Bitte um eure Analyse bzw Meinungen

  • Es gibt doch auch Pflanzen, die für die Bienen ein Problem darstellen können. Aber ich weiß partout nicht mehr welche das war.

    ....


    Ist der ausgestreckte Rüssel wirklich ein sihres Zeichen für eine Vergiftung?

    Hallo Night Shadow,
    dazu gehören:
    Hahnenfußgewächse, Süße Bärenschote, Seidenpflanze, Leindotter, Seidelbast, Poinsettien Wolfsmilch, Rhododendren, Spierstrauch, Kalifornischer Germer, Schwarzes Bilsenkraut und Kahle Rosmarinheide.

    Und nein, der ausgestreckte Rüssel kann ein weiterer Hinweis sein, ist aber kein sicheres Zeichen. Gibt es ja auch bei Verhungern z.B...


    Auch wenn es sog. Experten sind - man muss wissen wonach (!) zu suchen ist. Und ob die eine Analysentechnik, z. B. HPLC-Methode alles ausreichend erfassen kann, bezweifle ich.

    Ein gutes Labor, jedoch, hat mehrere Methoden und findet das heraus - wo ein Wille ist...

    Hallo beemax,

    das denke ich aber auch.
    Der normale Ablauf ist ja eigentlich ja bei Verdacht auf Vergiftung der Aedes-Test, Pollenanalyse (Eingrenzung) und Untersuchung auf Krankheiten (um auszuschließen). Bei Pflanzenproben ebenfalls der Aedes-test und die Gelbfiebermücken sind ja super empfindlich... Selbst wenn sie den Stoff nicht herausfinden können, so könnten sie ja zumindest bestätigen dass eine Vergiftung vorliegt.


    es muß nicht immer der "böse Bauer" sein. Nachbarn sind oft schlimmer :(

    Hallo Bienenhummel,

    genau so ist es!

    2001 zeigte eine vom Bundesverbraucherschutzministerium beauftragte Studie, dass rund 90% der Kleingärtner und etwa 73% der Hausgärtner Pestizide einsetzen.

    2014 landeten 95 Tonnen Glyphosat in deutschen Haus- und Kleingärten.

    "Das will nicht sagen, daß die Imker eine Versammlung von irgendwie seelisch "angeknackten" Menschen wären. Aber wer das ist oder wer das verhüten will, dem kann ich mit gutem Gewissen raten: Schaff Dir Bienen an!"

    Edmund Herold in "Neue Imkerschule", 1965

  • Der Schrei "Spritzschaden" ist meines Erachtens eher ein Imker-Reflex - Ist komisch, kenn ich nicht, Spritzschaden!1elf!! Ich frage mich oft, wo solche Einschätzungen wie von Christian Br herkommen? Hast du schon (nachgewiesene) Spritzschäden beobachten können und entsprechend fundierte Erfahrungswerte oder vermutest du ins Blaue hinein?

    Hallo Llecter,

    ich kann dich beruhigen.

    Ich hatte letztes Jahr 2 durch das JKI bestätigte Spritzschäden.

    Allerdings muss ich auch einen kleinen Nachtrag machen:

    Beim ersten Spritzschaden konnte lediglich der Schaden an sich nachgewiesen werden. Der Versursacher wurde nicht ermittelt. Ich habe zwar Bilder vom Spritzvorgang gemacht. Das reicht aber ja nicht, um den Landwirt direkt dafür verantwortlich zu machen.

    Im zweiten Fall habe ich dann den Rat des JKI beherzigt: Ich habe die Polizei (auch wenn sie sehr verwundert waren!) zum entsprechenden Feld gerufen, welches gerade gespritzt wurde. Die haben dann eine Probe vom Feld genommen. Somit war die Probe offiziell genommen, und der Schaden konnte auch direkt dem Landwirt zugeordnet werden.


    Und bevor jetzt gleich wieder der Shitstorm losgeht:

    NEIN, ich habe den Landwirt nicht angezeigt, und auch nicht offiziell Schadenersatz gefordert! Er selbst war ganz dankbar, dass er darauf hingewiesen wurde. Heute lässt er Wiesen deutlich länger blühen, und pflanzt sogar Blühstreifen (auf jedem Acker!).

