Bienenseuchenverordnung - AFB herausnehmen?

  • Hm,

    EU-Recht kippen?

    Siehe Autobahnmaut😭

    Gruß

    Butsche

    Alternativ versuchen vorher schon auf EU-Ebene Druck zu machen, damit die Änderung gar nicht erst kommt.


    Ähnlich wie bei den Kampagnen zu Glyphosat und NeoNicotinoiden, nur dass man beim AFB Thema tätig werden könnte, bevor das Kind in Brunnen fällt.


  • Ich bin kein Freund von Antibiotika weder in mir noch in meinen Bienenvölkern.

    Nur wenn es Notwendig ist.

    Noch weniger bin ich ein Fan von AFB.

    Meine Beobachtung ist schlichtweg, dass das derzeitige System nicht richtig funktioniert.

    Wenn man eine solche These aufstellt, soll man auch Begründungen liefern.

    Ein freier Imker wie ich hat separat seine Bienenstände selbst im Kreis zu melden.

    Ein Vereinsimker braucht das nicht. Da geht das Spiel ja schon los.

    Natürlich wird der Stand ausgesucht mit den neuen Beuten und den jungen Waben.

    Die Ableger, von dem das Gesundheitszeugnis nicht stammt, kommen dann von dem Stand mit den Waben, die Konrad Adenauer schon im Radio gehört haben.

    Wie sollen den im Sperrbezirk oder ein AFB Bereich kontrolliert werden, wenn nicht bekannt ist, wo die Imker stehen. Da ist der AFB Tourismus vorprogrammiert.

    Die Regelungen sind nicht nur von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich,.sondern noch teilweise von Kreis zu Kreis. Es wird endlich mal eine einheitliche Vorgehensweise nötig.

    Damit hat Vet und Imker endlich mal Handlungssicherheit.

    Auch das mit Beprobung ist kein guter Zustand. Die vorhandenen geförderten Proben müssen nach dem Zufallsprinzip verteilt werden.

    Es bringt nichts, wenn einige Wenige kontinuierlich beprobt werden und manche nie.

    Das jährliche Frage nach der Beprobung im Verein ist mir da lebhaft im Gedächtnis geblieben.


    Ja, auch das der Vet mit Arbeit zugeschüttet wird, ist eine Wahrheit. Auch das einige bei Instituten anrufen müssen, um an Informationen zu kommen, ist leider auch eine Wahrheit.

    Es fehlt einfach ein eigenes neutrales Institut.

    Stellen können kaum noch beseetzt werden. In der freien Wirtschaft wird mehr verdient.

    Es kann nicht sein, dass die Bienensachverständigen von einer Institution ausgebildet werden, das Gleichzeitig die Interessen des Hobbyimkers vertreten soll.

    Auch muss es ein Wahlrecht aus einer Gruppe von Sachverständigen geben, wem ich da auf den Hof lasse.

    Zudem müssen zwingend die Proben versiegelt werden.

    In dem ganzen Vorgang muss endlich mal transparenz. Die Grundsätze des Compliance und des 4-6 Augen Prinzips müssen gewahrt werden.

    Nur damit steigt die Akzeptanz bei den Imkern und ohne Akzeptanz werden die Forderungen nach Abschaffung laut.

    Erst dann bin ich auch bereit gegebenenfalls mehr in die Kasse zu bezahlen. Ob ich nun ein oder zwei Euro in die Kasse zahle, ist es mir wert.


    Zu meinen Opas Zeiten hat es auch funktioniert. Da gab es keine Vereine und keinen Vet.

    Die Imker haben sich untereinander geholfen ohne Antibiotics.

    Allerdings wird die Anzahl der Imker im Laufe der Jahre dann konsequenter Weise sinken.


    Der DIB hat mit dem Verkauf beim Discounter und durch diverse Aussagen seinen Standpunkt klar dargestellt. Aber hoffen und harren, hält manchen zum Narren.


    Ich befürchte allerdings, dass die EU im Rahmen der Gleichstellung der Länder eine einheitliche Vorgehensweise durchsetzen wird. Da sind wir in Deutschland nunmal in der Minderheit. Mal sehen was da kommt, aber konkretes weiss man ja nicht.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Hallo Ede,

    einige Deiner Kritikpunkte kann ich teilen, andere nicht. Die Unterschiede in den Regelungen je nach Bundesland/Freistaat empfinde ich auch als sinnlos, ebenso die zumindest bei uns in NRW recht unterschiedliche Handhabung durch die einzelnen Veterinäre.

    Deine Behauptung, Vereinsmitglieder müssten ihre Bienenstände nicht selbst anmelden, trifft in NRW nicht zu. Da Du Dein Profil nicht ausgefüllt hast, weiß ich nicht, woraus Du diese Aussage herleitest. Mein Eindruck ist, dass Imker, die keinem Verein angehören, häufiger schlecht über gesetzliche Bestimmungen und aktuelle AFB-Lage informiert sind, obwohl Informationen im Internet prinzipiell verfügbar, aber manchmal schwer zu finden sind.

