Königinnen "parken"

  • rallOr gebe ich natürlich Recht.

    Nur nicht jeder kann und will Bücher lesen.

    Zitat: "Ich lese nicht, ich bin Praktiker."

    Die wenigen wirklich guten Bücher, sind bereits meist Jahre Alt. Auch steht viel Mist in so manchem Buch.

    Erfahrung haben und das auch prosaisch an die Frau oder Mann zu bringen sind zwei paar Schuhe.

    Die nächste Herausforderung ist das erlesene Wissen dann auch umzusetzen.

    Das Schöne und Blöde an der Imkerei ist zugleich, dass viele Wege nach Rom führen und dann auch noch jede Situation anders ist und sich an den Mitteln des Imkers orientiert.

    So hat jeder beim Einweiseln bzw bei Drohnenbrütigkeit sein eigenes Rezept.


    Letztendlich entscheiden die Bienen darüber, was Ihnen passt und nicht der Imker.

    Die Bienen arbeiten auch mit Sinnen, die der Mensch so ausgeprägt nicht hat.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • OT: Für mich erfüllt das Forum mit seinen erfahrenen Imkern eine sehr wichtige Funktion: Es ist mein Imkerpate.

    Es ist viel schwerer, der Gesamtheit der hilfreichen Schreiber die Anerkennung zu zollen, die sie verdient, als mit Kommentaren einzelnen auf die Füsse zu treten und ihnen das Forum zu verleiden.

    Ich glaube aber, dass die Zahl der stillen Mitleser, die hier viel wertvollen Input mitgenommen haben und dankbar sind, viel größer ist, als das es den hilfreichen Forianern bewusst sein dürfte.

    Wir haben da bei luffi nach dem Milbenpulen Abends drüber gesprochen, wie sehr uns dieses Forum voran gebracht hat, wieviel Wissen man mitnehmen kann, das einem sonst verborgen geblieben wäre.

    Also bitte nicht frustrieren lassen...

  • Ich fände es äußerst schade, wenn manche User hier mit ihren Einlassungen dazu beitragen andere User so zu frustrieren, dass die Imker mit wirklich Ahnung und Erfahrung ihre Tipps nicht mehr weiter geben. Schade, aber durchaus verständlich.


    In den letzten Monaten störe ich mich auch immer mehr an einigen Usern die mit 5, 10 oder 20 Völkern imkern und sich dazu berufen fühlen, unumstössliche Weisheiten mitzuteilen und weitaus erfahreneren Kollegen, teils Nebenerwerbs- oder Erwerbsimkern (und damit per Definiton Profis) über den Mund fahren.


    Um das kurz klar zu stellen: Ich störe mich überhaupt nicht daran, wenn hier auch Hobbyimker (wie ich selbst einer bin) Tipps geben, daran versuche ich mich ja auch dann und wann. Und auch nicht daran, die Empfehlungen anderer, auch erfahrener User kritisch zu hinterfragen oder zu diskutueren. Oft gibt es ja kein richtig oder falsch, manchmal nur ein besser oder schlechter. Aber etwas mehr Demut ist gelegentlich angebracht und das Wissen darum, dass andere vielleicht schon 100x das gemacht haben was ich selbst nun 8x gemacht habe und zu kennen glaube. Ein Tipp, den ich mir gelegentlich auch selbst mehr zu Herzen nehmen sollte.


    Hier gibt es ein, zwei Dutzend User deren Beiträge ich vielleicht nicht immer unterschreiben kann, mich gelegentlich daran störe oder auch mal anders sehe - aber von denen ich schon sehr viel lernen und übernehmen konnte. Und ich fände es sehr schade wenn diese nun aus Frust uns nicht weiter an ihrem Wissen und ihrer Erfahrung teil haben lassen würde.

  • Sowas ähnliches ging mir vorhin auch durch den Kopf.


    In diesem Forum existieren wirklich viele Schätze, leider oft schwer auffindbar zwischen vielen anderen Beiträgen.

    Es wäre wirklich schade drum, wenn die Perlen nach und nach im Sumpf untergehen.

    Vielleicht sollten wir diesen bestehenden Sammelthread für die wirklich guten Texte besser füttern.

