Honig nach Spritzschaden

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    Hallo zusammen,


    ich habe ja mal von meinem Spritzschaden berichtet. Jetzt ist das Laborergebnis eingetroffen.

    Da die Mädels jetzt doch Honig eintragen, würde ich euch gerne fragen, was ihr mit dem Honig machen würdet.

    Ich werde sicherlich eine Honigprobe einschicken aber eure Meinung ist mir vorab schon sehr wichtig, da ich jetzt einfach verunsichert bin, was das Laborergebnis für meinen Honig heißt.


    Danke euch schon mal.


    Grüße Heiko

  • Hallo Heiko,

    Laborprobe einschicken und dann entscheiden. Wegschmeißen kannst du den Honig immer noch.

    Wenn der Honig belastet ist, würde ich ihn auch nicht mehr verfüttern.


    Herzliche Grüße

    Thomas

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.

  • Es wird eine große Rolle spielen, ob die PSM wasser- oder fettlöslich sind. Außerdem sollte man auch vorhandene Pollenbretter entnehmen. Da sind die Schadstoffkonzentrationen vielfach weit höher als im Honig.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Danke für eure Antworten.

    Das Abamectin, was ja wohl Hauptursache war, ist nicht wasserlöslich sondern säurelöslich (organisch).

    Dann kann man ja davon ausgehen, dass die Sauerei mit der Herbstbehandlung auf jeden Fall weg ist.

    Kann es nicht sein, dass die Mädels die Pollen schon verfüttert haben?


    Die Tage werden jetzt wieder schöner, dann entnehme ich die Pollenbretter.

    Nicht das Leben ist das höchste Gut, sondern ein gutes Leben.
    Sokrates
    (469-399 BC, Griechischer Ethiker und Philosoph)

  • Ich habe bei meinen beiden Spritzschäden beim JKI angerufen, und nachgefragt, ob es eventuelle Grenzwerte gibt.

    Weil es mich dann aber doch noch genauer interessiert hat, habe ich bei FoodQS in Langenzenn eine Analyse machen lassen. Die hat natürlich das Ergebnis des JKI bestätigt, allerdings wurden Grenzwerte NICHT ÜBERSCHRITTEN.

    Entsorgt habe ich den Honig schlussendlich dann doch, ich möchte keinen belasteten Honig essen.

    Freier Imker

    Ohne DIB oder Verein

    Nicht vorbelastet

    Offen für alle Anregungen

  • Entsorgt habe ich den Honig schlussendlich dann doch, ich möchte keinen belasteten Honig essen.

    Das ist verständlich, allerdings sind in den meisten Honigen PSM-Rückstände zu finden. Das ist bei Honigen, die zumindest teilweise von Agrarflächen und/oder Gartenanlagen stammen, leider eher die Regel den die Ausnahme - immerhin in Konzentrationen, die gesundheitlich irrelevant sind und daher toxikologisch unbedenklich sind. Essen könntest du deinen Honig also, ohne irgend etwas befürchten zu müssen, die Grenzwerte sind sehr konservativ gewählt.


    Rückstände in Honig spielen künftig in den Zulassunsgverfahren für PSM auch eine deutlich wichtigere Rolle - siehe SANTE/11956/2016rev. 9.

  • Entsorgt habe ich den Honig schlussendlich dann doch, ich möchte keinen belasteten Honig essen.

    Das ist verständlich, allerdings sind in den meisten Honigen PSM-Rückstände zu finden. Das ist bei Honigen, die zumindest teilweise von Agrarflächen und/oder Gartenanlagen stammen, leider eher die Regel den die Ausnahme - immerhin in Konzentrationen, die gesundheitlich irrelevant sind und daher toxikologisch unbedenklich sind. Essen könntest du deinen Honig also, ohne irgend etwas befürchten zu müssen, die Grenzwerte sind sehr konservativ gewählt.


    Rückstände in Honig spielen künftig in den Zulassunsgverfahren für PSM auch eine deutlich wichtigere Rolle - siehe SANTE/11956/2016rev. 9.

    Da gebe ich dir zu 100% recht, allerdings war die Konzentration bei mir nahe am Grenzwert.

