Bienenseuchenverordnung - AFB herausnehmen?

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    Ich habe gestern gehört von Guido Eich, dass man wohl plant die Faulbrut aus der Tierseuchenverordnung 2021 zu nehmen. Das wird wohl im Europaparlament beschlossen, da Spanien und Italien bereits die Faulbrut rausgenommen haben. Damit würde dann nicht mehr das Veterinäramt die Durchführung der Sanierung beaufsichtigen oder anordnen.

    Ich konnte allerdings dazu keine Informationen im Netz finden.

    Wenn dem so wäre, würden Imker mit der Sanierung und auch mit der Beprobung alleine stehen und auch die Tierseuchenkasse würde keine Entschädigung mehr machen?

  • Das würde passen.

    Als ich meine Kontakte mit Draht nach Brüssel bezüglich der Monopolstellung und der Verhaltens einer gewissen Spezies angezapft habe, kam nur der lapidare Kommentar zurück, dass sich da bald einiges ändern wird.

    Ehrlich gesagt waren mir die unterschiedlichen Vorgehensweisen und die quasi Monopolstellung ein Dorn im Auge, auch wenn es in einem Land mit 97% Hobbyimkern schwierig ist.

    Dennoch leben die meisten Europäischen Länder mit der AFB und nicht gegen.

    Daher bin ich guter Dinge, dass das auch in Deutschland funktioniert.

    Endlich mal Bürokratieabbau anstatt Imkerführerschein oder vielleicht eine einheitliche vernünftige Lösung ohne ....

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Klar, man lebt dann halt mit der AfB und tut nichts mehr dagegen und selbst wenn man etwas tut, der Nebenmann muss es nicht. Dann hat man den Salat gleich wieder.


    Sry die AFB ist definitiv keine Kinderkrankheit. Wenn sie dann erst einmal Flächendeckend verbreitet wird das Geschrei nach Behandlungsmöglichkeiten groß und dann kommen wieder Antibiotika zur Zulassung und die Probleme daraus sind ja bekannt, guck mal rüber über den Teich. Hey aber dann gibts wenigstens günstiges gebrauchtes Equipment zu kaufen.

  • @Biene Ede: Da bin ich gegenteiliger Ansicht: Was ist im Seuchenfall die Alternative? Kommen wir dann auch zur Anwendung von Antibiotika gegen AFB in den Völkern, obwohl wir wissen, daß diese - sofern sie überhaupt noch wirken und noch keine Resistenz vorliegt - die AFB nur verdecken, nicht aber beseitigen (wirken nicht gegen die Dauerform von AFB: die Sporen)? Warum ist die AFB-Rate in Ländern mit Antibiotikatherapien gegen AFB so hoch, daß praktisch jeder Honig von dort als AFB-verseucht gilt? Wird AFB dann zur "Normalerscheinung" in den Völkern mit der Folge vorsorglicher Dauerbehandlung? So etwas kann doch niemand ernsthaft wollen.


    Großbritannien hat deswegen vor Jahren die Antibiotika verboten und statt dessen die konsequente Abtötung erkrankter Völker eingeführt - mit epidemiologisch durchschlagendem Erfolg: wesentliches Absinken der Erkrankungsrate. Nicht einmal die Sanierung erkrankter Völker ist dort erlaubt, in D dagegen derzeit zugelassen, wenn der AmtVet. ein Gutachten erstellt und diese Ausnahme als erfolgsträchtig (u.a. wegen fachlicher Eignung und Zuverlässigkeit des betroffenen Imkers) einschätzt. Diese differenzierte Regel in D wieder abzuschaffen, hielte ich für einen bedauerlichen Rückschritt mit verheerenden Folgen für alle Imker, auch und gerade die 97% Hobbyimker.

  • Ich hoffe das ist ein schlechter Scherz.

    Wenn die AFB kein Fall mehr für die TSK und den Veterinär ist, dann sehe ich ein wenig schwarz.

    Ich sehe much schon neben den Varroamitteln Antibiotika in die Völker kippen...und das soll dann noch ein Naturprodukt sein.


    Im übrigen fehlen in de Sperrbezirksaufzählung Mülheim und Essen, mal wieder, hatten ja erst drei Sperrbezirke letztes Jahr.


    Ich sehe den Honig als ein Abbild der Umwelt an. Wenn das nur noch mit Antibiotika, oder einer Therapie durch genetisch veränderte Bakteriophagen zu gewinnen ist in D, dann gute Nacht.



