"Housel-Positionierung"

  • Über Nacht kam mir die Erleuchtung wie Du das meinst.


    Sorry-wollte Dir nicht den Schlaf rauben.:wink:


    Zitat

    Die Spitze des Sechseckes ( ich habe jetzt nur eine Mittelwand vor mir ) zeigt immer nach oben bzw nach unten..

    Eben nicht! Dreh Deine Mittelwand z.B. um 90° - die Zellenspitzen zeigen jetzt nach links und rechts. Und jetzt schau Dir nochmal Michael Bush's Bild vom "Primary Comb" an - dort sind die Zellspitzen genau in dieser Weise ausgerichtet.


    Zitat


    Eine andere Frage wirft aber diese nähere Betrachtung auf. Ob man noch von einem "waagrechten" Zellenbau ( also ein Y wo ein Schenkel waagrecht ist ) , so wie es manche Housel Graphe zeigen, sprechen kann.


    Die Unterscheidung zwischen "stehender" und "liegender" Zelle kann man (statt durch die Zellenspitzen, die oft abgerundet und daher nicht gut erkennbar ausgeprägt sind) anhand der "Stapelung" (d.h. waagerechte gemeinsame Zellwand - liegende Zellen) bzw. "Nebeneinander-Anordnung" (senkrechte gemeinsame Zellwand - stehende Zellen) von paarweise betrachteten Zellen besser vornehmen.


    Zitat


    Im Buch von Lindauer steht z.B. dass der Wabenbau durch ein Magnetfeldes beeinflusst wird. Das sich die Bienen auch sonst nach einem Magnetfeld im Stock orientieren konnte ich nicht herauslesen


    Das Magnetfeld spielt möglicherweise eine zusätzliche Rolle - zur Unterscheidung von vorne (Flugloch) und hinten (Beutenrückwand) oder links und rechts innerhalb der Beute.


    Magnetfelder nicht mit elektrischen Feldern gleichsetzen!


    Ich behaupte in meiner Theorie u.a. - gestützt auf die von mir angesprochenen Beobachtungen - daß Bienen durch Wahrnehmung elektrischer Felder im Dunkeln auch "sehen" können.


    LG André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

  • Das ist so nicht richtig. Die Felder beeinflussen einander, heben sich punktuell auch gegenseitig in ihrer (Kraft-)Wirkung auf, wenn sie von gleichen (d.h. positiven oder negativen) Ladungen stammen, verschwinden aber nicht, solange kein Potentialausgleich erfolgt.


    Elektrische Felder können als Kraftlinien symbolisiert werden, die auf Ladungen wirken. Unter dem Einfluss dieser Kraft wandern die Ladungen soweit, bis sie entweder auf die Quelle des Feldes stoßen oder wegen eines Objekts nicht mehr weiterkommen. Wenn sie auf die Quelle stoßen, entsteht eine Summenladung, deren Absolutbetrag die Differenz beider Ladungen ist. Daher verkleinert sich die felderzeugende Ladung durch eintreffende Ladungen aus der Umgebung, bis sie Null ist. Wenn die sich bewegende Ladung auf ein Objekt (die Wabe) trifft, dann bleibt sie dort durch die Kraftwirkung des aus dem Objekt austretenden elektrischen Feldes kleben. Die symbolisierende Feldlinie endet dann an dieser aufsitzenden Ladung, kann also nicht mehr in den Außenraum übertreten. Daher schirmt die auf dem Objekt eintreffende Ladung das elektrische Feld ab und das Feld im Außenraum wird durch die eintreffenden Ladungen immer mehr verkleinert, bis es verschwindet. Im Innenraum des Objekts (im Wachs der Wabe) bleibt das elektrische Feld bestehen. Von dem Feld im Innenraum (im Wachs) der Wabe können die Bienen nichts merken, da sie sich selbst nicht im Wachs sondern auf dem Wachs befinden.

    Zitat

    Es kommt für diese Theorie nicht auf die absolute Feldstärke an. Sondern auf Feldstärkeänderungen.


