A. cerana & Varroa

  • Hallo, zusammen,
    weiß jemand, ob es schon mal Versuche gegeben, A.cerana (der ursprüngliche Wirt der Varroen) mit Varroen aus der hiesigen oder nordwestlichsten Population zu infizieren, um herauszufinden, ob sich die Milben auf ihrer Wanderung verändert haben?
    Wäre interessant zu wissen...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne,
    Dr. Koeniger vom Institut Oberursel hat div. Versuche mit der Primorski-Biene und der Carnica gemacht. Der Kern ist, dass die Primorski-Biene leichte Vorteile hat durch ihr verbessertes Putzverhalten. Die Primorski-Biene ist die Rasse mit der die Varroa in unsere Region oder Land kam.
    Gruss Herold

    Das Beste für die Imkerei
    und mit freundlichem Gruß
    Herold Schröder

  • Hallo Herold,


    danke für die Info, hast Du evtl. Links mit den Berichten darüber? Oder weist Du mit welchem Zellenmaß die Untersuchungen durchgeführt wurden? Übrigens in nach meinem Wissen die Primorski Biene keine A. cerena!


    Danke
    Franz


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Franz Robeller am 2002-09-05 10:10 ]</font>

  • Hallo Webmaster,


    ich würde mir zwei Features wünschen:
    1.: An einer bestimmten Stelle eine Diskusion splitten zu können und nach dem Splitten dies in ein neues Thema überführen zu können.
    2.: Eine Diskusion in ein anderes Forum verschieben zu können.


    Zumindest als Author einer Diskusion sollte man dies tun können.


    Danke
    Franz


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Franz Robeller am 2002-09-04 20:41 ]</font>

  • Hallo,


    ich dachte es geht um die Apis cerana. Die Primorski-Bienen sind aber keine Cerana sondern gehören zur Formengruppe der A. mellifera. Die Primorski ist ein "Gemisch" aus verschiedenen ins ferne Asien importierten Rassen, wie macedonica, ligustica, mellifera und cecropia. A. cerana und A. mellifera können übrigens auch nicht miteinander gepaart werden. Da liegt vielleicht ein Missverständnis vor. Meines Wissens wurde die Varroa mit A. cerana, dem ursprünglichen Wirt der Varroa, nach D gebracht. Augenzeugenberichte aus Österreich erzählen aber schon von einer Ankunft der Varroa VOR dem Import nach Oberursel (Quelle kann ich hier leider nicht nennen).

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Hallo Reiner,


    ein Zitat aus dem Artikel "Die Primorski-Story" von Thomas Kober und Josef Koller aus dem aktuellen Heft 9, ADIZ/Die Biene/Imkerfreund, Seite 20:


    "... wurden 1960 Königinnen aus dieser Region (also Umgebung Wladiwostok) in den europäischen Teil der UdSSR "zurück"-geholt. Damit kamen vermutlich die ersten Varroa-Milben nach Osteuropa, die sich von dort aus in ganz Europa verbreiteten."


    Viele Grüße
    Frieder

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


    ____________________


    Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen;
    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


    Es irrt der Mensch, solang er strebt (J.W.v.G.)

  • Hallo Franz,
    ich habe keinen Link zu den Versuchen des Dr. Koeniger. Ich hörte nur einen Vortrag von ihm. Müsste aber über das Institut in Oberursel zu bekommen sein, wenn die Versuche schon veröffentlicht wurden.
    Gruss Herold

    Das Beste für die Imkerei
    und mit freundlichem Gruß
    Herold Schröder

  • Hallo,
    alle außer Reiner können nicht lesen?!?
    Die Frage war, gibt es Versuche A. cerana mit hier gebürtigen Milben zu infizieren, um rauszukriegen, ob sie sich auf ihrer Wanderschaft irgendwie verändert haben!!!
    A. cerana lebt im tiefsten Asien, und die Primorski-Biene wurde nur infiziert, weil sie als europäische Biene in ein Gebiet gebracht wurde, welches sich mit der Verbreitung der A. Cerana überschnitt.
    Ich will wissen, wie unsere jetzige Milbe sich heute auf ihren damaligen originalen Wirt auswirkt!
    Wenn es Schmetterlingsarten gibt, die sich in weniger als dreißig Jahren an neue Bedingungen anpassen können, warum nicht auch Milben?
    Und ich rede nicht von Primorski-Bienen!
    [Die in ihrem Ursprungsland übrigens nur auf Naturbau (sprich kleinem Wabenmaß)gehalten wurde, weil es da keine MWs gibt, bzw. sie keiner bezahlen könnte. Die Selektion fand statt, weil es da keine Medikamente gab!]
    Oder weiß jemand was anderes?
    Was die Lusbys gemacht haben, war im Prinzip auch das einzig Richtige, den Bestand zusammnekrachen lassen, von 1100 auf 104, nach Ankunft der Tracheenmilbe, und nochmal von 900 auf knapp 100 nach Ankunft der Varroa. Fünf Jahre später liegen sie wieder bei 1000, aber haben nie behandelt.
    Für uns Kleinimker ist das nicht praktikabel, das weiß ich auch, aber diese ganze Behandlerei, egal mit was, ist doch nur Symptomkurierei, aber keine Ursachenbehandlung!
    Wer ist anderer Meinung?!

