Frage zum Impfen

  • Hallo! Ich habe dieses Jahr das erste Mal Rapshonig geerntet und das Rühren und Impfen verbockt. Jetzt habe ich Zement im Glas :).
    Eine bekannte Imkerin hat mir jetzt gesagt, dass ich den Zementhonig bei richtiger Anwendung zum Impfen meines "normalen" Honigs verwenden kann: Im warmen Wasserbad unter ständigem Rühren so lange erwärmen, bis er cremig ist und dann auf einen 25 Kilo Abfüll-Eimer 2 Gläser gründlich einrühren und über mehrere Tage weiter rühren.
    Jetzt habe ich irre Angst, dass ich mit der Methode noch mehr Zement produziere!
    Der frisch geerntete Honig (letzten Sonntag) sieht gar nicht nach Frühtracht aus. Er ist verhältnismäßig dunkel und ich habe ein paar Gläser auch flüssig abgefüllt.
    Kann ich das Impfen wie oben beschrieben riskieren oder besorg ich mir von einem Nachbarsimker normalen cremigen Honig zum Impfen? Help!

  • Die beste Impfstoff ist natürlich Honig, der selbst möglichst feincremig ist. Zementhonig ist das nicht und wird das auch mit Auftauen und Rühren nicht wieder. Außerdem braucht man zum Impfen nicht so viel Honig, dass man damit fest geworden aufbrauchen würde.


    Bei der Frühtracht gibt es aber eigentlich keine Notwendigkeit zu impfen - außer man hat keine Zeit zu warten.

    Es ist doch eigentlich ganz einfach: Warten, bis der Honig sich eintrübt und dann mit dem Rühren beginnen. Je schneller die Kristallisation voranschreitet, um so öfter rührt man. Bei Frühtracht kann da zweimal am Tag sinnvoll sein, bei Spättrachten vielleicht nur alle drei Tage.

    Es ist wie immer beim Imkern: genau hinschauen und gezielt und dosiert reagieren.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Die beste Impfstoff ist natürlich Honig, der selbst möglichst feincremig ist. Zementhonig ist das nicht und wird das auch mit Auftauen und Rühren nicht wieder. Außerdem braucht man zum Impfen nicht so viel Honig, dass man damit fest geworden aufbrauchen würde.


    Bei der Frühtracht gibt es aber eigentlich keine Notwendigkeit zu impfen - außer man hat keine Zeit zu warten.

    Es ist doch eigentlich ganz einfach: Warten, bis der Honig sich eintrübt und dann mit dem Rühren beginnen. Je schneller die Kristallisation voranschreitet, um so öfter rührt man. Bei Frühtracht kann da zweimal am Tag sinnvoll sein, bei Spättrachten vielleicht nur alle drei Tage.

    Es ist wie immer beim Imkern: genau hinschauen und gezielt und dosiert reagieren.

    Hm, ok. Die Argumentation der Nachbarsimkerin war, dass der Honig ja von der Kristallgröße ideal, nur eben insgesamt zu fest ist. Und diese Art der Kristallisation wünschenswert ist, der "normale" Honig aber garantiert nicht so fest aushärtet.
    Aber dann riskiere ich nix, und rühre nur, sobald er trüb wird.
    Ich hätte nur gern ein bisschen Zeit gespart durchs Impfen...

  • Die Argumentation der Nachbarsimkerin war, dass der Honig ja von der Kristallgröße ideal, nur eben insgesamt zu fest ist.

    Es ist so fest, weil die Kristallgröße nicht ideal ist - die Kristalle sind zu groß. Feincremig bedeutet: kleine Kristalle.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Die Argumentation der Nachbarsimkerin war, dass der Honig ja von der Kristallgröße ideal, nur eben insgesamt zu fest ist.

    Es ist so fest, weil die Kristallgröße nicht ideal ist - die Kristalle sind zu groß. Feincremig bedeutet: kleine Kristalle.

    Ok, ich dachte, Kristalle wären eben kratzig und spürbar - so wie man halt schon mal ein vergessenes Honigrestchen "kratzig" aufs Brot geschmiert hat. Das war dann ein Denkfehler von mir. Weil mein Rapshonig, wenn man ihn mit Gewalt aufs Brot schmiert, eben doch sehr feincremig ist. Nur schwer zu streichen. Wieder was gelernt. Anfänger halt. Ich lern's schon noch :) - hoffe ich.

  • Ok, ich dachte

    Tsssss!

    Hier kann man das Richtige vor dem Denken finden, Tausendfach:p_flower01:

    Aber fragen, "nach dem Machen", is ja leichter


    DU SOLLST NICH DENKEN

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Was jetzt? Soll Resl vor dem Denken erstmal hier suchen, oder soll Resl "NICH DENKEN" wie du so schön schreibst? Wobei natürlich auch die Entscheidung, erst einmal zu suchen, Denken im Vorfeld voraussetzt 8o

    Es ist übrigens hier im Forum oftmals gar nicht so einfach, speziell als Anfänger, die Antworten nach denen man sucht in bereits bestehenden oft unzählige Seiten langen Topics zu finden.

