Sehr schlechtes Pflegeergebnis im neuen Pflegevolk

  • Liebes Forum,


    Ich habe am 15.06. ein neues Pflegevolk für eine zweite Königinnenvermehrung erstellt. Dieses besteht aus dem komplett mit Bienen gefüllten Brutraum eines meiner Wirtschaftsvölker, die Königin habe ich auf Mittelwänden mit den Honigräumen und den darin befindlichen Bienen belassen. Dort ist bereits alles wieder ausgebaut und voller Brut. Aus diesem Volk habe ich auch nach dem Zellen brechen umgelarvt.


    Nun war ich sehr enttäuscht, dass im Pflegevolk nur zwei Zellen angepflegt wurden, und frage mich, was der Grund sein könnte. In der Vergangenheit lag die Quote bei 50%, und ich hoffe beim Umlarven werde ich eher besser.


    Nächsten Sonntag ist Schlupf, und ich will dann nochmal umlarven, und zusätzlich Honigraumbienen in des Pflegevolk fegen.


    Liegt das schlechte Ergebnis schon am späten Zeitpunkt? Doch an meiner mangelnden Geschicklichkeit? Habe ich etwas übersehen? Haltet ihr meinen Plan für sinnvoll, oder sollte ich es für dieses Jahr gut sein lassen?


    Königinnenvermehrung ist mir dieses Jahr schon wichtiger als Honig - ironischerweise war Honig nie besser als heuer, Vermehrung hat noch viel Luft nach oben.


    Beste Grüße


    Peter

  • Liegt das schlechte Ergebnis schon am späten Zeitpunkt? Doch an meiner mangelnden Geschicklichkeit? Habe ich etwas übersehen?

    Alles möglich ;)

    Bedenke, wann die nochmals umgelarvten Königinnen begattungsfähig sind...

    Ende Juli ist es eventuell schon recht spät für ein optimales Begattungsergebnis. Drohnen werden in diesem verrückten Jahr schon recht zeitig abgetrieben.

    Die Hitze und Trockenheit macht die Versorgung mit Pollen auch schwierig.

    Sieh mal das Pflegevolk aufmerksam durch, wenn Du die beiden geschlüpften Königinnen entnommen hast, ob nicht versteckt eine geschlüpfte WZ zu sehen ist.

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...

  • Wenn so wenig Zellen angepflegt werden, liegt es eher am Umlarven als an der Pflege. Eine einzelne Nachschaffungszelle spielt da keine Rolle.

    Die Larven müssen gut im Futtersaft schwimmen. Wenn nicht, gibt es wenig Zeittoleranz. Wenn man dann nicht flott genug arbeitet, es vielleicht noch zu warm und trocken ist oder man gar in der Sonne arbeitet, sieht es schlecht aus.

    Man kann das verbessern, indem man z.B. zunächst Futtersaft in die Weiselbecher gibt.

    Anfang Juli ist es nicht zu spät für Königinnenzucht. Ich nutze regelmäßig Brutscheunen als Pflegevölker - mit guten Ergebnissen. Und die TBE dafür ist bei mir nicht vor Mitte Juli.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Moin ihr,


    Dann will ich es diesen Sonntag nochmal versuchen, Pflegevolk und Larvenspender stehen am selben Stand, so dass die Larven nicht länger als zehn Minuten im Freien sind.


    Auch hier gilt wohl: Üben übt.


    Danke und beste Grüße


    Peter

  • Das kann verschiedene Gründe haben.


    Deins hört sich aber schon nach einer nicht gebrochenen Weiselzelle an.


    Alternativ evtl. Fehler beim Umlarven (Larven schlecht gepflegt? zu lange draußen?)


    Aber es gibt auch immer wieder Völker die einfach schlecht Pflegen.

  • Die Larven müssen gut im Futtersaft schwimmen.

    Das sieht hier, bei hohen Temperaturen und Trachtsituation mau aus. Ist am Westrand von Hamburg vielleicht auch so?

    Deins hört sich aber schon nach einer nicht gebrochenen Weiselzelle an.

    Las sich für mich ebenso, daher die Empfehlung, nach der Weiselzelle zu sehen.

    Ich wurde gut erzogen. Keine Ahnung, was dann passiert ist...

  • Moin,

    Die Larven müssen gut im Futtersaft schwimmen.

    Das sieht hier, bei hohen Temperaturen und Trachtsituation mau aus. Ist am Westrand von Hamburg vielleicht auch so?

    Deins hört sich aber schon nach einer nicht gebrochenen Weiselzelle an.

    Las sich für mich ebenso, daher die Empfehlung, nach der Weiselzelle zu sehen.

    zum Zeitpunkt waren die Temperaturen angenehm warm, nicht heiß, und Volltracht durch die Linde. Beim Zellen brechen habe ich alle (drei) Nachschaffungszellen auf nur einer Wabe gefunden, was ich schon etwas merkwürdig fand. Die Wabe habe ich komplett entnommen um Platz für den Zuchtrahmen zu schaffen.


    Die Waben besprühe ich dabei mit Oxalsäure, und schüttele sie dann ab um Zellen zu brechen.


    Ich versuche es jetzt noch einmal mit diesem Pflegevolk, und hoffe auf ein besseres Ergebnis.


    Beste Grüße


    Peter

  • Ich sags nochmal..

    die Eierwabe in das (fast) brutlose Pflegevolk hängen bis zum Umlarven!

    Dann liegt bestimmt nix trocken und die Larven mit etwas Futtersaft flutschen von alleine auf den Löffel

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Auch hier gilt wohl: Üben übt.

    Du kannst sie üben lassen: tags vor der Zuchtstoffgabe einfach mal ein paar Näpfchen reinhängen - mit Larven versteht sich (Alter spielt nicht so die Rolle). Da fangen sie schon mal an, sich darum zu kümmern - WZ alle entfernt ! Am nächsten Tag alle Näpfchen raus und erneut mit dem gewünschten Zuchtstoff neue Näpfchen belarven. Die werden i.d.R. gut angenommen. Und - Standbegattung geht hier bis Anf. September noch.


    Viel Erfolg !

  • Am nächsten Tag alle Näpfchen raus und erneut mit dem gewünschten Zuchtstoff neue Näpfchen belarven.

    Oder besser noch die schon benutzten Näpfchen erneut belarven.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo,


    meiner Erfahrung nach sollte das Pflegevolk auch richtig unter (Bienen)Druck stehen. Die Kiste sollte überquellen. Wenn keine Tracht, Fütterer rauf. Pollenversorgung sollte gegeben sein und auch genug Pflegebienen, also voller Luxus!!! . Einige Linien sind vermurkst, also nicht jedes "gute" Volk ist ein gutes Pflegevolk. Oft wird auch nach dem "anblasen" wieder einiges an Zellen nicht weitergepflegt, da der Überschuss an Zellen bemerkt wird. Ich mach das über Starter / Finisher. Im Finisher sind dann nur max. 12 Zellen zur Endflege oder direkt nach Verdeckelung in den Brutschrank.



    gr. Stefan

  • So, einen habe ich noch:


    Besagtes Pflegevolk hat nochmal zwölf Larven bekommen, aus diesen wurden wieder drei angepflegt, gerade habe ich sie verschult (Ok, eine Weiselzelle habe ich in einen weisellosen Ableger gesteckt).


    Vermehrung habe ich für dieses Jahr durch, und hoffentlich durch Forum und Praxis dazugelernt.


    Danke und beste Grüße


    Peter