Futterteig aus Puderzucker und Hefe nach 24 Stunden fütterungsbereit?

  • Ich habe nach dem Rezept eines Königinnenzüchters (10 kg Puderzucker, 500g Bäckerhefe frisch, 180 ml Wasser) heute Futterteig hergestellt und wollte damit morgen die Futtertröge meiner Apideas (mit Bienen und Schlupfzelle) befüllen. Nun lese ich an anderer Stelle, dass dieser Futterteig erst 14 Tage reifen muss. Das stand bei meinem Rezept nicht dabei. Nun bin ich unsicher. Kann ich den Futterteig morgen verfüttern? Vielleicht könnt ihr mir helfen?

    Gruß

    Rolfpaul

  • Wozu soll denn die Hefe gut sein? Muss das gären oder aufgehen? Oder soll die ein Pollenersatz sein?

    Für Begattungskästchen nimmt man einfach Futterteig aus Honig und Puderzucker!

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo Rolfpaul ,


    es kann sein, dass bei 180ml Wasser der Teig erst durchziehen muss, um geschmeidig zu werden. Vielleicht schaffst du es mit viel Kneten?

    Ansonsten kannst du den Teig auch etwas flüssiger ansetzen. (10 kg Puderzucker, 500g Hefe, 450ml Wasser) Die Hefe im Wasser auflösen und gut unter den Zucker kneten.

    Dieser Teig ist sofort einsatzbereit.


    viel Erfolg

    Ludger

  • Wozu soll denn die Hefe gut sein? Muss das gären oder aufgehen? Oder soll die ein Pollenersatz sein?

    Für Begattungskästchen nimmt man einfach Futterteig aus Honig und Puderzucker!

    Ja - Hefe ist eine gute Eiweißquelle, gerade bei Begattungseinheiten, die ja meist keinen Pollenvorrat haben (insbesondere Minikunstschwärme), kann damit ein witterungs-bedingter Engpass überbrückt werden. Echter (Misch)Pollen ist natürlich immer besser.


    Aber in Futterteig für Begattungseinheiten, die zur Belegstelle sollen, haben weder Pollen noch Honig etwas zu suchen. Außer du hast für die eingesetzte Charge einen Labortest auf Freiheit von Faulbrutsporen.


    Gruß
    Ludger

  • Lass den quatsch mit dem Hefe Futterteig für Begattungskästchen.


    Fertiger Futterteig ist billiger als Puderzucker und Funktioniert garantiert.


    Pollenersatz zu Füttern, dazu gehört ein bischen Erfahrung. Außerdem hat da keine Bäckerhefe drinnen zu suchen, Gärung tut den Bienen gar nicht gut.

  • Aber in Futterteig für Begattungseinheiten, die zur Belegstelle sollen, haben weder Pollen noch Honig etwas zu suchen. Außer du hast für die eingesetzte Charge einen Labortest auf Freiheit von Faulbrutsporen.

    Hallo, hier klink ich mich mal kurz mit ein.


    Futterteig macht man doch grundsätzlich nur aus eigenem Honig. Und die eigenen Völker sind doch getestet da man ein Gesundheitszeugnis für die Belegstelle braucht. In diesem Sinne würde ich diese Aussage bejahen, das der eingesetzte Honig respektive die den Honig produzierenden Völker einen Labortest auf Freiheit von Faulbrutsporen haben.


    Wo wäre hier also das Problem damit die Belegstelle zu beschicken? Dann dürfte ich doch auch keine Bienen nehmen, da die Gefahr besteht das diese Honig mitnehmen der eben die gleichen Faulbrutsporen beinhalten kann die auch im "eingelagerten" Honig sind.

  • Die Hefe hat die Funktion die Saccharose zu invertieren, wodurch der Futterteig nicht hart wird und geschmeidig und feucht bleibt und gut abgenommen wird. Alkoholische Gärung kann unterbunden werden, indem man das pH des Futterteiges z.B. durch Zitronensaft senkt. Ich verwende seit langer Zeit folgendes Rezept:

    0.5 kg Bäckerhefe in 0,7l Zitronensaft lösen und mit 10-13 kg Puderzucker vermengen. Einige Tage stehen lassen. Der Teig kann dann verwendet werden und ist lange haltbar.

