Drohnenrahmen als Varroafalle

  • Meistens geht es doch so..... Behandlu,ng nach Standard, weil es alle so machen...Verluste.... Dann hören auf alte Hasen, neue Behandlungsmethode.... Erstes Jahr keine Verluste, Jubel und Schimpfen auf die Standardmethode.... Dann zweites Jahr, wieder Verluste, leise werden, und wieder neue Methode suchen.... wieder auf Empfehlung irgendwas versuchen..... wieder ein oder auch mal zwei Jahre gut, dann wieder Verluste. Windel, co2, etc wird zwar mal versucht, aber Milben hat man so oder so, also wird es schnell sein gelassen, weil Arbeit und man doch wieder hört.. . Erst über Schadschwelle behandeln oder immer behandeln.


    Es gibt relativ sichere Methoden, die wirklich jeder korrekt ausführen kann. Zum Beispiel TBE, ist die Brut raus, sind auch ein Grossteil der Milben raus. Was natürlich bei Völkern mit viel Brut vielbringt, bei Völkern mit wenig Brut weniger. Wer dann noch mit Oxalsäure behandelt, hat schon sehr gut alles entfernt, ohne gross Diagnostik zu betreiben. Doch auch hier muss man wissen, ist wenig Brut da, kann viel auf den Bienen sitzen. 10 %von 100 oder von 1000 sind ein Unterschied.

    Doch wer kann sagen, wie gut eine AS Behandlung funktioniert?

    Auch TBE hat bei mir schon schlechte Ergebnisse gebracht....

    Es geht darum, dass keine Methode 100 % sicher und auch viel äußere Einflüsse machen. Aß wird durch Tracht oder hohe Luftfeuchtigkeit schlechter wirken....etc.

  • Was natürlich bei Völkern mit viel Brut vielbringt, bei Völkern mit wenig Brut weniger. Wer dann noch mit Oxalsäure behandelt, hat schon sehr gut alles entfernt,

    Jetzt bin ich etwas irritiert: Die TBE mache ich, damit ich OS anwenden kann. Die OS ist hier keine Ergänzung, sondern wesentlicher Bestandteil des Verfahrens.

    So langsam verstehe ich, wie die genannten Verluste zustande kommen. Da werden Methoden falsch angewendet. Wie soll das was werden, wenn man von einem falsch angewendeten Verfahren zum nächsten falsch angewendeten wechselt?

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • TBE mache ich, damit ich OS anwenden kann. Die OS ist hier keine Ergänzung, sondern wesentlicher Bestandteil des Verfahrens.

    OX und andere TierArzneiMittel (TAM) sind kein zwingender Bestandteil von TBE, wie Kleingartendrohn in Theorie und Praxis hier gezeigt hat (PDF in #1, besonders: Vorbemerkung!):

    TBE mit weiselrichtigem Brutsammler

    Der prinzipielle Unterschied zwischen TBE (= Schlechtestenauslese bei den Milben zur Weitervermehrung) wird durch die Kombination mit TAM (= Bestenauslese bei den Milben) wieder zunichte gemacht. Deswegen versuche ich, diese Kombination zu vermeiden bzw. auf das unbedingt notwendige Maß zu beschränken (nur beim Sammler vom Sammler, in dem die FangW des Brutsammlers bienenleer zum Schlupf gesammelt werden).

  • Ja, aber wenn die Sache so aussieht, wie Night Shadow sie oben beschreibt, würde ich dazu nicht raten.


    Diese Schlechtestenauslese bei den Milben hat natürlich nur Wirkung, wenn sie nicht nur von einem Imker betrieben wird.

    Wobei die Frage ja immer noch ist, ob es bei organischen Säuren tatsächlich Resistenzen gibt. Dafür gibt es m.E. noch keine Nachweise.

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  • Das mit der TBE war nur ein Beispiel und da gehe ich nicht weiter darauf ein. Man kann ja auch zum Beispiel Fangwabe nach TBE machen. Nur bedeutet dies für das Volk eine längere Brutpause und somit keine Erneuerung des Volkes, gleichzeitig vermeidet man Säuren.


    Jede Methode hat Vor- und Nachteile.

    Selbst die Verluste haben eine Auslese bei der Milbe zur Folge, nur wird das meistens unterschlagen. Ich denke nicht, dass hier jemand mit seinen Völkerzahlen an Zahlen heranreicht, die eine Anpassung der Milbe zur Folge hätte. Dafür wird zu unterschiedlich und mit zu großem zeitlichen Abstand behandelt. Denn normalerweise braucht es eine Form der Isolation für solche Dinge.


