Erfahrungsbericht über AFB Sanierung und das danach

  • Na ja, bisher habe ich nichts gehört von der TSK, daher warte ich ab. Nur die BSV meinte, dass jede Abweichung von nur einem Volk in jede Richtung Probleme macht. Der Versicherungschutz kann erlöschen, da man überversichert ist. Ich hoffe aber, dass die TSK sich mit Bienen soweit auskennt und sich eher freut, dass ich weniger Völker habe, als angegeben.

  • Der Versicherungschutz kann erlöschen, da man überversichert ist.

    Leider weiß ich nicht in welchem Bundesland du imkerst, aber in NRW wäre das an Absurdität kaum zu überbieten.

    Erst vor zwei Jahren wurde hier bei der TSK von einer Stichtagsmeldung auf eine Meldung des Höchstbestandes in der Saison umgestellt. Also überlege ich mir im Winter, wie viele Ableger ich bilde, wie viele Schwärme gefangen werden, wie viele KS im Mai dazukommen und wie viele Brutscheunen ich im Juli erstelle.

    Der Hinweis der TSK lautete: geben sie die Anzahl der vorhandenen Böden an.


    Wenn dann im April ein "Schadensfall" eintritt, sind die gemeldeten Zahlen natürlich obsolet...und dafür wird man bestraft?

  • Auf der Bienenmesse in Münster habe ich mir eben diese Frage beantworten lassen.

    Da ich in Nrw wohne, galt diese Antwort nur für NRW.

    Hast du weniger Völker als angemeldet, gilt voller Versicherungsschutz.

    Hast du ein Volk zuviel erlischt er.

    Allerdings werden nur die Völker angerechnet, die tatsächlich vorhanden sind und nicht mehr.

    Ich persönlich melde daher immer die volle Völkerzahl von 24 Stück an.

    1 Euro pro Volk ist es mir Wert und Geiz ist Geil an der Stelle der falsche Ansatz.

    Dennoch ist man Ruck Zuck über den Wert, da ich bei der Honigernte etliche Mini Plus erstellt habe, um Königinnen zu ersetzen

    Damit geht die Diskussion wieder los, ab wann ein Volk ein Volk ist.

    Für mich ist die Frage eindeutig beantwortbar. In dem Moment wo eine eierlegende Königin drin ist.

    Das ist aber nicht zumutbar, dass kontrollieren zu lassen.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Die Meldung bei der TSK hier in NRW finde ich suboptimal. Nicht jeder kann zur Meldefrist sagen, wie viele es in der Saison dann wirklich ergeben. Besonders bei Jungimkern ist es schlecht zu beziffern. Ich habe zwar auch der Sicherheit wegen 24 gemeldet, bin auch nun bei 23, aber das "wohin der Weg geht", ist vielen am Jahresanfang weder bewusst noch bekannt. Wenn selbst ein EWK als Volk gilt, dann ist man sehr schnell ohne Versicherungsschutz.

    Gruß

    Martin

  • Also zum Thema AFB-Sanierung: Ich habe das mal als "Trockenübung" durchgezogen, d.h. das offene Kunstschwarmverfahren mal an mehreren Völkern praktiziert und die Kisten mit Kratzen und Auskochen mit NaOH desinfiziert. Das war eine ganz schöne Ravage aber ich wollte halt wissen, wie das geht um im Ernstfall auch gleich handeln zu können und das Material vorrätig zu haben. War auch eine gute Gelegenheit, die Laugenbeständigkeit der Anstriche zu prüfen und sie zu erneuern.


    Habe viel gelernt; kann aber sagen, dass der Prozess selbst problemlos geklappt hat. Die Völker (ich glaube, es waren 6) haben das problemlos überstanden - auch die Königinnen. War eine trachtarme Zeit, gab danach bei eingeengtem Flugloch und Fütterung keine Räuberei und die Queens durften dann auch mit überwintern. War aber halt eine "Trockenübung" ohne AFB so dass das womöglich auch nur eingeschränkt übertragbar ist.


    In Reinickendorf haben sie letztes Jahr 2 Völker über eine Sanierung nach AFB-Fund gerettet; auch diese sind samt ihrer Queens ohne Probleme über den Winter gekommen.