    Wo nimmst du das her? Was für Veränderungen? Räumliche? Zeitliche? Kannst du einmal skizzieren, von wo das elektrische Feld ausgehen soll und wohin es gehen soll? Von einer Wabe zur anderen? Von allen Waben zum Erdboden? Was für eine Ladungsbelegung der Waben stellst du dir vor? Wie groß soll die Feldstärke denn sein? Wie groß ist die elektrische Spannung zwischen den Waben? Führt das große Krabbeln der Bienen nicht zu einem elektrischen Kurzschluss zwischen den Waben und somit zum Potenzialausgleich? Durch welchen Prozess soll das elektrische Feld entstehen? Warum sollen Eisendrähte das Bauen beeinflussen, die Hochspannungsleitung aber nicht? Warum überhaupt Eisendrähte, wenn nun der Magnetismus keine Rolle mehr spielen soll?
    Viele Fragen, die beantwortet werden müssen, wenn das Ganze eine Theorie werden soll.


    Gruß Ralph

  • Man kann den Wabenbau in der Beute auch als einen Mehrfach-Plattenkondensator interpretieren.


    Wodurch wird dieser Mehrfachplattenkondensator geladen und wie groß soll die Spannung sein?

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    Die elektrisch voneinander isolierten einzelnen Waben weisen an der Oberfläche jeweils eine geringe statische Ladung auf.


    Woher kommen die? Wie entsteht die Polarität?

    Zitat

    Dadurch entsteht zwischen den Waben ein schwaches elektrisches Feld.


    = elektrische Spannung geteilt durch Wabenabstand. Diesen Effekt gibt es nur bei unterschiedlicher elektrischer Ladung der Waben.

    Zitat

    Die anwesenden Bienen verursachen keinen Potentialausgleich durch Kurzschluß, da das Chitin Ihres Außenskeletts als elektrischer Isolator wirkt.


    Bist du dir da sicher? Meines Wissens kann man Honigbienen durch elektrischen Stromfluss über den Körper zum Abspritzen ihres Gifts veranlassen. Auf diese Weise kann Bienengift gewonnen werden. Außerdem: Die Kapazität deines Plattenkondensators ist äußerst gering: Bei 1cm Wabenabstand ergibt sich bei einer Normalmaßwabe eine Kapazität von 720pF. Wenn die krabbelnden Bienen in der Wabengasse beispielsweise einen Widerstand von 1TOhm haben, beträgt die Entladezeitkonstante 720s. Zusätzlich ist die Oberfläche der Waben mit Feuchtigkeit belegt, sie enthalten Honig, der bekanntermaßen leitend ist, das Rähmchenholz ist ein ziemlich schlechter Isolator, daher kommt es auch ohne Bienen zur Entladung deines Plattenkondensators.

    Zitat

    Die Bienen gleichen IMHO die Wabenoberflächen beiderseits einer Wabengasse in ihren elektrischen/elektrostatischen Eigenschaften so ab, daß in dieser Wabengasse möglichst an allen Stellen das gleiche elektrische Feldmuster entsteht. (siehe hierzu die beobachtete Widerspiegelung des Wabenhonig-Plastik-Kästchens im Wachsbau der gegenüberliegenden Wabe. Plastik hat andere elektrische/elektrostatische Eigenschaften als Wachs.)


    Das ist nicht möglich wegen der auf der Wabe fließenden Ausgleichskriechströme. Ausnahme ist der Spezialfall eines konstanten Abstands zwischen den Waben.

    Zitat

    Durch Auswertung von lokalen Störungen (d.h. Änderungen) dieses Feldmusters (durch von anderen Bienen, Milben usw. verursachte lokale Häufungen elektrischer Ladungen) können die Bienen quasi "im Dunkeln sehen".


    Wenn es denn überhaupt solche Feldmuster gibt.

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    Dies würde auch Beobachtungen erklären, wonach Bienen nicht gerne über Metall laufen.


    Das habe ich bisher nicht beobachtet. Wo kann man das nachlesen? Dagegen spricht, dass Schwärme gelegentlich auch in Blechkisten einziehen. Auch bebrüten meine Bienen auch die Stellen, wo Drähte laufen.

    Zitat

    Metalle stören die elektrischen Felder und gleichen Potentialdifferenzen aus.


    Korrekt.

    Zitat

    Ein verringter Wabenabstand bewirkt, daß das elektrische Feld zwischen den Waben gleichmäßiger ausgeprägt ist (geringere Änderung der Feldstärke über die Distanz) und erleichtert IMHO den Bienen damit die Entdeckung von Milben, auch innerhalb der Zellen.


