Bienen auf eigenem Honig überwintern (Dadant US)

  • Gute, invertierte Futtersirupe bestehen je aus ca. 1/3 Saccharose, Glucose und Fruktose. Der Bien wandelt dies, so weit wie möglich, in Fruktose um - ein genialer Schachzug der Evolution - der die Basis zum Überleben des Biens im Winter darstellt.

    Lieber Peter, es sollte keinesfalls eine Pauschalverurteilung von auf Weizenstärke basiertem Futtersirup sein; ein Erfahrungsbericht meinerseits.

    Ich würde mal vermuten, dass ich weiß wo Ihr bestellt hattet.

    Das Produkt stammte von K. - spielt m.E. keine Rolle; denn es kommt wohl darauf an, dass


    - die Relation der 3 Zuckerarten nach der Säurespaltung der Stärke annähernd stimmt (und da habe ich eben meine Zweifel) und/oder


    - so frühzeitig damit eingefüttert wird, dass unabhängig von dem o.g. Verhältnis die Völker noch ausreichend Zeit haben, alles zu invertieren und zu Fruktose zu isomerisieren.


    Das war dann wohl nicht der Fall. Wer damit zurecht kommt - völlig i.O. Ich nehme es nicht mehr, weil es für meine Bienen hier nicht funktioniert.

  • Stand in dem Thema nicht was von "Eigenem Honig" ...


    Rolf

    Konfuzianer:

    "Man soll ein anständiges Menschenleben führen, aus dem einfachen Grund, weil man ein anständiges Menschenwesen ist."

  • Happyflor Z

    :p_flower01::p_flower01::p_flower01:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)


  • (..) Efeu auf dem Grundstück eingeschleppt. Seit ca 1998 blüht der regelmäßig (..) allerlei anderen Hautflüglern genutzt wird., möchte ich ihn eigentlich nicht ausrotten (..)

    Vll. bringst du andere bienenfreundliche Rank- und Kletterpflanzen ein und schaffst so altern. Tracht? Es gibt durchaus herbst-/winterblühende Arten als Nektar- und Pollenquellen:

    • Winterjasmin (Jasminum nudiflorum)
    • Zaunrüben (Bryonia)
    • Klettertrompete (Campsis radicans)
    • Waldrebe (Clematis viticella)

    "Wat dan een sin Uhl is dan annern sin Nachtigal." [Fritz Reuter, 1810-1874] :S

  • (..) Mischeffekt und der daraus folgenden Kristallisationsneigung - und zwar nicht nur bei Bienenfuttersirup auf Weizenbasis, sondern auch bei dem auf Zuckerrübenbasis. Mglw. hat das nicht nur mit den Zuckerarten, sondern auch mit Polleneintrag zu tun (Kristallisationskeime?) (..).

    O.k. ganz vereionfacht :- stell dir bitte einmal eine Wassermischung mit Glucose vor, also Glucose (Traubenzucker) geloest in Wasser. Die Loesung kippst du in eine kl. Glas und stellst es auf das Fensterbrett. Bald beobachtest du, dass Wasser verdunstet und sich in der Loesung Glucose kristallisiert.

    Warum? Mit dem Verdunsten verliert dein Glas mit der Loesung vor allem Wassermolekuele an die Raumluft, weniger die viel grosseren und schwereren Glucosemolekuele. Damit wird das Verhaeltnis von Glucose-Molekuelen zu Wassermolekuelen immer mehr verschoben, bis die Glucosemolekuele sogar verhaeltnismaessig mehr sind als die Wassermolekuele.

    Wie und warum passiert die Kristallisation? Jedes schwere Glucosemolekuel ist von eine Huelle aus Wassermolekuelen umgeben, weil das Wassermolekuel elektrisch polar ist (Plus- und Minus-Pol hat) und auch das Glucosemolekuel hat polare Atome nach aussen hin gerichtet, z.B. eine OH-minus Gruppe und H-plus Gruppe. Hierhin richten sich einige Wassermolekuele (H2O) aus und werden wie eine Huelle mitbewegt (wie z.B. ein Schleimfilm) und schmieren die Bewegung der Glucosemolekuele in der Loesung. Wenn nun relativ immer weniger Wassermolekuele in unserer Loesung im Glas vorhanden sind (wegen Verdunstung) gibt es zu wenige Wassermolekuele die eine Huelle um die Glucosemolekuele bilden koennen und es kommen sich auch Glucosemolekuele derart nahe, dass deren polare Gruppen sich zueinander energetisch sparsam ausrichten und elektrisch durch Anziehung zusammen bleiben oder sogar Molekuelbindungen eingehen, es entstehen Ketten bzw Kristalle aus Glucose, die selbst wieder Kristallisationskeime sind (die Idee beim Impfen mit Honig). So entstehen ganz grob vereinfacht Kristalle, wenn zu wenig Wasser (bzw Loesungsmittel) im Verhaeltnis zur Glucose vorhanden ist, je nachdem viel oder wenig und schnell oder langsam.