    Man kann ja zu allem seine eigene Meinung haben, aber hier gibt es viele die sehr tief in der Imkerei stecken und wertvolle Erfahrungen allgemein oder in spezifischen Bereichen haben. Freizeitimker, Berufsimker, Züchter, Wanderer, Bienenfantiker, Forscher, Ökos und so weiter haben alle unterschiedliche Umstände und Ansprüche, können aber sicher auch von den Erfahrungen der anderen profitieren um den eigenen Weg zu optimieren.


    Und da wir eh schon so weit abgeschweift sind, mal noch so ne grundlegende Frage in die Runde... ich denke den meisten Imkern ist mehr oder weniger bewusst, dass Königinnen, entstanden aus den geläufigen Zuchtmethoden, bei denen in der Regel die Weisellosigkeit der Völker zum Start und oft auch zur Pflege der vom Imker ausgewählten Larven verwendet werden, physiologisch und somit auch “qualitativ“ nicht an eine aus dem Schwarmtrieb geborene Königin herankommt.


    Warum gibt sich die Imkerschaft im allgemeinen mit nicht vollwertigen Königinnen zufrieden?

    (Fühlt euch bitte nicht auf die Füße getreten, Ausnahmen bestätigen die Regel)


    Warum wird der Schwarmtrieb der Bienen in so wenigen Betriebsweisen genutzt um Königinnen zu erhalten? Arbeitet hier jemand gezielt mit Schwarmzellen bei der Vermehrung? Würde mich über Erfahrungen zur Integration in den Betriebsablauf und die Selektion freuen.


    Schönen Tag noch!

  • Offensichtlich haben einige meine Beiträge hier in den falschen Hals bekommen.


    Sorry! Es war ganz sicher nicht meine Absicht, jemanden hier vor den Kopf zu stossen!


    Eingangs hatte ich ja geschrieben: ich stehe hier ganz mächtig auf dem Schlauch. Das ist nach wie vor noch der Fall. Ich verstehe immer noch nicht, warum man ein drohnenbrütiges Volk sanieren möchte..


    Drohnenbrütige Völker bei Auswinterung kenne ich durchaus. Diesen Teil meine ich zu verstehen. Aber ich wüsste nicht wo ich um diese Jahreszeit die für eine Sanierung nötige Königin hernehmen sollte. Dazu bräuchte ich ja eine "geparkte Königin", die ich nicht habe. Und wenn ich eine solche hätte, dann würde ich diese doch eher in ein weiselloses aber noch nicht drohnenbrütiges Volk setzen...


    Jungferverlust bei neu gebildeten Jungvölkern kenne ich auch. Bei einem abgeschwärmten Volk (und darum ging es ja!) habe ich das hingegen noch nicht beobachten können. Irgendwie schaffen die es immer, eine neue Königin herzuzaubern. Auch wenn es anfangs nicht danach aussieht. Könnte vielleicht daran liegen, dass dem neu gebildeten Jungvolk Zusammenhalt/Erfahrung fehlt, um die Jungfer zu begleiten? Keine Ahnung..


    Wenn ein abgeschwärmtes Volk 14 Tage nach voraussichtlichem Jungfernflug keine Stifte hat, sollte dann nicht eine Weiselprobe rein? Entstehen Afterweiseln so schnell? Da stehe ich auf dem Schlauch..


    Wenn man so viele Völker hat, dass man eine Weisellosigkeit nicht rechtzeitig erkennt, hat man dann die Zeit, drohnenbrütige Völker zu sanieren? Und wie lange wird es dauern bis das sanierte Volk den Rückstand wieder eingeholt hat? Da stehe ich auf dem Schlauch..


    Ein drohnenbrütiges Begattungsvölkchen von der Belegstelle sanieren? Wie viele Bienen sind denn da drin und wie alt sind die? Will man da eine wertvolle Jungfer reintun? Da stehe ich auf dem Schlauch..


    Ein drohnenbrütiges Volk hat ja schon seit einer geraumen Zeit keine Königin mehr. Demzufolge auch keine Arbeiterinnenbrut. Was will man da retten? Die Gene der Afterweisel? Da stehe ich auf dem Schlauch..


    Und nein, ich kenne nicht jede Biene beim Namen. Farbe+Nummer jeder (begatteten) Königin kenne ich auch nicht auswendig. Muss ich auch nicht, steht in der Stockkarte.


