Bienenzucht trotz (oder gerade wegen ?) Varroa ?

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    uvette schrieb:

    das ist ja wohl irgendwie logisch.... die sind so ruhig auf der wabe -
    da haben die Milben lustig Zeit auf den Buckel der Bienen zu krabbeln)


    Hi Uli,
    glaubst Du wirklich das die Milben auf den Rücken gehen weil sie die Zeit dafür haben :lol:


    Nimm dir mal eine Biene mit ein oder zwei Aufsitzermilben und werfe sie in Alkohol,
    dann öffnest du die Bauchschuppen und schaust da mal rein :o


    In den Schuppen einer solchen Biene fand ich schon mal 7 Milben. Das arme Ding hatte 9 (NEUN) Milben am Körper.


    Ich weiss nicht warum, aber ich vermute, dass eine Biene an der schon eine Milbe saugt für die anderen Milben attraktiver ist,
    und irgendwann ist in den Bauchschuppen eben kein Platz mehr....


    --- Harry ---

  • Hallo Harry,
    das ist natürlich schon ein interessanter Versuch anhand des Alkoholmilbenabfalls zu zählen.
    Werde das näschsten Herbst an toten Bienen probieren.


    Da hast natürlich schon recht mit der Brut!
    Aber ich find halt auch wenn die Bienen wie "tot" auf den Waben sitzen,
    dann erfolgt der Milbenaustausch auch schneller auf die Flugbienen...
    und ich denke vielleicht nimmt da auch das Putzverhalten ab?
    klar müsst ich die Brut aufstechen mit dem Streichholz um das zu Prüfen.
    Und auszählen.


    Und überlege mir halt ob das, was die Menschen hinzüchten
    auch das ist was die Natur machen würde?
    oder ob es ihr dienlich ist?
    oder eigentlcih unsinnig für den Fortbestand der Tiere...


    also neulich hab ich ja den Bericht in der Bienenpflege gelesen
    (Württembergische Imkerzeitung)
    er heisst:
    Gedanken zur Varroazucht
    Kleine Bienen -
    Warum nicht?
    von Thomas Kober. Ein packender Bericht!!!!


    Würde ihn ja gern abdrucken - vielleicht kann ich ihn mal scannnen und denen schicken die ihn möchten.
    Es wird auch die Diskussion um die Mittelwandzellgröße - Varroafortpflanzung geführt.
    Die Diskussion um
    Große Bienen = viel Honig
    und
    kleine Bienen = wenig Honig
    wird endlich beendet!
    und dass diese Vorstellungen schon längst überholt sind!


    Genauso wie Farben von Bienen und so weiter...


    Aber das ist eben so...
    mit einem kleinen Auto kann man weniger angeben :-)
    :lol: als mit großen Bienen oder umgekehrt?!
    Das macht mehr her...


    Es ist eben wie mit den Menschen
    kleine und große können genauso faul oder fleissig sein.
    blauäugige genau so wie grün braun blondäugige


    ob schwarze gelbe rote graue Carnica Bucki oder Landbienen
    mit einer größen Bienenvielfalt werden wir wohl schneller zum Ziel (Varroatoleranz) kommen.


    Grüße
    Uli

  • Den gleichen Gedanken wie Uli habe ich hier im Forum auch schon zu "Papier" gebracht. Was nutzt uns bei unseren Bienen Sanftmut, wenn ihre Feinde ein- und ausgehen, wie es ihnen gefällt? Warum auf Schwärme verzichten, wenn ein abgeschwärmtes Bienenvolk doch eine Brutpause durchmacht, in der die Varroa sich auch nicht vermehren kann? Und warum im Frühjahr alle möglichen und unmöglichen Tricks und Kniffe anwenden, um die Völker stärker und früher in Brut zu bekommen? Vielleicht werden Völker mit "nur" 30-40000 Bienen besser mit der Varroa fertig als solche mit 50-70000? Ich weiss, das meine Vergleiche oft hinken, :lol: aber in einem Dorf funktioniert manches besser als in einer Großstadt. Wir sollten über unser tun manchmal nachdenken!? Volle Honigtöpfe wünscht Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • uvette schrieb:

    Hallo Harry,
    das ist natürlich schon ein interessanter Versuch anhand des Alkoholmilbenabfalls zu zählen.
    Werde das näschsten Herbst an toten Bienen probieren.


    Hallo Uli,
    an toten Bienen brauchst Du nichts zu suchen, da sind keine Varroen mehr.


    Zitat

    Aber ich find halt auch wenn die Bienen wie "tot" auf den Waben sitzen, dann erfolgt der Milbenaustausch auch schneller auf die Flugbienen...


