Schleudertechnik für Nebenerwerbsimkereien

  • Von wegen Siebe, ich hab mir wg. jährlich Raps- und Melezitosekristallen dann irgendwann einen Honig Wachs Separator angeschafft. Der macht bei Vollgas 350 kg in der Stunde ohne Eimer überlaufen und Sieb hin und her umsetzen. Den Sieben weine ich keine Träne nach.

    Welchen?

    Gruß Jörg

  • Läuft die Dana Matic dabei permanent oder schaltest du sie irgendwie? Welcher Sumpf ist das? (Lohnt der Aufwand mit dem nachträglichen Sieben?)

    Ich stelle manuell den Prozentwert der Leistung ein. Wenn der Honigpegel zu tief sinkt, dann regel ich runter, droht der Sumpf überzulaufen, dann dreh ich hoch. Kein Aufwand, vielleicht alle halbe Stunde mal kontrollieren. Ist ja ein träges System. Siebkübel sollen ja möglichst kontinuierlich befüllt werden, stoßweise wäre ungünstig.

    Der Sumpf ist von Lyson.

    Vorher hab ich mit einem einfachen Vorfilter gearbeitet, da musste hin und wieder das Grobsieb gesäubert werden. Ausschlaggebend war aber, dass ich mit dem Sumpf den Honig auf 32 Grad erwärmen kann, da läuft er besser durch den Siebkübel und klärt sich besser.

    Ja, das Sieben lohnt, es muss kaum noch etwas abgeschäumt werden.

  • Ja, das Sieben lohnt, es muss kaum noch etwas abgeschäumt werden.

    ich versteh das Prinzip noch nicht :)


    Ich hab 'nen Sumpf, danach kommt das Klärfaß. Wozu Sumpf UND Siebe? Ich hab den Sumpf anstatt Siebe. Ich schäume auch garnicht ab, ich nehm da bloß regelmäßig den sauberen Honig von unten weg. Irgendwas versteh ich bei Deinem System also noch nicht :)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich glaub, das sind zwei verschiedene Systeme.

    Ich hab ja nicht im eigentlichen Sinne Klärfässer, die kontinuierlich unten abgelassen werden können (z.b. in Hobbocks), sondern 250-kg-Tanks, in denen gerührt und die dann jeweils restlos als ein Los auf 500 500g-Gläser gefüllt werden. Die müssen vor dem Rühren noch leicht abgeschäumt werden.

    Im Feinsieb bleibt vorher noch viel hängen, was der Sumpf durchlässt.

    Außerdem find ich's schon gut, dass nicht doch so'n Bienenbein oder so mit durchrutschen kann.

    Der Lyson Sumpf ist ja irgendwie streng genommen auch eher ein mehrstufiger Vorfilter mit drei Sieben. Die sind's auch, die irgendwann zu sind. Aber wir gesagt: mir reicht die Tageskapazität.

  • Von wegen Siebe, ich hab mir wg. jährlich Raps- und Melezitosekristallen dann irgendwann einen Honig Wachs Separator angeschafft. Der macht bei Vollgas 350 kg in der Stunde ohne Eimer überlaufen und Sieb hin und her umsetzen. Den Sieben weine ich keine Träne nach.

    Welchen?

    Gruß Jörg

    Hallo Jörg,

    den vom Fritz.

    Positiver Nebeneffekt, aus der Schleuder läuft der Honig unten rein, wird durch die Zentrifuge während des Reinigens nach oben gefördert und läuft dann bei mir in einen 100 kg Kübel mit Spitzsieb wieder durch Schwerkraft. Das Spitzsieb ist mit einem Drahtring dicht am Kübel, das heißt, ab hier ist das System geschlossen, außerdem wackelt nichts.

    Keine Biene oder sonst was kann dann noch rein fliegen oder fallen.

    Ab dem Siebeimer geht es dann mit einer Pumpe ins Klärfaß. Wachs gibt es eigentlich keines zu klären, aber durch das Bewegen des Honigs hat man immer noch ein bisschen Schaum oben drauf.

  • Ich bin gerade dabei, meinen Sommerhonig abzufüllen.

    Sommerhonig finde ich in der Verarbeitung schwieriger, der wurde bei mir oft etwas gröber.

    Das mach ich dieses Jahr nach einem Verfahren, das mir Björn Andresen, der Chef von Swienty, beschrieben und auch bei ihm vor Ort gezeigt hat.

    Hab mir dafür eine alte, große Gefriertruhe besorgt.

    Gebraucht, sauber, aber Energieeffizienz Z-, völlig egal, so wie sie gerade überall rausfliegen.

    Da hab ich ein Steckdosenthermostat vorgeschaltet, jetzt läuft sie auf +14° C.

    Hinein kommen Hobbocks mit frischem Honig, bei mir pro Tank einer. Diese werden angeimpft und gerührt, direkt in der Truhe stehend.

    Wenn die Konsistenz stimmt, dann können sie raus aus der Truhe und bei Zimmertemperatur weitergelagert werden.

    Die Masse des Honigs lagert solange in den Tanks, Björn riet dazu, evtl. warm zu halten, um Kristallisation zu verhindern, das hab ich mir aber erstmal gespart. Noch ist keine Trübung wahrnehmbar.

    Das eigentliche Abfüllen kann jetzt ohne zeitliches Korsett erfolgen.

    Der Honig im Hobbock wird dazu leicht angewärmt und in den Tank gerührt.

    Jetzt wird auf Gläser abgefüllt, und diese danach gleich in die Truhe gestapelt. Da bleiben sie einige Tage drin, bis die Konsistenz stimmt, und ab da können sie normal gelagert werden.

    Nun kommt der nächste Tank dran.
    Der Honig wird also wie gehabt nicht aufgetaut, sogar noch weniger gerührt, so dass die Punkte Schonung des Honigs und Arbeitseffizienz gut erfüllt werden.

    Hat mich überzeugt.


    Grüße,


    Thomas