    Daher ist es wichtig im Bezug auf Aussenbedingungen, derzeitige Situation des Volkes und der ungefähren Milbenlast eine Methode oder eine Kombination von Methoden zu nutzen, um wirkungsvoll zu behandeln. Wer nur eine Methode nutzt, kann bei veränderten Aussenbedingungen, sonst auch mal eine böse Überraschung erleben.

  • Das mit der TBE war nur ein Beispiel und da gehe ich nicht weiter darauf ein.

    Ja, aber so ein Behandlungskonzept sollte nicht beispielsweise angewendet werden, sondern richtig und konsequent.

    Wir müssen über die jeweiligen genauen Verfahren reden, wenn wir erklären wollen, warum immer noch so viele Völker an der Varroa zugrunde gehen - wie ich meine unnötigerweise.


    Und zur Klarstellung: Die Varroa ist nicht die einzige Ursache für Völkerverluste, aber eine, die wir als Imker/innen beeinflussen können - so ausreichend, dass sie als Ursache eigentlich entfallen sollte.


    Jede Methode hat Vor- und Nachteile.

    Ja, aber die entscheidende Frage ist: Funktioniert sie?

    Es gibt Methoden, die sind fehlerkritischer als andere. Etwa Ameisensäure, weil ihre Wirkung zu sehr von der Witterung abhängt. Mit TBE und OS kann man dagegen eigentlich nichts falsch machen.

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  • ...Schlechtestenauslese bei den Milben hat natürlich nur Wirkung, wenn sie nicht nur von einem Imker betrieben wird.

    Wobei die Frage ja immer noch ist, ob es bei organischen Säuren tatsächlich Resistenzen gibt.

    Dem ersten ist voll zuzustimmen. Deswegen werbe ich auch dafür.


    Die zweite Aussage greift m.E. zu kurz. Es geht nicht nur um Resistenzen. Die wären ggf. der Endpunkt der Sackgasse. Ich höre die Einschätzungen der ganz alten, erfahrenen Imker, die immer wieder sagen: Früher haben die Völker höhere Varroalasten vertragen bzw. war die Behandlungshäufigkeit viel niedriger. Dr. Ritter hat das in seinem Rückblick in 40 Jahre Varroabekämpfung gleich zu Beginn systematisch beschrieben:

    30 Jahre Varroa-Milbe - Global 2000


    https://www.global2000.at/.../Präsentation%20-%20Dr.%20Wolfgang%20RITTER.pd...

  • https://www.google.com/url?sa=…Vaw0v1RN0x1G_DkpA07TOuIyA


    Die vorletzte Folie der Präsentation dürfte das Dilemma zusammenfassen: Das Geschehen ist multikausal und es wird m. E. zu stark auf Varroa / Viren fokussiert. Ernährungsbedingte Mangelerscheinungen infolge uniformer, monotoner Kulturlanfschaften sind mind. genauso schädlich wie der flächendeckende Einsatz von sog. PSM in der Landwirtschaft, Weinbau, Gärtnereien und bei der Hobbygärtnerei. Dieser komplexe Einfluss bedingt die immer schlechter werdende Resilienz der Bienenvölker. Und - da hat WFLP schon ganz recht - was man effizient durch ein bewährtes Konzept beeinflussen kann, sollte peinlichst genau so praktiziert werden, um schon mal eine Belastung zu minimieren.

  • Wenn es auch nicht repräsentativ ist und dieses Forum einen Erfahrungsaustausch dient schreibe ich meine Erfahrung nieder.


    Die höchste Muttermilbenmenge, bei einem Volk, dass ich noch retten konnte, lag bei 3600 Muttermilben. Dazu kommen die Männchen und nicht geschlechtsreifen Weibchen. Was eine Milbenlast von über 10 000 Milben (Bieneninstitut sprach von ca. 12 000) entspricht.

    Völker mit 4000 Muttermilben und mehr, haben leider oft keine ausreichende Zahl an gesunden Bienen mehr, um durch zustarten.


    Früher war die Durchseuchung nicht so stark, es gab mehr Völker. Und sicher haben nur wenige Imker Varroa gezählt. Ich denke zwar auch, dass außergewöhnliche Wetterlagen, Monokulturen, Pestizide etc. zu weniger gesunden Völkern führen. Doch ist die Varroa nur ein Faktor, wie beemax sehr gut geschrieben hat.

  • Früher war die Durchseuchung nicht so stark, es gab mehr Völker. Und sicher haben nur wenige Imker Varroa gezählt. Ich denke zwar auch, dass außergewöhnliche Wetterlagen, Monokulturen, Pestizide etc. zu weniger gesunden Völkern führen. Doch ist die Varroa nur ein Faktor, wie beemax sehr gut geschrieben hat.

    Zur Monotonie gehört auch das (meistens) monotone Winterfutter.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?