableger etc die schonmal brutfrei waren und keine riesen Volksstärke haben werden bei mir erst Ende September behandelt.

    Hierzu nehme ich dann Ameisensäure im Nassenheimer Pro.

    Weiterhin Kontrolle mit Windeln ist immer wichtig.

    Ich behandel die Bienen nach der Ablegerbildung nicht mehr und habe keinerlei Probleme bisher.

    Die Völker müssen sich ja noch entwickeln und auf Winterstärke kommen.

    Ableger die im Frühjahr mit vier oder mehr Waben gebildet wurden, sind hiervon ausgenommen sowie Schwärme von fremden Völkern.

    Meine Wirtschaftsvölker werden teilweise jetzt schon mit Ameisensäure behandelt.

    Den Brutableger weiter beobachten. Gewinnt er weiterhin nicht an Masse, sollte die Königin getauscht werden.

    Völker unter 5.000 Bienen gehen bei mir nicht in den Winter und werden aufgelöst.


    Viel Erfolg.

  • Wie gehe ich jetzt das restliche Jahr vor? Völker mit Brut, können ja nur mit AS behandelt werden, richtig? Sollte ich das jetzt noch machen? Oder vertraue ich auf die Windelanalyse und warte bis ich mit MS oder OXS behandeln kann.

    Nach dem Abschleudern würde ich an Deiner Stelle behandeln - mit der Methode, die Du gelehrt bekamest. Ich vermute, das ist die AS-Behandlung. Ein mögliches Instrument zur Terminplanung (PLZ-basierte Wetterprognosenauswertung):

    https://www.bienenkunde.rlp.de…=D2KEU5C709&p4=HY3576SY58

    Nicht ohne sachlichen Grund ist für viele Regionen in D sogar eine Behandlungspflicht gegen Varroose erlassen, oft mit Fristsetzung bis Ende Juli.

    Zur Windelanalyse braucht man Zeit und eine gewisse Erfahrung, um die Ergebnisse richtig einordnen zu können. Nur für 1 Woche mal die Windel einzuschieben, reicht - v.a. bei dem jetzigen umfangreichen Brutgeschehen - m.E. keinesfalls. Zu einer schadschwellenorientierten Behandlung ist

    die Einordnung der Entwicklungsdynamik des jeweiligen Volkes/seine demografische Zusammensetzung/Perspektive, überhaupt eine gewisse imkerliche Erfahrung vonnöten, über die Neuimker naturgemäß noch nicht verfügen.


    Jetzt beginnen die Völker, Winterbienen zu erbrüten, nicht erst Ende September. Jetzt ist es daher wichtig, für eine geringe Varroalast zu sorgen, nicht erst später. Je später die Sommerbehandlung, um so weniger Effekt hat sie auf den Aufbau einer stabilen , gesunden und langlebigen Winterbienenmannschaft.

    Herbstbehandlungen oder gar die Restentmilbung bei jahreszeitlich bedingter Brutfreiheit (November/Dezember) können keinesfalls die Versäumnisse heilen, die bei der Aufzucht von Winterbienen auftraten. Sie schaffen allenfalls die Voraussetzung für einen milbenarmen Start im nächsten Frühjahr.

  • Schau mal im Buch vom Liebig: "Einfach imkern"'

    Hier wird auch eine Behandlung Ende September aus den eben genannten Gründen erwogen.

    Seitdem ich das so handhabe, sind meine Ergebnisse bei den Ablegern wesentlich besser geworden. Nur so funktioniert auch der Einwabenableger, wo so viele hier im Forum Probleme mit haben.

    Allerdings ist die Aussage von Ribes auch nicht ganz so falsch.

    Bei Liebig werden die Ableger nach der Bildung behandelt.

    Mir ist die Milbenlast meiner Völker bekannt, so dass ich sicher sein kann was mich erwartet. Das würde ich nie bei mir unbekannten Völkern machen.

    Da du keinen Milbenfall auf der Windel hattest und die Drohnenbrut entnommen hast,

    Kam daher die vorhergehende Empfehlung von mir, die ich auch weiterhin vertrete.

