Blühstreifen an Kreuzungen

  • Es gibt sie also doch: Die „Reichsbedenkenträger“.

    Übrigens gibt’s bei uns die Blühstreifen erst im Sommer, da ist der böse Raps schon lange abgeblüht.

    Warum sollte man neben einem blühenden Rapsfeld auch einen Blühstreifen anlegen?

    Mehr als ein blühendes Rapsfeld geht ja ohnehin nicht.

    Grüße Ralf

  • Es gibt sie also doch: Die „Reichsbedenkenträger“.

    Übrigens gibt’s bei uns die Blühstreifen erst im Sommer, da ist der böse Raps schon lange abgeblüht.

    Warum sollte man neben einem blühenden Rapsfeld auch einen Blühstreifen anlegen?

    Mehr als ein blühendes Rapsfeld geht ja ohnehin nicht.

    Grüße Ralf

    In meiner Gegend ist auch ein riesiger Blühsteifen direkt neben dem Rapsfeld angelegt. Allerdings ist der Bauer ja nicht dumm betreffs der Auswahl. Als der Raps angefangen hat zu verblühen, hat der der Blühstreifen angefangen aufzublühen. Super! :thumbup:

  • Auf dem Lande hingegen ist die Situation anders. Dass vor Anlage von Blühstreifen am Rande eines, sagen wir mal Maisfeldes, Glyphosat zur Unkrautvernichtung eingesetzt wurde, halte ich für höchst wahrscheinlich; denn der Landwirt will für diese lästige Notwendigkeit nicht auch noch viel Arbeit und Zeit investieren.

    Zwischen Abspritzen des Feldes mit Glyphosat und dem Blühan des Blühstreifens vergehen einige Wochen. Bis dahin ist Das Glyphosat schon ausgewaschen / abgebaut, sonst würde es auf die Blühpflanzen kommen und diese ebenfalls schädigen.


    Der Blühstreifen im Mais wird kurz vor dem Mais gedrillt, selbst wenn sich vom Mais Beize abreibt, dürfte der Blühstreifen noch nicht gekeimt sein, und somit unattraktiv für Bienen sein.


    Da ist der Hobbygärtner mit seiner Unkrautphobie deutlich problematischer, aber auch das ist nur meine Meinung.

    2 Völker Carnica in Segeberger (rote Königinen), Ziel für dieses Jahr: mit 6 Völkern in den Winter gehen.

  • Zwischen Abspritzen des Feldes mit Glyphosat und dem Blühen des Blühstreifens vergehen einige Wochen. Bis dahin ist das Glyphosat schon ausgewaschen / abgebaut,

    1. Die Halbwertszeit beim Glyphosatabbau von 44 ... 215 Tagen ist also kurz genug?

    2. Ausgewaschen - wohin ging das "Abwasser"?

    3. Was ist von den Abbauprodukten von Glyphosat zu halten und wie lang währen deren Abbauzeiten?

    4. Was ist von den Netzmitteln u.a. Zusätzen zu halten, die den Glyphosat-Rezepturen beigemischt sind?


    Fragen und Fakten zu Glyphosat Was ist Glyphosat, AMPA und ... - Nabu


    https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/gentechnik/.../faqglyphosat.pdf

  • Ja,

    Bei aller Vorsicht: Man (bzw) die Bienen können dem allen nicht entgehen.

    Ich habe alle mir zugänglichen Petionen gegen das Zeug unterschrieben, wobei die Neonicotinoide sicher noch gefährlicher sind.

    Mehr kann man nicht tun, bei einem Flugradius von 3,5…4km. Da ist ganz sicher alles Mögliche und Unmögliche zu finden.

    Grüße Ralf

  • ribes ich zitiere:


    Glyphosat bindet sich im Boden an Mikropartikel und wird so schnell immobilisiert.“

    Wie soll es am Boden gebunden und immobilisiert an die Blüten kommen, wo es in Kontakt mit den Bienen kommen könnte?


    Beteiligen wir uns weiter an der Kampagne gegen Glyphosat, die Mittel, die es ersetzen werden, werden bienenfreundlicher und besser erforscht sein.

    2 Völker Carnica in Segeberger (rote Königinen), Ziel für dieses Jahr: mit 6 Völkern in den Winter gehen.

  • Also ich freue mich über die wachsende Anzahl an Blühstreifen. Jeder Blühstreifen ist doch besser als kein Blühstreifen...

    Das sehe ich genau gegenteilig.

    Blühflächen entlang von Straßen haben für unsere Bienen und auch einige andere Insekten mehr Nachteile als Vorteile.


    Sie sind gut gemeint, aber schlecht gemacht, Hauptsache es sieht gut aus und die Leute sind beruhigt.


    Würde man einen Kindergarten ohne Zaun neben eine Straße bauen? Warum wohl nicht?


    Die Blühflächen locken Insekten an, die dann bei Kollisionen mit den Autos abgefangen werden.

    Solche Flächen sind aber KEIN Lebensraum, zumindest nicht für unsere Honigbienen oder wertvolle, seltene Arten!

    Ihr einziger Nutzen besteht also darin, für die ein oder andere Art ein wenig Naschwerk bereitzuhalten. Richtig ERNÄHREN oder ein Refugium bietenn kann so eine Fläche keiner wertvollen Art.