    Stell dir nun bitte den Nektar/Honig als Wasser-Mischung verschiedener Klassen von Zuckermolekulen vor, in Vereinfachung nur Wasser, Glucose und Fructose. Glucose ist ein 5-Kohlenstoffring-Zucker, Glucose ist ein 6-Kohlenstoffring-Zucker. Ein Molekuel Glucose ist also relativ schwerer als ein Molekuel Fructose. Bei einer bestimmten Durchschnittsenergie der Bewegung der Molekuele in unserer Glucose-Fructose-Wasser Mischung (das ist die Temperatur) sind die leichteren Molekuele im Durchschnitt schneller (d.h. mit mehr Bewegungsenergie) unterwegs als die grossen Molekuele. Die grossen Molekuele kleben/binden deshalb im Durchschnitt laenger zusammen, bzw. das Gleichgewicht von Kristallbildung zur Kristallaufloesung ist bei den grossen Molekuelen bei gegebener Konzentration eher zur Kristallbildung hin verschoben im Vergleich zu kleineren (im Durchnitt hochenergetischeren) Molekuelen. Deshalb wird in unserer Loesung bei Verdunstung bzw. Aufkonzentration der Loesung eher der Glucoseanteil zur Kristallisation neigen als der Fructoseanteil.

    Bringst du nun Invertzucker (hoher Anteil an chemisch oder enzymatisch abgespaltener Fructose) zusammen mit Glucose oder Mehrfachzuckern (z.B. aus der Tracht) kannst du grob gesagt aehnliche Phaenomene bekommen wie wenn du Honig impfst, d.h. Kristallisation startet schneller.

    "Wat dan een sin Uhl is dan annern sin Nachtigal." [Fritz Reuter, 1810-1874] :S

  • Nein!

    Na sicher. Verkauft sich ja auch! Und billiger ist Sirup.

    Aber darum ging es dem Fragenden nicht.


    Einfach NEIN ist zu einfach. Es gibt sicher Gründe für dein nein.

    Sehe ich genauso. Ich wintere meine Honigbienen auf ihrem Honig (nicht mit ihrem Honig), mit guten Gruenden (allein schon die Aspekte Mangelernaehrung und CO2-footprint).

    "Wat dan een sin Uhl is dan annern sin Nachtigal." [Fritz Reuter, 1810-1874] :S

  • Ok. Nur habe ich nun halt Dadant.


    1. Wie könnte ich das trotzdem bewerkstelligen?

    2. Auf welchem System ist es denn so viel besser?

    ad 1) Es geht, ist aber nicht optimal. Der Honig muss belaufen werden, d.h. du brauchst zum einwintern starke Voelker. Die Idee ist den Honig des aufbelassenen Honigraumes bei der Einwinterung in den Brutraum zu bekommen, wenn nicht genuegend Tracht herrscht oder du z.B. total Brutentnehme machst oder anderes. Laesst du bei guter einfuetterung/Einwinterung im Brutraum dann noch Honig im Honigraum drauf funktioniert es, ist aber von der Waerme nicht optimal und du solltest einen shr gut isolierenden Deckel haben. Berhard Heuvel empfielt min. 6 cm Styrodur im Deckel.

    Ich experimentiere mit horizontalen Doppelvoelkern und lasse den Honigraum drauf. Bernhard Heuvel experimentiert ebenso und berichtete erste Machbarkeit.

    ad 2) Soviel besser sei mal dahingestellt aber du hast bei Dadant die unterschiedlichen Raehmchengroessen fuer Honig- und Brutraum. Bei der Dadant/Adam Betriebsweise bemueht man sich um beides zu trennen (u.a. auch mit dem Absperrgitter), du willst es nun wieder vereinen. Die Betriebsweise wo die Brutraumzargen und die Honigraumzargen gleich gross sind macht es moeglich einfach Honigraumwaben in den gleich hohen Brutraum umzuhaengen.

    "Wat dan een sin Uhl is dan annern sin Nachtigal." [Fritz Reuter, 1810-1874] :S

  • Hat jemand schon mal ein Honigbienenforum gefunden?

    Wo die Honigbienen seit zig Millionen Jahren debattieren, ob sie nun auf ihrem eigenen Honig überwintern sollen - oder nicht?


    Rolf

    Konfuzianer:

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