Bienenzucht trotz (oder gerade wegen ?) Varroa ?

  • Wer kennt nicht das Bild: Keine Bienen mehr im Kasten, nur wenige tote, trotz Behandlung und noch vorhandenen Vorräten. Wo sind die Bienen geblieben? Ausgewandert!? Es gibt Völker, die eine besonders gute Königin haben, die Bienen dieser Völker scheinen andere Bienen aus Völkern mit weniger guten Königinnen anzulocken. Klar kommen dann jede Menge Varroen in die Völker mit guter Königin! Die mit weniger guten Königinnen brechen dann zusammen, wir geben der Varroa die Schuld, weil es uns als Erklärung gut gefällt und weil es irgendwie nahe liegt. Könnte das Anlocken von Volksfremden Bienen nicht ein Überlebenstrick sein? Erstarken von guten Völkern auf Kosten der Schwachen? Kennen wir das nicht auch als Verflug? Würde das nicht erklären, warum ausgerechnet Ableger, auf die wir ja die Hoffnungen setzen, manchmal unerklärbar erstarken, und die Varroen dort übermäßig zunehmen? Ist das Phäromen guter Königinnen Schuld an der Re-Invasion? Echt viele Fragen, möglich, das einige unter uns Antworten wissen. Volle Honigtöpfe wünscht Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo, Lothar,
    guck mal ins DBJ 4/02, S.6! Da steht ein hübscher Artikel von Stefan Wiedl zum Thema: Varroa und Bienenkönigin - Siamesische Zwillinge.
    Das erklärt sehr gut, wie das funktioniert!
    Wenn du diese Ausgabe nicht hast, sag Bescheid, ich kann scannen und mailen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Lothar,


    Zitat

    Keine Bienen mehr im Kasten, nur wenige tote ... und noch vorhandene Vorräte

    dieses Bild mit der Betonung auf den noch vorhandenen Vorräten gab es vor der Varroa kaum, wie dir "alte" Imker bestätigen werden.


    Dagegen das gleiche Bild aber ohne Vorräte bei Räuberei.
    Wenn der Widerstand des überfallenen Volkes gebrochen ist, ziehen seine restlichen Bienen mit vollen Honigmägen (und ihren Varroen) zu den Räubern.
    Hier gilt dein

    Zitat

    Ausgewandert!

    sogar ohne das Fragezeichen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


    ____________________


    Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen;
    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


    Es irrt der Mensch, solang er strebt (J.W.v.G.)

  • Hallo Frieder, Du hast geschrieben , "Dieses Bild gab es vor der Varroa kaum." Kaum heisst doch, vereinzelt bis wenig vorkommend. Also gab es das schon. Das der Varroabefall dieses Phänomen häufiger vorkommen lässt, möchte ich auch nicht bestreiten. Es bleibt aber immer noch die Frage, wo die Bienen geblieben sind. Es stimmt, ausgeräuberte Bienen werden manchmal zu "Überläufern", aber dann ist im ausgeräuberten Volk nichts mehr zu holen, und deren Königin ist durch die Räuber auser Gefecht gesetzt. Aber was ist mit den Völkern passiert, die leer sind, trotz Vorräten, mit ein paar Dutzend "Getreuen" Bienen um der Königin versammelt? Haben ausser den wenigen "Nibelungentreuen" die anderen eine bessere Zukunft gesucht? In einem Volk mit besserer Königin? Das so eine in Ablegern sitzt, dürfte wohl Voraussetzung sein, und unerklärliches Wachstum dieser erklären können. Wie Du siehst, habe ich viele Fragen zu diesem Thema, aber mir fehlen gesicherte Antworten. Vieleicht hilft mir Sabi(e)ne´s Hinweis auf den Artikel im "Bienenjournal" ja weiter, werd ihn mal lesen. Volle Honigtöpfe wünscht Lothar

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