    Somit ist die einzige echte Wirkung: Anlocken und viele Insekten töten, die ohne die Anlockwirkung nicht in die Nähe der Autos gelangt werden.


    Solche Flächen sind genau so kurz gedacht wie die Umstellung von Mais auf blühende Alternativen.


    Selbst erlebtes Beispiel erst heuer wieder:

    Testweise wurde statt Mais eine Steinkleemischung angesät - für die Biogasproduktion. Das Ende vom Lied: Der Steinklee ist gewachsen und wollte Mitte Juni blühen und gerade als er die Blüten geöffnet hat, wurde er gehäckselt. Weil jetzt der Energie- und Eiweißgehalt optimal ist. Und natürlich tagsüber, weil der Klee dann trocken ist. Alle Bienen und andere Insekten werden gleich mitgehäckselt. Steinklee ist für Insekten eine sehr attraktive Pflanze, 5 Bienen pro Quadratmeter kein Problem. Ein Hektar hat 10.000 Quadratmeter....

    Wieder also: Anlocken und vernichten von Insekten, die ohne die gut gemeinte, aber schlecht durchdachte Aktion gar nicht in Gefahr geraten wären.


    Mais bietet nichts, aber bei seiner Ernte stirbt auch keine Biene, auch weil die Ernte im Oktobe rund Novemer stattfindet. Die Ersatzpflanzen dagegen werden mitten in der Saison gehäckselt, in voller Blüte und womöglich sogar mehr als 1x pro Saison.


    Aber die Leute sind zufrieden (sieht man ja sogar hier im Forum), der Bauer streicht zusätzliche Förderungen ein, der Steuerzahler blecht und der Kreis schließt sich: Gut gemeint und möglichst teuer ist besser für alle, statt gut gemacht. Außer für die Opfer.


    Wer den Insekten wirklich helfen will, muss wieder Lebensräume zulassen und die flächendeckende Vergiftung unserer Landschaften durch Pestizide sowie die Lichtverschmutzung abstellen. Bunte Alibiprojekte an möglichst prominenter Stelle tun nichts dergleichen.

  • Wir haben hier im Nachbarort auch so nen tollen Kreisverkehr. Hatte mich echt gefreut als ich gesehen habe das da bunte Blühstreifen angelegt wurden. Was ich nur echt bedenklich finde ist das sich bei der Aussaat niemand einen Kopf um die Verkehrssicherheit macht. An den Stellen bevor es in den Kreis geht wurden schlauer Weise Sonnenblumen angepflanzt, so das echt nur mit viel Mühe der Verkehr von links zu sehen ist.

  • Also was bitte soll eine „wertvolle Art“ sein?


    Die ganzen Solitärbienen sind doch sehr speziell an einen bestimmten Lebensraum angepasst. Da hilft es nicht, Sonnenblumen, Phacelia und Co anzubieten.

    Von der Nahrungsaufnahme sind eher unsere Bienen dumm dran: sie haben im Vergleich zu anderen einen sehr kurzen „Rüssel“.

    Da sind Hummeln und Schmetterlinge besser ausgerüstet. In diesem Jahr gibt es übrigens seit langem wieder erstaunlich viele Hummeln im Vergleich zu den letzten Jahren.

    Grüße Ralf

  • ralf_2

    Unter einer "wertvollen Art" verstehe ich in diesem Zusammenhang eine Art, die selten geworden und gefährdet ist. Also eine, bei der ein gewisser Aufwand zur Unterstützung sinnvoll ist.

    Die Honigbiene zähle ich da nicht dazu, so ehrlich muss man auch als Imker sein.

    Die ganzen Solitärbienen sind doch sehr speziell an einen bestimmten Lebensraum angepasst. Da hilft es nicht, Sonnenblumen, Phacelia und Co anzubieten.

    genau, das sind doch meine Worte! Blühstreifen helfen niemandem und bieten höchstens ein kleines Naschwerk, aber keinen Lebensraum, schon gleich gar nicht für die wertvollen Arten (s.o.).

  • ribes ich zitiere:


    „Glyphosat bindet sich im Boden an Mikropartikel und wird so schnell immobilisiert.“

    Wie soll es am Boden gebunden und immobilisiert an die Blüten kommen, wo es in Kontakt mit den Bienen kommen könnte?

    Komisch, dass im Honig z. B. punktuell 0,378 mg/kg oder sogar 11,8mg/kg gefunden wurde, wenn die Immen 50 - 100 m von der nächsten Anbaufläche entfernt standen. Grenzwert in der EU ist übrigens 0,05 mg/ kg. Da haben die Bienen das Zitat nicht gelesen :-?!


    Es gibt weitere Befunde, nachzulesen bei


    Prof. Dr.-Ing. Karin Anette Heinrich, Master of Science Lyes Bouchard, Prof. Dr.-Ing. Bernhard Sense von der Beuth-Hochschule für Technik und Mia und Ben Organic UG, beides Berlin mit dem Titel "Glyphosateinfluss auf das Strukturverhalten von Rapshonig".


    Daraus mal 'ne handfeste Zahl: jährlich werden in D ca. 5000 Tonnen versprüht, 98 % davon in der Landwirtschaft. Weltweit sind es 8,6 Mio. Tonnen. Da weiß man was man hat...