Blühstreifen an Kreuzungen

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    Bei uns macht es ein Bauer ganz clever. Er verpachtet 1ar für 50 Euro und sät darauf Bienenweide. Macht 5000 EURO Ertrag pro Hektar. Bei Weizen sind es wohl nur 1800 Euro. Und es ist eine große zusammenhängende Fläche. Geile Aktion, finde ich.

  • Glyphosat ist doch gar nicht das größte Problem. Weiß gar nicht, warum das im Rapshonig drin sein soll - das kann nur Rückstand aus den Vorbereitungen des Bodens vor der Aussaat sein.

    Wer spritzt den Glyphosat in blühenden Raps?


    Da gibt es doch eher Probleme mit Insektenvertilgungsmitteln aus der Neonics-Klasse.


    Man sollte schon den „Feind“ kennen und benennen können. Auch wenn es in den Medien oft auch alles durcheinander gebracht wird.

    Von der o.g. Hochschule habe ich bisher nix gehört - haben die sich irgendwie umbenannt?

    Grüße Ralf

  • Also im Fernsehen wurde jetzt gesagt,

    dass die Deutsche Bahn der größte Abnehmer von Glyphosat sei.

  • ralf_2 wir heißen seit 2009 Beuth Hochschule, vorher war es die TFH (technische Fachhochschule Berlin).

    Die nächste Umbenennung steht bevor weil Beuth ein Antisemit war wie unser Rassismus Forscher Achim Bühl schon in seinem Buch beschrieben hat.

    Ich hatte ein Semester bei ihm "South Park-Rassismus wie gewöhnlich?", ziemlich schrulliger Typ :D

  • ... Habe ich gefunden in der Bienenzeitung des LV SH und Hamburg (Juli Ausgabe). Sie wollen das auf deren Homepage stellen.

    Wer spritzt den Glyphosat in blühenden Raps?


    Von der o.g. Hochschule habe ich bisher nix gehört - haben die sich irgendwie umbenannt?

    Grüße Ralf

    Ralf, Deine Argumentation hatte ich auch immer vertreten, musste aber zur Kenntnis nehmen, dass es nicht so einfach ist. Es muss ja aus dem Boden in die Pflanze kommen; denn wie Du schon angemerkt hast, in den blühenden Raps wird es nicht gespritzt.

  • Ja eben: es zerfällt eben nicht so schnell bis gar nicht.


    Trotzdem bleib ich dabei: Die Insektizide sind das Hauptproblem.


    Das soll jetzt nicht heißen, das ich Glyphosat befürworte. Ich habe noch nie welches eingesetzt und das bleibt so. Habe letztens bewiesen, das man mit Einsatz mechanischer Mittel und Kartoffelanbau sogar den ollen Giersch vom Garten vertreiben kann.

    Grüße Ralf

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von ralf_2 ()

  • beemax


    Das Problem mit den Studien zu Gehalt von Glyphosat in Honig/Bier/Milch ist, dass nicht Glyphosat direkt bzw. alleine, sondern der Abbaustoff AMPA miterfasst wird. Dummerweise kann AMPA auch beim Abbau diverser Reinigungsmittel entstehen. Daher stellt sich die Frage, wurde hier Glyphosat, oder das Reinigungsmittel erfasst.


    Wie Glyphosat in Rapshonig kommen soll, würde ich gerne wissen. Es ergibt keinen Sinn, blühenden Raps mit Glyphosat zu behandeln, da die Pflanze noch vor Bildung der Saat absterben würde. Aus ribes Link haben wir gelernt, dass Glyphosat im Boden / Partikeln gebunden wird und dort immobil ist. Dazu bilden sich die geschlossenen Knospen recht spät, sodass die Blüte mit dem Glyphosat keinen Kontakt haben kann. Wäre Glyphosat in der Pflanze, würde die Pflanze sterben.

    Möglich wäre eine Kontamination bei der Vorbereitung von Mais-Flächen, da dessen Aussaat in die Rapsblüte fällt, dann müssten wir aber von sehr massiven Verwehungen ausgehen. In meiner Gegend sehe ich eigentlich nie Raps neben Mais, aber das mag andererorts anders sein.


    Ich verdiene keinen Cent am Glyphosat, daher ist mir dessen Schicksal eigentlich egal. Mir stellt sich nur die Frage, was nach Glyphosat kommt, und wie gut dieses/diese Mittel untersucht sind, und ob wir nicht (wie so oft) den Teufel mit dem Belzebub austreiben. Vor der Romantik, dass jetzt alle zu Bio-Bauern werden und Beikräuter zupfen dürfen wir uns wohl verabschieden. Ein Verbot von Glyphosat: Gerne! Nur möchte ich zeitgleich mit dem Verbot von Glyphosat Untersuchungsergebnisse zu den dann zulässigen Mitteln sehen, die belegen, dass diese Mittel in den Punkten, die bei Glyphosat kritisiert werden, deutlich besser sind. Aber die wird es nicht geben.


