TBE und weiselrichtigen Brutsammler mit einem Kieler Begattungskästchen

  • Hallo zusammen,

    ich habe gestern ein paar Kieler BGE geprüft, und siehe da, alle Weiseln in Eilage. Allerdings habe ich die etwas stramm gefüllt und die brauchen Platz. Wenn da der erste Brutsatz schlüpft, knallen die auseinander.

    Jetzt will ich am WE die TBE durchziehen und habe überlegt, über die Zargen mit den bebrüteten Waben im SBA ein ASG zu legen, dann eine Zarge mit MW und Leerrähmchen (was ich halt noch so da habe) oben rauf zu packen und darüber, über Spundloch in der offenen Bienenflucht, den Kieler mit offenem Boden zu stellen.


    Die Idee: Unten schlüpft die Brut, ohne eine Nachschaffung zu starten, oben wandert die Königin samt Gefolge irgendwann aus dem Kieler in den jungfräulichen Brutraum und besiedelt selbigen. Nach unten, zu den Brutwaben kommt sie nicht, weil ASG.

    Nach etwa 10 Tagen nehme ich die Brutsammelzargen unter dem ASG weg, fasse alles in dem oberen, einst jungfräulichen BR zusammen, schmelze den Rest an verdeckelten Waben ein und behandle dann den Ableger mit OXS (nach 10 Tagen schon deshalb, weil dann der Urlaub startet. Ansonsten hätte ich auch 14 Tage gewartet).


    Ich will halt das Auflösen der Kieler mit dem Erstellen der Brutscheunen kombinieren, die Brutscheunen nicht irgendetwas nachschaffen lassen, und noch vorm Urlaub mit der Behandlung fertig sein.


    Kann das so funktionieren, oder habe ich etwas Wesentliches übersehen (bspw.: "aber die ganzen Bienen wandern nach unten zur Brut und lassen die Königin allein", oder so etwas)?

    Grüße

    Ralf

  • Moin Ralf,


    bei einer so jungen Königin bin ich mir nicht sicher, dass die Trennung von Brut und Königin den von dir gewünschten Effekt erzielt, d.h. ich würde denken, dass die Bienen die "Neue" aus dem Kieler ignorieren, und aus ihrem Genpool nachschaffen.


    Mein Vorschlag: Sammelbrutableger bilden und nach acht oder neun Tagen auflösen. Dann die alten Zargen weg, und eine frische mit Mittelwänden an den Platz des Sammelbrutablegers. Geschlüpfte und mit Oxalsäure besprühte Bienen in die Kiste abschütteln. Dann die neue Königin zum Ausfressen drauf, Futtertrog und eine erste dünne Fütterung.

    So wie ich es verstehe müsste die Königin im Kieler in diesem Fall noch eine gute Woche länger ausharren. In dem Fall würde ich tatsächlich etwas Brut entnehmen, um das "Platzen" des Begattungsvölkchens hinauszuzögern.


    Beste Grüße


    Peter

  • dass die Bienen die "Neue" aus dem Kieler ignorieren, und aus ihrem Genpool nachschaffen.

    Ich hätte vermutet, dass die Neue samt Gefolge den Kieler irgendwann verlässt, einfach weil sie mehr legen will, und dann den leeren, aufgesetzten Bereich in Beschlag nimmt.


    Der SBA hat ja so gesehen keinen eindeutigen eigenen Genpool, weil da ja aus unterschiedlichen Völkern Bienen und Brut drin stecken. Und jene Bienen, die dann schlüpfen, kennen nur die Königin aus dem Kieler, und die sind ja auch bald in der Mehrzahl.


    Ich verstehe, was du mir empfiehlst. Klingt auch nachvollziehbar und einleuchtend! Ich will nur nicht wieder in den Kieler rumkramen, Da ist alles voll, von den Holzleisten brechen die Waben ab - das ist alles irgendwie unhandlich, ätzend zu bearbeiten und damit gefährlich für die Königinnen.

    Deswegen wollte ich die einfach ohne weitere manuelle Eingriffe "leeren", und bin auf diese Idee verfallen...

  • Der Sammler wird niemals brutfrei, daher wird die Entmilbung mit OS nicht funktionieren.

    Gruß Ralph

    Ich habe drei Zargen: Zwei mit Brut, eine noch ohne Brut, getrennt durch ein ASG.

    Die Königin fängt an, in jener Zarge ohne Brut zu legen.

    Nach 9 Tagen nehme ich die zwei Zargen mit der ursprünglichen Brut raus, die Zarge für die Kö hat jetzt auch Brut, aber noch nicht verdeckelt.


    Da gäbe es diesen kurzen Moment, wo es noch keine verdeckelte Brut gibt.

    Oder?

  • 7-tägige Brut kann bereits befallen sein. Die Behandlung Mit OS hat außerdem nicht sofort ihre Wirksamkeit. Das ist zu bedenken.

    Außerdem vernichtest du eine große Menge an Brut, was eigentlich nicht der Zweck eines Brutsammlers ist. Willst du das?