    Innerhalb der Zellen wird das postulierte elektrische Feld durch die Bienenpuppe abgeschirmt. Daher kann das postulierte elektrische Feld für die Entdeckung der Varroa unter der Puppe keine Bedeutung haben.

    Zitat

    Ein Umhängen der Waben zerstört - ganz besonders im Naturbau - den (oben erklärten) Abgleich durch die Bienen. Die Bienen werden daraufhin meiner Meinung nach versuchen, den Abgleich der Waben bestmöglich neu vorzunehmen.


    Wie tun die das? Was hast du beobachtet?
    Hier im Forum führt MichaelM eine Temperaturmessung mit elektrisch betriebenen Sonden durch. Durch An- oder Abschalten kann er jederzeit die elektrischen Felder im Stock verändern. Du kannst ihn fragen, ob dadurch das Verhalten der Bienen geändert wird. Du kannst auch leicht eine eigenes Experiment starten: Hänge isolierte Drähte in die Gassen und setze sie unter Spannung. Wenn die Felder das Bienenverhalten beeinflussen, müssten die Bienen bei jeder Spannungsänderung aufbrausen.
    Gruß Ralph

  • Elektrische Felder können als Kraftlinien symbolisiert werden, die auf Ladungen wirken. Unter dem Einfluss dieser Kraft wandern die Ladungen soweit, bis sie entweder auf die Quelle des Feldes stoßen oder wegen eines Objekts nicht mehr weiterkommen. Wenn sie auf die Quelle stoßen, entsteht eine Summenladung, deren Absolutbetrag die Differenz beider Ladungen ist. Daher verkleinert sich die felderzeugende Ladung durch eintreffende Ladungen aus der Umgebung, bis sie Null ist. Wenn die sich bewegende Ladung auf ein Objekt (die Wabe) trifft, dann bleibt sie dort durch die Kraftwirkung des aus dem Objekt austretenden elektrischen Feldes kleben. Die symbolisierende Feldlinie endet dann an dieser aufsitzenden Ladung, kann also nicht mehr in den Außenraum übertreten. Daher schirmt die auf dem Objekt eintreffende Ladung das elektrische Feld ab und das Feld im Außenraum wird durch die eintreffenden Ladungen immer mehr verkleinert, bis es verschwindet.


    Meiner Meinung nach physikalisch richtig.


    Wo aber sollen Deiner Meinung nach die geladenen Teilchen herkommen, die entlang der Feldlinien wandern?
    Luft ist ein Isolator, solange Luft nicht ionisiert wird, können da (mal abgesehen von Verunreinigungen) zwischen den Waben keine elektrisch aufgeladenen Teilchen wandern.


    Und zum Austreten der Ladungen aus einer Wabe und Wanderung zur anderen (s.a. Funkenüberschlag) braucht es bei dem Wabenabstand immense Potentialunterschiede, die so natürlich nicht in einer Beute vorkommen.
    Sonst bekämen die Bienen ja einen elektrischen Schlag.


    Zitat

    Von dem Feld im Innenraum (im Wachs) der Wabe können die Bienen nichts merken, da sie sich selbst nicht im Wachs sondern auf dem Wachs befinden.


    Das ist meiner Meinung nach nicht richtig. Elektrische Felder durchdringen z.B. Feststoffe. Oder hast Du in Deiner Wohnung keinen Handyempfang? (Ich gebe zu, daß es sich hierbei nicht um statische, sondern um Wechselfelder handelt.)


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    Was für Veränderungen? Räumliche? Zeitliche? Kannst du einmal skizzieren, von wo das elektrische Feld ausgehen soll und wohin es gehen soll? Von einer Wabe zur anderen?


    Genau. Die Felder zwischen den Waben in den Wabengassen.
    Wenn jetzt z.B. eine Milbe auf einer Wabe sitzt (als eine Art Erhebung) sammeln sich auf der Milbe etwas mehr Ladungen an, als z.B auf einer verdeckelten - und damit relativ ebenen - Wabenfläche. Dies tritt durch gegenseitige Abstoßung gleicher Ladungen auf. Die Ladungen auf dem Rücken der Milbe werden von der Luft nicht abgestoßen, daher können sich dort mehr Ladungen befinden. (Das ist keine spinnerte Idee von mir, sondern das Wirkungsprinzip hinter einem "Static Discharger" von Flugzeugen, der dazu dient, die Aufladung der Flugzeugoberfläche (die durch Reibung an der umgebenden Luft entsteht) zu reduzieren.)
    Alle Kanten, Erhebungen usw. auf einer Wabe können daher durch erhöhte statische Ladung wahrgenommen werden.