    Im großen und ganzen habe ich den Eindruck, dass das System, vor allem Dank der ehrenamtlich tätigen BSV, bei uns einigermaßen funktioniert. Eine völlige Deregulierung halte ich für kontraproduktiv.

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Hallo zusammen,


    die Faulbrut im Deutschland ist unter Kontrolle. Es gibt vergleichsweise wenig Fälle im Jahr.

    Die Sporenbelastung von einheimischen Honig ist im Vergleich zu Honig aus anderen Ländern ebenfalls sehr gering.

    Das System (Bienenseuchenverordnung und konkreter die Leitlinie) funktioniert also und ich kann mir kaum vorstellen, dass eine Änderung eine Verbesserung herbeiführen würde.


    Liebe Grüße

    Marie

    "Das will nicht sagen, daß die Imker eine Versammlung von irgendwie seelisch "angeknackten" Menschen wären. Aber wer das ist oder wer das verhüten will, dem kann ich mit gutem Gewissen raten: Schaff Dir Bienen an!"

    Edmund Herold in "Neue Imkerschule", 1965

  • Ich nochmal.
    Ich habe Dr. Otten vom Bieneninstitut Mayen deswegen angeschrieben. Mal sehen ob er davon etwas weiß.
    Ich werde berichten!

    "Das will nicht sagen, daß die Imker eine Versammlung von irgendwie seelisch "angeknackten" Menschen wären. Aber wer das ist oder wer das verhüten will, dem kann ich mit gutem Gewissen raten: Schaff Dir Bienen an!"

    Edmund Herold in "Neue Imkerschule", 1965

  • Bienen Ede , den freien Imker, subjektiv und und vorurteilsbehaftet:evil:

    1.) Es ist Nonsens, dass der Vereinsimker seine Stände nicht selbst melden muss - zumindest in SH (Kreis Stormarn) ist das so.

    2.) Wir leben in einem föderalen und damit subsidären Staat. In Stadtstaaten (siehe AFB-Krise in Berlin) sind andere Maßnahmen nötig als auf Rügen und dort wiederum andere Maßnahmen als in Rostock. AFB ist zudem eine wirklich regionale Seuche (3km-Zirkelschlag) - bei entsprechenden Maßnehmen. Warum also nationale Zentralisierung?

    3.) Betrug mit Gesundheitszeugnissen oder die unvollständige Meldung von Ständen wird doch durch Freiwilligkeit nicht besser. Eher wird hier zu wenig durchgegriffen, warum werden AFB-"Tätern", zumindest im Wiederholungsfall nicht auch mal Ordnungsgelder oder zivilrechtliche Forderungen präsentiert

    4.) Das die Vereine (Landesverbände) in die Ausbildung von Bienensachverständigen investieren und du diese nicht auf "dem Hof" haben willst, sondern stattdessen eine neutrales Institut, macht es erheblich teurer und vermutlich nicht besser. Die Ausbildung der BSV, ihre Anerkennung durch die AmtsVet und ihre preiswerte, schnelle Hilfe ist ein echtes Pfund in unserem Land

    5.) Mein Imkerverein ist so alt, dass nicht nur mein Opa, sondern auch Ur- oder Ururopa Mitglied hätten sein können.

    6.) Der DIB verkauft keinen Honig.

    7.) Das politische Gejammere, dass wir in der EU eine Minderheit ohne Einfluss darstellen sehen andere EU-Staaten sicherlich völlig anders.

  • Warum sollte die EU ein Interesse daran haben, dass Mitgliedsländer eine Tierseuche ignorieren? Allenfalls könnte ich mir vorstellen, dass man es den Mitgliedsländern freistellt selbst zu entscheiden wie diese mit der AFB umgehen wollen.


    Die jetzigen Regelungen und deren prakt. Ausführungen sind sicher nicht perfekt (Ich erkenne hauptsächlich einen Mangel an ausgebildetem Personal auf Behördenseite, was wiederum an der unzureichenden Ausstattung mit Geld liegt). Das ist aber höchstens ein Argument die Behörden besser auszustatten, nicht aber alles hinzuwerfen.

  • die Faulbrut im Deutschland ist unter Kontrolle. Es gibt vergleichsweise wenig Fälle im Jahr..

    ...

    Das System (Bienenseuchenverordnung und konkreter die Leitlinie) funktioniert also und ich kann mir kaum vorstellen, dass eine Änderung eine Verbesserung herbeiführen würde.

    Wie in allen QM-Systemen ist die unabhängige Stelle eine der wichtigen drei Säulen des Systems. Wird die entfernt, ist das System nicht mehr zuverlässig und erfüllt den Zweck nicht. Soweit der theoretische Aspekt.


    Was praktisch daraus werden kann, sieht man dann einige Zeit später - ein großes Durcheinander mit undurchsichtiger Sachlage.

