Bitte um eure Analyse bzw Meinungen

  • So - mein Vorsitzender hat sich das Video angesehen, wo sie alle in einer Gruppe waren, dann sind wir an die Bienen und er hat sich die Toten angesehen, die Beuten, und die gerade raus gebrachten.


    Er meint, dass die Bienen auf dem Rasen und im Beet Anzeichen von Vergiftungen aufweisen. Entweder hat jemand etwas gespritzt oder die Bienen sind an einen giftigen Rhododendron oder ähnliches gegangen.


    Das habe er bei sich auch gehabt und er meinte ich müsse mir keine Sorgen machen (wie einige von euch auch schon richtig vermuteten).


    Ein paar Varroa geschädigte Bienen bzw Larven hat er auch gesehen (eine Larve war rausgeschmissen auf dem Flugbrett und eine Sterbende, welche er sich nahm und ansah) - aber auch nichts übermäßiges.


    Also (wie so oft bei Herrn Silberstein) viel Lärm um nichts.


    Aber jetzt habe ich zumindest Gewissheit und kann aufhören mir wie eine Glucke Gedanken zu machen.


    Ich bin euch dankbar, dass ihr eure Gedanken und Einschätzungen auch geteilt habt - das hat mir zusätzlich sehr geholfen!

    Imkerei-Silberbiene

    Aus Freude an den Bienen / Honig aus Rotenburgs Gärten

  • Aber jetzt habe ich zumindest Gewissheit und kann aufhören mir wie eine Glucke Gedanken zu machen.

    Aha, Bienen werden vergiftet durch vermuuuutlich zur falschen Zeit ausgebrachte PSM und nun musst dir keine Gedanken mehr machen?

    Ich hab solche Bilder jedes Jahr an einzelnen oder mehreren Völkern.

    Erst vor etwa 18 Tagen als sogar der BSV anwesend war und der meinte auch Paralyse... Im Volk war jedoch nichts zu sehen, lediglich am Flugloch und im Gras waren die betroffenen Bienen die für mich geduscht aussahen und dann nicht mehr hinein gelassen wurden.

    Am nächsten Tag war es wieder vorbei.

    Wenn man also nur einmal die Woche bei den Bienen ist, kann eine Vergiftung erfolgt sein und man sieht schon wieder nichts mehr. Bei starken Vergiftungen denkt man dann nur, dass Volk kommt nicht aus dem Knick etc.


    Ich mach mir dazu Gedanken und sobald ich mal heraus finde wo/wer da herum spritzt, dann werde ich das Gespräch suchen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Selber Fall gestern bei einem Vereinskollegen. Er hat mich als BSV dazu gerufen.

    Gute 2-3 Honiggläser Totenfall vor einer von fünf Beuten am Stand. 200m weiter ein Getreidefeld, seiner Aussage nach erst vor 1-2 Tagen gespritzt worden.

    Vorm Flugloch deutete auch alles auf CBPV hin, im Volk aber nichts. War abends, wir schauen heute Mittag wieder nach.


    Wir haben die Toten jetzt mal gesammelt und werden sie ans JKI schicken.


    Laut einem anderen BSV trat das zur selben Zeit im letzten und auch in diesem Jahr an mehreren Ständen auf. Untersuchung beim JKI ergab nix.


    Gruß Chris

  • Klar mache ich mir weiter Gedanken. So meine ich das auch nicht. Jede unnatürlich gestorbene Biene ist eine zu viel.


    Gerade diese Gedanken haben mir gezeigt wie wichtig mir die Bienen geworden sind. Schlafen konnte ich gestern nicht wirklich gut.


    Problem ist, dass ich leider keine Möglichkeit habe das wirklich einzugrenzen was ursächlich war. Das kann im Umkreis zu viel sein.


    Eventuell sammel ich auch noch Proben und schicke die nach Celle.

    Imkerei-Silberbiene

    Aus Freude an den Bienen / Honig aus Rotenburgs Gärten

  • Also Vergiftungen liessen sich ja nachweisen - also möglichst frisch einsammeln, einfrieren und bei ausreichender Menge ab zum Julius Kühn. Ich glaube das nämlich auch nicht so recht.... alle Vergiftungen, die ich bisher gesehen hatte, waren wesentlich drastischer...da waren die Böden voll mit toten und sterbenden Bienen.

