Passender Platz für Bienen im Schrebergarten

  • Also, nur weil das Flugloch in Richtung Hecke, Mauer oder so zeigt, „müssen“ die Bienen nicht auch in die Richtung abfliegen. Meine drei im Garten stehen nach Süden zum Zaun, direkt nach oben fliegt aber nur das mittlere Volk, die beiden äußeren drehen direkt ab und fliegen zur jeweils freien Seite weg. Nach vier Metern sind die aber auch meistens über Kopfhöhe, wollen ja auch selber Höhe gewinnen. Aber sowohl hinter dem Zaun als auch paar Meter weiter im Garten kommt keiner auf die Idee, dass da Völker stehen. Das verteilt sich zu sehr.

  • Wenn du Nörgler hast, werden die immer was finden. Beispiel aus dem Lehrbienenstand unseres Vereins:

    - Die Bienen stechen unsere Kinder tot

    - Alle Kinder haben eine (erfundene) Bienengiftallergie

    - Die Bienen haben sich unter meinem Grill eingenistet (Das war nur eine Wildbiene, die dort irgend ein Loch bebrütet hat)

    - Die Bienen fliegen an den Gartenteich und stechen meine Fische

    - Die Bienen fliegen an meinen Gartenteich umd saufen ihn leer, so dass meine Fische kein Wasser mehr haben

    - Niemand traut sich mehr in den Kleingarten gehen, alle werden gestochen.

    - Zwischenzeitlich wurden wir "Mörder" genannt

    - Man hat Unterschriften gesammelt, dass wir wieder verschwinden müssten.


    Nun stehen wir in einer anderen KGA, die Bienen allerdings 100m außerhalb der Anlage. Unsere Parzelle ist seit Jahrzehnte festgelegt als Parzelle mit verpflichtender Bienenhaltung. Jetzt geht schon wieder das Gemaule los. Die Sonnenwachsschmelzer stören, wir sollen das Grundstück nicht mehr betreten usw usf. Dieses Problem wird die biologische Uhr des Nörglers aber in Kürze lösen...


    Kurzum:

    Zieh es durch, stell dich aber auf Gegenwind ein.

  • Meine Bienen stehen in einem ca. 400m² Wald und fliegen den kürzesten Weg hinaus, egal in welche Richtung das Flugloch zeigt.

    Bruder Adam hat die 4er Aufstellung in alle Himmelsrichtungen bevorzugt ohne Unterschiede feststellen zu können.

    Ganz verheimlichen kann man das wohl nicht, mein Nachbar hat die Vogeltränke voller Bienen.

  • In unserem KGV ist Bienenhaltung tatsächlich, zumindest vom Vorstand aus, kein Problem. Wir haben aktuell vier oder fünf Imker mit maximal 6 Beuten bei ca. 400 Gärten. Ich habe zudem das Glück das ich nur zwei Nachbarn habe und die sehr entspannt sind.


    Werde dann überlegen ob es doch drei Völker werden.

  • Wann macht es eigentlich Sinn zu beginnen? Unmittelbar nach der Winterruhe?

    Nimm die Schwarmzeit 2020...da gibt es oft Schwärme über den Verein und dann kannst Du mit Deinem Mass und Deinem Material anfangen, musst nicht gleich mit Honig- oder Bienenmassen kämpfen oder Umstellungsprobleme lösen - und hast den ganzen Winter zum Lesen und Planen!


    Viel Spass beim Einstieg!!!


    M.

  • Hallo Gelbgestreift !


    Ich habe auch mit einem Volk begonnen, das ich in die einzige in Frage kommende Ecke unseres Gartens gestellt habe. Keine gute Ausgangslage!


    Zum Platz: Du willst genug Raum rund um die Beute(n) haben, um bequem an Deinen Völkern arbeiten zu können. Denk daran, dass Du das Dach und Zarge(n) noch irgendwo ablegen und rund um die Beute gehen können willst. Die Ausrichtung des Fluglochs ist bei Magazinbeuten nicht entscheidend; das wäre in einem Bienenhaus anders. Wenn die Bienen zu nah an einem Hindernis stehen, fliegen sie nicht einfach hoch, sondern machen einen Bogen und fliegen seitlich von der Beute weg oder sogar nach hinten. Obwohl ich mir ursprünglich viele Gedanken über einen möglichst guten Platz gemacht hatte, musste ich mir nach zwei Jahren eingestehen, dass ich einen Platz ausserhalb meines Grundstücks brauchte, um komfortabel imkern zu können …


    Zur Völkerzahl: Böse Zungen behaupten, dass ein Neuimker mindestens zwei Völker brauche, nämlich eines zum Totgucken und eines zum über den Winter bringen. Selbst wenn Du hinreichend Disziplin zur Verhinderung eines Totguckens aufbringen könntest: Wenn ein Problem auftaucht, steht mit einem Volk sofort der Totalverlust an. Das macht keinen Spass! Ich persönlich würde drei Völker als Minimum ansehen. Und was ist, wenn Du zwei oder drei Völker hättest und diese schwärmen würden? Dann wären es plötzlich vier bis sechs Völker! Wenn es Dir den Ärmel reinzieht, wirst Du es nicht übers Herz bringen, diese wegzugeben. Völkervermehrung geht manchmal schneller als einem lieb ist! Ich würde deshalb von Beginn weg mit einer realistischeren (höheren) maximalen Völkerzahl kalkulieren. Wobei: Zwei Standplätze, die mindestens 3km weit voneinander entfernt liegen, hat auch seinen Reiz. :)


    Zum Zeitpunkt: Ab Mitte Mai herrscht allgemein Schwarmstimmung. Über einen Imkerverein wirst Du dann wohl problemlos an Natur- (Vor-) Schwärme kommen, mit denen der Start in die Imkerei richtig Spass macht. Ich habe damit jedenfalls gute Erfahrungen gemacht.


    Viel Erfolg!

    Tobias

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).