    IMHO rührt die Kampagne gegen Glyphosat daher, dass Monsanto und andere Saatguthersteller an Glyphosatresistentem Saatgut forschen, und dieses als für den Landwirt nicht reproduzierbares Hybrid erstellt wird. Die Konsequenz würde sein, dass Landwirte weltweit hohe Lizenzen fürs Saatgut bezahlen müssten (was sie zum großen Teil eh schon machen) und sehr Abhängig vom Saatgutherstellern wären. Verbietet man Glyphosat, erledigt sich (vorerst) das Problem mit dem Saatgut.


    Mir fehlen bei den Diskussionen viele Fakten. Befürworter und Gegner arbeiten alle nur mit dem Teil der Untersuchungen, die die eigene These stützen. Nebenbei wird die Diskussion eh sehr emotional geführt, was dafür sorgt, dass Meinungen gebildet werden, ohne Rücksicht auf Fakten und Folgen. Aber bitte, ich werde in 10-15 Jahren - wenn wir über das nächste Mittel reden und welche schlimmen Auswirkungen das hat/hatte - meine Postings raussuchen und die Frage stellen, warum man diese Frage nicht auch in 2019 hätte klären können. Am Ende gewinnen eh nur Bayer und Co, Glyphosat ist aus dem Patentschutz raus und sau billig. Die Alternativen sind sicher deutlich teurer und das soll nicht zu Nachteil der Konzerne sein.


    JM2C

    4 Völker Carnica in Segeberger (eine rote, drei grüne Königinen), Ziel für dieses Jahr: mit 6 Völkern in den Winter gehen.

  • PaBa

    Genau so ist es - ein Verbot von Glyphosat kann nur der Anfang sein.

    Es gehört generell verboten, giftige Stoffe absichtlich flächendeckend in die Umwelt zu entlassen, egal welche und zu welchem Zweck.


    Zumal es Alternativen gibt.


    Nur weil die Alternativen teuerer sind, ist das noch kein Grund sie nicht zu verwenden.

    Denn wie immer gilt: ALLES hat seinen Preis, nur bei Pestiziden zahlt ihn nicht der Verursacher und DAS ist das Unfaire.

    Bei den Alternativen dagegen zahlt ihn der Verursacher und das ist zuerst der Bauer und dann der Konsument. Wo ist eigentlich das Problem dabei? Fairer geht jedenfalls nicht. Muss man halt mehr für Lebensmittel ausgeben und weniger für überflüssigen - nicht lebensnotwendigen - Müll wie bisher.


    Warum also den unfairen Einsatz von Pestiziden weiterhin erlauben?

  • hornet


    Da bin ich bei Dir, ich habe in der WiPo Vorlesung aufgepasst. Allerdings leben wir in einem globalen Markt. Wenn Deutschland alleine alle Herbizide verbietet und Beikräuter manuell / maschinell entfernt werden müssen, dann wird der Preis wie schon von Dir gemerkt steigen. Aber der Preis wird nur in Deutschland steigen, also werden Lebensmittelhersteller ihre Rohstoffe günstiger aus dem Ausland beziehen. Und bei einigen Rohstoffen (Soja) machen wir das jetzt schon fast zu 100%, aber auch Raps und Getreide kommen zu großen Teilen aus dem Ausland.


    Natürlich könnte man hier mir Zöllen arbeiten, um die Unterschiede in der Produktion wieder auszugleichen, aber diese können nur EU-weit bzw. durch die EU verhängt werden, also müssten sich die anderen Mitgliedsstaaten dem Verbot anschließen.


    Am Ende muss man sich dem Realitäts-check unterziehen. Vorstöße einzelner Länder sind schädigend für die Landwirte in diesen Ländern (siehe oben). Besonders, weil der Kunde zwar immer sagt, er möchte Bio und fair und alles, aber an der Kasse bezahlt er doch nur für Massentierhaltung und konventionelle Landwirtschaft.


    Wir sehen es doch auch bei Fridays for future. Die Schüler gehen auf die Straße, was ich gut finde, aber dann fliegen sie dennoch mit den Eltern im Sommer nach Malle, und die Primarkt Jeans (von Kindern genäht) muss auch sein, und das neuste Handy auch. Einzelne Menschen sind nicht für rationale Entscheidungen gemacht, also müssen Regierungen dran. Und diese sehen wieder nur die Wirtschaft und die daraus resultieren Wählerstimmen, also werden auch Regierungen diese sinnvolle Entscheidung nicht treffen. Teufelskreise und so.

