Räuberei

  • Mir ist es heuer zum dritten Mal passiert: fremde Bienen räubern einen Stock aus. Ich habe aber echt aufgepasst, was das Öffnen der Beuten und das Einfüttern anbelangt. Was kann man denn als bestes gegen Räuberei unter Bienen machen, vorallem dann wenn man den Imker der räubernden Bienen nicht kennt?

  • Hallo Unbekannter !!


    Was würde es dir helfen wenn du den Imker kennen würdest ?? Soll er seinen Bienen verbieten bei Deinen zu räubern ??
    Ein alter Imkerspruch sagt: Einer Räuberei geht immer eine Eselei des Imkers voraus.
    In dieser Jahreszeit darf kein Futter verkleckert werden, Ablegern sind die Fluglöcher einzuengen (der Volksstärke anzupassen)
    Wenn erstemal die Räuberei ausgebrochen ist hilft nur ein Verstellen des Volkes das ausgeräubert wird (falls es dazu noch nicht zu spät ist).


    Mit imkerlichen Grüßen


    Reinhard


    Reinhard

  • Hallo Anonymous,
    hatte im Sommer (Juli) eine Räuberei mit einem kleinen Ableger, keine Chance, ohne Verstellen aus dem Flugbereich (habs mit 70 Meter Abstand versucht, reichte nicht) kaum ein Überleben möglich, war ein trauriges Ende, Königin tot, nur noch ein paar Restbienen, hab denen dann das Gnadenbrot (Zuckerlösung) gegeben bis gar Schluss war.
    Letzte Woche hatte ich eine Räuberei bei einem meiner verbliebenen Völker, ist relativ stark. Es gab hunderte von Toten, mat konnte zusehen wie sie wie die Kreisel miteinander kämpften. Habe nicht weitergefüttert (1 Woche ausgesetzt), einen Ameisensäure-Schwammtusch-Behälter (die Plastikschale mit Gitter oben drauf) etwas mit Ameisensäure eingträufelt und direkt vor das Flugloch gestellt. Das hat ALLEN Bienen Probleme bereitet, den Angreifern und Verteidigern. Aber die Verteidiger haben dann schon ums Eck wieder in das Flugloch reingefunden. Nach 2 Tagen war ziemlich Schluss. Keine Toten mehr, habe gestern abend erstmals wieder gefüttert.
    Also meine Erfahrung:
    nur abends Füttern, evtl. wärend des Angriffs ganz aussetzen. den Zugang zur Beute verengen, was Abschreckendes (z.B. Ameisensäure) vors Flugloch - und hoffen dass das Wetter schlechter wird (das wird es in den nächsten Tagen).
    Ich bin Anfänger, 1. Jahr, also keine Gewähr, sollen die erfahrenen Kollegen noch was dazu sagen.
    Gruss Charly
    und viel Glück

  • Hallo zusammen,


    Räuberei ist so ziemlich das übelste was es an Imkerlichen Fehlern gibt!
    Gerade Anfänger machen hier die größten Fehler. Man kann es ihnen aber nicht verübeln, denn oft wissen sie eben nicht was alles zu einer Räuberei führt. Deshalb hier nur einige wichtige Punkte die zu beachten es gilt.
    Sauber arbeiten, d.h. nicht mit klebrigen Händen (Handschuhen) Beutenteile anfassen. Keine Waben frei herum stehen lassen. Denn nur kleine Spuren von Honig locken die Spürbienen schon an, und das geht bei Trachtlosigkeit keine 10 Minuten. Waben im freien neben den Völkern nicht Leerschlecken lassen! Mit frisch geschleuderten Honigfeuchten Waben besonders vorsichtig hantieren, d.h. Bienendicht abdecken! Auch hier gilt nicht mit klebrigen Händen die Kisten anfassen! Tropfhonig auf den Böden usw. gleich abwaschen. Füttern nur abends. Vor dem Füttern Futtergeschirre auf Dichtheit prüfen! Und ganz wichtig Fluglöcher klein machen, d.h. auf Daumen Größe!
    Immer Wasser mit nehmen zu den Bienen, um eben Schmierereien gleich sauber zu machen!


    Eine Schleuder sollten nicht die Bienen sauber machen sondern der Imker mit Wasser! Wer auf das bisschen Honig was da verloren geht, nicht verzichten kann, sollte auch keine Bienen halten!


    MfG

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Danke für die interresanten Beiträge. Kann dadurch noch was lernen.
    Habe heute 18.09.02 selbst meine schlechten Erfahrungen gemacht. 2 Völker total vernichtet durch Räuberei. Das eine stand in einer 6er Reihe, das andere auf einem ganz anderen Standort, weit und breit keine sonstigen Bienenvölker.Habe dieses alleinstehende beobachtet. Die fremden Bienen kamen scharenweise, mit einem Brummen gleich einem Schwarm an. Ich hatte bereits fertig gefüttert. In 6 Tagen waren alle Waben leer und meine Bienen bis auf ca. 10 Stück tot.

