Chronisches Bienenparalysevirus: was tun?

  • Die Brut muss nicht vernichtet werden, CBPV betrifft nur die adulten Bienen

    Das bedeutet, das Wabenwerk ist auch nicht belastet?

    Das liest sich bei den Honigmachern anders. Die Übertragungswege sind vielfältig und die Viren quasi überall zu finden. Allein die sichtbaren Folgen treten nur bei den erwachsenen Bienen auf.

    Somit kann man die Virenlast durch die empfohlenen Maßnahmen so weit drücken, dass keine Bienen mehr sichtbar erkranken. Aber bekommt man die Viren so auch langfristig aus dem jeweiligen Volk? Kann offensichtlich funktionieren.:/

  • Meine Quelle ist ein Berufsimker mit Ausbildung, der sich meiner Bienen angenommen hat, als bei mir ein Volk CBPV hatte. Ein Bienenvolk hat, was CBPV angeht, wohl Selbstheilungskräfte, die durch bestimmte Maßnahmen unterstützt werden sollten. Wir haben weder Waben rausgenommen, noch Desinfizierungsmaßnahmen durchgeführt, nur das Volk isoliert und versucht, möglichst viele kranke Bienen loszuwerden. Da das Virus in Verbindung mit hoher Varroalast auftritt, wurde gleich noch eine zweimalige Ameisensäurebehandlung durchgeführt, was weitere kranke Bienen nicht überlebt haben. Königin wurde auch nicht getauscht, das Volk hat aber im Spätjahr umgeweiselt. Keine Ahnung, ob das direkt damit was zu tun hatte. Das Volk hatte zu dem Zeitpunkt keine Symptome mehr und auch nie wieder danach. Ich gehe davon aus, dass es funktioniert, zumindest ist es einen Versuch wert.

  • AS wäre tatsächlich auch mein Mittel der Wahl, weniger wegen der Varroa, als wegen der kranken Bienen. Aber nicht bei einem sterbenden Restvolk ohne Königin mit eh schon schütterem Besatz. Da ist das Quark, zumindest weil auch der hoffnungsvolle Ableger, der jetzt schon an gleicher Stelle stehen könnte, wertvolle Zeit verliert. Das wird ansonsten dann nämlich die nächste Baustelle.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • im Frühjahr oder ohne Tracht besteht die Gefahr, das die CPV-geschwächten Völker ausgeräubert werden, da würde ich kein Risiko eingehen, wenn noch gesunde Völker am Stand sind.

    Eine Übertragung über Futter ist möglich. Also einschmelzen.

    Ich hatte einen solchen Fall im Frühjahr- 3 Tage nach Diagnose war der Ableger beim Wiederbesuch ausgeräumt.

    Zusätzlich zu genetisch-bedingter Immunschwäche der Weisel führen zusätzliche Faktoren wie Varroa-Wunden zur Infektion oder feucht-kalter Stand sowie mangelnde Volksstärke als Folge von Varroa/Abgang zum sichtbaren Ausbruch.

    Man könnte mit Risiko päppeln, aber gesunde Völker vermehren sich im Frühjahr ehe.

  • Persönliche Erfahrungen habe ich nicht - Literatur empiehlt Beuten desinfizieren und Material einschelzen/vernichten - Bienen sind Überträger des Virus, also....

    Die Brut muss nicht vernichtet werden, CBPV betrifft nur die adulten Bienen

    Das bedeutet, das Wabenwerk ist auch nicht belastet?

    Das liest sich bei den Honigmachern anders. Die Übertragungswege sind vielfältig und die Viren quasi überall zu finden. Allein die sichtbaren Folgen treten nur bei den erwachsenen Bienen auf.

    Somit kann man die Virenlast durch die empfohlenen Maßnahmen so weit drücken, dass keine Bienen mehr sichtbar erkranken. Aber bekommt man die Viren so auch langfristig aus dem jeweiligen Volk? Kann offensichtlich funktionieren.:/

    Ich habe beim JKI nochmals angerufen; die haben da viel zu tun und deswegen hätte die Analyse noch 2-3 Wochen gedauert. Ein Großteil der eingesendeten Proben betrifft momentan das chronische Bienen Paralyse Virus; es hat sich in diesem Jahr, vor allen Dingen aufgrund der Witterungsbedingungen im März/April sehr gut vermehrt, da die Völker wegen der Kälte und Nässe nicht gut fliegen konnten und sich das Virus in dem in dem vollbesetzten Stock ziemlich gut ausbreiten konnte.

    Die Übertragungswege des Virus sind nach wie vor unklar; man geht aber in der Zwischenzeit wohl auch davon aus, dass die Königin die Überträgerin sein könnte. Der Totenfall vor der Beute käme daher, dass die (möglicherweise aber auch befallenen) Wächterbienen den offensichtlich kranken Tieren den Eintritt verwehren. Ob Varroa der Auslöser ist, ist nicht bestätigt!

    Ich habe den Bearbeiter im JKI (der übrigens super freundlich und kompetent war), der selbst Imker ist, was er täte, wenn es sein Volk wäre. Er hat zum Abschwefeln geraten. Das habe ich gestern auch gemacht. So eine Sch.... Waben sollte ich vernichten, die Bienen vergraben oder verbrennen.

    Es ist mir Höllen-schwer gefallen. Und der Anblick der dann doch vielen Tiere (mit Flugbienen!) treibt mir jetzt noch die Tränen hoch.

    Aber ich denke, es ist wichtig, auch andere Völker nicht zu gefährden; vor allem deswegen weil die Übertragungswege einfach nicht bekannt sind. Eine medikamentöse Behandlung, über die Selbstheilung der Völker hinaus, ist nicht möglich (Virus!). Und wer Tiere hält, wie wir Imker das tun, hat eben auch eine Verantwortung gegenüber den Tieren - kein unnötiges Leid - und den mit-Imkern.

    Ich werde den Honig noch analysieren lassen. Über die Ergebnisse sage ich Euch Bescheid.

    Traurige Grüße

  • Hallo,


    Bin Euch noch ein Update schuldig... vom JKI kam jetzt der schriftliche Befund, eher enttäuschend, da dort auf Vergiftung durch Pflanzenschutzmittel untersucht wurde. Das war es nicht.

    Ob aber das CPBV der Auslöser war, ist nicht bestätigt. Bin ja auch kein Biologe, aber ich denke, dass das Virus mit dem Wirt stirbt. Wenn die Biene also tot ist, dann das Virus auch... Oder?


    Sowohl die Landwirtschaftskammer NRW in Münster als auch das Bieneninstitut in Mayen gehen davon aus, dass der Honig problemlos in Verkehr gebracht werden kann. Das Virus befällt die Biene, nicht den Honig.


    Habe an den Platz, an dem ich das Volk isoliert stehen hatte, einen kleinen Ableger gesetzt. Der hat sich selbst eine Weisel gezogen und fliegt nun tapfer das Drüsige Springkraut an, das nicht weit entfernt zur Zeit blüht. Sehr niedlich, wenn die mit ihrem beigen Gürtel zurückkommen... irgendwie tröstlich, Leben geht weiter.


    Nochmals Danke für die Diskussion hier.