Teilen und Behandeln bei Ablegern?

  • Hallo zusammen!


    Ich habe dieses Jahr mehrere Ableger erstellt und mache mir schon mal Gedanken über die Entmilbung. Ich habe die Ableger bei Erstellung bewusst nicht entmilbt, da ich noch auf Honigertrag aus den Ablegern hoffe.


    Da ich AS nicht nutzen will, möchte ich die Entmilbung per Teilen und Behandeln mit OX machen. Bei einem Wirtschaftsvolk sind ja genug Bienen in der Kiste, dass sowohl der Flugling, auch auch der Brutling genug Bienen für die Weiterentwicklung haben werden (zumindest für die Dauer der Behandlung 21 Tage + X). Wie ist dass denn mit Ablegern? Auf wie vielen Gassen sollten diese sitzen, damit TuB funktioniert?


    Ich könnte mir sonst vorstellen, dass ich bei kleinen Einheiten zuerst TuB "normal" starte, und am Folgetag die Fluglinge und die Brutlinge zusammenlege (zweiter Stand ist vorhanden, daher sollten die Bienen auch nicht zurück fliegen). Dann sollten die Einheiten jeweils auch groß genug sein, um überwinterungsfähig zu werden, und somit hätte ich aus 2 Ablegern, die ich zusammensetze auch wieder zwei Ableger gemacht. Würde das gehen?

    Nur stellt sich mir dann die Frage, wie ich mit den Königinnen der Fluglinge verfahre. Nehme ich beim Zusammensetzen die Königin raus, die mir weniger gefällt, oder lasse ich die Bienen entscheiden, welche Kö sie behalten wollen? Kellerhaft wird wohl nicht nötig sein, oder?

    9 Völker Carnica, 1 Volk Buckfast in Segeberger

  • Wie ist dass denn mit Ablegern? Auf wie vielen Gassen sollten diese sitzen, damit TuB funktioniert?

    Im Sommer gibt es hier allenfalls beim Brutsammler ein Problem: Die Brut muss ausreichend gewärmt werden. Der Flugling kommt mit (fast) jeder Größe klar.

    Man macht es also nicht anders als bei der Brutentnahme in Wirtschaftsvölkern. In den Brutsammler kommt nur die allernötigsten Bienen, weil der durch die schlüpfende Brut schnell verstärkt wird.

    Im Flugling sorgen reichlich Bienen für weitere starke Bruttätigkeit.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ich habe letztes Jahr bei einem Ableger, der DWV und viel zu viele Milben hatte, notgedrungen Ende Juli eine TBE gemacht (alles oder nichts, die entnommenen Brutwaben wurden eingeschmolzen.). Ich war sehr, sehr skeptisch, was mit dem Ding im Winter werden wird.
    Kurzum: Ist das stärkste und vitalste Volk am Stand, inklusive Honigertrag.


    Mit entsprechender Fütterung und legefreudiger Königin scheint das problemlos zu klappen.

    Ich denke darüber nach, ob ich das nicht als Selektion der Königinnen mit allen Ablegern dieses Jahr so machen sollte... Aber vielleicht ist das auch irre.

  • "Teilen und Behandeln" ist IMHO ausschließlich was für Altvölker, nicht für diesjährige Ableger! Ableger ganz klassisch behandeln mit einem wirksamen, rückstandfreien Mittel deiner Wahl.


    Gruß

    Reiner

    Grenzen sind konstruiert. Was uns trennt und verbindet, wird von Menschen gemacht.

  • Honigertrag aus Ablegern???? Wo lernt man denn so etwas? Kann man die Völker noch mehr ausquetschen?

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • holmi : wenn man den Brutwabenableger spätenstens zu Beginn der Rapsblüte mit mehreren Brutwaben kräftig erstellt, kann der zur Linde vielleicht, zur Heide garantiert Tracht bringen. Das ist jetzt kein ungewöhnliches Vorgehen....