    4 Völker Carnica in Segeberger (eine rote, drei grüne Königinen), Ziel für dieses Jahr: mit 6 Völkern in den Winter gehen.

  • ...also werden Lebensmittelhersteller ihre Rohstoffe günstiger aus dem Ausland beziehen.

    80% des in D verbrauchten Honigs stammen bereits seit vielen Jahren aus dem Ausland. Daran würden Preiserhöhungen für deutschen Honig nichts wesentliches mehr ändern. Auf deutschen Weihnachtsmärkten findet z.B. finnischer Honig in billigsten 115g-Plastebecherchen für über 20,- EU/500g, tlw. sogar über 25,-/500g so reißenden Absatz, daß man kaum glauben kann, daß die finnischen Bienen soviel einsammeln:

    https://www.finntouch.de/2018/01/11/honig-aus-finnland/

    Es ist so, wie es eines unserer Vereinsmitglieder immer ausdrückt: Der Preis wird nicht von den Kosten bestimmt, sondern vom Aufwand, den du in den Vertrieb investierst.

    Kannst Du also die Blühstreifen in Dein Marketing integrieren, sind sie von Vorteil.

  • Am Ende muss man sich dem Realitäts-check unterziehen. Vorstöße einzelner Länder sind schädigend für die Landwirte in diesen Ländern (siehe oben).

    Realitätscheck ist richtig. Trotzdem, nur wer Lotto spielt, kann auch tatsächlich die Millionen gewinnen. Und einzelne Länder haben in den letzten Jahren sehr viel verändert, einfach indem sie unverdrossen vorgeprescht sind, nicht zuletzt gerade Deutschland.


    Gewisse Dinge MÜSSEN sich einfach ändern, früher oder später. In diesen Fällen sind langfristig meist die im Vorteil, die früher damit angefangen haben, weil sie dann den anderen, wenn es richtig dringend wird, mit KnowHow helfen können (und daran dann verdienen), doch noch "mitzufahren".

    Diese langfristigen schweren Entscheidungen gegen das Einfache, gegen den vorherrschenden mainstream aber für die Vernunft, das sind genau die Entscheidungen, die ich mir von Politik erwarte, wenn sie behauptet, ihrem Land zu dienen. Lobbyentscheidungen für Bauern, Autohersteller, AKW-Betreiber etc. gehören für mich nicht dazu, das ist kurzsichtige Dummheit.


    Manchmal klappen die langfristigen Entscheidungen für das Große Ganze aber, z.B. aus der Kernkraft steigen wir schon aus, Kohle kommt auch noch und Flugverkehr wird auch dran kommen. Die Pestizide sind da kein Hexenwerk mehr. Warten wir es ab, positiv sein!

  • PaBa , Dir fehlen Fakten - ich hatte solche zitiert. Dass AMPA als Abbauprodukt von Wasch- und Reinigungsmitteln mit Aminopolyphosphonaten entsteht, ist bekannt. Nur - wie kommen die genannten Pegel im Honig zustande ? Insbesondere wenn Völker 50 bis 100 m vom Feld entfernt stehen, treten solch hohe Kontaminationen auf. Da drängt sich schon Glyphosat, das regelmäßig in der "modernen Landwirtschaft" eingesetzt wird, auf.


    Es ging ja um die Kontamination von städtischen Blühstreifen und ich hatte die am Feldrand stehenden als höher toxisch für Bienen & Co. eingestuft - dies aufgrund der Anwendung von u.a. Glyphosat zur Vorbereitung von Einsaaten und v.a.D. durch die Abdriften von Pestiziden aller Couleur. Da wird genug eingesetzt, da sind die Intoxikationen auch ohne Glyphosat hoch genug.


    Ich muss hornet hier zustimmen. Sog. Blühstreifen kommt eher die Rolle des Feigenblatts, des Alibis zu, um zu zeigen, dass man "etwas tut". Ob es den Insekten maßgeblich hilft, bezweifel ich. Vielmehr sind die großen Flächen mit Raps und Mais (hier im Norden von D), die mit Pestiziden belastet sind, eher das Problem. Und das geht zurück auf eine verfehlte politische Ausrichtung auf sog. nachwachsende Rohstoffe mit all' den Folgen.


    Ich bin genauso realistisch wie Du: Das dreht so schnell keiner mehr zurück.