Bienenseuchenverordnung - AFB herausnehmen?

  • Auskunft vom DIB: Man verhandelt bereits seit Ende 2018 mit dem BMEL und hat auch bei der EU angefragt -> noch keine Antworten. Angeblich soll AFB nur noch unter dem Aspekt des Verbraucherschutzes geregelt werden.

    Der DIB habe sich für die bestehenden EU-Regeln ausgesprochen.

    Dabei hat er aber mglw. übersehen, daß die EU-Regeln nicht die Bekämpfung der AFB beinhalten, sondern lediglich den Handel mit Bienen und Bienenprodukten vereinfachen. Wie in #49 Zf. 4 bereits dargelegt: Sobald einzelne Mitgliedsstaaten die AFB-Bekämpfung einstellen, resp. keine Sperrgebiete mehr ausweisen, dann sind die TRACES-Zeugnisse wertlos und sagen nichts über den wirklichen Seuchenstatus des Herkunftsgebietes und erst recht nichts über den Seuchenstatus der exportierten Bienen.

  • Noch einmal: Wenn es wirklich zutrifft, daß einzelne EU-Staaten aus der amtlichen AFB-Bekämpfung ausgestiegen sind und keine Sperrgebiete mehr ausweisen, sind die TRACES-Zeugnisse von dort ohne Aussagewert. Zwangsläufige Folge wäre ein sofortiger Einfuhrstop für Bienen-/-produkt-Importe aus diesen Staaten bzw. eine amtliche Beprobung der Warenladung vor Grenzübertritt auf gesonderten Antrag des Importeurs und selbstverständlich auf dessen Kosten. Bis zum Ergebnis der Laboruntersuchung (technologisch bedingt mindestens 10 Tage für Anzucht der Kultur) hat das Transportgut an der Grenzen bienendicht verwahrt abzuwarten. Wieso kommt uns dies (und nicht der Ausstieg von EU-Staaten aus der AFB-Bekämpfung) absurd vor?

  • Ein gut funktionierendes BSSV-Wesen würde ich SEHR begrüssen. Wir haben es nur hier in Berlin nicht. Ich bin auch nicht so voller Hoffnung, dass wir ein solches so schnell hinbekommen.So lange die AFB-Bekämpfung regional interpretierte Bezirkssache bleibt, überzeugt mich die aktuelle AFB-Bekämpfung durch Vater Staat wirklich nicht.


    Habe gerade die Berechnung für die Erstattung der Tierseuchenkasse bei angeordneter Abtötung resp. Sanierung gesehen. Demnach ist ein winterfertig eingefüttertes Bienenvolk samt Kiste, Rähmchen, Waben ganze 105 Euro wert. Für sanierte Völker gibt es rund 52 Euro. Das ist echt alles ein schlechter Witz.

    Nun soll ein freiwilliges AFB-Montoring kommen...wie soll das denn vor diesem Hintergrund funktionieren?


    Ich freu mich ja wenn hier so viele offenbar so tolle BSSVs, so gute Informationspolitik und Unterstützung von ihrem LV und Vet bekommen und verstehe, wenn sie das alles bewahren wollen... hier haben wir jedoch nur wenig, was erhaltungswürdig wäre. Daher fände ich grundsätzliche Überlegungen nicht schlecht. Schätze aber mal, dass die auch nicht gemacht werden dürfen, sondern dass alles einfach so bleibt, wie es ist. Änderungen sind anstrengend.


    M.

  • Ein gut funktionierendes BSSV-Wesen würde ich SEHR begrüssen. Wir haben es nur hier in Berlin nicht. Ich bin auch nicht so voller Hoffnung, dass wir ein solches so schnell hinbekommen.So lange die AFB-Bekämpfung regional interpretierte Bezirkssache bleibt, überzeugt mich die aktuelle AFB-Bekämpfung durch Vater Staat wirklich nicht.


    Habe gerade die Berechnung für die Erstattung der Tierseuchenkasse bei angeordneter Abtötung resp. Sanierung gesehen. Demnach ist ein winterfertig eingefüttertes Bienenvolk samt Kiste, Rähmchen, Waben ganze 105 Euro wert. Für sanierte Völker gibt es rund 52 Euro. Das ist echt alles ein schlechter Witz.