    Gruß Ralph

  • Nach 10 Tagen ist die Hälfte der Brut noch nicht geschlüpft, hier verwirfst du also recht viel Bienenmasse. Wäre es nicht eine Möglichkeit, die dann entnommenen Brutwaben nochmal seperat aufzustellen und schlüpfen zu lassen, evtl. mit einer zugesetzten Weiselzelle um die wenigen alten und schlüpfenden neuen Bienen drin zu halten?


    Nach deinem Urlaub könntest du diese noch verkunstschwarmen oder als 'normalen' Ableger (mit entsprechender Behandlung) weiterlaufen lassen, je nach Länge des Urlaubs. Könnte dann auch nochmal eine schöne Verstärkung für ein bis zwei andere Völker ergeben, falls sie bis Oktober nicht selbst ausreichend groß werden.

  • Willst du das?

    Ich habe ehrlich gesagt keine genaue Vorstellung davon, wieviel Bienen nach 9 Tagen aus einer gemischten Sammlung an Brutwaben, so 20 Stück DNM an der Zahl pro SBA, geschlüpft sind.


    Ich fand die Idee auch deswegen ganz gut, weil dann alle vormals vorhandene Brut quasi als Fangwaben agiert hat, was - im Vergleich zur vorhandenen Bienenmasse - ja ziemlich viel offene Brut bedeutet (und damit eine hohe Milbenfangquote?)


    Das Problem: Ich habe nicht viel mehr als 9-10 Tage. Dann bin ich weg und erst Ende Juli wieder da. Wenn ich die SBA länger laufen lasse, schaffen die selber nach, ich etc. - und ich muss irgendwohin mit den Kielern... hmmm.

  • Moin Ralf,


    ok, wenn das Kieler Kästchen so voll ist, dann ist das natürlich schon ein Thema. Ich denke aber eben, dass gerade bei dem gewaltigen Volumen an Brut und Bienen eine junge Königin sich nicht durchsetzen kann. Ohne die Brut in einer Zarge sollte das anders aussehen.


    Somit ist die Leerung des Kielers nun das eigentliche Thema. Ich fürchte nur, dass sich die Königinnen aus ihrem Zuhause nicht wirklich rauslocken lassen werden, so dass du um feine Fingerarbeit nicht herumkommst.


    Beste Grüße


    Peter

  • ich habe gestern ein paar Kieler BGE geprüft, und siehe da, alle Weiseln in Eilage. Allerdings habe ich die etwas stramm gefüllt und die brauchen Platz. Wenn da der erste Brutsatz schlüpft, knallen die auseinander.

    Google doch mal Mini+? Grade mit dem magischen Satz 'beginnt der Urlaub' wäre eine Leerzarge jetzt eine feine Sache, gell?


    Mach KS mit den Bienen und jeweils 'ner Königin und normale weiselrichtigen Brutscheunen mit den Rest. Jeweils eine Zarge Brut, Bienen mit alter Königin, ASG, zwei oder drei Zargen Brut ohne Bienen & Königin. Wird schon bis nach dem Urlaub gut gehen, schneid der Dame trotzdem 'nen Flügel. KS mit OS sprühen, Futterteig drauf und genieß den Urlaub ohne an Varroen oder Schwärme zu denken. Nach dem Urlaub dann das gleiche nochmal mit den Brutscheunen.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich fürchte nur, dass sich die Königinnen aus ihrem Zuhause nicht wirklich rauslocken lassen werden,

    Da habe ich eben keinerlei Erfahrung.

    Ich kenne nur Videos, wo das genau so gemacht wird - allerdings zur Umweiselung von Vollvölkern: Alte Königin raus, neue in einer BGE raufsetzen (EWK, Kieler, Miniplus).

    Die neue hat dann ihren Hofstaat dabei, ist quasi geschützt vor alten Tanten und geht dann i.d.R. auch irgendwann runter. Fand ich eigentlich recht elegant.

  • Aber nicht, wenn Du die 100% brutfrei willst, was Du willst, weil Dich sonst die Milbe in den Schlaf verfolgt ;)


    Genau das sind die kleinen Unterschiede.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Das Problem: Ich habe nicht viel mehr als 9-10 Tage. Dann bin ich weg und erst Ende Juli wieder da. Wenn ich die SBA länger laufen lasse, schaffen die selber nach, ich etc. - und ich muss irgendwohin mit den Kielern... hmmm.


    Dann lass sie doch selbst nachschaffen :) Ende Juli pflückst du die nachgeschaffte Kö raus und bildest kleine Kunstschwärme mit den Bienen und den Kö's aus den Kielern. Diese erreichen zwar keine Überwinterungsstärke, können aber im Herbst gut genutzt werden um als 3 oder 4-Waben-Ableger Altvölker zu vestärken und gleichzeitig Umzuweiseln, wo nötig. Diese Idee ist allerdings (noch) theoretischer Natur und nicht selbst getestet, möchte ich hinzufügen ;) Das gleiche 'Problem' habe ich auch (noch ein halbes Dutzend Kö' in Kielern die verschafft werden wollen) und die genannte Überlegung ist mein bisheriger Plan damit umzugehen.