Erfahrungsbericht über AFB Sanierung und das danach

  • Da wir in der EU mit dem AFB Verfahren in der Minderheit sind, benötigen wir eine möglichst breite Akzeptanz, damiit sich am Ende die AFB weiterhin und womöglich besser unter Kontrolle ist.

    Jetzt bringst du sogar noch die EU ins Spiel=O. Das eine Beschau bei AFB nichts bringt, bzw. wenn die Brutzellen Fäden ziehen, viel zu spät ist, darüber besteht Einigkeit. Bei der Diagnostik muss es einen sicheren Standard geben. Aber bei den Maßnahmen gibt es mit Sicherheit regionale Optionen. Das rigorose Keulen AFB befallener Völker mag Berliner Imker aufheulen lassen. Aber seuchentechnisch in einem Gebiet mit so hoher Bienenstanddichte durchaus einen Sinn ergeben. Es gibt aber Flecken in Deutschland, da ist der Imker in seinem 3km-Sperrbezirk alleine. Wieso sollte da sofort geschwefelt werden? Da kann man doch mit KS versuchen zu sanieren. Solche Entscheidungen sehe ich nicht in Berlin oder gar Brüssel. Das kann in Kiel oder Schwerin oder besser noch durch den Amts-Vet. in Anklam oder Husum beurteilt werden. Sowas ist für mich gelebter Föderalismus.

  • Gehen würde das Sanieren mit Sicherheit auch in Berlin, nur man müsste es Flächendeckend machen und das scheint ja nicht der Fall zu sein.


    Was bringt eine Bekämpfung heute in Prenzlau wenn in Mitte erst drei Monate später alles gemacht wird.

  • Das rigorose Keulen AFB befallener Völker mag Berliner Imker aufheulen lassen. Aber seuchentechnisch in einem Gebiet mit so hoher Bienenstanddichte durchaus einen Sinn ergeben.

    Das Problem ist aber, dass auch nicht befallene Völker gekeult werden, wenn sie sich an der gleichen Adresse befinden.

  • Das rigorose Keulen AFB befallener Völker mag Berliner Imker aufheulen lassen. Aber seuchentechnisch in einem Gebiet mit so hoher Bienenstanddichte durchaus einen Sinn ergeben.

    Das Problem ist aber, dass auch nicht befallene Völker gekeult werden, wenn sie sich an der gleichen Adresse befinden.

    Da heisst es im §12 BienSeuchVO so schön:

    "Die Amerikanische Faulbrut im Bienenstand gilt als erloschen, wenn alle Bienenvölker des verseuchten Bienenstandes verendet oder getötet und unschädlich beseitigt worden sind oder."


    Der Imker schaut aufs einzelne Volk, der Amts-Vet. wohl eher auf die Stände in seinem Sperrbezirk

  • Da heisst es im §12 BienSeuchVO so schön:

    "Die Amerikanische Faulbrut im Bienenstand gilt als erloschen, wenn alle Bienenvölker des verseuchten Bienenstandes ...getötet und unschädlich beseitigt worden sind..."

    Diese Auslegung ist falsch. Es geht auch bei § 12 um nachweislich erkrankte Völker. Das belegt u.a. die Formulierung in Zf. 2 des Abs. 2 von § 12: "die an der Seuche erkrankten Bienenvölker".

    Außerdem muß der AVet stets die Infektionsgeschichte bzw.d ie aktuelle jahreszeitliche Situation berücksichtigen.

    In den angesprochenen Fällen in Berlin wurden vom AVet Völker mit Tötungsanordnung belegt, die nachweislich gesund und nicht einmal verdächtig, geschweige denn erkrankt waren. Den I-punkt willkürlichen und sachgrundwidrigen Handelns setzte der AVet damit, daß er die Tötungsanordnung nicht schriftlich ausfertigen wollte und rechtswidrig die vom Imker eingeschaltete Vertreterin des Standes verwies, ja sogar ein Bußgeldverfahren gegen sie wegen ihrer Anwesenheit anstrengte. So stärkt man die Akzeptanz seuchenrechtlicher Regeln bei den Betroffenen keinesfalls.

  • Da heisst es im §12 BienSeuchVO so schön:

    "Die Amerikanische Faulbrut im Bienenstand gilt als erloschen, wenn alle Bienenvölker des verseuchten Bienenstandes ...getötet und unschädlich beseitigt worden sind..."

    Diese Auslegung ist falsch. Es geht auch bei § 12 um nachweislich erkrankte Völker. Das belegt u.a. die Formulierung in Zf. 2 des Abs. 2 von § 12: "die an der Seuche erkrankten Bienenvölker".

    Außerdem muß der AVet stets die Infektionsgeschichte bzw.d ie aktuelle jahreszeitliche Situation berücksichtigen.

    In den angesprochenen Fällen in Berlin wurden vom AVet Völker mit Tötungsanordnung belegt, die nachweislich gesund und nicht einmal verdächtig, geschweige denn erkrankt waren. Den I-punkt willkürlichen und sachgrundwidrigen Handelns setzte der AVet damit, daß er die Tötungsanordnung nicht schriftlich ausfertigen wollte und rechtswidrig die vom Imker eingeschaltete Vertreterin des Standes verwies, ja sogar ein Bußgeldverfahren gegen sie wegen ihrer Anwesenheit anstrengte. So stärkt man die Akzeptanz seuchenrechtlicher Regeln bei den Betroffenen keinesfalls.

    Ja die Ziffer zwei bezieht sich auf erkrankte Völker. Aber die Ziffer 1 behandelt "verseuchte Bienenstände" - also unabhängig von tatsächlichen Infektionen oder Erkrankungen der einzelnen Völker dort. Das der Berliner Amts-Vet. mit seinem Vorgehen falsch gehandelt und Vertrauen zerstört hat ist unbestritten. Ich wollte nur herausarbeiten, dass der Vet. vermutlich lieber in kompletten Ständen als in einzelnen Völkern denkt und dies an vielen Stellen der BienSeuchVO entspricht. KS-Sanierung steht dort nur als "Kann"-Bestimmung. Vielleicht würde ein Hardliner auch mit der Annahme durchkommen, dass Jedes Volk eines verseuchten Standes ebenfalls als verseucht(=erkrankt) anzunehmen ist.