Ableger trotz Königin buckelbrütig?

  • Guten Tag liebe Imker/Innen,


    am 30.04. habe ich mit drei Brutwaben, Mittelwand und Honigwabe einen Ableger gebildet.


    Am 30.05. habe ich zum ersten Mal geöffnet, die Königin gezeichnet, Milchsäurebehandlung durchgeführt und eine Mittelwand gegeben. Königin ist schön groß geworden und die Freude war groß.


    Nun ist kein ordentliches Brutnest zu finden, Drohnenbrut überall verteilt und bereits viele Drohnen im Volk.


    Die Königin ist noch da und legt auch noch.


    Ich gehe davon aus, sie Hat einen Schaden oder wurde nicht begattet.


    Ist das Volk zu retten, weil die Königin noch da ist, oder gilt auch hier der Grundsatz des "Abfegens"?


    Vielen Dank für eure Erfahrungen und Ratschläge.


    Fabian

  • Hallo Fabian,


    hier ist die Eierlegerin ja recht gut auszumachen - und es sollte nur eine sein. Man könnte also versuchen eine Königin zuzusetzen.

    So ganz in Ordnung ist die Stimmung im Volk vermutlich trotzdem nicht. Außerdem sind die Bienen inzwischen ziemlich alt. Ich hatte diesen Fall noch nicht. Mir wäre das Risiko insgesamt zu hoch - eine Königin zuzusetzen. Brut zuhängen, damit sie nachschaffen sollen scheidet auch aus, weil keine Pflegebienen im Volk sein dürften. Wenn du hast - steck versuchsweise eine schlupfreife Weiselzelle zu und schau, was passiert.

    Sonst abfegen, die Nachbarn verstärken und neu starten.


    Gruß
    Ludger

  • Genau so einen Fall hatte ich dieses Jahr auch. Eigentlich sind die Bienen in diesem Volk versaut/verdorben. Ich würde die abfegen und die neue Königin lieber in einen Kunstschwarm o.ä. mit jungen Bienen setzten. Nicht dem schlechten noch gutes hinterherwerfen. Lohnt nicht. Man muss die ja nicht abtöten, die alten Tanten betteln sich schon wieder ein.

    Grüße Wiebke

  • weil keine Pflegebienen im Volk sein dürften.

    Wer pflegt denn die Drohnen?

    Aber Abfegen ist trotzdem das Vernünftigste.

    Niemand - auch die jetzt angelegte Drohnenbrut, dürfte nicht mehr gut gepflegt werden.


    Schau dir die Aufgabenverteilung in Abhängigkeit vom Alter einer Biene an. Bei normalem Entwicklungsablauf sind die Futtersaftdrüsen einer Arbeiterin ungefähr vom 4-10 Lebenstag voll entwickelt, danach werden sie abgebaut und sind nicht mehr voll funktionsfähig.


    Wenn also keine jungen (weiblichen) Bienen mehr im Volk schlüpfen, gibt es bald auch keine Bienen mehr, deren Futtersaftdrüsen voll entwickelt sind. Es gibt zwar eine gewisse Altersplastizität der Bienen, so dass ältere Bienen die Aufgabe von physiologisch jüngeren Bienen übernehmen können (oder auch umgekehrt); ich bezweifle aber, dass diese vollwertige Pflegebienen werden/bleiben.


    Der Ableger ist vom 30.4, also sind die letzten jungen Bienen in der dritten Maiwoche geschlüpft. Die letzten echten Pflegebienen gab es demnach Ende Mai, evtl. 1. Juniwoche. Das Pflegepotential dieses Ablegers dürfte jetzt in der dritten Juniwoche so ziemlich erschöpft sein. Die Drohnen, die jetzt schlüpfen, sind die letzten, die noch normal gepflegt wurden. Die angesprochene Altersplastizität der Bienen verlängert dieses Drama noch etwas, aber viel ist da jetzt nicht mehr.


    Gruß
    Ludger