    Und die Hoffnung (auch wenn ich es nicht weiß) dass bei den anderen Honigen die Konzentrationen deutlich niedriger sind, gefällt mir einfach besser :-)

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  • Das Abamectin, was ja wohl Hauptursache war, ist nicht wasserlöslich sondern säurelöslich (organisch).

    Dann kann man ja davon ausgehen, dass die Sauerei mit der Herbstbehandlung auf jeden Fall weg ist.

    Wie kommst Du darauf ? - Wird der Bienenstock in Säure getaucht ? Es ist zwar empfindlich gg. Säuren, jedoch sind die Bedingungen bei der Spätsommerbehandlung exakt bekannt und ausreichend für die Zersetzung ?


    Ich würde solch ein Volk als erstes von deren Wachs befreien - TBE mit viel Naturbau unter ständigem Füttern. Und der Honig wäre für mich nicht nutzbar, unabhängig von willkürlich fixierten Grenzwerten. Shit happen 's.

    Anerkennen, was ist ! (Hellinger)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von beemax ()

  • ne aber bei den Behandlungen mit Ameisensäure hätte ich jetzt damit gerechnet, dass das reicht.

    Eher nicht?

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    Sokrates
    (469-399 BC, Griechischer Ethiker und Philosoph)

  • Äh, hier geht grad einiges durcheinander. Wasser und Säure schließt sich nicht aus, nicht jede Säure ist organisch, und pures Lösen hilft nur, wenn man dann die Lösung möglichst vollständig entfernt und nicht einfach nur verdampfen lässt, weil sonst der gelöste Stoff übrig bleibt.

    Oder meintest Du, dass die Säure den Stoff zersetzt, also zu dessen Abbau beiträgt?

  • Und der Honig wäre für mich nicht nutzbar, unabhängig von willkürlich fixierten Grenzwerten.

    Machst du das mit all' den anderen - ganz legal vergifteten - Lebensmitteln auch so?

    Ganz ehrlich: Die Bevölkerung WILL im Augenblick genau diese Landwirtschaft und die Industriefreundlichen Grenzwerte wie sie jetzt sind. Also soll sie sie auch kriegen. Anders ändert sich nichts. Dass ausgerechnet wir Imker, die am allerwenigsten dafür können, den Schaden auf unsere Kappe nehmen sollen, finde ich nicht fair. Sollen die Grenzwerte halt auch uns wenigstens etwas nützen.

  • Das Abamectin, was ja wohl Hauptursache war, ist nicht wasserlöslich sondern säurelöslich (organisch).

    Dann kann man ja davon ausgehen, dass die Sauerei mit der Herbstbehandlung auf jeden Fall weg ist.

    Man unterscheidet bei Substanzen ob sie fett- (lipophil) oder wasserlöslich (hydrophil) sind, ich schätze mal das meinst du mit deiner Säure-Aussage. Abamectin hat einen LogKoW von 4.4, das bedeutet es ist stark lipohil, bindet stark an Fette. Gleichzeitig ist die Wasserlöslichkeit mit 1.21 Milligramm/L äußerst niedrig. Das Abamectin wird daher vor allem ins Wachs gehen und kaum im Honig vorliegen - ein Großteil des Stoffes wird gleich im fetthaltigen Gewebe der Bienen hängen geblieben sein, diese sind in diesem Fall eine Art organischer Filter. Den Verzehr des Honigs halte ich daher für unbedenklich, eine Wabenerneuerung samt Entnahme von Pollenbrettern wie von beemax/WFLP empfohlen ist sicher sinnvoll.

  • Oder meintest Du, dass die Säure den Stoff zersetzt, also zu dessen Abbau beiträgt?

    Davon bin ich ausgegangen. Wollte aber noch in unsere CA gehen um mir das bestätigen zu lassen.

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    Sokrates
    (469-399 BC, Griechischer Ethiker und Philosoph)

  • eine Wabenerneuerung samt Entnahme von Pollenbrettern wie von beemax/WFLP empfohlen ist sicher sinnvoll.

    Ist das gängige Praxis?

    Polenbretter erneuern ist ja ok aber alle ist schon heftig.

    Verein, Sachverständiger, Landratsamt niemand hat mir was in die Richtung gesagt.

    Hätten sie das machen müssen?

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