    Diese Ladungsunterschiede kann meiner Meinung nach die Biene wahrnehmen, z.B. durch (und hier lehne ich mich mit dieser Vermutung seeeehr weit aus dem Fenster) mit Sinneszellen verbundene Körperbehaarung, die von der Umgebung unterschiedlich stark abgestoßen wird.


    Dies wäre auch eine logische Erklärung dafür, daß fast haarlose Altbienen nur "Außendienst" machen dürfen und ihre "Fracht" in der Nähe des Fluglochs (wo sie durch einfallendes Restlicht noch sehen können) übergeben. Im restlichen, dunklen Teil der Beute wären sie quasi "elektrisch blind".


    Es wäre auch eine mögliche Erklärung dafür, daß mit Säure behandelte Völker (so wie ich u.a. Stephans Aussagen interpretiere) Varroen nicht (oder nicht so gut) erkennen können. Man hätte dann möglicherweise die Sinneszellen an den körperseitigen Haarenden verätzt. Die Biene kann nicht mehr so gut "elektrisch sehen".


    Zitat


    Warum überhaupt Eisendrähte, wenn nun der Magnetismus keine Rolle mehr spielen soll?


    Weil die Bienen evtl. den Magnetismus zusätzlich nutzen, um auf der Wabe die Richtung zum Flugloch feststellen zu können. sonst würden sie zu etwa 50% in die falsche Richtung laufen.


    Zitat


    Viele Fragen, die beantwortet werden müssen, wenn das Ganze eine Theorie werden soll.


    Du hast Recht. Vor allem müßte das mal genauestens erforscht und wissenschaftlich nachgeprüft werden!
    Nicht vergessen-ich bin kein Wissenschaftler und auch kein studierter Physiker.
    Deine kritischen Fragen haben mir sehr geholfen, noch mehr Puzzlesteine aneinandersetzen zu können. Danke dafür.


    LG André



    P.S.
    Ralph, habe gerade Deine anderen Fragen gesehen, kann mich damit aber leider jetzt nicht befassen. Bitte um Geduld.

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

  • Moin,
    und letzten Endes ist doch alles, was lebt, mehr oder weniger "elektrisch".
    Keine Ladungsunterschiede mehr = tot.
    Allein schon unser Denken, ganz zu schweigen vom großen Rest, ist chemisch-elektrisch...:Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Allein schon unser Denken, ganz zu schweigen vom großen Rest, ist chemisch-elektrisch...:Biene:


    deines vielleicht :p


    Mein Denken ist Materie. :cool: ist aber auch kein Unterschied, man kann auch sagen: sowohl als auch. denn es gibt keine 2


    Dass Bienen im Dunkeln wahrnehmen ist klar, wie sie das machen keine Ahnung. Nichtwissen ist Freiheit.


    lg

    "One of nature's biggest forces is exponential growth" (A.Einstein)

  • Sorry-wollte Dir nicht den Schlaf rauben.:wink:


    Das muss während der REM Phase passiert sein.


    Eben nicht! Dreh Deine Mittelwand z.B. um 90° - ......


    Wenn ich sie drehe dann natürlich nicht mehr.


    Ich hatte schon einmal hier spekuliert ob das Erdmagnetfeld nicht nur einen Einfluss auf die Wabenausrichtung haben kann ( Lindauer u. co. ) sondern auch auf die Zellenausrichtung. Wenn also das Magnetfeld mit einem Winkel von ( für Deutschland wurden hier einmal um die ) 50Grad austritt, dass dann auch das Zellmuster in der gleichen Weise verdreht ist.


    Du schreibst von elektrischen Feldern. Woher die kommen hast Du ja mit Kleingartendrohn und anderen schon eine hochgradige Debatte.

    weg mit den Zwergbienenständen (K.Freudenstein)

  • Wodurch wird dieser Mehrfachplattenkondensator geladen und wie groß soll die Spannung sein?