    Nochmal: Ich möchte mich hiermit entschuldigen.


    Dass man ein drohnenbrütiges Volk sanieren kann, zweifle ich nicht an. Ich verstehe aber nicht warum man das will. Verraten will es hier wohl niemand.. Bislang konnte ich noch keine überzeugende Erklärung finden.

  • Warum denn nur im engsten Kreis

    Weil es keiner liest.

    Und nur Fragen kommen die keiner Beantworten kann oder die Antworten in Frage gestellt werden. Zudem stehen weitere Versuche aus um das Wissen aus alter Literatur zu bestätigen um den letzten Baustein abzusichern.

    Sollten wir das jetzt alle so tun, Dinge, die zu 99% funktionieren, nur im engsten Kreis bekannt geben? Da habe ich bisher wohl vieles falsch gemacht. Darüber muss ich nachdenken.

    Ist manchmal aber besser um es bestätigt zu bekommen bevor man es streut.

    Wenn das Imkerforum engster Kreis ist... gerne.

    ;)

    Ich wünschte, die Guten würden öfters mal so etwas wie ein Buch schreiben mit ihren gesammelten Erfahrungen. Ich würde dafür auch Geld zahlen.

    Würde ich mir auch wünschen, aber dann immer mit Blick über den Tellerrand, damit es keine einseitige Lektüre wird die nur eine Sache als Gesetz hinstellt.

    Das Problem dabei ist, dass es eh nicht gelesen wird. Und wenn doch, dann wird es nicht verinnerlicht. Ich kann das sehr häufig feststellen, dass kläre eindeutige Anweisungen nicht beachtet werden. Der Mensch ist von Natur aus bequem. Wieso sollte der Imker anders sein?

    Da erzählst jemand er soll es so und so machen, danach kommt er und löchert dich weiter und erzählt dabei er hat es eh ganz anders gemacht weil der oder der es auch so macht und und und.

    Da wirst dann zum Hirsch.

    Aber Schwänzeltanz beherrschen halt die wenigsten...

    Herumschwänzeln können viele, nur ob sie die Richtung dabei richtig angeben oder einfach nur was nachtanzen weil sie es mal gesehen haben ist immer die Frage.

    In den letzten Monaten störe ich mich auch immer mehr an einigen Usern die mit 5, 10 oder 20 Völkern imkern und sich dazu berufen fühlen, unumstössliche Weisheiten mitzuteilen und weitaus erfahreneren Kollegen, teils Nebenerwerbs- oder Erwerbsimkern (und damit per Definiton Profis) über den Mund fahren.

    Genau solche User, die irgendwo paar Bienen stehen sehen oder der Kumpel vom Schwiegervater Bienen hat, zerpflücken dann solche Tipps als eigenes Wissen und machen daraus dann ihr eigenes Wissen und geben es noch falsch weiter. Sobald mal nicht was nach Schema F funktioniert und Rückfragen da sind, gibt es plötzlich neue Erfindungen die dann als die Lösung angeboten werden, aber überhaut nix bringen.

    Auch ein Erwerbsimker muss die Weisheit nicht mit Löffeln gefuttert haben und oft lebt sichs unwissend leichter ^^ Da gibt es sicher etliche Hobbyimker die manchem Erwerbsimker weit überlegen sind.

    Wenn man so viele Völker hat, dass man eine Weisellosigkeit nicht rechtzeitig erkennt, hat man dann die Zeit, drohnenbrütige Völker zu sanieren? Und wie lange wird es dauern bis das sanierte Volk den Rückstand wieder eingeholt hat? Da stehe ich auf dem Schlauch..

    Lieber Joew, ich merke du verstehst hier die Problematik nicht.

    Als normaler Imker hat man bei 10 Völkern vielleiht alle 3-5 Jahre mal so einen Fall. Auf die Masse der Imker gesehen ist es dann doch eine schöne Menge die meist zig Königinnen das Leben kostet. Diese davor zu bewahren ist es doch schon wert.

    Da muss man niemandem vorhalten er würde nicht genug nach den Bienen schauen, denn es trifft jeden irgendwann.