    Ich entmilbe allerdings in der brutfreien Phase, weshalb sich eine Honigernte dann im gleichen Jahr verbietet.


    So starke Ableger kann man durchaus über TUB behandeln, erreichen dann aber eher keine zwei überwinterungsfähigen Einheiten; also Rückvereinigung im Oktober notwendig.

    Mir wäre das zu viel gebundenes Material und Zeit, aber klappen tut das...

    Gruß Wiebke

  • Ich denke darüber nach, ob ich das nicht als Selektion der Königinnen mit allen Ablegern dieses Jahr so machen sollte... Aber vielleicht ist das auch irre.

    Zwei hervorragende Selektionskriterien:


    - Vitalität der jeweiligen Königin,

    - Winter.


    Gute Einwinterung vorausgesetzt (rechtzeitiges, ausreichendes Füttern und nicht zu lang dran rumfummeln).


    Ist natürlich nix für sehr spät gebildete Ableger, ansonsten viel Erfolg!

  • Die Ableger haben schon 5-6 BW aktuell, der erste Satz müsste langsam geschlüpft sein.

    Ende Juli wären die Einheiten 8 Wochen am Legen.

    Die Aktion letztes Jahr galt ja aus der Not heraus nur einem Volk, aber der Unterschied zu allen anderen Ablegern war gewaltig. Die haben dann den August hindurch so viel Gas gegeben, und im März kamen die am dicksten aus dem Winter, nachdem ich die Mitte Juli schon fast abgeschrieben hatte...

  • Honigertrag aus Ablegern???? Wo lernt man denn so etwas? Kann man die Völker noch mehr ausquetschen?

    Naja, die Einheiten wurden früh gebildet, wovon 2 als Teilung eines WiVo entstanden: ein Königinnenableger und des entsprechende Restvolk. Ich habe die anderen beiden auch nicht nach Pias 1 Waben Methode gebildet, daher sind die Kisten gut voll. Linden haben wir hier eine Menge, da muss keine Biene weiter als 200m fliegen, um an 30 Linden zu kommen. Im 3km Radius sind es locker 100erte wenn nicht tausende.


    Was heißt denn ausquetschen, wenn sie was sammeln, dann ist gut, wenn nicht, dann nicht. Zum Einfüttern nimmst Du Deinen sicher auch den Honig weg, also wo ist das Problem?

    9 Völker Carnica, 1 Volk Buckfast in Segeberger

  • So starke Ableger kann man durchaus über TUB behandeln, erreichen dann aber eher keine zwei überwinterungsfähigen Einheiten; also Rückvereinigung im Oktober notwendig.

    Mir wäre das zu viel gebundenes Material und Zeit, aber klappen tut das...

    Gruß Wiebke

    Das mit dem Material hat mich am Anfang auch abgeschreckt, aber ein Kollege brachte mich auf eine Idee.


    Zunächst: Die Völker will ich nach der Behandlung alle wiedervereinigen, vielleicht werde ich mein aktuell größtes WV aufgeteilt lassen, aber ich will eh noch einen Ableger machen.


    Nun zu der Idee: Ich baue gerade Bienenfluchten für meine Segeberger Beuten. Diese werde ich so bauen, dass ich die Öffnung der Bienenflucht auch verschließen kann, damit sie bienendicht ist. Den Rahmen nach oben (also wo der HR aufgesetzt wird) werde ich so machen, dass ich da bei Bedarf Fluglochkeile reinsetzen kann, bzw. ich werde die Leisten quadratisch vom Profil machen und auf einer Seite passend fräsen, damit ich diese nur um 90° drehen muss und bei Bedarf ein offenes Flugloch habe. Somit kann ich die Bienenfluchten während TuB als Boden mit Flugloch nutzen und brauche keine zusätzlichen Böden / Deckel.


    Da ich meine Völker eh auf zwei Zargen überwintern möchte, benötige ich auch nicht mehr Zargen, als sonst.

    9 Völker Carnica, 1 Volk Buckfast in Segeberger