    Paralyse ist dahingegen in den Köpfen der meisten Imker noch nicht so angekommen - das gibt es nämlich erst dank der Milbe überhaupt als Problem und womöglich wächst das Problem dan


    ChrisAusEssen Guido Eich sagte, es sei ein Varroa-Thema aber ich habe auch diese Beobachtung gemacht: Habe gut und nach bestem Wissen vollständig im Winter entmilbt und in diesem Jahr habe ich den Eindruck, dass dennoch eine grosse Zahl von Paralyse-Opfern zu beklagen ist. Noch werden sie erfolgreich gegenan brüten aber nach der Sommersonnenwende wird der Verlust dann ein Problem. Womöglich ein Hinweis auf ein massives Milbenjahr...die haben womöglich was aufzuholen. Jedenfalls kein gutes Zeichen...


    M.

  • So sah es bei mir auch aus als in den massiven Spritzschaden hatte.


    Also Vergiftungen liessen sich ja nachweisen - also möglichst frisch einsammeln, einfrieren und bei ausreichender Menge ab zum Julius Kühn.

    Aber sogar bei meinem heftigen Spritzschaden konnte man im labor kein Spritzmittel mehr nachweisen. Evtl. zu langer Weg zum Labor ?(

    Nicht das Leben ist das höchste Gut, sondern ein gutes Leben.
    Sokrates
    (469-399 BC, Griechischer Ethiker und Philosoph)

  • Ist das wirklich so?

    Nachvollziehen kann ich es, doch bei meinen CBPV-Verdachtsvölkern traten die Symptome zum Teil erst nach Brutententnahme und Restentmilbung auf. Auch ein offenes Kunstschwarmverfahren mit Restentmilbung im Juli führte nicht zu überwinterungsfähigen Einheiten. Eine gesicherte Diagnose habe ich aber nicht.

    Guten Morgen Chris,


    der CBPV ist keine direkte Folge der Varroa, sondern kann eine der vielen Krankheiten sein, die durch die Varroa übertragen oder begünstigt wird. Daher ist es natürlich möglich, dass erst zu einem späteren Zeitpunkt der Ausbruch stattfindet.

    Der CBPV braucht offene Wunden um übertragen zu werden, dass findet er mit der Varroa vor. Zum Ausbruch kommt es häufig bei Schwächung der Völker, wenn also "viel zusammen kommt".


    Liebe Grüße

    Marie

    "Das will nicht sagen, daß die Imker eine Versammlung von irgendwie seelisch "angeknackten" Menschen wären. Aber wer das ist oder wer das verhüten will, dem kann ich mit gutem Gewissen raten: Schaff Dir Bienen an!"

    Edmund Herold in "Neue Imkerschule", 1965

  • Sieht für mich verdammt nach einer Vergiftung aus!

    Ich würde die entsprechende Menge (kann dir das entsprechende Institut sagen) einsammeln und zur kostenlosen Analyse einschicken.

    Habe ich auch mal gemacht. Ergebnis war, dass ein Landwirt bei bestem Flugwetter seinen Raps gespritzt hat...


    https://bienenuntersuchung.julius-kuehn.de/

    Freier Imker

    Ohne DIB oder Verein

    Nicht vorbelastet

    Offen für alle Anregungen

  • Hallo zusammen,


    bei Vergiftungserscheinungen durch einen Spritzschaden hat man oft massiven Totenfall.

    St0ny , konntest du Bienen mit herausgestreckter Zunge beobachten? Wie haben sich bei Entdeckung die Bienen am Flugloch und in der Beute verhalten? Gab es Kämpfe? Konntest du bei den verendeten Tieren verdrehte Flügel entdecken?


    Natürlich gibt es aber auch schleichende Vergiftungen, die durch Schwächung des Volkes und Ausräumen der Brut auffallen.


    Insgesamt ist es aber anscheinend so, dass die Imker sehr schnell dazu tendieren an einen Spritzschaden zu glauben. Dr. Otten erzählte da zuletzt sehr interessante Stories. Nachgewiesen werden weniger als man denkt, oft findet sich eine andere Ursache.


    Bei Verdacht folgendermaßen vorgehen: sofort bei Entdeckung Einweghandschuhe (wichtig wegen Kontamination!) anziehen, eine Probe von 1000 Bienen (100g) sichern und unverzüglich einfrieren.

    BSV falls vorhanden benachrichtigen. Bei konkreten Verdacht Pflanzenschutzberater des Kreises anrufen, er zieht eine Pflanzenprobe, die separat verpackt zum JKI mitgeschickt wird.


    Hallo Edgrr , woher weißt du so sicher, dass es ein massiver Spritzschaden war?


    Liebe Grüße

    Marie

    "Das will nicht sagen, daß die Imker eine Versammlung von irgendwie seelisch "angeknackten" Menschen wären. Aber wer das ist oder wer das verhüten will, dem kann ich mit gutem Gewissen raten: Schaff Dir Bienen an!"