    Gibt halt so`ne und solche Erfahrungen mit der Sanierung... die Idee, lieber wenige Völker je Stand zu haben und diese dann materialtechnisch getrennt zu behandeln, ist nicht nur aus Sicht der Varroa-Kontrolle sinnvoll - ist halt nur nicht immer praktikabel oder ökonomisch. Für 3 Völker fährt man wohl kaum quer durch die Stadt...


    Leider wird ja selbst bei einem Ausbruch nicht mal versucht, die Edpidemiologie aufzuklären - bei dem Ausbruch in Pankow wurde zwar munter behauptet, dass der Fund in Spandau damit zusammen hing aber kein Vet hat die positiven Proben beider Standorte mal zum Genotyping nach Hohen Neuendorf geschickt...interessiert halt nicht; ist einfacher, dem Imker alles in die Schuhe zu schieben und unbelegte Behauptungen aufzustellen.


    AFB lässt sich halt nicht auf bezirklicher Ebene bekämpfen; da sollte schon jemand das große Ganze im Blick haben (dürfen).


    M.

  • Bei mir gilt NRW Handhabung. Münster. Uns wurde gesagt, nur wenn Veterinär und BSV die Völker bewerten und ein gutes Wort bei der TSK einlegen, erlischt der Versicherungsschutz nicht. Das kam direkt vom BSV. Ich finde auch, daß NRW eine schlecht durchdachte Veränderung des Meldeprozedere gemacht hat. Aber kann man wohl nicht ändern.

  • Das da bei entsprechender "Führung"'mal ein Auge zugedrückt wurde ist ein kann, aber kein muss.

    Das funktioniert natürlich nicht, wenn man 15 angemeldet hat und 55 da stehen hat.

    Die Regelung ist meiner Meinung nach die Konsequenz aus der löchrigen vorherigen Regelung, auch wenn sie mir teiweise nicht gefällt.


    Ps: Night Shadow. Hut ab vor deinem Erfahrungsbericht.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Tachchen


    Hier soll ein aggressiverer Stamm der Sauerbrut als in Dtl. umhergeistern, deswegen ja, hier wird ziemlicher Rummel darum gemacht. Meldepflicht, Beschau durch den Amts.vet bzw. seine entsprechenden Mitarbeitern, , Sperrkreis 1km, Ab- und Anwanderverbot, dann evtl. Sanierung oder Abtötung etc., im Prinzip dasselbe wir bei der AFB . Futterkranzproben o.ä. werden meines Wissens nach nicht standardmässig gemacht, ich habe allerdings damals Bienenproben (eine Streichholzschachtel voll Bienen vom Futterkranz) gesammelt, die einem PCR-Test unterzogen wurden. Da hatte aber der betroffende Imker für sich selbst Klarheit haben wollen und hat das auch selbst finanziert. Bei der Sanierung reicht Reinigung mit Soda und heissem Dampf, es muss nicht 120Grad und Druck wie bei AFB sein.

    Aber AFB gibt es auch immer wieder, wenn ich mich recht erinnere aber in den letzten 2-3 JAhren zumindest im Kanton Bern keine Ausbrüche (s. Geoportal der Bienenstandorte und -sperrgebiete). Allgemein scheint der Kt. Bern in der Sauerbrutbekämpfung recht weit zu sein. Sowohl was eigene leidvolle Erfahrungen damit betrifft, als auch effektive Ansätze zur Behandlung, die nicht nur das kompl. Abtöten und alles Verbrennen beinhalten. Wie ich hörte sind andere Kantone da noch nicht so weit und der hiesige Amtsvet ist öfters auf Dienstreise, um die Kollegen anderswo entsprechend zu beraten.


    schöne Grüsse, Robert

  • Uns wurde gesagt, nur wenn Veterinär und BSV die Völker bewerten und ein gutes Wort bei der TSK einlegen, erlischt der Versicherungsschutz nicht. Das kam direkt vom BSV.

    Bei weniger tatsächlich vorhandenen Völkern als gemeldet? Was ein Unfug. Die/der BSV hat schlicht keine Ahnung. Im Januar bis April habe ich den zu meldenden Jahreshöchststand nicht erreicht. Habe ich noch in keinem Jahr geschafft. Der Faulbrutbefund kann aber durchaus in dieser Jahreszeit erfolgen.