    Das mit der Behandlungspflicht Ende Juli ist so eine Sache.

    Die Imker in der Waldtracht behandeln alle nicht, ansonsten dürften sie den Honig gar nicht vermarkten.

    Das ist aber alles Haarspalterei. Wir wollen ja behandeln und wollen ja gerade gesunde und starke Völker im nächsten Jahr.

    Auch ist Witterungseinfluss nicht im Münsterland derart gegeben, dass eine frühe Behandlung sein muss.

    Meinen Imkerkollegen auf der Schwäbischen Alb habe ich Empfehlung auch nicht gegeben. Der kann auch nicht so imkern wie ich am Niederrhein.

    Nach September ist es hier vorbei mit der Pollenversorgung. Die Industrielandwirtschaft läst Grüssen. Die zwei Wochen Unterbrechung tut den Völkern richt weh, vorausgesetzt die Milbenzahl stimmt.

    Das ist das Blöde, aber auch der Reiz der Imkerei.

    Viele Methoden führen nach Rom, aber alle bedeuten Arbeit.

    Jeder von uns beiden meint es gut, Entscheidungen musst du selber treffen.

    Abschliessend gebe ich dir den Rat. Frage bei einem vernünftigen Imker aus deiner Umgebung nach Rat.

    Ein pauschale Beurteilung über Internet ist immer suboptimal.


    Viel Erfolg

  • In der Imkerei sind von der Imkerei von meinem Opa bis Heute viele Dogmen gefallen und es werden noch mehr fallen. Da bin ich mir sicher.

    Vor zwei Jahren hat seine Lebensgefährtin Pia das noch kommuniziert.

    Ich mache das selbst schon seit fünf Jahren, dass ich erst im September die Ableger behandel.

    Irgendwann habe ich mich darüber geärgert, dass die Ableger manchmal nach Bildung und der Michsäurebehandlung auszogen.

    Rechnet man mit der einfachen Faustformel Verdoppelung der Varroazahl pro Monat und abzüglich der Brutfreien Phase in Kombination mit dem stetigen Wachstum bis September, kann kein tödlicher.Befall entwickelt werden.

    Voraussetzung ist,.dass die Ausgangsmilbenlast entsprechend gering ist, kein zusätzlicher Milbeneintrag erfolgt und das Volk wächst.

    Dementsprechend lasse ich jetzt im dritten Jahr die Behandlung weg.

    Meine Kontrollgruppe sind zudem die Wirtschaftsvölker. Mitte nächster Woche habe ich die Fallzahlen der Sommerbehandlung. Sind diese zu hoch, kann ich immer noch entscheiden, ob ich die Ableger behandel.

    Durch das schlechte Jahr würde ich die Hälfte der Ableger verlieren, wenn ich sie jetzt mit Ameisensäure behandel.

    Die benötigen jetzt Zeit und Futter.

  • In der Imkerei sind von der Imkerei von meinem Opa bis Heute viele Dogmen gefallen

    Narürlich.

    Problematisch ist aber, dass hier die selben Personen das Dogma aufstellen und später wieder verwerfen. Natürlich wäre es noch schlimmer bei falschen Aussagen zu bleiben.

    Größtes Problem ist, dass es überhaupt als Dogma verbreitet wird, was aber nicht nur bei diesem Autor eine sehr beliebte Vorgehensweise ist..

    Aber durch sich widersprechende Empfehlungen in den einzelnen Ausgaben ist die Aussage: Schau mal bei Liebig in "Einfach imkern" eine recht unpräzise. Teilweise entstehen diese auch durch Änderung der Gesetzgebung, die der Autor nicht vorhersehen kann, auf die er aber reagieren muss. Wer weiß was in der nächsten Ausgabe empfohlen wird, wenn sie denn jemals erscheint?

    Voraussetzung ist,.dass die Ausgangsmilbenlast entsprechend gering ist, kein zusätzlicher Milbeneintrag erfolgt und das Volk wächst.

    Das sind aber viele "Wenns"