Was geht da in der Beute vor?

  • Hallo,

    ein Jungimker (66) hat eigenartiges Problem: Heute so gegen 16Uhr, ein kleiner vor 4 Wochen eingefangener Schwarm wird zusehende unruhig, nicht stechwütig, konnte ohne Schutz direkt ans Flugloch und auch den Beutedeckel abheben. Sehr viele Bienen vor dem Flugloch die rein wollten aber irgendwie nicht konnten. Flugloch hatte ich vor 7 Tagen auf 10mm eingeengt und seit 2 Tagen ein Räubergitter vorgestellt da es Probleme mit Räuber gab. Mit den beiden Massnahmen gut in Griff bekommen. Hab dann mal mit einem Bleistift das Flugloch vorsichtig "beräumt" dann ging der Eimarsch kurzzeitig mal etwas schneller, Da ich ein Temperatursensor zwischen den Brutwaben habe konnte ich beobachten das die Temperatur von üblichen 34,0°C-34.2°C im 5minuten Takt um 1/10°C anstieg bis auf 36,4°C und in der Zeit wurden die Bienen wieder immer ruhiger, zogen sich alle wieder in die Beute zurück, so wie sonst auch. Ab 18Uhr sank die Temperatur wieder. Was geht da vor in der Kiste?

    Beste Grüsse es hat endlich mal bei uns geregnet,

    Bernhard K.

  • Ich nehme an, die Beute ist in der Nachmittagssonne gestanden?

    Da wird's den Mädels wohl zu warm drin geworden sein.

    Dann zieht ein Teil des Volkes aus, um die Wärmemenge zu reduzieren, da jede Biene eine Wärmequelle ist.

    Es wollen dann ein paar Bienen Frischluft hineinventilieren, was, angesichts des eingeengten Flugloch in einem Kuddelmuddel endete, vermutlich auch, da noch Räuberbienen bei den eintretenden dabei waren.

    Ich vermute, Du hast keinen offenen Boden?

    Wenn ja, ist die Varroalade weg?

    Das hilft.


    Oder die Mädels waren vor dem Lokal eine Rauchen.... :-)

    10mm ist vielleicht bei der Rushour mit den Rauchern, den Ventilierern und dem Heimkehrern etwas zu motiviert gewesen.

    Probiers mal mit 15 mm oder ein bischen mehr.

    Das Flugloch sollte Brutnah sein, dann wird es besser verteidigt.

    Lg

  • Einengen ist doch nicht gleich „zumachen“.

    Ich mache ein Bienenzüchters Gitter vor das Flugloch und lasse einseitig einen kleinen Spalt frei.

    Da funktioniert das Lüften der Beute besser.

    Es kann auch sein, dass die Fluggbienen bei einer nahenden Regenfront in kurzer Zeit zur Beute zurückkommen und den Stau am (sehr kleinen) Flugloch verursachen.

    Gruß

    Harald

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Hallo Freebee16,

    die Beute steht den ganzen Tag über im Halbschatten, wird also von der Sonne nur recht wenig getroffen. Gestern war ausserdem fast nur stark bewölkt. Die Beute ist eine Segeberger Styroporbeute mit offenen Gitterboden ohne Einschübe. Mich interessiert warum die Bienen die Innentemperatur um 2°C erhöhen obwohl die Aussentemperatur am Nachmittag zurückgegangen ist. Die Bienen machen doch solch Kraftanstrengung nicht Grundlos. In einem anderen Bienenstock, auch Segeberger aber mit 3 Zargen, 15m entfernt, blieb alles ruhig und unverändert. Es muss also irgendetwas im Stock vorgegangen sein.

    Kann da irgendwas mit der Königin passiert sein? Sollte man mal den Brutraum (7 Rahmen, aus Styropor offenes Trennscheid und Restraum ist Futterraum) auseinander nehmen und suchen? Füttere seit 10 Tagen "Zuckersirup auf Kieferzapfen " zu, da zur Zeit recht wenig Nektar im Angebot ist (sehr, sehr trocken).

    Werde die Sache heute weiter beobachten.

    Beste Grüsse

    Bernhard K

  • Moin, moin,


    bei Räuberei am Stand ist es nicht gut, ein beräubertes Volk auseinanderzunehmen, um ein Weißnichtwas zu suchen...

    Wie groß ist denn das Volk so etwa? Bisschen drängeln und hupen am Flugloch ist völlig in Ordnung. Vielleicht wollten die was rausschleppen und das passte nicht?


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Ich schließe mich da Clas an.

    Wissen macht Weiterw Kopfweh....

    Auf den Temperatursensor bezogen.

    Vielleicht knäulen sie eine Wespe ein?

    Möglicherweise brüten Sie gerade um den Sensor herum, bzw heizen den Stock auf?

    Wollen die Drohnen rauswerfen ?

    Wiewohl der Bien das meiste besser Weiss, wie der Imker... Ob alt, ob neu...

    Bei Neu macht dieser eher mehr durcheinander.

    Bedenke beim Öffnen, dass der Bien bis zu 48 Std. benötigt wieder zur Ruhe und Ordnung zu kommen und die Pherhormonspiegel wieder passed zu bekommen.

    Ich würde den Sensor rausnehmen, was man nicht Weiss, macht nicht heiss..

    Oder er möchte das Futter trocknen...

