Weiselzellen im Schwarm

  • Werbung

    Hallo zusammen,


    eines meiner Völker ist ein Schwarm, der Ostersonntag (also vor ca. 8 Wochen) abgegangen ist. Ich konnte ihn einfangen, die Königin hat gestiftet und das Volk wächst seitdem auch sehr schön. Es ist definitiv auch genügend Platz vorhanden. Die Größe des Brutfelds liegt jetzt bei ca. 7 DNM Waben. Bei der heutigen Durchsicht habe ich Weiselzellen gefunden. Diese (insgesamt ca. 10 Stück) befanden sich sowohl am Wabenrand, als auch mitten auf den Waben. Es war sogar eine Zelle verdeckelt. Stifte waren ebenfalls vorhanden.

    In meinem Eifer habe ich dann alle Weiselzellen gebrochen. Im Nachhinein ist mir dann eingefallen, dass das Volk eventuell auch umweiseln könnte (Königin ist Jahrgang 2017).


    Was meint ihr? Sind die eher im Schwarmtrieb oder am Umweiseln? Soll ich, falls ich bei der Kontrolle in der nächsten Woche wieder Weiselzellen finde, diese einfach stehen lassen?


    Beste Grüße aus Münster,

    Hendrik

  • Ich hoffe du hast alle Weiselzellen gebrochen.

    Hast du beim nächsten mal wieder Weiselzellen im Volk, sind die Damen mit der Regentin nicht zu frieden und wollen umweiseln.

    Entweder du drehst der Königin den Hals um und lässt das Volk eine neue ziehen oder du teilst das Volk nochmal und kannst es im Herbst wieder vereinen ohne alte Herrschaft.

    Ich gebe dir die Empfehlung, aus einem Schwarm keine neue Königin zu ziehen.

    Nutze die Gelegenheit und setze aus einem Schwarmträgen Volk eine neue zu.

    Ich bin zwar der Anhänger der Landrasse und der F xten Generation, aber dann nicht aus Schwarmteufeln und Mickerlingen.

    Das ist dann letztendlich deine Entscheidung.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • ... Schwarmteufeln und Mickerlingen.

    Wer sagt das denn?


    Hört sich für mich nach ganz normaler Biologie an:


    Zur Volksvermehrung zieht ein Teil des Volkes mit der alten Königin aus und baut an neuer Stelle ein neues Nest = Volk auf. Wenn dies gut geht, sich das Volk gut entwickelt, sich also die neue Behausung bewährt, wird die alte Königin durch eine Neue (fein geplant, bestens gepflegt) ersetzt.


    Machen lassen! Freuen!


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • ... Schwarmteufeln und Mickerlingen.

    Wer sagt das denn?

    Also wenn wir rein nach zur genetischen Selektion zur Auswahl schwarmträger Lienien gehen, dann gebe ich Bienen Ede eindeutig recht - außer es war eine schwarmträge Liene, die aufgrund imkerlicher Fehler (z.B. Zu wenig Platz für viel zu viele Bienen) geschwärmt ist.


    Im Falle des "Imkerlichen Fehlers", dann ist iWei natürlich auch voll im Recht

    Hört sich für mich nach ganz normaler Biologie an:


    Zur Volksvermehrung zieht ein Teil des Volkes mit der alten Königin aus und baut an neuer Stelle ein neues Nest = Volk auf. Wenn dies gut geht, sich das Volk gut entwickelt, sich also die neue Behausung bewährt, wird die alte Königin durch eine Neue (fein geplant, bestens gepflegt) ersetzt.


    Machen lassen! Freuen!

    Bei unbekannten Schwärmen, ist also der (spätere) Austausch gegen eine gute Königin aus bekannter Herkunft die bessere Wahl. Dann weiß man wenigstens, woran man in Zukunft ist.

  • Zehn Zellen am Wabenrand ist nicht unbedingt das beste Indiz einer stillen Umweiselung. Das ein frisch eingeschlagener Schwarm direkt wieder los will ist ganz normale Biologie zum drüber freuen!? o_O


    Alle Zellen brechen, Königin abdrücken, nach ein paar Tagen nochmal alle Zellen brechen und eine Edelzelle stecken, oder eine unbegattete Königin einweiseln. Bzw. einen Ableger dazuhängen.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Kannst natürlich auch 'ne fertige Queen in einen Vorschwarm einweiseln, das geht wenn sie keine offene Brut mehr haben auch, klar. Besser einen schwachen Ableger zuhängen, ist ja das gleiche.


    Zelle/unbegattete Prinzessin entspricht halt oftmals eher dem natürlichen Vorgang und das Risiko ist kleiner. In ein drohnenbrütiges Volk bekommst Du eine begattete Königin nur ziemlich mühsam rein, 'ne Zelle geht dagegen problemlos. Hier in diesem Fall tut es sich vermutlich nix.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich habe halt ein (vermutlich) weiselloses Volk (Weiselprobe mache ich jetzt), und will da ggf. eine begattete Königin reinstellen, die allerdings nicht auf dem Postweg kommt, sondern direkt vom Züchter.

    Und ich dachte mir: Weiselprobe raus, dann zwei Stunden warten und Königin zum Ausfressen rein.

  • Irgendwann zeichne ich mal auf. Ich halte das alles ja nicht wirklich nach, das sind alles so gefühlte Wahrheiten. Bei großen Völkern die drohnenbrütig werden, hab ich ganz gute Erfolge mit einem aufgesetzten weiselrichtigen Mini über einem ASG. Das kann nach ein paar Tagen weg, soll aber verhindern, das Mutti zu früh zu den Zombies runtergeht. Aber Drohnenbrüter mit Drohnenflöten haben eine echte Zelle bisher auch immer akzeptiert.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo zusammen,


    danke für eure Ratschläge. Ich möchte hier nochmal abschließend mein Vorgehen mit Ergebnis mitteilen. Ich habe die (neuen) Weiselzellen in der darauffolgenden Woche einfach stehen- und die Damen machen lassen. Geschwärmt sind sie nicht, sondern haben sich sich höchstwahrscheinlich wirklich eine neue Königin zusammengebaut. Aktueller Stand: Stifte und keine neuen Weiselzellen.


    Grüße aus Münster,

    Hendrik