    Scheinbar hast Du noch keine Varroa in Bewegung gesehen....
    Die schnelligkeit dieser Biester ist unglaublich, noch dazu wo sie Blind sind.
    Gegen die Varroa hat die Biene auf den Waben null Chancen. In weniger als 1 Sekunde ist die Varroa von einer zur anderen Wabenseite gelaufen.
    Dabei mußte sie ca. die doppelte Wegstrecke zurücklegen, da sie über die Zellränder gelaufen ist.



    Zitat

    Und überlege mir halt ob das, was die Menschen hinzüchten
    auch das ist was die Natur machen würde?
    oder ob es ihr dienlich ist?
    oder eigentlcih unsinnig für den Fortbestand der Tiere...


    Über genau dieses Thema habe ich mich schon einmal mit Michael Weiler unterhalten. Wenn Du meinen Standpunkt dazu wissen möchtest kannst Du es im Archiv unter http://www.gartenforum.de/bienen_de/archiv/thema_559.html gerne mal nachlesen. Beitrag "Hartwig Steudte 17.12.2001 04:29"


    Es war ein wenig Umfangreich, darum möchte ich das nicht noch einmal schreiben.


    Viele Grüße --- Harry ---

  • das hat mir neulich bei einem Vortrag der Farnz Alt erzählt.


    Klar neu muss nicht besser sein...
    aber manchmal doch!


    Neulich las ich in der Bienenpflege einen interessanten Bericht
    dass es gar nicht stimmen muss
    große Bienen = viel Honig
    sondern wohl eher
    kleine Bienen = am meisten Honig.
    - kann man halt weniger angeben mit den "Kleinen"
    :lol:
    obwohl sie vielleicht schneller schaffen als die "Großen".


    weitere infos gibts auch bei
    http://www.imkerei-kober.de/


    es werden auch interessante Richtungen dargestellt...
    über die Varroatoleranzzucht bei Elgon und Primorskibiene
    und warum der DIB sich nicht besonders für interessiert...
    und warum da in der Zeitung stand ... Primorski lohnt sich nicht...
    oder so ähnlich...
    und wie man richtig Milben zählt....


    die Seite empfehle ich nun mal jedem Imker zu lesen.
    Er räumt auch endlich mit den Vorurteilen
    die noch von manchen Instituten und Verfechtern gepflegt werden,
    endgültig auf!


    Kann nur sagen weiter so!


    mfG
    Uli

  • sorry dass ich mich wiederholt habe...
    aber da spinnte wohl mein browser ein bissle...
    vielen dank an alle
    für die rege Diskussion...


    Grüße
    Uli

  • Zwei Fragen:
    Ist die oft behauptete Reinvasion nachgewiesen oder nur wieder "offensichtlich klar". Reinvasion im Herbst durch Räuber - sind es so viele? Ist eine Invasion im Sommer durch vagabundierende Drohnen nicht viel wahrscheinlicher? Wenn Völker zusammengebrochen sind, wird geräubert - sind dann aber noch viele Varroen da?


    Angenommen, es gäbe die varroatolerante Biene und einige nutzten sie mit all ihren Nachteilen (z.B. wenig Ertrag, stechlustig, ...). Ander Imker imkern weiter mit chemischer Behandlung. Ist da nicht der Streit vorprogrammiert: Du behandelst nicht, von Dir sind die vielen Varroen! (Denn die tolerante Biene wird weiter Varooen haben, mit Sicherheit mehr als nach einer chemischen Keule.)
    Ich möchte gern die varroatolernate Biene, sehe aber auch, daß es Auseinandersetzungen geben wird sowohl mit konventionell Imkernden als auch mit der Industrie, der ein Absatzmarkt verlorengeht.


    Grüße, Thomas

  • Hallo Thomas,


    dein Hinterfragen macht Sinn, denn vieles wird einfach so hingenommen ohne geprüft zu sein. Zur Reinvasion habe ich aber meine eigenen Erfahrung gemacht, die ich kurz schildern werden. Ich hatte in 1999 einen Standort mit sechs Ablegern mit jungen Königinnen. Die Ableger wurden klassisch erstellt mit gedeckleten Brutwaben. Dann kam die AS-Behandlung. Beim dritten Mal fielen immer noch horrende Mengen an Varroa ab, die ich mir aufgrund der Volksstärke nicht erklären konnte. Außerdem ließ die Volksstärke über den Behandlungszeitraum von sechs Wochen von Anfang AUgust bis Mitte September) nicht nach, sondern blieb gleich und stieg sogar bei zwei Ablegern. Ich behandelte ein viertes Mal und mir wässerten die Augen als ich sah was da 'runter kam. Die Ursache für die Reinvasion konnte ich herausfinden. Ein Anfänger hatte in seinem Garten drei Völker, die (wohl wegen Varroa) zusammen brachen. Mein Schluss daraus ist, dass eine Reinvasion durch zusammen brechende Völker erheblich plausibler ist, als durch Räuber. Übrigens waren die Ableger nicht merh zu retten und Ende Oktober waren sie tot.