    Ein drohnenbrütiges Begattungsvölkchen von der Belegstelle sanieren? Wie viele Bienen sind denn da drin und wie alt sind die? Will man da eine wertvolle Jungfer reintun? Da stehe ich auf dem Schlauch..

    So, nimm mal an Imker Bert geht mit 100 Begattungseinheiten auf die Belegstelle. Je nach Bienenzusammensetzung können die bereits nach dem zurückholen drohnenbrütig sein, wenn beim einweiseln was nicht geklappt hat und die Kontrolle dies vor dem Anliefern nicht gezeigt hat.

    Soll er nun 10 Einheiten auflösen nur weil die drohnenbrütig sind? Bei mir werden z.b. 3er Minis eingesetzt. Wenn da eine Einheit drohnenbrütig wird, musste ich bisher immer abkehren und bekam viele Bienen gar nicht raus, da die beiden anderen Abteile ja belegt waren.

    Jede Jungfer ist wertvoll, da man diese ja von einer Zuchtmutter gezogen hat und selbst wenn es eine Nachschaffung wäre, ist sie doch so wertvoll, dass sie ein ganzes Volk aufbauen kann.

    Ein drohnenbrütiges Volk hat ja schon seit einer geraumen Zeit keine Königin mehr. Demzufolge auch keine Arbeiterinnenbrut. Was will man da retten? Die Gene der Afterweisel? Da stehe ich auf dem Schlauch..

    Dazu müsstes du wissen wer zur Afterweisel wird, wie schnell und dann mir erklären weshalb ein Volk mit ausgelaufener Arbeiterinnenbrut nicht mehr Rettungswürdig ist.

    Dass man ein drohnenbrütiges Volk sanieren kann, zweifle ich nicht an. Ich verstehe aber nicht warum man das will. Verraten will es hier wohl niemand.. Bislang konnte ich noch keine überzeugende Erklärung finden.

    Was ist an einem drohnenbrütigen Volk schlecht?

    Altkönigin geht warum auch immer verloren, Bienen schaffen nach, neue schlüpft und geht beim Ausflug verloren. Der Imker wartet 19-21 Tage um erste Stifte zu sehen und zu wissen es ist alles ok. Dabei kann er dann Stifte sehen obwohl die Königin gar nicht da ist. So schnell gibt es Drohnenmütterchen. Das dauert keine 21 Tage. Warum soll so ein Volk nicht zu retten sein? Was willst sonst mit vielleicht 30.000 Bienen eines WV machen? Abkehren/abschwefeln?

    Es sind Lebewesen und daher hat der Imker hier was zu tun. Meist ist er ja auch schuld am Königinnenverlust.


    Ich bin auch postiv von der Beweiselung von drohnenbrütigen Kisten mit schlupfreifen Zellen überrascht! Die nehmen die neue schlüpfende Königin wirklich gut an (evtl ist es mit ganz frisch geschlüpften ähnlich) und gehen ab wie die Luzi!

    Hier ist die Lösung für die Rettung aller drohnenbrütigen Einheiten/Völkern.

    Dieses Jahr zigfach geprüft und von einigen im engsten Kreis bestätigt bekommen.

    Jedoch ist es noch in der Erprobung und ich bin noch daran zu prüfen ob man es mit dem Einweiseln einer begatteten auch hinbekommt. Kann ich aber erst nächstes Jahr beenden und muss natürlich auch gegengeprüft werden. Ist jedoch altes Wissen welches noch überprüft werden muss. Der Drohn hatte ja immer zum aufsetzen einer MiniPlus Zarge geraten, im Grunde ist das alte Lehrbuchwissen ähnlich, jedoch anders aufgebaut, da es keiner Wabe bedarf und man damit dann auch Königinnen ohne ihre eigenen Bienen in drohnenbrütige einweiseln kann.

    Frisch geschlüpfte die nicht älter als 1-2h sind gehen auch, aber mit höherem Risiko.


    Zu beobachten ist, bei Gabe einer schlupfreifen Zelle wird man weiterhin frische Stifte der Drohnenmütterchen finden, das erledigt sich dann sobald die Königin die ersten eigenen Larven hat. Was zumindest im Ansatz bereits die weitere Theorie zur Beseitigung der Drohnenmütterchen und dazu das sichere einweiseln einer begatteten Königin bestätigen würde.

