Bienen auf eigenem Honig überwintern (Dadant US)

  • (..) Faulbrutsporen sind schon bei Relikten von Völkern vor hunderten Jahren nachgewiesen worden. Auf dem Nil gab es Deine Massentierhaltung schon als Wanderimkerei dreitausend Jahre vor Christus. Das tote Volk hinterläßt auf Jahre Sporen in seiner alten Behausung. Wenn ein neuer Schwarm einzieht und an der Varroa verstirbt, bevor die AFB ausbricht, verteilen räubernde Bienen die mit dem Honig in der Umgebung. Dazu braucht es keine 'Massentierhaltung', da reichen Deine drei Völker im Flugkreis.

    Ja es ist frustrierend, aber bedenke:

    1) damals wie heute ist der Nachweis von Faulbrustsporen noch keine Erkrankung und noch kein Problem

    2) ja, Sporen sind -bekanntlich- Dauerstadien von Bakterien, kein Wunder dass sie 'praehistorisch' ausgegraben werden und sich jahrelang in einer Behausung nachweisen lassen, das ist aber kein Argument im Sinne der Seuchenverordnung, siehe Punkt 1

    3) ja, es gab schon Massentierhaltung von Honigbienen am Nil -- Wanderimkerei auch schon :)

    4) dieser Punkt ist wichtig: Schwarm zieht in faulbrutsporenbelastete Behausung ein, geht an Varroa zugrunde (oder wird ein sehr schwaches Volk) bevor die AFB ausbricht, und räubernde Bienen verteilen die Faulbrutsporen mit dem Raubhonig auf die Flaeche :: kann ein klinisches Problem ergeben oder nicht. Bei Faulbrutausbruch gibt es immer Imker deren Voelker/Standorte ohne klinisches Krankheitsbild sind, inmitten eines Faulbrutsperrbezirkes, siehe Punkt 1. Und auch Faulbrustsporen haben eine biol. Halbwertszeit, d.h. es werden mit der Zeit immer weniger und Nachweismethoden sind heute derart sensibel, dass der Hinweis auf puren 'Nachweis' allein keinen Sinn macht, vor allem bezgl. der Seuchenverordnung, siehe Punkt1.


    => Nicht ohne Grund fordert der hoch professionelle Berufsimkerbund zu Recht, endlich die Herausnahme der Faulbrut aus der Seuchenverordnung.

    Vll. ist hier (dein/unser) Einsatz gegen die Faulbrutproblematik eher angebracht?

    Obiges von rase - ist wichtig -aber immer noch kein valides Argument gegen "Bienen auf eigenem Honig überwintern", um wieder zum Thema zu kommen. Angst vor falschen Schreckgespenstern war noch niemals ein guter Ratgeber! Seid gelassener (und macht gutes Management in der eigenen Imkerei)!

    "Wat dan een sin Uhl is dan annern sin Nachtigal." [Fritz Reuter, 1810-1874] :S

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  • FKP werden gezogen u.a. wegen Gesundheitszeugnis/Seuchenfreiheitsbescheinigung/Wanderzeugnis , Verkauf von Bienen&Weiseln, Belegstellennutzung, Flächenmonitoring ...

    Ohne Zeugnis keine Wanderschaft...

    Wir wandern nicht, aber von jedem Standort über 6 Völker werden jährlich FKP gezogen.


    Die stärksten Völker mit viel mehr Gewicht als eingefüttert hatten die besten Scouts und genug Bienen, um auch Schwachstellen der Lager anderer Völker zu finden und die Trachtquellen effektiv zu nutzen. Sporen und Milben inkusive.

    Vielleicht wird ja auch durch das 2020 gestartete AFB- monitoring-Projekt in Berlin hier wieder etwas Ruhe und Prophylaxe einziehen.

  • (..) Die stärksten Völker mit viel mehr Gewicht als eingefüttert hatten die besten Scouts und genug Bienen, um auch Schwachstellen der Lager anderer Völker zu finden und die Trachtquellen effektiv zu nutzen. Sporen und Milben inkusive.

    Exakt! Das bedeutet keine boesen Varroa-Bomben / boesen Nichtbehandler sondern die Opfer-Taeter-Umkehr, wenn man bedenkt dass die starken Voelker (auf Massen-Standorten) nicht nur raeubern (wegen erhoehter Konkurrenz) sondern oftmals hohen Verflug (auch in die Hobbyimkerei) zeigen.

    Ich versuche durch Genetik davon unabhaengig zu werden und Varroa-Black-Holes zu betreiben, wo die Varroen reinkommen aber nicht wieder raus! Abgesehen davon versuche ich nat. keine schwachen (gar kranken) Voelker zu betreiben und herum- und auf-zupaeppeln.

    Vielleicht wird ja auch durch das 2020 gestartete AFB- monitoring-Projekt in Berlin hier wieder etwas Ruhe und Prophylaxe einziehen.

    Wir werden sehen. Ich bleibe skeptisch, trotz all des Hype. Wie bei Corrona ist die Inzidenz der positiven Testergebnisse schlicht nicht aussagekraeftig, sondern die Erkrankungsrate(n). Und bei den preisen haben die unterfinanzierten und unterbelichteten Bienen-Institute nat. ein finanzielles Eigeninteresse.

    "Wat dan een sin Uhl is dan annern sin Nachtigal." [Fritz Reuter, 1810-1874] :S

  • ;(

    rase umschreibt damit nur den Stand der Wissenschaft. AFB-Sporen werden nunmal im Verdauungstrakt der erwachsenen Biene "gecrackt" und damit unschädlich gemacht. Ubiquitär sind die Sporen keineswegs, das zeigt z.B. das tschechische AFB-Monitoring (das ja seit vielen Jahren 1 x jährlich jeden Bienenstand beprobt).

    Problematisch ist in unseren Zeiten nur, daß die Völker nur sehr kurze brutfreie Phasen haben. Zander schrieb noch in den 40er Jahren davon, daß die Völker spätestens im Oktober brutfrei waren und erste Brut vereinzelt frühstens im Dezember, i.d.R. aber erst im Februar angelegt werde. Gelangt nur ein einziges AFB-Sporum in eine Bienenlarve, so entwickelt sich daraus die Lebendform der AFB und zwar nicht nur einmal oder doppelt, sondern rd. 1,5 Mrd.-fach.