    Nun soll ein freiwilliges AFB-Montoring kommen...wie soll das denn vor diesem Hintergrund funktionieren?


    Ich freu mich ja wenn hier so viele offenbar so tolle BSSVs, so gute Informationspolitik und Unterstützung von ihrem LV und Vet bekommen und verstehe, wenn sie das alles bewahren wollen... hier haben wir jedoch nur wenig, was erhaltungswürdig wäre. Daher fände ich grundsätzliche Überlegungen nicht schlecht. Schätze aber mal, dass die auch nicht gemacht werden dürfen, sondern dass alles einfach so bleibt, wie es ist. Änderungen sind anstrengend.


    M.

  • Demnach ist ein winterfertig eingefüttertes Bienenvolk samt Kiste, Rähmchen, Waben ganze 105 Euro wert. Für sanierte Völker gibt es rund 52 Euro. Das ist echt alles ein schlechter Witz.

    Beim Auto kannst du wählen zwischen Vollkasko, Teilkasko oder nur Haftpflicht.

    Wählen kann man in diesem Fall nicht (höchstens eingeschränkt durch Umzug). Aber eine höhere Entschädigung zieht auch automatisch höhere Beiträge nach sich. Was ist das größere Übel?

  • Ich gehe davon aus, daß diese Förderung zumindest teilweise auch aus EU-Töpfen gespeist wird.

    Warum sollte ausgerechnet der Landesverband der Thüringer Imker eine EU-Förderung bekommen? Denn der ist es, der für das Monitoring verantwortlich zeichnet, so wie ich das lese. Dann bekämen den doch alle Verbände, oder? Gibt es in allen Verbänden dieses Monitoring?

    Müsste dieses Geld dann nicht eher der Tierseuchenkasse oder den Kreisen zugute kommen, um alle zu erreichen? Dann wäre Bienen Edes Forderung sogar gerechtfertigt.


    Falls wirklich solche EU-Gelder fließen, sind die dann speziell für das AFB-Monitoring oder die AFB-Bekämpfung? Wie sieht es mit der Gleichstellung mit anderen EU-Ländern aus, in denen die AFB-Bekämpfung ganz anders aussieht, sofern überhaupt effektiv vorhanden?


    Ich glaube nicht, dass man dafür EU-Förderungen bekommen kann. Ich finde auch keine Hinweise darauf.

  • EU-Förderungen funktionieren meist komplett anders. Die EU gibt grobe Ziele vor und die (Bundes-)Länder legen ein Förderprogramm meist mit eigener Kofinanzierung auf, indem die genauen Bedingungen niedergeschrieben sind. Dies wird natürlich in der EU genau geprüft, hauptsächlich hinsichtlich Evaluierungs- und Prüfungsmöglichkeiten.


    Das heißt: Förderprogramme mit EU-Geld können sich von Bundesland zu Bundesland stark unterscheiden und Bürger erkennen dies schwer. Am ehesten noch an der größeren Anzahl von Kontrollen.


    Grüße vom Apidät

  • Warum sollte ausgerechnet der Landesverband der Thüringer Imker eine EU-Förderung bekommen? Denn der ist es, der für das Monitoring verantwortlich zeichnet, so wie ich das lese.

    Wo liest Du das? Die Entscheidungen, wer wann und durch wen im Rahmen des Monitoring beprobt wird, trifft in Thür. allein die dafür verantwortliche Stelle: das örtlich zuständige VetA - unbeschadet der Tatsache, daß die Imkervereine bei der Entscheidungsfindung eingebunden werden. Dieser Weg der Risikobewertung ist freilich aufwändiger als gedankenlose Auswahl nach dem Zufallsprinzip - für alle Beteiligten.