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne,


    du hast recht, wenn man das viele Geld welches zur Varroabekämpfung und Forschung bereits ausgegeben wurde, genommen hätte um die Schäden durch "Natürliche Verluste" sprich Selektion, ausgeglichen hätte und noch die vielen Schäden die eine eben nicht zuverlässige Varroabekämpfung mit hinzurechnet, sprich die Schäden die eben Entstanden sind, weil wir die Varroa bekämpfen, dann wären wir heute wesentlich weiter (dort wo sie in Südamerika heute schon sind) und würden warscheinlich schon mit dem nächsten Problem kämpfen.
    Imkerei ist immer eine Herrausforderung, es kommt nur daruf an, aus welchem Blickwinkel man sie sieht ( die Herrausforderung wie auch die Imkerei).

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo Sabine,


    ich kann schon lesen :wink: - aber die Verlockung ist oft zu groß und man ist geneigt jemanden zu antworten oder nachzufragen.


    Gestern habe ich noch geschmökert im Internet bzgl. kleinem Zellenmaß und siehe da bin ich über einen elendig langen Diskusionthread auf was gestoßen, das zu DEINEM THEMA passt. Bitte ließ mal http://www.barc.usda.gov/psi/brl/mite-vj.htm Dort steht u.a. die Behauptung das heute verschiedene Varroastämme bekannt seien. Siehe Text:
    "The parasitic bee mite, Varroa destructor (= jacobsoni ) is one of the most serious pests of the honey bee, Apis mellifera, and its introduction into new countries is causing much concern to beekeepers throughout the world. The first Varroa species, Varroa jacobsoni, was described on Apis indica (= cerana) from Java in 1904. Recent studies by D.L. Anderson and J.W.H. Trueman** show that Varroa jacobsoni is a species complex containing 18 different genetic variants that belong to 2, possibly 5 different species of Varroa. Anderson and Trueman indicated that they were unable to find morphological differences to distinguish the genetic types."


    Allerdings war dort nichts gestanden das Versuche mit Rückinfizierung auf die A. cerena gemacht worden wären.


    Es findet sich ferner was zu diesem Thema auf:
     http://www.anu.edu.au/BoZo/trueman/labsite/successes.htm
    oder auf:
    http://www.ibiblio.org/pub/aca…eeping/bee-l/log0008E.txt



    Gruß
    Franz


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Franz Robeller am 2002-09-05 23:29 ]</font>

  • Noch was, wer weiß, ob die Varroa nicht vor langer langer Zeit einmal auch der Parrasit unserer Apis Melifica war? und diese Biene damals ohne Imker und Chemieindustrie besser mit ihr zurecht kam als heute?
    ja sogar so gut, daß eben diese Biene es verlernt hat mit dem Parasit um zu gehen, sprich ihre natüliche Abwehrmechanissmen nicht mehr ausreichend vorhanden sind?

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo zusammen, hat man nicht erst kürzlich festgestellt, das in Europa und Asien(1) eine andere Varroa-Unterart verbreitet ist? Wir haben Varroa distructor, die in Amerika Varroa jacobsonii. Daher kann man schlecht Vergleiche ziehen. Früher gab es sogar Tipps, wie man westliche Königinnen in Völker der östlichen Honigbiene einweiseln kann. Da liegt eine Quelle, wie die Varroa zur westlichen Honigbiene wechseln konnte. Volle Honigtöpfe wünscht Lothar (1)gemeint ist die ehemalige UdSSR.

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Toyotafan,


    deine Vermutung ist richtig!


    Unsere westlichen (Apis mellifera = früher auch mellifica) und die östlichen Honigbienen (A. cerana) sind sogn. Schwesterarten. Das bedeutet, dass beide durch Aufspaltung aus einer höhlenbrütenden Stammart hervorgegangen sind (Ursache war geographische Trennung vor ca. einer Million Jahren und dadurch Weiterentwicklung in zwei verschiedene Richtungen).


    Da parasitische Milben erdgeschichtlich schon lange vor den Bienen auf unserem blauen Planeten lebten, war wohl schon diese Stammart von Milben befallen, ohne dass sie daran zu Grunde ging. Von ihr haben die beiden heutigen Arten die Varroamilbe zusammen mit den Erbanlagen zur Varroatoleranz "geerbt".


    Wann, wie und warum die Mellifera die Varroa los geworden ist, darüber kann nur spekuliert werden (umgekehrt hatte die Cerana weder Tracheenmilbe noch Faulbrut, sicher auch "alte" Parasiten). Varroatolerante Mellifera-Populationen zeigen, dass diese Erbanlagen nicht ganz verloren gegangen sind, vielleicht sind sie nur "abgeschaltet" worden. Durch Selektion könnten sie wieder aktiviert werden.


    Hoffentlich erleben wir das bald,
    viele Grüße


    Frieder



    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Frieder Hummel am 2002-09-10 01:24 ]</font>

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


    ____________________


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