    Zuviel will ich noch nicht behauten, ansonsten kommt wieder jeder mit seiner eigenen Theorie um die Ecke oder sucht die alten Literaturen und setzt diese wieder direkt als gegeben und wahr an.

    Vieles ist in Vergessenheit geraten was gut funktioniert hat, es gilt nur heraus zu finden was davon wirklich funktioniert und was nicht.


    Kleines Beispiel zu altem Wissen das vergessen wurde oder mangels Funktion keine Anwendung mehr findet. Umweiseln mit nem Schuß Obstler ist ein altes Imkerrezept und da ist was dran. Nur früher gab es geschlossene Böden und daher funktionierte es, mit den Gitterböden von heute geht es nicht mehr -aber es funktioniert. Um im laufenden Betrieb umzuweiseln (nicht erst in den Herbst- oder Fruhjahrsmonaten wo es eh fast eine sichere Sache ist.) war dies ideal.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Das Forum hat die Funktion im Gegensatz zum einem Buch, Video, etc eben eine Interaktion zwischen einer Fragestellung und verschiedenen Meinungen herzustellen.

    Dabei kann der geneigte Leser eben selber Wählen, welchen Rat und Weg er einschlägt.

    In meinen Augen ist es eben wichtig, dass vom Anfänger bis zum Spezialisten alle ein solches Forum am Leben erhalten.

    Mich interessiert nicht die Bohne wer hier im ersten Step seinen Kommentar abgibt.

    Im Laufe der Zeit bekommt man eh mit, welche Meinung und Richtung der einzelne Vertritt.


    Den Satz, nur weil er Bankdirektor ist, ist er noch lange kein besserer Mensch, war nur eine der Sprüche, die mir bis Heute im Gedächtnis geblieben sind.

    So habe ich bewusst als kleiner Imker auch so manchen Experten kontra gegeben, wenn ich anderer Meinung bin. Auch wenn diese Person meistens eine fundierte Aussage und Meinung vertreten, heisst das noch lange nicht, dass sie in allem Recht haben.

    Nur das Wissen und die Erfahrungen gehen manchmal in die falsche Richtung.

    Da wird die eigene Bienenrasse, die eigene Methode gnadenlos im Vordergrund gestellt. Da läuft man schnell Gefahr das Gegenteil zu erreichen.Auch müssen sie sich dann Teilweise den Vorwurf gefallen lassen, ihre eigenen Interessen zu vertreten.

    Nicht gemeint ist damit, dass eigene Erfahrungen nicht mit in Meinung einfliessen.

    So besteht eben die Imkerei aus vielen unterschiedlichen Facetten und Ansichten.

    Ich verteufele ich oft nicht die Erfahrung und Fachwissen, sondern das Dogmatische was dahinter steht.

    So habe ich Respekt, vor jedem der sich entschuldigt.

    Allerdings bringt es nichts, sich für etwas zu entschuldigen, was man nicht zu vertreten hat.

    Nicht jeder ist in der Situation,.Drohnenbrütigkeit durch Auflösung zu entgehen.

    Gerade bei kleinen Imkern kommt es schliesslich auf jedes Volk an, weil es relativ gesehen eine höhere Auswirkung auf seine Imkerei hat.

    Zudem hat man viel Arbeit in das Volk investiert und will das nicht kampflos aufgeben.

    Mit der Gabe einer Brutwabe und dem vorherigen Abkehren kann man das drohnenbrütige Volk mit hoher Wahrscheinlichkeit retten, wenn der Zustand eben nicht zu lange währte. Die Zugabe von Weiselzellen sehe ich als ähnlich an, doch hat man diese eben nicht immer zur Verfügung.

    So agieren gerade Berufimker und Hobbyimker aufgrund der.Notwendigkeiten sehr unterschiedlich. Der Berufsimker wird aufgrund der Zeitnot im jahreszeilichen Ablauf gewisse Dinge als "geigelei" oder "spielerei"'abtun. Der Kleinimker mit ein paar Völker wird die Zeit investieren, weil es sein Hobby ist und er nicht einem wirtschaftlichen Druck unterliegt.

    Die Drohnenbrütigkeit und das parken von Königinnen ist ein schönes Beispiel.