    Auf seinem Hof wird mein Honig verkauft, und ich darf meine Völker AUF seine Wiesen stellen.


    Was ich damit sagen will:


    Redet mit dem Landwirt, und weißt ihn darauf hin, dass es ggf. auch bessere Lösungen gibt!

    Freier Imker

    Ohne DIB oder Verein

    Nicht vorbelastet

    Offen für alle Anregungen

  • Hallo hartmut ,

    ich kann dir nicht sagen was genau am Rhododendron die schädliche Substanz ist, er gilt aber als sehr schlecht verträglich.

    Quelle die ich auf die Schnelle gefunden habe: https://bienenkunde.uni-hohenh…a/Manuskript-BSV-2010.pdf

    Ich habe es noch an anderen Stellen gelesen, muss aber nochmal nachschauen wo. Ich glaube im Ritter.


    liebe Grüße
    Marie


    edit: Bei den Honigmachern wird er auch aufgeführt. Wobei nicht ganz klar ist, ob sich das auf Mensch oder/und Biene bezieht: https://www.die-honigmacher.de/kurs5/seite_57000.html

    "Das will nicht sagen, daß die Imker eine Versammlung von irgendwie seelisch "angeknackten" Menschen wären. Aber wer das ist oder wer das verhüten will, dem kann ich mit gutem Gewissen raten: Schaff Dir Bienen an!"

    Edmund Herold in "Neue Imkerschule", 1965

  • Hallo Christian, es beruhigt mich nicht, dass du Spritzschaden hattest. Aber dein beschriebenes Vorgehen, auch und gerade in Verbindung mit deinem Umgang mit dem Landwirt möchte ich hier wirklich als vorbildlich und beispielhaft hervorheben.


    Du hast es nicht nur geschafft den Landwirt zu einem bewussteren Umgang mit PSM und Flächen anzuregen sondern ihn durch dein Vorgehen sogar zum Freund/Helfer statt zum Gegner zu machen. Mit positiven Auswirkungen nicht nur für dich sondern auch für die umgebende Flora & Fauna.


    Chapeau!

  • Rhododendren für Bienen schädlich, so pauschal würde ich das nicht sagen.
    Selbst Rh. luteum kommt in unseren Breiten nicht in der Menge vor als das er gefährlich werden würde und auch in unserem Klima hier gibt es damit keine Probleme.
    Die Bienen besuchen die Rhododendren sehr wenig, da es zu deren Blütezeit ein besseres und reichhaltigeres Trachtangebot gibt.
    Das nur so am Rande, nicht das jetzt damit begonnen wird die Rhodos aus dem Garten zu verbannen ;-)
    Meine Bienen fliegen problemlos seit über 35 Jahren hier.

  • Hallo Edgrr , woher weißt du so sicher, dass es ein massiver Spritzschaden war?


    Liebe Grüße

    Marie

    Man hat den Bauer beobachtet wie er spritzt und der Bauer hat zugegeben, dass er die 10fache menge gespritzt hat als vorgeschrieben


    War alles recht klar

    Nicht das Leben ist das höchste Gut, sondern ein gutes Leben.
    Sokrates
    (469-399 BC, Griechischer Ethiker und Philosoph)

  • So sah es bei mir auch aus als in den massiven Spritzschaden hatte.


    Aber sogar bei meinem heftigen Spritzschaden konnte man im labor kein Spritzmittel mehr nachweisen. Evtl. zu langer Weg zum Labor ?(

    Auch wenn es sog. Experten sind - man muss wissen wonach (!) zu suchen ist. Und ob die eine Analysentechnik, z. B. HPLC-Methode alles ausreichend erfassen kann, bezweifle ich.

    Ein gutes Labor, jedoch, hat mehrere Methoden und findet das heraus - wo ein Wille ist.....