    ..."ist mir noch nie passiert" sagte der erfahrene Imker, "aber..."

  • Einen wunderschönen guten Morgen,nochmal :-)


    Das mit der FB ist ein leidiges Thema.

    Im Landkreis Regen ist es nun schon wieder mal soweit.

    Gott sei Dank 30 km von uns weg.

    Aber Wir haben auch was tolles in der SAche im Frühjahr erlebt:


    Unser Veterinäramt hat einen neuen Leiter.

    Der hat sich die FB auf die Fahne geschrieben,als "Ausrotter"

    Im November kam ein Schreiben vom Vet-amt mit der Aussage (kurz gefaßt) das alle Hobbyimker im Landkreis "freiwillg" eine Futterkranzprobe abgeben sollen und dann wir untersucht. Auch solche die das kleine Gesundheitszeugniss wollen, sollten freiwillig das machen.

    Hobbyimker, naja sind Wir nicht und das "kleine Gesundheitszeugniss" nutzt uns nichts, Wir lassen seit 30 J. immer das große Gesundheitszeugniss machen, also sind Wir nicht angesprochen.

    Anfang März, wir wollten in die Heidelbeere wandern und brauchten das Gesundheitszeugniss vorab,damit der Obstbauer arbeiten kann, rief ich im Vet-amt an und machte den Termin aus.

    Die Dame kam und als Wir durch waren,letzter Stand und letztes Volk bei 10°C +, teilte Sie mir mit, das ich das Zeugniss nicht bekomme,obwohl alles in Ordnung war, sondern erst wenn Wir die Futterkranzprobe gemacht haben und Sie negativ ist.

    Das ging garnicht und Wir wurden beim Chef vorstelleig.

    Die Aussage "freiwillig" währe falsch gemacht worden, sonder es muß heißen "muß" . :-( Dabei erzählten Sie uns, das der Betrieb gesperrt wird,wenn in nur 1 Petrischale von 6 auch nur eine einzige Sporre auswächst, was für ein Schwachsinn.

    Nach langem hin und her bekammen Wir das Zeugniss aber nur mit der Auflage die Futterkranzprobe ,von der das Ergebniss nachgereicht werden musste.

    In ganz Bayern wird dieses Faulbrutmotoring angeboten, aber ganze 6 Landkreise von 17 machen mit und ausgerechnet unsere Landkreis macht da mit :-(

    Kurze Rede großer Sinn, die dann 4 Tage später gemachte Futterkranzprobe ,bei 8°C + ,rießengroße Schweinerrei und Schmirerei, brachte zum Ergebniss: 0,00 % Befall, sprich komplett negativ.

    Wir haben uns g`scheit geärgert über das, weil Wir garantiert von diesem Chef aus FB-schleudern, da Erwerbsimker, eingestuft wurden.

    Wie alle Hobbyimker das auch glauben.

    Ich meine aber: Kehre vor deiner Tür und dann bist Du auf der sicheren Seite.

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Hallo Heike,


    der massive AFB-Ausbruch bei uns in Dresden hat gezeigt: ein Gesundheitszeugnis hat in Bezug auf AFB nur Sinn, wenn eine Futterkranzprobe zugrunde liegt. Alles Gegucke kann man sich sparen, da selbst eine ausgebrochene AFB häufig nicht mit den angeblich typischen Anzeichen (Schleim, lückiges Brutnest usw. ) einhergeht. Sporen sieht man schon gar nicht.


    Im Übrigen ist die Futterkranzprobe viel schneller durchgeführt als eine komplette Durchschau. Ich mach das jedes Jahr selbst und auf eigene Kosten und gut ist.


    Insofern wundere ich mich eher, dass bei euch noch jemand zur Durchschau an den Stand kommt und nicht schon längst ausschließlich über Proben gearbeitet wird. Das worüber Du Dich beschwerst, ist ja eigentlich ein wichtiger Fortschritt in punkto AFB-Bekämpfung.