    Früher war aufgrund der Begrenzung der vorhandenen Brutbretter bei mir die Ablegerbildung begrenzt. Da tat jeder Verlust eines Ableger mehr weh als Heute, wo ich soviele Völker habe, dass ich mich nicht mit Ein- oder Zweiwabenableger rumschlagen muss.

    Somit ist es leicht, über einen, der die Möglichkeiten nicht hat, zu urteilen, aber auch über den zu Urteilen, der eben nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten agieren muss.

    Es vergessen wesensgemässe Imker, Hobby- & Nebenserwerbs- und Berufimker, Züchter, Stadt- und Landimker und die vielen Anderen, dass wir letztendlich in einem Ökosystem sitzen.

    Alleine deswegen ist "Wahrheit"' für jeden eine Andere, aber im Grundsatz gleich.

    Freier Imker

    Ohne Verein, DIB, Imkerverband und sonstigen Establishment

    Neutral und unbelastet.

  • Das Forum hat die Funktion im Gegensatz zum einem Buch, Video, etc eben eine Interaktion zwischen einer Fragestellung und verschiedenen Meinungen herzustellen.

    Dabei kann der geneigte Leser eben selber Wählen, welchen Rat und Weg er einschlägt.

    Solange die Meinungen auch wirklich auf eigenen Erfahrungen beruhen hab ich da kein Problem mit. Leider erscheinen aber manche Meinungen einfach nur nachgeplappert oder abgelesen ohne es jemals wirklich selbst erprobt zu haben. Sowas ist dann gefährlich und oft eben auch gar nicht passend zum geschilderten Problem.


    Wenn dann der geneigte Leser mit einem echten Problem einen Rat sucht, findet er sich inmitten von 20 Antworten die meist sogar die einfachere "Lösung" aufzeigen und dagegen eben 5 Lösungsvorschlägen die eben mehr Aufwand bedeuten oder eben nicht dem entsprechen was der Fragesteller sich insgeheim erhofft hat.

    Dadurch wird dann meist zum einfacheren Mittel gegriffen und danach ist das Geheule groß und die Bienen sind erledigt.


    Auch ein Profi wird keinen Rat geben der seinen Bienen schadet, was ja gleichzeitig auch seinem Geldbeutel weh tun würde. Also da darf man nicht so denken, dass der Profi einen Schwächling einfach vereinigt nur weil man ihn vielleicht mit täglich 100ml 1:1 Lösung noch hoch päppeln könnte, damit er dann im Winter doch das zeitliche segnet oder im Frühjahr weiter vor sich in dümpelt.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Lieber Joew, ich merke du verstehst hier die Problematik nicht.

    In der Tat verstehe ich die nicht. Das schreibe ich doch schon die ganze Zeit..


    Als normaler Imker hat man bei 10 Völkern vielleiht alle 3-5 Jahre mal so einen Fall. Auf die Masse der Imker gesehen ist es dann doch eine schöne Menge die meist zig Königinnen das Leben kostet.

    ???


    Also wenn ich rase in #51 richtig verstehe, dann wollte er das genaue Gegenteil aussagen: nur als Hobbyimker mit 10 Völkern kann man es sich leisten, drohnenbrütige Völker nicht zu sanieren.


    Der Umkehrschluss wäre, dass man ab einer gewissen Völkerzahl nicht mehr umhin kommt zu sanieren. Ich kann mir das nur so erklären, dass man dann keine Zeit mehr hat, jedes Volk so genau im Blick zu haben, dass man die Drohnenbrütigkeit rechtzeitig erkennt.

    Auf die Masse der Imker gesehen ist es dann doch eine schöne Menge die meist zig Königinnen das Leben kostet. Diese davor zu bewahren ist es doch schon wert.

    ???


    Aber die Königin ist doch bereits tot. Sonst wären doch keine Afterweiseln unterwegs. Bei einem Sanierungsversuch riskiere ich, eine weitere Königin zu opfern.


    So, nimm mal an Imker Bert geht mit 100 Begattungseinheiten auf die Belegstelle. Je nach Bienenzusammensetzung können die bereits nach dem zurückholen drohnenbrütig sein, wenn beim einweiseln was nicht geklappt hat und die Kontrolle dies vor dem Anliefern nicht gezeigt hat.