    Da gebe ich dir recht. Wobei man vom Bauern schon wusste wonach man hätte suchen können ;)

    Nicht das Leben ist das höchste Gut, sondern ein gutes Leben.
    Sokrates
    (469-399 BC, Griechischer Ethiker und Philosoph)

  • Interessant auch für mich. Habe zu hause 2 Völker, von denen eines "nicht aus den Pötten kommt" und das zweite sich mäßig entwickelt. Vor allem vor erstem lagen vor etwa 2 Wochen auch fluginfähige und tote Bienen. In der Beute relativ unauffällig. Eine BSV meinte vielleicht Vergiftung. Allerdings waren auf Oberträger ca 1 Woche vorher Bienen mit abgespreizten Flügeln festgestellt worden, die ein befreundeter BSV als CBPV-Symptome deutet. Viele scgwarze/unbehaarte Bienen habe ich nicht gesehen, aber gelegentlich "steckengebliebene" Larven. AFB-Futterkranzproben im Herbst und im Februar waren negativ. Verwirrend! Versuche es jetzt mit Umweiselung..

    Bei mir im Garten (Wohngebiet, Landwirtschaft in 1km ) steht ein großer gelbblühender Rhododrendrom luteum, früher als Azalea pontica gehandelt, 150m entfernt eine kurze Hecke davon.

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Hallo Christian, es beruhigt mich nicht, dass du Spritzschaden hattest. Aber dein beschriebenes Vorgehen, auch und gerade in Verbindung mit deinem Umgang mit dem Landwirt möchte ich hier wirklich als vorbildlich und beispielhaft hervorheben.


    Du hast es nicht nur geschafft den Landwirt zu einem bewussteren Umgang mit PSM und Flächen anzuregen sondern ihn durch dein Vorgehen sogar zum Freund/Helfer statt zum Gegner zu machen. Mit positiven Auswirkungen nicht nur für dich sondern auch für die umgebende Flora & Fauna.


    Chapeau!

    Und hier noch ein kleiner letzter Beitrag, und dann möchte ich das Thema auch wirklich abschließen:


    Wir dürfen nicht immer nur die bösen Bauern schreien! Seitdem ich und der Landwirt jetzt einen wirklich guten Kontakt haben, wird mir auch des Öfteren klar, warum Landwirte handeln wie sie handeln: Es liegt auch teilweise am Bauernverband!

    Wenn natürlich von Verbänden Spritzempfehlungen kommen, bei denen man nur den Kopf schütteln kann, darf man den Bauer keine alleinige Schuld geben. Der Bauernverband empfahlt letztes Jahr eine Spritzung des Rapses, wenn 1 Tag vorher und 2 Tage danach Sonnenschein zu erwarten sind. Ideal wären auch über 20°, ...

    Freier Imker

    Ohne DIB oder Verein

    Nicht vorbelastet

    Offen für alle Anregungen

  • Die Mechanismen sind so komplex - off. Empfehlungen - Interpretation des Verbandes - Expertenempfehlungen - Verfügbarkeit von Pestizidemittel beim Landwirt, Weinbauer, Gärtner, Hobbygärtner etc. - Wetter und Anwendung. Da geht schon mal 'was seinen eignen Gang und es muss nicht böser Wille oder Dummheit sein. Jedoch - die Anwendung von solch hochgiftigen Substanzen, meist in Vbdg. mit sog. Enhancer, sprich Mittel, welche grenzflächenaktiv sind und den Übergang durch die Cuticula der Pflanzen beschleunigen, führt zu dem Dilemma. Und, so ist es nun mal, der DIB ist zwar Mitglied im DBV, hat aber nur eine Fistelstimme. Ja, und beim Hobbygärtner (gibt viele!) wird die Expertise dann schon sehr, sehr rar.

  • Redet mit dem Landwirt, und weißt ihn darauf hin, dass es ggf. auch bessere Lösungen gibt!


    Ich hab den Landwirt, der die Weizen- und Maisfelder um einen unserer Staende herum (ca. 40m Abstand in 2 Himmelsrichtungen) bewirtschaftet, freundlichst angesprochen, als ich ihn zum ersten mal gesehen habe.

    Wollte ihm meine Nummer geben, damit er mich am Vortag einer Spritzung informieren kann.


    Seine Reaktion?

    "Mein Gott, wen soll ich denn noch alles anrufen?!

    Das geht nicht! Ausserdem gehen Bienen eh nicht an mein Getreide"


    Das Weizenfeld ist voller Kornblumen...