    Edmund Herold in "Neue Imkerschule", 1965

  • Doppelpost

    "Das will nicht sagen, daß die Imker eine Versammlung von irgendwie seelisch "angeknackten" Menschen wären. Aber wer das ist oder wer das verhüten will, dem kann ich mit gutem Gewissen raten: Schaff Dir Bienen an!"

    Edmund Herold in "Neue Imkerschule", 1965

  • Ich werde alt. Es gibt doch auch Pflanzen, die für die Bienen ein Problem darstellen können. Aber ich weiß partout nicht mehr welche das war.


    Sprizschaden könnte sein, doch finde ich das immer schwierig zu sagen. Laboruntersuchungen helfen da sehr und normalerweise sind die auch sehr genau.

    Doch es wird nur auf die häufigsten Stoffe geschaut.


    Bienen mit ausgestrecktem Rüssel sehe ich oft, egal bei welcher Totesursache. Ist der ausgestreckte Rüssel wirklich ein sihres Zeichen für eine Vergiftung?

  • So sah es bei mir auch aus als in den massiven Spritzschaden hatte.


    Aber sogar bei meinem heftigen Spritzschaden konnte man im labor kein Spritzmittel mehr nachweisen. Evtl. zu langer Weg zum Labor ?(

    Auch wenn es sog. Experten sind - man muss wissen wonach (!) zu suchen ist. Und ob die eine Analysentechnik, z. B. HPLC-Methode alles ausreichend erfassen kann, bezweifle ich.

    Ein gutes Labor, jedoch, hat mehrere Methoden und findet das heraus - wo ein Wille ist...


    Auch in der Stadt greifen viele Hobbygärtner zur chem. Hilfe; denn man bückt sich nicht so gerne so lange. Insofern ist eine Pestizid bedingte Schädigung sicher initial nicht auszuschließen.


    Meine Meinung

  • Bei uns haben die Rosen massiv Läuse. Da wird dann oft und gerne gespritzt in der Nachbarschaft. Da es sich um kleine Flächen handelt ist der Bienenschaden nicht so massiv. Es muß also nicht immer gleich ein "massiver" Totenfall sein wenn PSM im Spiel sind und es muß nicht immer der "böse Bauer" sein. Nachbarn sind oft schlimmer :(

  • Das sieht nicht wie mir bekannte Schadensbilder eines Spritzschadens aus. Zudem gibt es nicht das klassische Schadenbild eines Spritzschadens, die Mittel wirken ganz unterschiedlich und die Schadensbiklder können daher auch unterschiedlich aussehen.


    Der Schrei "Spritzschaden" ist meines Erachtens eher ein Imker-Reflex - Ist komisch, kenn ich nicht, Spritzschaden!1elf!! Ich frage mich oft, wo solche Einschätzungen wie von Christian Br herkommen? Hast du schon (nachgewiesene) Spritzschäden beobachten können und entsprechend fundierte Erfahrungswerte oder vermutest du ins Blaue hinein?


    Wie Night Shadow auch schreibt: der ausgestreckte Rüssel ist übrigens nicht als Erkennungszeichen für Vergiftungen zu gebrauchen. Schaut euch mal den normalen Totenfall eurer Völker an, da werdet ihr viele mit rausgestrecktem Rüssel finden, das machen viele Bienen im Todeskrampf.


    Im Verdachtsfall dem Vorgehen von Waldfrau folgen und Proben ziehen, einschicken. Man kann übrigens auch immer mal erst eine Probe nehmen und wegfrieren und sich dann weiter Gedanken machen. Dann hat man zumindest das (vermeintliche) Beweismittel sicher gestellt und muss sich nicht nach fünf Tagen rastlosen Überlegens ärgern, dass ja nun nichts mehr nachweisbar ist und es ganz sicher ein PSM-Schaden war.


    CBPV sieht übrigens auch anders aus, bei klinisch befallenen Völkern sind viele wirklich schwarze, haarlose, zitternde Bienen unterwegs. Davon konnte ich auf dem Video keine sehen. Wenn ein Volk nicht aus "dem Knick kommt", kann natürlich eine wöchentliche PSM-Dusche der Grund sein. Viel wahrscheinlicher ist aber, dass das Volk von selbst nicht "aus dem Knick kommt". Völker entwickeln sich nunmal unterschiedlich und jeder Stand hat dadurch zwangsläufig ein Volk, das minimal, merklich oder deutlich schlechter entwickelt ist als die Kollegen nebenan.


    Meine Völker sind dieses Jahr auch überwiegend nicht richtig in die Puschen gekommenund stehen angrenzend an Weinbau. Liegt aber an besch*** Trachtsituation 2019 und bestenfalls mäßiger Genetik und nicht an Spritzschäden aus dem Wein. Ganz sicher ;)