    Hände weg und machen lassen.

    Die nächste Kontrolle kommt früh genug.

    Der Neuimker sollte drei Völker haben

    Eines zum in Ruhe lassen

    Eines zu testen

    Eines zum zu Tode schauen

    Eine alte Weisheit, welche, leider funktioniert.

    Auf die Hände setzten ist schwer, ich würde es tun.

    Lg

  • Freenet,

    wie recht Du hast.

    Störungen schaden sehr oft mehr als sie nützen!

    Dazu kommt noch, dass der Anfänger relativ wenig sieht und dementsprechend wenig tun kann und wird.

    Mit zunehmender Erfahrung nehmen auch die Aktionen am Volk ab.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Hallo,

    entgegen eurer Ratschläge die Finger weg zu lassen musste ich meinen inneren Schweinehund nachgeben und reinschauen. Deckel auf der Zarge gelassen und die Zarge vorsichtig und ruhig abgehoben und bei Seite gestellt. Auf dem Gitterboden lagen 3 tote Bienen, ein kleines Stück Wabe und ein Knäul von ca. 10 sehr aktiven Bienen. Habe mal das Knäul vorsichtig geöffnet und zuunterst war scheinbar eine tote Königin, rein von der Optik her, etwas länger als eine Drohne aber schlanker und zum Ende recht "spitz". Wollte die Beerdigungszeremonie nicht weiter stören, Zarge vorsichtig wieder drauf und wie nun weiter?

    Hab nicht weiter nachgeschaut ob die Königin in der letzten Zeit noch aktiv war also ob Brut vorhanden ist und die Bienen sich evtl. eine Nachschaffung anlegen. Pollen wird rein geschafft, ab ich denke es ist wenig nur ca. jede ankommende 10.-15. Biene bringt Pollen mit. das Volk ist trotzdem sehr ruhig konnte alles ohne Schutz erledigen keine aufdringlichen bzw angriffslustigen Damen. Müssen doch noch die Pheromone der toten Königin nachwirken oder ist schon eine neue Königin da? Wie kann man das feststellen? Thermometer zeigt immer noch seit Früh 6:00Uhr 35,3°C, ein Grad über der sonst üblichen Temperatur.


    Beste Grüsse

    Bernhard K.

    PS. braucht von euch jemand Klettenpflanzen, Vierblattstadium. Im nächste Jahr dann 2m und grösser werdende stattliche Pflanzen.

  • Auf die Hände setzten ist schwer, ich würde es tun.

    Ich würde das begrüßen...

    Hab nicht weiter nachgeschaut ob die Königin in der letzten Zeit noch aktiv war also ob Brut vorhanden ist und die Bienen sich evtl. eine Nachschaffung anlegen.

    Und warum nicht? Gestört hattest du doch schon. Jetzt bist du genau so schlau wie vorher, aber hast mal schick Unruhe ins Volk gebracht. Für nichts.

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • Probiers zuerst mit der Klopfprobe.

    Köpfe an einen gesunden Kasten einmal, lege vorher das Ohr drauf.

    Dort ist nach einer Sekunde wieder Ruhe.

    Gibt es einen Unterschied?

    Im Regelfall haben die schon eine neue Königin welche man

    NICHT STÖREN SOLLTE,

    Da sonst die alte nicht abgemurxt wird.

    An Altersschwäche versterben die wenigsten....

    Störst Du die neue Königin kann diese das gleiche Schicksal erleiden...

    Wiewohl , seit wann hast Du diesen Schwarm?

    Bienen wissen was Sie tun und.....

    Der größte Fehler steht hinter der Beute.

    Bienen murxen keine Chefin ab, bevor Sie eine neue haben.

  • Wie kann man das feststellen?

    Falls das Volk offene Brut hat und keine Weiselzellen zieht, hat es eine Königin.

    Falls das Volk offene Brut hat und Weiselzellen, hat es keine Königin.

    Falls das Volk keine offene Brut hat und stark ist, würde ich eine Weiselprobe mit Stiften und jüngster Brut geben.

    Falls das Volk keine offene Brut hat und schwach ist, würde ich es auflösen.

    Gruß Ralph

  • Bienen murxen keine Chefin ab, bevor Sie eine neue haben.

    Na klar. Eingeknäuelt, weil irgendwer immer stört. Hätte ihn doch mal wer darauf hingewiesen, daß das ständige Reinschauen risikobehaftet ist! Nu isses vielleicht zu spät.


    ...

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • ein kleiner vor 4 Wochen eingefangener Schwarm wird zusehende unruhig, nicht stechwütig, konnte ohne Schutz direkt ans Flugloch und auch den Beutedeckel abheben.

    Es kommt öfters vor, dass bei Schwärmen die alte Kö' zeitnah umgeweiselt wird - muss nicht sein, beobachte ich aber des Öfteren.


    Wenn die Bienen ruhig sind, sich normal verhalten und z.B. Pollen eintragen, ist alles im Gange. Ein gesundes Volk verliert nicht einfach so seine Königin, sondern zieht sich eine neue.


    Empfehlung: Mal 3 Wochen in Ruhe lassen und dann nach Stiften schauen oder - wenn Du das nicht schaffst - Weiselprobe. Die zeigt Dir unmissverständlich den Sachstand.


    Weniger ist manchmal mehr.