    Bert hat an Tag X Begattungseinheiten erstellt. Die Königin hat das nicht überlebt.


    Diese Einheiten kommen nun 3 Tage in Dunkelhaft und 14 Tage auf Belegstelle.


    An Tag X+3+14 holt Bert diese Einheiten ab und diagnostiziert Drohnenbrütigkeit. Hut ab, dass er das zu diesem Zeitpunkt bereits erkennt. Ich würde das vermutlich nicht erkennen.


    Was an Tag X geschlüpft ist, plant bei Abholung an Tag X+3+14 bereits die ersten Flugübungen.

    Was an Tag X erste Flugübungen gemacht hat, sucht an Tag X+3+14 bereits ein ruhiges Plätzchen, um in die ewigen Jagdgründe überzuwechseln.

    Was an Tag X Flugbiene war, ist an Tag X+3+14 mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits in den ewigen Jagdgründen.


    In diese Einheit soll nun eine neue wertvolle Jungfer hinein?


    Wie wird diese Einheit nach weiteren 14 Tagen Belegstelle aussehen? Was an Tag X geschlüpft ist, hat dann gerade noch 11 Tage zu leben...


    Klar, wer nicht pflegt lebt länger. Und auch Flugbienen können pflegen. Aber pflegen die auch so gut wie es eine frische junge Besatzung machen würde?


    Es heisst doch bei der Königinnenzucht immer, man darf nicht geizen?


    Ich weiss nicht...

    Was ist an einem drohnenbrütigen Volk schlecht?

    Altkönigin geht warum auch immer verloren, Bienen schaffen nach, neue schlüpft und geht beim Ausflug verloren. Der Imker wartet 19-21 Tage um erste Stifte zu sehen und zu wissen es ist alles ok. Dabei kann er dann Stifte sehen obwohl die Königin gar nicht da ist. So schnell gibt es Drohnenmütterchen. Das dauert keine 21 Tage.

    An Tag X geht die Alte über den Jordan.


    Nachgeschaffte schlüpft an X+12.


    An X+14 kommt die Meise.


    An X+21 - also eine Woche nach Ableben der Nachgeschafften - mögen bereits Afterweiseln drin sein (ist das so?). Und ein alter, erfahrener Imker mag das auch erkennen können. Aber an diesem Tag werde ich das ganz gewiss noch nicht erkennen. Also würde ich hier möglicherweise noch einen Sanierungsversuch unternehmen. Aber gerade weil ich davon ausgehe, dass es noch nicht drohnenbrütig ist.


    Da sind wir bei der Frage, wie schnell Afterweiseln entstehen. Mangels eigener Erfahrung kann ich dazu nichts sagen. Leider mag auch sonst niemand dazu was sagen. Melanie schreibt in ihrem Buch was von vier Wochen.


    Warum soll so ein Volk nicht zu retten sein?

    Dass (und wie) man es retten kann wurde in diesem Thread ja schon mehrfach dargelegt. Das ist ja auch nicht die Frage.


    Was willst sonst mit vielleicht 30.000 Bienen eines WV machen? Abkehren/abschwefeln?

    Brut ist ja keine mehr drin. Was da an Brut drin ist, ist doch Nachkomme der Drohnenmütterchen. Warum sollte man diese Brut retten wollen?


    Die Flugbienen kann man sofort abschöpfen. Entweder durch Abkehren oder (wenn man auch die Jungbienen retten möchte) indem man ein anderes Volk auf den Platz stellt.


    Will man auch noch die Jungbienen retten, dann kann man die Kiste noch drei Wochen stehen lassen und dann erst abkehren.

    Es sind Lebewesen und daher hat der Imker hier was zu tun.

    Auflösen ist ja nicht gleichbedeutend mit abtöten.


    Und bei den einzuweiselnden Königinnen handelt es sich nicht um Lebewesen?


    Umweiseln mit nem Schuß Obstler ist ein altes Imkerrezept und da ist was dran.


    Schönsaufen funktioniert offensichtlich auch bei Bienen :)

  • Warum so kompliziert? Drohnenbrütige Völker hatte ich diesen Sommer gleich zwei bei mir am Stand, da muss gar nicht so viel zusammen kommen und keine Belegstelle im Spiel sein.


