TBE in Verbindung mit Honigernte

  • Hallo zusammen,

    ich möchte Eure Erfahrungen und Ratschläge zum Thema TBE in Verbindung mit Honigernte.
    Letztes Jahr hab ich bei meinen Völkern erstmals eine komplette TBE durchgeführt. Alle Rähmchen raus, neue MW rein. Volk abgekehrt und die Futtertasche mit 1:1 Futter voll gemacht. Honigräume wieder drauf. Die Völker haben alle zügig innerhalb einer Woche neu ausgebaut und nach ein paar Tagen ein kleines neues Brutnest angelegt. Eine Woche später kam ich mit Bienenfluchten und hab die Honigernte eingeleitet. (War so um die 1./2. Woche im Juli)

    Problem war, dass die Bienen nicht wirklich gut über die Fluchten aus den Honigrräumen gegangen sind. Hatte die Fluchten eingelegt und 24 Stunden später die Honigräume weggenommen. Es waren deutlich weniger Bienen in den Honigräumen aber immer noch zu viele. Also bei allen Völkern die Honigrähmchen abkehren. War ne heftige Aktion... Räuberei ect.

    Das macht man gut bei 1-2 Völkern aber nicht bei 20 und mehr...


    Lag das evtl. daran, dass durch die kleine Brutnester der Geruch nicht stark genug war?

    Oder hätte ich einfach einen Tag länger warten müssen..


    Ich möchte dieses Jahr eigentlich wieder auf ähnliche Weise die TBE machen und eine Woche später den Honig ernten.

    Oder wäre es geschickter zuerst den Honig zu ernten und danach die TBE zu machen?

    Bin gespannt auf Eure Erfahrungen und Hinweise. Danke


    Gruss immen_hannes :S

  • Moin,


    TBE eine, nach Dr. Radtke sogar zwei Wochen vor Trachtende, bringt das optimale Sammelergebnis. Ich habe das auch schon so praktiziert, und nie Probleme mit den Bienenfluchten gehabt. Eine Woche nach der TBE sprühe ich dann mit Oxalsäure, d.h. spätestens an dem Tag muss ich (vorher) ernten.


    Zu den Fluchten will ich aber sagen, dass sie bei mir auch nicht zu vollkommen bienenleeren Honigräumen führen, ein paar Dutzend bleiben immer. Die fege ich schnell ab, was pro Honigraum etwa drei bis vier Minuten kostet. Es ist nicht perfekt, aber immer noch eine erhebliche Aufwandsersparnis. Ich hole die Honigräume übrigens in aller Frühe, also gegen fünf Uhr morgens.


    Beste Grüße


    Peter

  • Alle Rähmchen raus, neue MW rein. Volk abgekehrt und die Futtertasche mit 1:1 Futter voll gemacht. Honigräume wieder drauf.

    Volle Futtertasche und gleichzeitig Honigräume?
    Da landet doch ein Teil des Futters in den Honigräumen.

    Das könnte die oft beschriebene Ertragssteigerung bei TBE 14 Tage vor der Ernte erklären 8o

    Ich kenne TBE 14 Tage vor Trachtende, dann braucht man aber nicht füttern, weil ja noch Tracht da ist. In dem Fall kommt die Ertragssteigerung daher, das keine bzw nur die Bannwabe Brut versorgt werden muss und alles reinkommende im Honigraum landet, wenn Mittelwände gegeben wurden.
    Bei Naturwabenbau wird sich vermutlich keine Ertragssteigerung ergeben.


    Macht man die TBE im Zusammenhang mit der Ernte, dann kommt ja eine Bienenflucht unter die Honigräume. Dann kommt auch kein Futter in den Honigraum, der wird ja durch die Flucht abgetrennt um einen Tag später dann Bienen leer abgenommen zu werden.


    Man(n) sollte halt nicht beide Verfahren mischen ;)

  • Es waren deutlich weniger Bienen in den Honigräumen aber immer noch zu viele. Also bei allen Völkern die Honigrähmchen abkehren. War ne heftige Aktion... Räuberei ect.

    Das macht man gut bei 1-2 Völkern aber nicht bei 20 und mehr...

    Gruss immen_hannes :S

    Stark mit Bienen besetzte HR Rähmchen kehre ich je Volk in den mitgebrachten großen Hobbock.

    Die bleiben da recht ruhig und man kann sie anschliessend recht locker einfach wieder entweder vor die Beute (mit Anflugbrett) oder oben drauf abschütten.


    Als Bienenfluchten nehme ich zwei Stück von den großen runden, dann geht es eigentlich ganz gut. Mit den kleinen runden war das nicht so gut.

  • Hallo,


    ich möchte Eure Erfahrungen und Ratschläge zum Thema TBE in Verbindung mit Honigernte.


    Gut zusammengefasst hat dies das BI Kirchhain in einem seiner Flyer:

    Varroa2 - Komplette Brutentnahme



    Wenn man mehr als ein Volk abkehren möchte,

    dann empfehlen wir den CFM Kehrfix nach W. Götz.


    Diesen haben wir dereinst vom User "nassauer" empohlen bekommen,

    aber auch die User "Toyotafan" und "Wentorfer" und andere äußern sich hier im Form entsprechend.


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Danke für die vielen Hinweise, das hat mich schon enorm vorwärts gebracht.

    Alle Rähmchen raus, neue MW rein. Volk abgekehrt und die Futtertasche mit 1:1 Futter voll gemacht. Honigräume wieder drauf.

    Volle Futtertasche und gleichzeitig Honigräume?
    Da landet doch ein Teil des Futters in den Honigräumen.

    Nein landet nicht, da in einem Arbeitsgang die Bienenfluchten gesetzt werden. Daher braucht es unten im Brutraum auch Futter, damit das Ausbauen starten kann. ... also unten Futtertasche rein mit 4Liter 1:1 Zuckerlösung und drüber die Bienenflucht mit den Honigräumen... die Bienen gehen runter und starten mit der TBE... hat letztes Jahr super funktioniert... die TBE war in 3-4 Tagen erledigt. Problem war nur, dass nach 24 Stunden die Honigräume immer noch recht stark mit Bienen besetzt waren. Wenn ich nochmal einen Tag gewartet hätte... wären die meisten wohl nach unten gewandert.

  • Wenn die Ausstattung griffbereit und ausreichend verfügbar ist, ist die TBE zeitgleich oder direkt im Anschluß nach der Entnahme der HR machbar. Es dauert ohne Hilfe zwar insgesamt länger, als beides separat, aber es ist machbar und im Endeffekt sogar eine Zeitersparnis.


    Man benötigt im Prinzip nichtmal Bienenfluchten, die ein zusätzliches Öffnen der Beuten erfordern, deshalb wäre eine Hilfe nicht verkehrt. Nach Guido Eich ginge das als Alternative, ich hatte mal eine Zusammenfassung hier als PDF hochgeladen. "Griffekloppen", also vorherige Trockenübungen für das bessere Verständnis des Ablaufs sind nicht verkehrt.


    Gruß Andreas