  • Was jetzt? Soll Resl vor dem Denken erstmal hier suchen, oder soll Resl "NICH DENKEN" wie du so schön schreibst? Wobei natürlich auch die Entscheidung, erst einmal zu suchen, Denken im Vorfeld voraussetzt

    Es ist übrigens hier im Forum oftmals gar nicht so einfach, speziell als Anfänger, die Antworten nach denen man sucht in bereits bestehenden oft unzählige Seiten langen Topics zu finden.

    Na, dann fragst halt "vor" dem machen und denken,

    Hat hier noch jeder die Rübe auf den Schultern behalten:saint:

    na gut

    DU SOLLST DENKEN

    8o

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Hallo,


    die Kristalle sind garantiert zu groß die dort jetzt enthalten sind. Ich würde den komplett auftauen, am besten mit ein Melitherm, also das alle Kristalle wieder zertört sind. So geht alles zurück auf Start. Den Rapshonig würde ich nicht impfen (ich impfe garnicht, auch nicht bei hohem Waldanteil, wenn dann eher mischen). Wichtig ist, schnell abkühlen, nicht zu oft rühren und relativ kühl im Kristallisationsprozess lagern. Ich rühre automatisch über Zeitschaltuhr 3-4 Mal am Tag für 15 Minuten.

    Beim Raps sollte das wenige Tage dauern. Auch nicht überrühren! Das lernt man aber nur über Erfahrung.


    grüße Stefan

  • Moin,

    werft hier nicht zwei Dinge durcheinander:

    Zum einen ist der Honig fest geworden. Das passiert nun mal, wenn z.B. ordentlich Raps in den Waben war (geschleudert und gesiebt halt jetzt im Glas). Ich gehe jetzt mal von Raps aus und nicht von Melizitose ("Zementhonig"). Beim Frühjahrshonig kannst du auch nix impfen sondern höchstens den bestehenden Honig mit anderem, flüssigen Honig "strecken".

    Wie oft und wie lange hast du gerührt?

    Hab letztes Jahr selber Frühjahrshonig gehabt, den ich, Samstag geschleudert, am Mittwoch/Donnerstag trotz 2x am Tag 5 Minuten rühren, kaum noch in die Gläser bekommen habe. Dieses Jahr war der nach 8 Tagen immer noch fließfähig (mehr Obst drin).

    Wenn du mit dem Honig zufrieden bist, der Honig zwar hart, aber z.B. streichfähig auf's Brot kommt (Nutella Konsistenz), ohne die typischen Kristalle im Mund, ist meiner Meinung nach alles richtig gelaufen.

    Zum anderen das Thema impfen:

    Wenn du Honig hast mit hohem Fruktoseanteil, der nicht so gut auskristallisiert (z.B. Obst oder Robinie), dann kannst du den mit gerührten und auskristallisiertem Honig animpfen, damit flüssige Honige mehr Kristalle bekommen, damit der Honig schneller auskristallisiert (was sonst erst nach Wochen passiert).

    Ich nutze grundsätzlich meinen cremig gerührten Frühjahrs-Honig (1kg auf 20-24kg), mit dem ich meinen Sommerhonig animpfe. Dadurch bekomme ich innerhalb von 10 Tagen einen cremigen Sommerhonig ins Glas, der dort final auskristallisieren kann, ohne dass er grobe Körner ansetzt.

    Was ich damit vermeide, ist, dass der Sommer-Honig grobkörnig auskristallisiert.

    Ich würde nicht den Honig noch mal erwärmen, sondern den Honig direkt einrühren.

    Versuch es doch sonst einmal mit einem Eimer. Der Honig wird dadurch ja nicht schlecht. Und der wird auch nicht so stark auskristallisieren, dass dann alles wie Zement ist.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • So hab' ich's gemacht :). Mit 2 Gläsern Raps den restlichen Frühlings-/Sommer-Mischhonig geimpft und er ist prima geworden. Vielen Dank.
    Inzwischen habe ich mich auch zu zwei Dritteln durch die Melezitose-Ernte gequält und werde ihr morgen "den Rest geben". Also in die Sonne hängen, von jeder Seite zwei Mal schleudern und dann die Waben klein schneiden und durch die Obstpresse jagen. Das ist zwar nicht komfortabel, aber es klappt!

  • nicht zu oft rühren und ....

    .... Ich rühre automatisch über Zeitschaltuhr 3-4 Mal am Tag für 15 Minuten.

    Hallo Stefan,

    wie passen "nicht zu oft rühren" und "3-4mal am Tag für 15min rühren" zusammen?

    Ich hatte bisher immer nur von max. 2mal am Tag für max. 5min gehört und bin da schon in Sorge, dass ich überrühre.

    Oder ist mit "überrühren" gemeint, dass man den Honig auch dann noch (unnötigerweise) weiterrührt, wenn er eigentlich schon abgefüllt werden sollte?

    Dann wäre es für mich die Frage, wie erkenne ich mit noch nicht soo viel Erfahrung, dass er abfüllfertig ist?


    Danke!

    Axel