    Da viele Belegstellen dein Einsatz von Honig in den Begattungseinheiten verbieten, ist dies eine bewährte Alternative- wenn man keinen fertigen Teig kaufen möchte.


    kelte

  • Wir machen den Futterteig nur aus Puderzucker und eigenem Honig. Das ist meist Abschöpfhonig, den wir wegen nicht entfernbarer Wachspartikel als nicht verkaufsfähig einstufen.

    Wenn der Teig fertig ist, kommt er portioniert in Gefrierbeutel und bleibt notfalls bis ins nächste Jahr verwendbar.

    Alle anderen Zusätze braucht die Biene nicht. Pollenersatz wäre nur bei offener Brut nötig - bis dahin dauert‘s ja noch … die Bienen schaffen da schon was ran.

    Grüße Ralf

  • Bäckerhefe/Bierhefe (Saccharomyces cerevisiae) ist nicht osmotolerant. Bedeutet dass sie bei hohen Zuckerkonzentrationen nicht arbeiten (gären oder atmen) kann.

    Die Zelle wird sich recht schnell autolysieren (Selbstauflösung durch den eigenen Enzymaparat) und die Nährstoffe der Zelle so recht gut bioverfügbar sein.

    Bei schlechter Durchmischung oder der Möglichkeit Wasser zu ziehen, kann das natürlich anders aussehen.

  • Ohne viel zu schreiben. Der Futterteig mit Bäckerhefe ist sehr gut, aber nur für Begattungseinheiten und kaufen kann jeder. Für Belegstellen die beste Alternative.

    Der Pessimist ist ein Optimist, der aus seinen Erfahrungen gelernt hat.

  • Lass den quatsch mit dem Hefe Futterteig für Begattungskästchen.


    Fertiger Futterteig ist billiger als Puderzucker und Funktioniert garantiert.


    Pollenersatz zu Füttern, dazu gehört ein bischen Erfahrung. Außerdem hat da keine Bäckerhefe drinnen zu suchen, Gärung tut den Bienen gar nicht gut.

    Das ist so nicht ganz richtig.


    1. Kannst du den Hefe-Futterteig ganz ohne Probleme für unter 1 €/kg produzieren. Ist bei mir eine Winterarbeit, 2 Eimer mit je ca 10 Kilo hab ich in einer Stunde angemischt, mit Folie verpackt steht der Teig dann bis zum Sommer kühl im Keller.


    2. Kommt die Hefe nicht bei einem so hohen Zuckeranteil nicht einmal in die Versuchung zu gären.


    Hefe-Futterteig ist für Begattungseinheiten wirklich gut geeignet. Gefällt mir besser als Apifonda, der wird gerne mal in den Futtertaschen hart, dann nehmen ihn die Bienen nicht mehr richtig ab und es ist kratzen angesagt. Bei Hefe-Futterteig ist mir das bisher noch nicht passiert, da wurde immer alles abgenommen und schön leer geputzt.


    Für Ableger oder Wirtschaftsvölker ist das Zeug natürlich nix, ganz klar. Und als Pollenersatz würde ich es auch nicht bezeichnen, bzw. erst garnicht auf die Idee kommen ihn im Frühjahr als Pollenersatz einzusetzen. Da hast du recht, da gehört ein wenig Erfahrung dazu, aber dann ganz sicher nicht mit Hefe-Futterteig.


    Gruß Chris

  • Gibt es einen Unterschied zwischen Trockenhefe und der frischen,

    kann beides verwendet werden, oder ist nur die frische osmotolerant?


    Ich würde den Teig im Moment gerne für meine mini+ verwenden, kann dieser auch längere Zeit verfüttert werden?

    Hasta Siempre, Comandante!

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