Fragen zum Perizin

  • Hallo,
    Ich bin keine Imkerin, aber mein Vatter ist. Er wohnt in Mazedonien und hat mich gebetten ein Mittel gegen Varroa hier in Deutschland zu kaufen. Den Mittel, den er haben wollte, gibt es hier leider nicht. Ich habe in vergangenen zwei Wochen etwas anderes gesucht, alles mögliche über Varroa und desen bekämpfung gelesen, aber schlauer bin ich nicht geworden. Ich habe von dem Wundermittel Perizin gehört, aber ich weiss nicht was das ist. Könnte mir bitte jemand von Ihnen helfen? Was ist die Chemische Zusammensetzung vom Perizin? Ist es schädlich für die Bienen? Gibt es dan Reste im Honig? Wan und warum sollte man ihn nehmen, statt z.B. Ammeisensäure oder Milchsäure?
    Ich habe hier noch eine Frage:
    Wie benutzt man die verschiedenen Säuren? Ich lese überall: Verdämpfung, Schwammtuch (ich habe keine Ahnung was das ist, und wo man ein Schwammtuch kauft), etc. Aber wie geht das genau? Könnte bitte jemand genau erklären? Oder mindestens einen Link geben, wo ich das lesen kann?
    So, das wäre dan alles für heute. Ich habe noch thausend Fragen, aber die stelle ich bei einer anderen Gelegenheit :smile:
    MfG,
    Silvana


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Silvana am 2002-09-04 17:08 ]</font>

  • Hallo Silvana,
    ich werde versuchen Deine Fragen ein wenig zu beantworten.
    1. Ein Schwammtuch ist ein Küchenspültuch welches Du bei Aldi oder einem anderen Supermarkt kaufen kannst. Die sind recheckig und meist gelb und billig. (Bei Aldi 5 Stück für unter 1 Euro.
    2. Erst mal muß mit Ameisensäure oder Milchsäure behandelt werden.
    Bei Ameisensäure (welche Du in einem Bienenladen oder Apotheke kaufen kannst)
    nimmst Du 65%ige. Dann wird nach dem Schleudern von oben ein Schwammtuch aufgelegt was mit 2-3mlAmeisensäure/Rähmchen
    beträufelt wurde.(vorher beträufeln und dann mit Schutzhandschuhen auflegen)Folie und Deckel wieder drauf und fertig alle 4 Tagen wiederholen insgesammt 4 mal.
    3.Perezin wird nur in der Brutlosen Zeit im Winter angewendet. Es gibt auch Rückstände, weshalb nur die Bienen in den Wabengassen beträufelt werden dürfen.


    so, bis dann Bobby78 /Eifel

  • Hallo Silvana,
    ich versuche mal dir ein bischen zu helfen,was Perizin anbelangt.Perizin ist ein systemisches Mittel gegen Varroen,der chem.Wirkstoff ist Coumaphos.Perizin darf aber nur in der brutfreien Zeit Dezember oder Janauar genau nach Anleitung angewendet werden.Dabei wird Perizin mit lauwarmen Wasser verdünnt und es entsteht eine milchige Flüssigkeit,die dann auf die Bienen aufgeträufelt wird.Es soll dabei keine Flüssigkeit auf die Rähmchen oder auf die Waben gelangen,da sonst Perizin abgelagert wird und bei mehrmaligen Anwendungen die Konzentration ansteigt und letzendlich in dem Honig nachweisbar werden kann.Im Moment ist Perizin nur noch über den tierärztlichen Amtsarzt bei uns zu bekommen.Die Prozedur ist typisch deutsch.Man muß erstmal einen Antrag stellen,in dem du genau angeben mußt,wieviel Völker du behandeln willst.Nach ca 1/2 Jahr kannst du dann das Perizin,aber nur persönlich,beim Amtstierarzt abholen.Nächstes Jahr müssen wahrscheinlich alle Bienen einzeln dem Amtstierarzt vorgeführt werden,(dies ist nicht ganz ernst gemeint,aber langsam wird es schon verrückt in Deutschland).Für Perizin gibst es ein Set zu kaufen,in dem alles drin ist,was man zur genauen Dosierung benötigt.
    Die Ameisensäurebehandlung erfolgt direkt nach der letzten Honigschleuderung und vernichtet bereits den größten Teil der Varroen ,wenn sie 3-4 mal nacheinander durchgeführt wird.Dabei werden pro Wabe ca
    2 ml AS 65 %ig verabreicht.Die Säure wird dabei auf ein Schwammtuch geträufelt und dieses Schwammtuch dann oben auf die Rähmchen gelegt.Wenn du von unten behandeln willst,solltest du pro Wabe 3 ml AS verwenden.Die Säure wird im Anstand von 3-5 Tagen verabreicht und dazwischen immer wieder den Varroenfall kontrollieren.Auch nach der Säurebehandlung,solte der natürliche Varroafall kontrolliert werden,weil daraus Rückschlüsse gezogen werden können,ob noch Varroen im Stock sind und ob nocheimal nachbehandelt werden muß.Die AS verdampft zu 100 % und hat keinerlei nachträgliche Rückstände.Bei der Behandlung sollt Schutzbrille und Gummihandschuhe getragen werden.
    Eine andere Möglichkeit wäre Milchsäure.Milchsäure gibt es in verschiedenen Konzentrationen in der Apotheke zu kaufen.Egal wlche du kaufst,sie muß auf 15 % verdünnt werden.Zum Beispiel,wenn du 1 Liter 90 %ige MS kaufst,muß du 6 Liter -wenn möglich -dest.Wasser verwenden um auf 15% zu kommen.Die MS wird im Handzerstäuber(Blumenspritze) ausgebracht mit ganz feiner Zerstäubung.Dabei werden beide Wabenseiten eingesprüht mit ca 5 ml Sprühflüssigkeit.Die Temperatur sollte zwischen 5 und 15°C liegen und es sollte 2 mal behandelt werden im Abstand von 7 Tagen.MS ist eines der harmlosesten Produkte und verursacht keinerlei Rückstände,sie sollte immer frisch angesetzt werden,da sie leicht verderblich ist.Trotzdem auch hier Schutzbrille und Gummihandschuhe.
    Es gibt aber auch Imker,die nach der Honigernte die Ameisensäure-oder Milchsäurebehandlung durchführen und zur Sicherheit im Dezember eine einmalige Perizinbehandlung zusätzlich machen.Dabei will man den Rest an Varroen,die eventuell noch übrig geblieben sind,nochmals bekämpfen.
    Ich hoffe,ich habe dir ein bischen weiter geholfen.
    Gruß Siegfried