    Hymenoptera : Die Mißstände in Berlin haben seit Jahrzehnten die traurige Folge, daß die AFB-Quote dort auf deutschlandweitem Höchststand bleibt. Die Ursachen liegen unzweifelhaft in der dort durch die VetÄ unvollkommen organisierten epidemiologischen Vorsorge. Das hat bereits Dr. Koithan in seiner Dissertation 2005 nachgewiesen. Leider hat die Veterinärverwaltung dort es bisher nicht geschafft, die nötigen Schlußfolgerungen daraus zu ziehen. Im Gegenteil: Manche AVet. ersticken durch einen nicht nachvollziehbaren "Bestrafungsfeldzug" gerade gegen epidemiologisch engagierte Imker jeden Versuch, die Lage zu verbessern. Das spricht nicht gegen, sondern gerade für das bisherige Vorsorgesystem nach BienSeuchVO, auch wenn ein AVet seine dort gegebenen Befugnisse durchaus mißbrauchen kann, wie man weiß.

  • Immenreiner in Oberösterreich zielt man auf die Wanderimker und auf die Züchter. Die kleinen Standimker kontrolliert in OÖ niemand, solange die nicht in einem Sperrbezirk stehen. Die größeren Imkereien in Österreich lassen allerdings fast alle sämtliche ihrer Völker jährlich in Dol auf AFB kontrollieren. So auch ich. Dementsprechend zielt das AFB Monitoring in Öst. auf die falsche Zielgruppe ab, nämlich auf die Größeren, die Verbandsintern aber ein kostengünstiges freiwilliges flächendeckendes Monitoring aufgebaut haben (Erwerbsimker).

  • Immenreiner in Oberösterreich zielt man auf die Wanderimker und auf die Züchter. Die kleinen Standimker kontrolliert in OÖ niemand, solange die nicht in einem Sperrbezirk stehen. Die größeren Imkereien in Österreich lassen allerdings fast alle sämtliche ihrer Völker jährlich in Dol auf AFB kontrollieren. So auch ich. Dementsprechend zielt das AFB Monitoring in Öst. auf die falsche Zielgruppe ab, nämlich auf die Größeren, die Verbandsintern aber ein kostengünstiges freiwilliges flächendeckendes Monitoring aufgebaut haben (Erwerbsimker).

    Wurde das Monitoring eines ausgewählten Bezirkes jedes Jahr aufgegeben?

  • Immenreiner Das abwechselnde Monitoring von ausgewählten Bezirke gibt es in OÖ nach wie vor, aber kontrolliert werden da ja eben nur die Wanderimker und die Züchter. Standimker waren davon noch nie betroffen. Es gibt dazu mittlerweile einen Text der Landwirtschaftskammer OÖ dass die Züchter und Wanderimker (das sind ja eher die größeren Imkereien und die haben in Öst. selbst ein internes Monitoring aufgebaut) offensichtlich nicht die richtige Zielgruppe für ein Monitoring sind, da die AFB dennoch eher zunimmt. Man müsste die kleinen Standimkereien nach dem Zufallsprinzip kontrollieren ...

  • Zum Wandern/Belegstellennutzung oder Verkauf von Bienen über die Kreisgrenze ist der Nachweis der AFB-Freiheit Pflicht.

    In MV wurden fürs kostenlose Monitoring der jährliche Wechsel vorgeschrieben- weil das Kontingent beschränkt wurde und praktisch von den gleichen (Verkäufern) genutzt wurde.

  • Wo liest Du das?

    Da

    Zitat

    Informationsblatt des Landesverbandes Thüringer Imker e.V.

    Nr. 6/2018

    habe ich das zum Beispiel so verstanden. Bei einem Bericht zum Tag der Bienengesundheit wird auch über das AFB- Monitoring berichtet.

    Das hab ich mit dem Herausgeber der Infobroschüre in Verbindung gebracht. Es gibt auch keinen anderen Bezug, der für Außenstehende ersichtlich wäre, oder?


    Allerdings gibt es auch Informationen in PDF-Dateien zu diesem Thema, bei dem das Land Thüringen in der Adressleiste erscheint. Da der Landesverband wohl zumindest einbezogen ist in die Auswahl der zu nehmenden Proben, ist nur schwer zu erkennen, wer verantwortlich dafür zeichnet.


    In NRW führt der Landesverband (zumindest Westfalen-Lippe) die Untersuchungen durch. Darum gehe ich auch davon aus, das er für die Finanzierung verantwortlich ist. Sollte das nicht der Fall sein, lasse ich mich gerne belehren.