    Beispiel gefällig ? - Siehe Bienenwachsskandal vor ein paar Jahren; kommt regelmäßig wieder.

  • Bienen Ede mir wäre es auch neu, dass man als Vereinsmitglied seine Stände nicht mehr melden müsste. Zumindest nicht in Rheinland-Pfalz Kreis Neuwied und Altenkirchen.

    Noch ein paar Anmerkungen zu Vereinen: Ich bin in einem Verein der 1883 gegründet wurde, also denke ich das da auch mein Ur-Opa hätte drin imkern können. Den wahren Wert eines Imkervereins erkennt man (meiner Meinung nach) neben der Ausbildung von Neu-Imkern, eh erst bei Ausbruch von AFB, und wie sich die Mitglieder untereinander helfen. Hatten vor ein paar Jahren einen Fall im anliegenden Kreis...

  • Warum sollte die EU ein Interesse daran haben, dass Mitgliedsländer eine Tierseuche ignorieren? Allenfalls könnte ich mir vorstellen, dass man es den Mitgliedsländern freistellt selbst zu entscheiden wie diese mit der AFB umgehen wollen.

    ...

    Nun, man könnte da jetzt Antworten hineininterpretieren, warum das gewünscht oder gewollt sein könnte... Wem nutzte es, wenn da einige wichtige Schrauben gelockert würden? :!:

    Dem Imker primär ganz sicher nicht, ausser dass er dann eigenverantwortlicher wäre, was aber auch wieder Pflichten mit sich bringt... Oder glaubt hier ernsthaft jemand, dass es so eine "Erleichterung" oder "Befreiung" umsonst gäbe?


    Ich male das mal aus:

    - AFB wird EU-weit herausgenommen und damit zur Lappalie oder Bagatelle herabgestuft

    - Imkers aller Länder dürften nach ihrer Hoffnung verfahren, wie ihnen in den Sinn kommt. Keine Meldung, keine Hausbesuche, keine Sanierung, keine Feuer... - der Wunschtraum!


    - Antibiotika werden damit wieder salonfähig gemacht - wer verdient daran?

    - Medikamente sind ab bestimmter Zusammensetzung und Wirkung verschreibungs- und dokumentationspflichtig - wer verdient daran?

    - Dokumentation muss dann jeder Einzelne führen. Was passiert, wenn Dokumentation lückenhaft oder unvollständig ist? Prinzipiell müsste nach "Befreiung" jeder Imker TAM kaufen dürfen, was dann auch wieder dokumentiert wird, es entstünden nicht weniger Kontrolllücken, sondern eine höhere Kontrolldichte - wer kontrolliert das, was kostet es und was geschieht bei Missachtung?

    - Antibiotika - im Zeitalter der MRSA und allgemeiner, versteckter Übersättigung mit Antibiotika ist es ein ganz böser Witz, die Hintertüren dafür wieder auf anderen Gebieten zu öffnen.

    Das soll erst reichen, sonst bekomme ich direkt wieder einen dicken Hals... :cursing:


    Auch in diesem Fall wird unsere EU-Vertretung zustimmen, da bin ich sicher. Wer erst 4 oder 5 Mittel aus der Zulassung herausnimmt, um dann 15-18 hineinzunehmen, wird sich auch auf diesem krummen Deal einlassen. Ich möchte zu gern wissen, was die Gegenleistung dafür sein wird...


    Gruß Andreas

  • Manchmal muss man wirklich ernsthaft fragen, was die dort rauchen oder ob manche hochbezahlte EU-Bürokraten nur dort sind, um zu Saufen...

    Etwas OT: Das ist billiger Populismus. Jeder Entscheidungsprozess in der EU hat seinen Ausgangspunkt in (mindestens) einem der Länder. Wird da etwas in Gang gebracht, müssen die in Brüssel sich damit befassen. Und zwischen den vielen verschiedenen Praktiken und Interessen der Mitgliedsländer vermitteln. Fachlichkeit hat in Brüssel, genauso wie in Berlin oder jeder deutschen Landeshauptstadt, selbst in mancher Gemeindeverwaltung, dabei (zu) wenig Einfluss. Die Ergebnisse passen deswegen immer mal nicht, mal den einem oder mal dem anderen.

  • Die Ergebnisse passen deswegen immer mal nicht, mal den einem oder mal dem anderen.

    ... mit Deiner Erklärung, die dem gutgläubigen Demokraten entspringen mag (, was ich Dir hoch anrechne!), bist Du auf einer Ideallinie unterwegs.


    Hier die Praxis: Der Lobbyist X kann über die ihn finanzierende Organisation an jeder beliebigen Stelle etwas unterstützen, forcieren und in Gang bringen, was den Interessen seiner Organisation nützt. Und wenn man damit noch eine unbequeme Kontrolle vermeidet, ist das doch eine schöne Begründung....


    Fakt ist, wenn die AFB-Kontrolle auf die Organisation der potenziell Betroffenen fällt ist sie im wahrsten Sinn des Wortes hinfällig.