Beobachtung: Pflegeintensität des Hofstaates und Vitalität/Stärke des Volkes

  • Moin!

    Ich habe mich gefragt, ob ihr ähnliche Beobachtungen gemacht habt:

    Seitdem es mir leichter fällt, Königinnen zu finden, benutze ich einen Abfangclip und lege die Damen auf die Oberträger, so lange ich nach Schwarmzellen u.ä. suche.

    Dabei ist mir Folgendes ins Auge gesprungen: jene Völker, die ich als stärker und vitaler bezeichnen würde (im Rahmen meiner Erfahrung), sowohl hinsichtlich Volksstärke, als auch bei der Honigleistung oder bei der Schönheit des Brutbildes, zeigten ein deutlich ausgeprägteres Interesse an der gefangenen Königin im Clip, als jene, die ich als eher durch- oder unterdurchschnittlich betrachten würde.

    Bei den starken Einheiten sammelte sich binnen kurzer Zeit ein Gewusel an Arbeiterinnen um den Clip, und versuchte die Königin zu füttern und zu putzen. Der Clip war dann kaum noch zu sehen.

    Sowohl die Geschwindigkeit, mit welcher der Clip entdeckt und belagert wurde, als auch die Menge an Bienen, die sich dort sammelte, funktionierte wie ein Zeiger, wie gut das Volk funktioniert.


    Mich erinnerte das an etwas, was ich beim Günther Friedmann gelesen hatte: Der selektiert unter anderem auf Hofstaatbildung.


    Habt ihr ähnliche Beobachtungen gemacht, oder bilde ich mir das nur ein?

    Viele Grüße

    Ralf

  • Ich habe beobachtet, dass dieses Verhalten zeitabhängig unterschiedlich ist. Bei jungen, frisch begatteten Königinnen, wird bei Entnahme sofort nach denen gesucht (z.B. am Clip) und sie wollen auch nicht von ihnen lassen.


    Bei älteren, schon lange legenden Köiginnen ist das Verhalten eher weniger ausgeprägt. Umgekehrt wird eine junge Königin nach dem Zeichnen freudig und interessiert empfangen und zwischen die Waben geleitet, während Ältere einfach reinkrabbeln und manchmal kaum Notiz genommen wird.


    Ob es ein Qualitätsmerkmal darstellt, vermag ich nicht zu beurteilen.


    Noch eine Bemerkung zur zeitabhängigen Beurteilung von Königinnen:

    Ich habe mehrfach feststellen dürfen, dass Völker mit Königinnen im 3. LJ, also im 2. Wirtschaftsjahr, die besten Leistungen erbracht haben (Honigleistung, Friedfertigkeit, Brutnestanlage). Zuerst habe ich individuelle Faktoren dafür verantwortlich gemacht; es zeigt sich aber, dass völlig unterschiedliche Herkunft und Genetik sich ganz ähnlich präsentiert. Und - nein, es hängt nicht vom Jahr ab. Sie liegen immer im 3. LJ über dem Standdurchschnitt mit Königinnen im Alter von zwei bis vier LJ.

    Es ist natürlich nur eine Beobachtung ohne statistischen Wert.

  • Mich erinnerte das an etwas, was ich beim Günther Friedmann gelesen hatte: Der selektiert unter anderem auf Hofstaatbildung.


    Habt ihr ähnliche Beobachtungen gemacht, oder bilde ich mir das nur ein?

    Viele Grüße

    Ralf

    Mann kann Friedmanns Beobachtungen zur Häufigkeit der Hofstaatbildung auch anders deuten. Diese soziale Aktion dient in erster Linie zur Verbreitung des Pheromons der Königin im Volk. Friedmann bemängelt bei Buckfastvölkern eine seltenere Hofstaatbildung. Wenn man nun weis, dass Völker mit Königinnen mit höherer Pheromonproduktion weniger Schwärmen (objektiv) und allgemein harmonischer erscheinen (subjektiv), kann man die seltenere Hofstaatbildung auch auf eine höhere Pheromonproduktion der B-Königinnen zurückführen. Das Selektieren auf Hofstaatbildung würde also sukkzessive zu erhöhtem Schwarmtrieb führen - was Friedmann bei seiner Betriebsweise nicht stört.


    Gruß
    Reiner

  • Hallo


    ich suche ja einige Königinnen

    auch in großen Völkern


    Einen richtigen Hofstaat habe ich bisher
    auch bei meinen Carnicas nur im Schaukasten gesehen


    Und das ein gutes Volk sich besser um seine
    Königin kümmert, erklärt auch gleich ihre gute Leistung.


    Gruß Uwe