  • kleiner Nachtrag was ich in Dresden über AFB gelernt habe:


    AFB tritt derzeit in Deutschland als ERIC I oder ERIC II Genotyp auf (hist. gab es auch III und IV). ERIC II ist virulenter und tötet die Brut bevor typische Faulbrutanzeichen überhaupt entstehen können. Bei einer Durchsicht kann ERIC II selbst von Fachleuten, so in Dresden geschehen, nicht sicher erkannt werden. Deshalb ist nur die Futterkranzprobe geeignet AFB wirklich sicher nachzuweisen.

  • ...der Betrieb gesperrt wird, wenn in nur 1 Petrischale von 6 auch nur eine einzige Spore auswächst, ...4 Tage später gemachte Futterkranzprobe bei 8°C ...brachte zum Ergebniss: 0,00 % Befall, sprich komplett negativ.

    Wir haben uns g`scheit geärgert über das, weil Wir garantiert von diesem Chef als FB-schleudern, da Erwerbsimker, eingestuft wurden.

    1. Das ist nun mal die Eigenschaft von AFB-Sporen: Sich massenhaft vermehren zu können. Prof. Genersch sagte: Eine einzige Spore in der Probe genügt, damit die AFB-Kultur wächst, resp. die Spore auskeimt und sich auf dem Anzuchtboden vermehrt. Zur Illustration des Vermehrungspotentials: AFB vermehrt sich in einer einzigen Bienenlarve zur 2,5 Mrd. Aktivformen - bei ERIC II sogar innerhalb weniger als 7 Tagen!


    2. Die Futterkranzprobe (FKP) ist unbestreitbar ein Frühanzeiger von AFB, noch bevor auch das geübteste VetA- oder Berufsimkerauge etwas erkennen könnte. Darauf zu verzichten (bspw. beim "kleinen" Gesundheitszeugnis) erscheint mir daher unlogisch.


    3. Gerade unter v.g. Gesichtspunkt sind Imkereien epidemiologisch sicherer, die jährlich FKP analysieren lassen. Berufsimkereien, die diese FKP für ihre tägliche Arbeit brauchen (Wandern, Bienenverkauf über Kreisgrenzen), sind so gesehen sicherer als eine Hobbyimkerei, von der jahrzehntelang nie FKP gezogen wurden. Das ist aber nur eine Seite, denn:

    Wanderimkereien unterliegen einem höheren Risiko, z.B. wenn:

    - sie in Gebiete einwandern, in denen der epidemiologische Standard niedriger als im Herkunftsgebiet ist (und wir wissen ja: AFB wird nicht von kranken Völkern exportiert, sondern gerade von den gesunden, starken importiert) oder

    - ihre Bienen in entsprechenden Regionen überwintern oder

    - ihre Völker frühtrachtreif machen mit Importbienen aus Regionen mit erhöhtem Risiko, für deren Import nicht einmal die Herkunftsbienenstände beprobt werden, sondern lediglich - mehr oder weniger glaubwürdig - bescheinigt wird, daß die importierten Bienen nicht aus einem AFB-Sperrbezirk stammen.

    Und sie verbreiten dieses höhere Risiko überall dorthin, wo sie hinwandern. Deshalb ist es gut, wenn dieses Risiko durch Früherkennungsmaßnahmen wie die FKP minimiert wird. Hier in Thür. gibt es ein

    Gesundheitszeugnis n. § 5 BienSeuchVO generell nur nach negativer FKP - also niemals ohne Früherkennungsdiagnose - ganz egal, ob für Hobby- oder Berufsimker oder zum Wandern oder zum Verkauf über Kreisgrenzen hinweg.

  • ....

    Wir haben uns g`scheit geärgert über das, weil Wir garantiert von diesem Chef aus FB-schleudern, da Erwerbsimker, eingestuft wurden.

    Wie alle Hobbyimker das auch glauben.

    Ich meine aber: Kehre vor deiner Tür und dann bist Du auf der sicheren Seite.

    Aus der gefühlten Opferrolle, erst mal alle Hobbyimker pauschal angehen und dann für Toleranz und Selbstkontrolle werben. :)

    3 Völker, Langstroth Flachzarge / 8 Frame, Honigraum FlowHive