    Reibungselektizität, erzeugt durch etwa 360.000 Bienenbeine?
    Spannungshöhe, Polarität - keine Ahnung, sowas müßte man messen.
    Wobei ich mir im Augenblick nicht sicher bin, ob zwischen benachbarten Waben überhaupt eine Spannung bzw. Ladungsdifferenz bestehen muß, um die Anhäufung elektrischer Ladungen an überstehenden Strukturen auswerten zu können.
    Es müßte eigentlich auch funktionieren, wenn die benachbarten Waben (annähernd) gleiche elektrische Ladung aufweisen.


    Zitat


    Meines Wissens kann man Honigbienen durch elektrischen Stromfluss über den Körper zum Abspritzen ihres Gifts veranlassen.

    Einen absoluten Isolator gibt es meiner Meinung nach nicht. Es kommt u.a. auf die Höhe der angelegten Spannung an.


    Zitat


    Die Kapazität deines Plattenkondensators ist äußerst gering: Bei 1cm Wabenabstand ergibt sich bei einer Normalmaßwabe eine Kapazität von 720pF. Wenn die krabbelnden Bienen in der Wabengasse beispielsweise einen Widerstand von 1TOhm haben, beträgt die Entladezeitkonstante 720s.


    Das kann durchaus sein. Bin nicht in der Lage, das ausrechnen zu können.


    Zitat


    Zusätzlich ist die Oberfläche der Waben mit Feuchtigkeit belegt, sie enthalten Honig, der bekanntermaßen leitend ist.


    Ist nicht der wässrige Inhalt der einzelnen Wabenzellen gegen den Inhalt anderer Wabenzellen durch Wachs elektrisch isoliert?


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    Rähmchenholz ist ein ziemlich schlechter Isolator.


    Ich glaube, hier irrst Du Dich. Trockenes Holz isoliert recht gut - man könnte z.B. ohne Gefahr einen trockenen Zahnstocher in die Steckdose stecken (Bitte trotzdem nicht ausprobieren - ich habe schon selbst erlebt, daß ein Hobby-Möchtegern-Fachmann bei der alten, zweiadrigen Verdrahtung den Schutzkontakt mit der Phase verbunden hatte. Gott sei Dank wurde die Steckdose nie benutzt. :eek:)
    Selbst das Rähmchenholz wird bei vernünftiger Belüftung der Beute nie so feucht, daß es als schlechter Isolator bezeichnet werden kann.


    Zitat


    daher kommt es auch ohne Bienen zur Entladung deines Plattenkondensators.


    Irgendwann kommt jedes System in einen Gleichgewichtszustand.
    Möglicherweise erzeugen die Bienen Reibungselektrizität, die Waben würden so permanent "nachgeladen".


    Zitat


    Wenn es denn überhaupt solche Feldmuster gibt.


    Sabi(e)ne hat dazu auch einen Gedanken beigetragen. Vielleicht bedarf es gar keiner zusätzlichen Aufladung. Von Haien ist ja auch erwiesen, daß sie im Nahbereich (vor dem Zubeißen) z.B. einen Fisch anhand der von diesem Fisch erzeugten elektrischen Felder lokalisieren.


    Zitat


    Dies würde auch Beobachtungen erklären, wonach Bienen nicht gerne über Metall laufen.


    Das habe ich bisher nicht beobachtet. Wo kann man das nachlesen?


    Das habe ich schon mehrfach gehört/ gelesen. Wo, kann ich leider nicht mehr sagen. Vielleicht hilft Google.


    Zitat


    Dagegen spricht, dass Schwärme gelegentlich auch in Blechkisten einziehen.


    Da laufen sie doch sicher auch größtenteils über die Waben. Nicht über das Blech.


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    Auch bebrüten meine Bienen auch die Stellen, wo Drähte laufen.


    Ich habe im Netz auch schon Fotos von Waben gesehen, wo genau das nicht der Fall war.
    Das könnte natürlich auch an zu dicken Drähten oder zu dünnen Mittelwänden gelegen haben.


    Ich bin aber der Meinung, daß viele Drähte auch viele Störungen in den behaupteten elektrischen Feldern - und auch im nachweisbaren Erdmagnetfeld im Innern der Beute verursachen.


    Zitat


    Innerhalb der Zellen wird das postulierte elektrische Feld durch die Bienenpuppe abgeschirmt.


    Das ist meiner Meinung nach nicht korrekt. Die Felder werden beeinflußt (abgelenkt, punktuell verstärkt oder abgeschwächt), aber nicht vollständig abgeschirmt. Dazu bedarf es meiner Meinung nach wesentlich größerer Materialstärken oder eines Farradayschen Käfigs.


