• Hallo Imkerfreunde !


    An meinem Bienenstand habe ich festgestellt,
    daß 1 Volk mit der Kalkbrut infiziert ist.
    Das Einengen ,um somit den Putztrieb stärker
    zu fördern hat bisher nicht geholfen.Es sind
    noch immer Kalkmumien in den Wabenzellen
    vorhanden!


    Welche Medikamente sind hier wirksam?
    Hat jemand Erfahrung mit Kalkbrut unter
    diesen Umständen gemacht?

  • Hallo Alfred,
    ich hatte vor einem Jahr Kalkbrut in einem Stock.
    Zuerst habe ich die stark befallenen Waben entfernt und das Volk sehr eng gesetzt, was aber kaum Besserung hervorrief.
    Das einzige Mittel, die Krankheit unter Kontrolle zu bekommen war der Austausch der Königin, da sie anscheinend für den Ausbruch mitverantwortlich ist.
    Aus Völkern mit Kalkbrut deshalb keine Stockmütter nachziehen.
    Man ist sich sicher, daß das Allel für Kalkbrutempfänglichkeit weitervererbt wird.
    Grüße,
    Ralf

  • Hallo an alle
    wenn ihr Kalkbrut in größerem Ausmaß habt, kann das an folgenden Sachen liegen:
    1. eure Bienen sitzen feucht(Kunststoffbeuten ohne ausreichende Belüftung oder in der Nähe eines Gewässers)
    2. der Putztrieb dieser Völker ist nicht genügend vorhanden.


    Auf keinen Fall kann Kalkbrut vererbt werden, da es eine Pilzerkrankung ist. Das einzige,was vererbt werden kann, ist der Putztrieb.


    Nach der Ameisensäure-Behandlung sollten keine Kalkbrutmumien mehr vorhanden sein, ansonst trockenen Standplatz suchen oder Königin tauschen.


    Grüße Peter

    Theorie ist: alles wissen und nichts funktioniert.
    Praxis ist: alles funtioniert und keiner weiss warum.

  • Hallo Peter,


    Wieso verschwindet die Kalkbrut schon recht schnell nach dem Umweiselen? also noch bevor die neuen Bienen da sind?
    Ich glaube, daß es anfälliger und weniger anfälligere Maden gibt! und das wiederum ist eine Sache der Genetik! Das gleiche gilt übrigens auch für die Faulbrut! dort ist es bewiesen, daß es dafür Gene gibt!

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo Toyotafan,


    hoffentlich nicht !!!
    Es gibt allenfalls die genetische Disposition, bestimmte Krankheiten besser oder weniger gut zu verkraften (s. Immunologie).
    Gerade bei Infektionserkrankungen sind exogene Fakoren ausschlaggebend, d.h. ein Individuum mag durchaus "anfälliger" sein als ein anderes, aber wenn keine Infektion erfolgt, gibts auch keine Krankheit.
    Also: Es gibt kein "Kalkbrut-Gen" genauso wenig wie es beim Menschen ein AIDS-oder ein Windpocken-Gen gibt.


    Grüsse


    M.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Lieber Imkerfreund Michael,


    ich kann Dir nur zustimmen, dass wenn keine Erreger da sind es auch nicht zu Krankheiten kommmen kann!
    Bzgl. der Züchtung muß ich mich aber sehr wohl Imkerfreund Toyotafan anschließen!


    Gruß

  • Hallo,
    aber irgendwelche Empfindlichkeiten werden sehr wohl vererbt! Mein Bruder hat z.B. vier Mal Windpocken gehabt, obwohl man sie ja nur einmal kriegen kann. Das es vier verschiedene Stämme gibt, weiß jeder Kinderarzt, du mußt nur sehr anfällig sein, um die Krankheit auch jedesmal zum Ausbruch zu bringen!
    In der Yahoo-Group zum BiologicalBeekeeping hat gerade jemand das Problem, daß alle sterbenden Puppen keine Flügel haben. Das ist ein Virus, der normalerweise als Sekundärinfektion nach starkem Varroa-Befall eintritt. Die primäre Anfalligkeit muß doch erst mal da sein, damit überhaupt klinische Symptome auftreten, und die dürfte wohl doch genetisch bedingt sein, oder?
    Die berühmten echten Rembrandt-Tulpen vor zweihundert Jahren waren auch eigentlich Virus-Krüppel, deswegen gibt es sie heute nicht mehr...
    Erreger aller Sorten sind immer vorhanden, aber ob sie zum Ausbruch kommen können, dafür gibt es eine Veranlagung, ob man es jetzt fehlenden Putztrieb oder sonstwie nennt.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,


    na, genau das sagen wir doch auch ! Wo liegt das Problem ? Allerdings, wäre dein Bruder nie den Viren ausgesetzt gewesen, hätte er auch nie Windpocken bekommen.


    Grüsse


    M.


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Michael am 2002-09-04 19:42 ]</font>

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • noch mal von vorne!


    es gibt immer wieder Probleme mit der Kalkbrut. Sonst hätte der Alfred und andere nicht dieses Thema aufgegriffen. Auch ich selbst habe hin und wieder Kalkbrut auf meinen Ständen fest gestellt. Das einzige was mir bis heute half war die Zweifinger- Bekämpfung. Ist die Genetik hinüber und auch die Zuchtmütter ausgetauscht hört das Problem für einige Jahre auf. Das Hauptproblem warum die Kalkbrut immer wieder Auftaucht kann auch darin liegen, daß die Auslese auf Schwarmträgheit auch Selektion in Richtung Kalkbrutanfälligkeit sein kann. Völker mit verdeckter Kalkbrutanfälligkeit sind sehr Schwarmträge da gibt es einen Zsammenhang
    Grüße

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo T-Fan,


    das ist absolut einleuchtend, was du da sagst.
    Ich glaube, wir können noch eins draufsetzen. Nicht nur die Kalkbrut, auch andere Krankheiten werden durch die Schwarmträgheit unserer Völker beeinflusst.
    Beruht doch z.B. ein großer Teil der Varroatoleranz der A.Cerana auf ihrem aussergewöhnlichen Schwarmtrieb; die ziehen einfach mit Sack und Pack aus und lassen die Varroen in den verdeckelten Zellen mit dem Restvolk zurück.
    Aber trotzdem: vererbt wird die Disposition, nicht die Krankheit bzw. die Gesundheit.



    Grüsse


    M.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-