Therapeutische Anwendung von Bienengift, Versorgung im Winter

  • Ich leide seit mehreren Jahren an den Folgen einer persistierenden Borreliose und bin bei meiner Recherche auf die Behandlung mit Bienengift der Honigbiene gestoßen. Ich möchte diese Therapie gerne unter ärztlicher Aufsicht durchführen und habe bereits einen Arzt gefunden, der sich dazu bereit erklärt hat.


    Die große Herausforderung besteht für mich darin, auch im Winter die Versorgung mit lebendigen Bienen (es werden nach erreichen der Höchstdosis ca. 30 Bienen pro Woche für einen Zeitraum von 1-2 Jahren benötigt und die Therapie darf zwischendurch nicht unterbrochen werden) sicherzustellen. Injektionen mit abgefülltem Bienengift haben sich in diesem Zusammenhang leider nicht bewährt und stellen daher keine Alternative dar.


    Laut Liebig beträgt die Volksstärke im Winter zwischen 3/4 und 2/3 der Volksstärke im Oktober. Ist meine Annahme richtig, dass ein halbwegs starkes Volk (10000 Bienen im Oktober) die Entnahme von ca. 150 Bienen pro Monat verkraftet? Wie könnte man dies so gestalten, dass die Belastung durch das Öffnen des Volkes nicht zu groß ausfällt?

  • Die Bienenmenge ist kein Thema. Auch die Entnahme geht. Wir öffnen die Völker ja auch zur Winterbehandlung.

    Es sollte aber ein Imker mit vielen Völker sein, damit die Belastung des Einzelvolks nicht so groß ist.

    Wie oft pro Woche erfolgt die Anwendung? Man die Bienen sicher einige Tage außerhalb des Stocks aufbewahren. Zum Tod verurteilt sind sie ja so oder so.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Die Anwendung erfolgt 3x pro Woche. Ich hatte auch angedacht, dass man die Bienen längere Zeit außerhalb des Stocks aufbewahrt. Während des Sommers entnehmen manche auch einfach eine Brutwabe mit Futter und Bienen und stellen sich diese in eine Art Schaukasten ins Haus. Vielleicht könnte man dies im Winter mit einer Futterwabe machen und dann alle paar Wochen Bienen übersiedeln.


    Da die Auseinandersetzung mit den Bienen auch ein Interesse am Imkern geweckt hat, habe ich selbst schon mit dem Gedanken gespielt, mir 2-3 Ableger zuzulegen. Allerdings ist es dafür wohl inzwischen schon eher spät und wenn ich dich richtig verstehe, würde ich diese bei der geringen Anzahl im Winter auch zu sehr schwächen.

  • ...einfach eine Brutwabe mit Futter und Bienen und stellen sich diese in eine Art Schaukasten ins Haus. Vielleicht könnte man dies im Winter mit einer Futterwabe machen und dann alle paar Wochen Bienen übersiedeln.

    So einfach geht das nicht. Einzelne Honigbienen gibt es im Grunde nicht, sie sind auf einen funktionierenden Superorganismus - den Bien - angewiesen - müssen also neben dem Lebensraum und Möglichkeiten, mindestens +28 Grad halten zu können, eine Königin haben.

    Es ist wohl am besten, Du suchst den Kontakt zu einem Imkerverein vor Ort. Dort kann man Dir naheliegende Hilfe vermitteln und - nicht zuletzt - auch bei einem evtl. Start ins Imkerleben helfen.

  • Ich weiß nicht ob ein Apidea im Keller bis zum Frühjahr durchhalten würde. Da könntest durch die kleine Klappe in der Abdeckung unter dem Deckel immer mal eine Biene rausholen.


    Liebe Grüße Bernd.

  • Wir dürfen bei dieser Diskussion nicht mehrere Ebenen miteinander vermischen: a) das imkerlich denk- oder machbare und b) was dem Fragesteller - der imkerlicher Laie ist - geraten werden soll.


    Im angefragten Fall geht es darum, etwa 5 Bienen zuverlässig aller 2 Tage aus einem Volk abzufangen. Das geht winters bspw. in einem Apidea - im Keller oder nicht - bestimmt nicht lange gut. Selbst bei einem überwinterungsstarken Volk halte ich so eine Störung alle 2 Tage für grenzwertig, wie ja WFLP bereits schrieb.

  • ...einfach eine Brutwabe mit Futter und Bienen und stellen sich diese in eine Art Schaukasten ins Haus. Vielleicht könnte man dies im Winter mit einer Futterwabe machen und dann alle paar Wochen Bienen übersiedeln.

    So einfach geht das nicht. Einzelne Honigbienen gibt es im Grunde nicht, sie sind auf einen funktionierenden Superorganismus - den Bien - angewiesen - müssen also neben dem Lebensraum und Möglichkeiten, mindestens +28 Grad halten zu können, eine Königin haben.

    Es ist wohl am besten, Du suchst den Kontakt zu einem Imkerverein vor Ort. Dort kann man Dir naheliegende Hilfe vermitteln und - nicht zuletzt - auch bei einem evtl. Start ins Imkerleben helfen.


    Ich kann nur wiedergeben, wie ich es bei einer anderen Patientin gesehen habe. Eine Königin war nicht enthalten. Die Temperatur sollte in so einem Glaskasten, der im Wohnhaus steht, relativ einfach erreicht werden. Laut Auskunft der Patientin tauscht sie die Wabe alle 4-5 Wochen aus. Ob das gut für die Bienen ist, steht sicherlich auf einem anderen Blatt.


    Wir dürfen bei dieser Diskussion nicht mehrere Ebenen miteinander vermischen: a) das imkerlich denk- oder machbare und b) was dem Fragesteller - der imkerlicher Laie ist - geraten werden soll.


    Im angefragten Fall geht es darum, etwa 5 Bienen zuverlässig aller 2 Tage aus einem Volk abzufangen. Das geht winters bspw. in einem Apidea - im Keller oder nicht - bestimmt nicht lange gut. Selbst bei einem überwinterungsstarken Volk halte ich so eine Störung alle 2 Tage für grenzwertig, wie ja WFLP bereits schrieb.


    Es wird an 3 Tagen in der Woche behandelt und an jedem dieser drei Tage werden 10 Bienen benötigt. Jedes Mal das gesamte Volk zu öffnen scheint mir definitiv zu häufig. Andere entnehmen anscheinend ca. 40 an einem Tag der Woche, und halten diese bis zum Einsatz in einer Holzkiste. Es dürfte nur schwer sein, einen Imker - der sein Volk normalerweise nur wenige Male im Winter öffnet - davon zu überzeugen. Falls sich hier jemand findet, der die entsprechende Menge verschicken kann, wäre ich natürlich auch dazu bereit, eine Aufwandsentschädigung zu bezahlen.