    Zitat


    Die Bienen werden daraufhin meiner Meinung nach versuchen, den Abgleich der Waben bestmöglich neu vorzunehmen.


    Wie tun die das? Was hast du beobachtet?


    Das habe ich doch ganz am Anfang erklärt. (s. zwei verlinkte Wabenbilder)
    Bitte ganz genau hinsehen - es handelt sich hierbei nicht um teilweise ausgezogene Dickwaben!!!
    Stattdessen wurden dort, wo man bei einer (teilweisen) Dickwabe eine Erhebung, d.h. länger ausgezogene Zellen beobachten müßte, die Zellen nicht ausgezogen.
    Dafür aber genau dort, wo es für die Entstehung einer (teilweisen) Dickwabe nicht genug Platz gab.


    Zitat


    Hier im Forum führt MichaelM eine Temperaturmessung mit elektrisch betriebenen Sonden durch. Durch An- oder Abschalten kann er jederzeit die elektrischen Felder im Stock verändern. Du kannst ihn fragen, ob dadurch das Verhalten der Bienen geändert wird. Du kannst auch leicht eine eigenes Experiment starten: Hänge isolierte Drähte in die Gassen und setze sie unter Spannung.


    Um das Verhalten bei Dunkelheit beobachten zu können, d.h. ohne daß die Bienen die Störung der Felder z.B. durch visuelle Wahrnehmung ausgleichen können, müßte man das deutlich komplizierter gestalten.
    Außerdem müßte man, um eine klare Unterscheidung der Effekte von magnetischen und elektrischen Feldern zu ermöglichen, mit statischen Ladungen arbeiten und jeden Stromfluß durch elektrische Leiter vermeiden.


    Zitat


    Wenn die Felder das Bienenverhalten beeinflussen, müssten die Bienen bei jeder Spannungsänderung aufbrausen.


    Sie könnten ganz anders reagieren, z.B. durch Verharren am Ort oder durch unruhiges, orientierungsloses Umherlaufen.
    Ein Ausbleiben des Aufbrausens würde daher nichts beweisen.


    LG André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)

  • Alles schön und gut, aber ihr vergeßt den Einfluß der Hochfrequenz, stammend aus unseren Radio- und TV-Sendern.
    Da wirken die Rähmchen wie Antennen.
    Wenn man sich die MW wegdenkt, sieht es so aus:


    180.jpg


    Ich denke, der Einfluß ist viel größer als das Erdmagnetfeld oder Elektrostatik.


    Was auch immer es ist, wir können es nicht beeinflussen.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Noch einige Beobachtungen/ Indizien zur Wahrnehmung elektrostatischer Felder durch die Bienen:



    Die Arbeitsgemeinschaft der Magazin-Imker e.V. schreibt auf Seite 27 ihrer Bauanleitung Langstroth-Dadant-Zander:
    "Absperrgitter aus ungeeignetem Kunststoff können sich zudem elektrostatisch aufladen und eine Sperre bilden, die von den Bienen gemieden wird."



    Polsternägel als Abstandshalter werden von den Bienen z.T sehr massiv verkittet. Deutlich mehr, als bei der punktförmigen Kontaktstelle eigentlich zu erwarten wäre.
    Damit versuchen sie IMHO, diese elektrisch zu isolieren und die durch das Metall gestörten elektrostatischen Oberflächeneigenschaften an dieser Stelle des Rähmchens wiederherzustellen.



    Wenn die Bienen die statischen Ladungen durch ihre Körperbehaarung wahrnehmen können, würde dies auch erklären, warum die dick mit Puderzucker bedeckten Bienen im bekannten Youtube-Video vom Simon alle mehr oder weniger panikartig die Beute verlassen (da sie die elektrischen Felder so nicht mehr wahrnehmen könnten), aber außerhalb der Beute (wo sie optisch wieder sehen) sofort anfangen, sich zu putzen.
    Bei Videos von weniger drastischem Puderzuckereinsatz anderer Imker blieb der Bienenbart aber aus. (Die Wahrnehmung durch die Härchen wäre nicht durch millimeterdicke Puderzuckerschichten komplett lahmgelegt).


    André

    Der wahre Meister tut nichts, doch er lässt nichts ungetan. (Laotse)