Standort der Bienen über Blechdach

  • JohannesB Schau Dich doch ruhig auch mal ausserhalb des Gartens um! Ein guter Standort ist einer der wichtigsten Punkte überhaupt – für die Bienen und für den Imker! Ich wollte meine Bienen auch immer im eigenen Garten haben, habe mich aber nach zwei Jahren doch für einen Standplatz ausserhalb entschieden. Die paar Minuten Fahrt dahin stören mich überhaupt nicht, denn dieser Nachteil wird durch diverse Vorteile aufgehoben, vor allem durch (leicht) bessere Trachtverhältnisse, durch ein besseres Mikroklima und durch einen grosszügig bemessenen Arbeitsspielraum für mich, der mir im Garten fehlte.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Für mich wäre die viel interessantere Frage, in welche Himmelsrichtung das Flugloch zeigen würde.?

    Ansonsten würde ich mir noch die Frage stellen, ob das Dach im Hochsommer nicht ggf. zuviel Wärme reflektiert?

    Wenn die Ausrichtung des Fluglochs passt, und sich das mit der Wärme in Grenzen hält, fände ich den Standort nicht schlecht.

    Freier Imker

    Ohne DIB oder Verein

    Nicht vorbelastet

    Offen für alle Anregungen

  • Es gibt 2 Interessengebiete: a) die der Bienen (Flugloch nach Ost-Südost, damit auch die frühen Sonderangebote auf der Blütenuhr gut mitgenommen werden; zugluftgeschützt) und

    b) die des Imkers (kurze, sichere Wege, sicherer Stand auf dem Arbeitsplatz für abgestelltes Gerät und Arbeitskraft auch nach einem Regen bzw. zur Winterbehandlung; ggf. Stromanschluß je nach Bedarf).

    Wer das praktisch ausprobieren möchte, kann ja schon einmal mehrere volle Getränkekisten umstapeln am vorgesehenen Standort (gute Übung bspw. für das Einlegen der Bienenflucht am Tag vor der Honigernte, wöchentliche Brutrauminspektionen zur Schwarmkontrolle etc.) und in den künftigen Schleuderraum karren incl. lose aufgelegter Deckel und sich diese Übungen bei erschwerten Bedingungen (Grasnarbe abgelaufen, Boden glitschig nach Regenfall, winterliche Verhältnisse bei Restentmilbung etc.) zumindest vorstellen.

  • Hallo Johannes!

    Vielleicht solltest Du eine Lamelle oder ähnliches vor den Zaun stellen, damit die Bienen höher abfliegen. Dann müsstest aber einen Abstand Beute-Zaun von mindestens 1 Meter eingehalten werden.

    LG Mark-o

    Der Pessimist ist ein Optimist, der aus seinen Erfahrungen gelernt hat.

  • Ein zusätzliches Hindernis vor dem Zaun ist m.E. unnötig, mglw. sogar nachteilig (Verschattung des Fluglochs vor der Morgensonne?). So ein grobmaschiger Zaun behindert die Bienen bei Ein-/Ausflug nicht. Flugloch ganz kurz vor dem Zaun erspart ggf. sogar den Specht- oder Waschbärenschutz (zumindest an der Beutenfrontseite)... Aber: Tunlichst noch minimalen Abstand zum Zaun lassen, damit der Imker Änderungen am Flugloch vornehmen kann (Wechseln/Drehen des Fluglochkeils, Zusperren mit Schaumstoff bei bestimmten Behandlungsmethoden, Anbringen eines Mäusegitters im Herbst/Winter etc.).

  • Die Fluglöcher würden in Richtung Osten stehen vll minimal 5grad in Richtung Norden.

    Also würde eigentlich alles passen,

    Nur die Strahlungshitze ist an schwülen Tagen sehr stark und macht mir bedenken.

  • Die Bienen können die Stocktemperatur regeln. Ein Kollege (Berufsimker) berichtete, sein mit Abstand bester Standort sei ein aufgelassener dörflicher Steinbruch: Kessellage in Südrichtung, die Beuten stehen den ganzen Tag in voller Sonne, starke Hitzeentwicklung bei hochsommerlichem Wetter + Sonnenschein. Sein Urteil ist langjährige Gesamteinschätzung, bezieht sich also nicht nur auf Honigleistung, sondern auch auf alle anderen imkerlichen Kriterien (Gesundheitsstatus, Varroalast, Auswinterungsrate etc.). Dabei spielt sicher nicht nur die zugluftarme und warme Lage eine Rolle, sondern auch die relativ natürliche und blütenreiche Vegetation.