  • Viele Imker halten die Herausnahme der AFB aus den zwingenden Regeln der §§ 3 ff. BienSeuchVO (unverzügliche Meldepflicht, Sperrkreis, amtliche epidemiologische Vorsorge bis zur Tilgung des Seuchenherdes incl. Nachgangsmonitoring) für nachteilig, ja unverantwortlich. Die Beispiele von Ländern, in denen solche Regeln fehlen bzw. nicht praktiziert werden, zeigen, welche Folgen die Aufhebung der in D geltenden strengen Regeln hätte: Dies wären nach einiger "Anlaufzeit"): a) quasi flächendeckende Verbreitung der AFB und b) ebenso flächendeckend notwendige Anwendung von Antibiotika in den Bienenvölkern, um das Überwechseln der Dauerform von AFB (Sporen) auf die Aktivform einzudämmen. Jeder nicht eingefangene Schwarm bliebe ohne Antibiotikum und würde so unweigerlich zu einer neuen AFB-Vermehrungsquelle (Vermehrungsrate: 1 : 1,5 Mrd./Brutzelle!).


    Die Patantschrift für die (noch zu entwickelnde) Impfung gegen AFB beschreibt die Problematik für all die Staaten, die keine der BienSeuchVO vergleichbaren Regeln praktizieren, so:

    "Das AFB-bildende Bakterium kann durch das Antibiotikum Oxytetracyclin, gewöhnlich in der Handelsformulierung Teramycin, bekämpft werden. In Großbritannien müssen aufgrund der Bestimmungen der Bee Diseases Order (1982) bestätigte Ausbrüche von AFB jedoch durch Verbrennen bekämpft werden. Diese seit Jahrzehnten verfolgte Methode hat in Großbritannien eine geringe Verbreitung von AFB gewährleistet, wohingegen in einigen Ländern wie den USA und Australien die weit verbreitete Anwendung prophylaktischer Tetracyclin-Behandlungen eine subklinische

    Ausbreitung der Krankheit mit sich gebracht hat, die eine Abhängigkeit von dem Antibiotikum

    erzeugt und zur Entstehung tetracyclinresistenter Paenibacillus larvae subsp. larvae führen kann (die einen katastrophalen Zusammenbruch von Honigbienenvölkern hervorrufen würde). Darüber hinaus haben Antibiotika keine Wirkung auf die Sporen, die Waben und Ausrüstung kontaminieren, so dass ihre Verwendung zu einer Ausbreitung der Infektion zwischen Völkern und damit zu einer erhöhten Abhängigkeit von einer regelmäßigen Anwendung führen kann."


    Weiß jemand etwas genaueres über den Stand der geplanten Änderungen bzw. die maßgeblichen Akteure?

  • Na, dann kann man besser die ganze Bienenseuchen-Verordnung streichen. Beutenkäfer und Tropilaelaps-Milben gibt es bei uns bisher nicht und bezüglich der Varroa ist die Verordnung ja eher theoretischer Natur.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • bezüglich der Varroa ist die Verordnung ja eher theoretischer Natur.

    Nein, ganz und gar nicht: Die BienSeuchVO ist die einzige Rechtsgrundlage für alle Allgemeinverfügungen zur Behandlungspflicht gegen Varroa, die sehr viele Gebietskörperschaften in D, ja sogar ganze Bundesländer z.T. seit mehreren Jahren jährlich neu erlassen.

  • Wie wäre das dann mit dem notwendigen Fachwissen ? Wer soll das Erkennen dann zuverlässig leisten und eine Sanierung eigenmächtig und einsichtig vornehmen ?


    Die Imker ? 😅😂😂

  • ...

    Endlich mal Bürokratieabbau anstatt Imkerführerschein oder vielleicht eine einheitliche vernünftige Lösung ohne ....

    Das ist Bürokratieabbau am falschen Ende. Da gibt es mal sinnvolle nationale Regelungen und die beabsichtigt man wegen einiger "Ausnahmestaaten" zu kippen? Kann man auch nicht damit rechtfertigen, dass diese suspekte Praxis in diesen Staaten/Ländern jahre- und jahrzehntelang praktiziert wird. Nur könnte man dann nicht mehr über importierte Krankheitsschleudern aus anderen europäischen Ländern schimpfen. Und obendrauf kommt dann vllt. doch noch der "Imkerführerschein" im Rahmen des allgemeinen Lizensierungswahns als fauler Kompromiss konsensfähige Ausgleichsmaßnahme für die dann abgeschaffte semi-zentralisierte Bürokratie?


    Nein Danke, ich ahne, was danach als nächstes kommt, auch wenn ich noch nicht befürchte, nochmal eine anerkannte "Imkerschule" "EU-zertifizierte Bienenhalterschule" besuchen zu müssen, denn den Grundkurs mit Honigschulung habe ich ja wie viele Andere schon - aber wer weiß, was die Masterbrains sich da schon wieder ausgedacht haben...


    Manchmal muss man wirklich ernsthaft fragen, was die dort rauchen oder ob manche hochbezahlte EU-Bürokraten nur dort sind, um zu Saufen...


    Gruß Andreas

  • Wenn diese Änderung tatsächlich so im Anmarsch ist, könnte doch der DIB versuchen ein wenig Lobbyismus zu betreiben, damit am aktuellen, nationalen Umgang mit AFB weiter festgehalten wird.


    Oder stell ich mir das zu einfach vor?