    Die Völker sind abgeschwärmt, dumm gelaufen, aber selbst Schuld. Also alle Zellen bis auf eine gebrochen, dann drei Wochen in Ruhe gelassen. Nach drei Wochen kurzer Blick ins Volk - Eier da (ja, ich weiß, man sieht den Unterschied eigentlich ganz gut - hab ich aber offensichtlich nicht...), also (vermeintlich) alles gut, auch wenn die Kö's bei einer schnellen Durchsicht nicht gefunden wurden. Volk wieder zwei Wochen in Ruhe gelassen, bei der nächsten Nachschau zwei Wochen später dann Buckelbrut vorgefunden. Da gingen die Jungfern wohl bei der Begattung verloren. Kommt nicht oft vor, kommt aber vor.


    Also Waben mit Buckebrut entnommen, durch Mittelwände ersetzt. Alle Bienen 30 m entfernt abgefegt, neue Kö mitsamt Kieler oben aufgesetzt. Hat funktioniert und vielleicht 15 Minuten Arbeit gemacht. Klar, ich hätte die Völker auch auflösen können und andere verstärken können, was mir mehr Honig gebracht hätte. Aber so habe ich nun stattdessen ohne große Arbeit zwei starke, milbenfreie Ableger/Völker die mir 2020 wieder Freude machen. Hoffentlich ;)


    Was hab ich draus glernt? Genauer hinschauen, nicht quick and dirty nach den ersten gesehenen Eiern nen Haken dran setzen und weiter machen. Abgesehen davon würde ich wieder so vorgehen.

  • Und es passiert ganz einfach. Starkes Volk ist drohnenbrütig. Indizien hatte ich schon vor 14 Tagen.

    Aber immer nur abends In der Dämmerung Zeit.

    Die Nachkommen der Drohnenmütterchen erblicken meist nicht das Licht der Sonne. Oft werden sie schon beizeiten ausgeräumt.

    Wofür hat man überzählige Königinnen?

    Und es kommt eine Alte rein, die ich demnächst eh auswechseln würde. Und in der ihr Volk kommt eine Junge. Wenns nicht klappt, hats noch nicht mal weh getan.

  • dumm gelaufen, aber selbst Schuld.

    Klar, so was plant man ja nicht, ist demzufolge immer dumm gelaufen.


    Um die Schuldfrage geht es ja auch nicht...


    Also Waben mit Buckebrut entnommen, durch Mittelwände ersetzt. Alle Bienen 30 m entfernt abgefegt, neue Kö mitsamt Kieler oben aufgesetzt.

    Aehm...


    Buckelbrut hast Du entnommen...


    Andere Brut war ja nicht mehr da, nach 5 Wochen wenn ich richtig gerechnet habe...


    Alle Bienen abgefegt...


    Und was ist jetzt der Unterschied zu:

    Klar, ich hätte die Völker auch auflösen können


    Brut raus. Bienen raus. Das ist genau das was ich unter dem Begriff "auflösen" verstehe.


    Dass Du Kiste, den restlichen Wabenbau und vielleicht noch die Flugbienen unmittelbar danach für ein neues Volk wiederverwendet hast ist das jetzt nicht mehr "aufgelöst" sondern nur noch "saniert"?


    :confused::confused::confused:

  • Unter aufgelöst verstehe ich Kasten weg, Bienen anderen Völkern zugeschlagen, Standplatz leer. So hab ich den gleichen Kasten, mit den gleichen Waben (abzüglich der handvoll Brutwaben), den gleichen Bienen, den gleichen Standplatz. Unter aufgelöst verstehe ich da defintiv was anderes. Auf saniert können wir uns aber einigen ;)

  • Alles was in der Kiste gelebt hat wird aus der Kiste hinausgeprügelt.


    In die noch bewohnbare Wohnung zieht ein neues Volk ein, nämlich das aus Deinem Kieler. Dieses neue Volk wird durch die zurückkehrenden Flugbienen verstärkt.


    Das ist für mich nicht "Sanieren" sondern "auflösen und neu besiedeln".


    Streiten wir uns also um die Begrifflichkeit? Nicht im Ernst, oder?