    Imker im 5. Jahr, Übernahme wegen Krankheit von 7 "bösartigen" Völkern.
    mittlerweile 13 Völker

  • Hallo Miteinander,
    ich finde es nicht gut, wenn man immer diese blöden Sprüche loslässt - Imkerei ist Eselei und von imkerlichen Fehlern spricht und damit so manch jungen Imkern ein schlechtes Gewissen macht. Ich musste es heuer selbst erleben, dass ein immer schwächer werdendes Volk, das anscheinend weisellos war, einer plötzlichen Räuberei zum Opfer fiel, auch ein Miniplus blieb trotz Eingang nur für ein paar Bienen nicht verschont. Es ist in der Natur der Bienen im Herbst alles zu sammeln, was für sie brauchbar ist, natürlich kann der Imker die Räuberei begünstigen, aber nicht immer die Fehler beim Imker suchen.

  • Hallo Fr.-Xaver,


    es ist zugegebenermassen etwas hart, ein solches Sprichwort, aber irgendwie prägt sichs doch durch dieses plakative erst richtig ein, oder ?
    Mein Bienenvater sagte immer :
    "Im Herbst wird selbst die Biene zum Raubtier"


    Grüsse aus der Herbstsonne


    M.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Zum Thema Räuberei möchte ich auch eine von mir gemachte Erfahrung gerne weitergeben.
    Ich hatte einen Schwarm gefangen, der sich prächtig entwickelte, nur die Vorräte waren sehr dürftig. Im Juli, es regnete und regnete und regnete wollte ich zwei Wochen Urlaub machen. So entschied ich mich, einige Kilo Futter ( nur dem Schwarm ) zu geben und fuhr in Urlaub. Was ich dann nach 2 Wochen vorfand, war ein sehr trauriges Ergebnis „meiner Eselei“. Die Waben waren bis auf den letzten Tropfen ausgeräubert und unten in der Beute lag ein über riechender Haufen toter Bienen.
    Ich denke, es werden die Nachbarn auf meinem Stand gewesen sein.

  • Zitat


    Im Juli, es regnete und regnete und regnete wollte ich zwei Wochen Urlaub machen. So entschied ich mich, einige Kilo Futter ( nur dem Schwarm ) zu geben und fuhr in Urlaub. Was ich dann nach 2 Wochen vorfand, war ein sehr trauriges Ergebnis „meiner Eselei“.


    Klingt rein nach "Selbstzerfleischung". Es ist doch keine Eselei die Ableger zu füttern, sondern der Normalfall, natürlich füttere ich nicht die "Vollvölker", wenn es Läppertracht gibt. Auch der Urlaub ist normal. Warum kann der "Imker" nicht einsehen, dass die "Biene" ein "wildes Tier" ist und rein nach ihren "Instinkten" handelt und da ist Räuberei einfach die Normalität, das werden wir den Bienen nicht wegzüchten können, ich sehe das alles nicht so dramatisch, sondern naturgegeben!

  • Hallo, alle Miteinander,
    ich denke dass jeder Imker das Problem der Räuberei hat.
    Ich selbst habe in dieser Zeit meine Schatzis sehr intensiv beobachtet und bemerkt dass alle meine Völker vermehrt der Räuberei nachgehen und nicht nur die starken.
    Meine Bienen sind auf zwei Ständen so verteilt, das in etwa, auf jedem Stand die Völkerstärken gleich sind. Eine dritte Ausweichmöglichkeit wäre zur Not auch noch vorhanden
    Da ich nun Carnica-Reinzucht (Inselbelegt), klein und grau,
    Carnica-Standbegattet mit den orangenen Hinterteilen und viel größer, sowie
    Carnica-Standbegattet von einem anderen Züchter in normaler Größe, habe, ist es
    wunderbar zu erkennen wer bei wem räubert. Und sie tun oder versuchen es alle!!
    Die einen haben eine bessere Abwehr und die anderen einen besseren Angriff, es ist hochinteressant mit welchen Tricks da versucht wird an die Vortäte des anderen zu kommen. Selbst die Abwehr von Hornissen wurde organisiert.
    Ich habe nun schon vor einigen Wochen nach dem Abschleudern Eingefüttert, da ich mit den Segebergern imkere habe ich die Futterzargen mit seitlichem und auch mit mittlerem Aufstieg. Das ich „ Ambrosia „ Fertigfutter nehme, ist nur am Rande erwähnenswert. Es gibt meines Erachtens keine bequemere und sauberere Fütterung. Erst gebe ich fünf Kilo und nach der ersten AS-Behandlung noch einmal fünfzehn Kilo und dann bin ich damit durch. Nach der letzten AS-Behandlung wiege ich noch einmal nach und kann in etwa sehen wer und wo geräubert wurde und füttere noch etwas nach. Auch kontrolliere ich nach der ersten AS-Behandlung die Waben nicht mehr, sondern sehe von oben durch ob alles in Ordnung ist, und nach der letzten Beh.lasse ich ihnen ihre Ruhe und öffne die Beute erst im warmen Frühjahr wieder.
    Auf diese Weise habe ich meine Schatzis immer gut über den Winter bekommen,
    und hoffe es klappt auch dieses Mal wieder.
     
    Ich wünsche Euch viele gesunde Bienen,
    und ein schönes Wochenende.
    Margret