    Zur varroatoleranten Biene können wir bislang nur teilweise praktische Aussagen treffen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass solche Völker einen relativ hohen Befall haben werden. Aber der wird nur eingeschränkt "exportiert" werden. Die Konfrontationen sehe ich auch kommen. Ich hoffe aber auf ei bißchen Rückhalt von den Instituten, die dann wohl hoffentlich auch diesen Weg gehen. Es wird auf alle Fälle sehr spannend!

  • Hallo,


    ich mache gerade die gegenteilige Erfahrung: meinem direkten Nachbarn sind vor ca. 8 Wochen 13 von 15 Völkern trotz Chemie zusammengebrochen (er guckt um diese Jahreszeit nur noch einmal im Monat nach).
    Ich hab panikmäßig sofort überall noch mal As reingehängt, aber auf den Einlagen waren seitdem nicht mehr als sonst auch (ich zähle zwar nicht, aber man sieht schon, ob es mehr oder weniger sind).


    Vielleicht hab ich auch einfach nur Schwein gehabt... :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • Hallo Reiner,


    wie hast du die Sammlerinnen deiner Ableger von der Idee abgebracht, bei den zusammenbrechenden Völkern deines Nachbarn zu Räubern ? ;-)

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


    ____________________


    Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen;
    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


    Es irrt der Mensch, solang er strebt (J.W.v.G.)

  • Hallo Frieder,


    meine Methode ist da einfach gutes Zureden in der Abendstunde...


    Ich verstehe, was du meinst. Was mich halt eher von der Idee der Reinvasion überzeugt hat, war das außerordentliche Anwachsen der Ableger, auch im Vergleich zu den vorhandenen Brutflächen.

  • Hallo zusammen,


    ich habe das auch schon erlebt. Und zwar im Frühjahr, da hab ich Anfang März an einem Bienenstand auf einmal Varroen auf den Bienen entdeckt!


    Sofort mit AS behandelt, und jede Menge herrunter gefallen. Die Völker hatten sich in dem Jahr erst gegen August von dem Schaden erholt. Das Jahr darauf waren die dann unter den Besten!


    Reinvasion ist eine ernst zu nehmende und nicht zu unterschätzende Sache!


    Es gibt Völker die saugen regelrecht die Bienen von anderen auf!
    aber man erkennt es! in dem auf ein mal die Völker unerklärbar stärker werden, und auch daran, daß sie plötzlich mehr Futter haben! und eben Varroen auf den Bienen rumlaufen!


    grüße

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo, alle Miteinander,
    Hallo, Toyotafan,


    genau dasselbe ist mir auch passiert.
    Ich hatte etliche Völker 2000 im Herbst, von meinem Imkervater, schon winterfertig übernommen.
    Im April 2001 wechselte ich die Böden und fand bei einem Volk unwahrscheinlich viel Totenfall.
    Ich sah in die Beute und wenn es noch ein Kilo Bienen war, dann waren
    es noch viele und die saßen voll mit Varroa.
    Mein Imkervater meinte dass es vielleicht ein vergessenes Volk war, das heißt, ein mickriges nicht Varroa behandeltes zum abschwefeln, das ich wohl dummerweise falsch mitgenommen habe, er hat dann wohl ein Gutes abgeschwefelt.
    Er riet mir dann das sofort nachzuholen, aber nun hatten sie den ganzen Winter gekämpft und ich sollte…..
    Ich habe es natürlich nicht gemacht und die AS-Behandlung nachgeholt.
    Seitdem habe ich nie wieder so viele Varroen von nur einem Volk gehabt.
    Ich wollte sie eigentlich zum Sommer verstärken.
    Sie rappelten sich aber soweit auf dass sie sogar noch etwas Honig einbrachten und sich zu einem überwinterungsfähigen Völkchen mauserten.
    Die AS- Beh. brachte ein paar Milben, aber alle anderen Völker hatten auch nicht viele.
    Im Frühjahr 2002 dasselbe Ergebnis.
    Und dann, als ob das Volk explodierte, ein Brutnest wie es besser nicht sein konnte ich machte Ableger, verstärkte andere Völker aber es ließ nicht nach.
    Es kam wie es kommen musste, ein Schwarm ging ab, so groß um eine zwei Zargen Beute zu füllen, ich holte ihn auch wieder.
    Aber in der abgeschwärmten Beute war immer noch ein starkes Volk.
    Wenn ich es nicht selbst gesehen hätte das da ein Schwarm ausflog!
    Beide Völker, brachten einen guten Honigertrag, sind jetzt, an Bienenmenge meine stärksten, mit den wenigsten Milben die abgefallen sind.
    Aber ich habe auch in diesem Jahr keine Probleme mit der Varroa, vielleicht liegt es an der Gegend, oder es kommt noch!



    Ich wünsche Euch viele gesunde Bienen !


    Margret