Drohnenrahmen als Varroafalle

  • Bezüglich Varroa-Testung:

    Ich lobbiere an dieser Stelle für die Auswaschmethode.

    Ich komme vom CO2 Tester, habe auch die PZM Methode im Schüttelbecher getestet, und bin im Moment bei der Auswaschmethode hängen geblieben.


    Das LIB Hohen Neuendorf arbeitet damit, insofern nehme ich Aussagekraft der Auswaschmethode als hinreichend gegeben an.


    Ich habe dafür unserer Apotheke alle Urinprobebecher abgekauft, 0,39€ das Stück.


    Ich fahre also mit einem Sack voller Becher zur Durchsicht an den Stand. Wenn die Kiste offen ist, und ich sicher bin, dass auf der BW in meiner Hand keine Kö sitzt, schabe ich vorsichtig mit dem Becher über die Wabe und schüttle Bienen in den Becher.

    Ist dieser zu 2/3 gefüllt, stoße ich die Bienen auf den Becherboden und schraube fix den Deckel drauf, notiere die Beutennummer auf dem Deckel und stelle das Ding zur Seite.


    Die Bienen ersticken daraufhin in diesem Becher.


    Der Zeitaufwand zur Probeentnahme beträgt vielleicht 15-20 Sekunden, die Dauer der Standdurchsicht verlängert sich damit nicht wesentlich.


    Alle Becher habe ich im leeren Zustand gewogen und das Gewicht auf den Becherboden geschrieben.

    Ich nehme also die Proben mit nach Hause, und werte die dann - wenn es zeitlich passt - die kommenden Tage aus.

    Dazu werden die Proben abermals gewogen, die Differenz zum Bechergewicht notiert, und dann weiss ich auch, wie viele Bienen pro Probe vorhanden sind.

    Anschließend kommt in jede Probe etwas Spüli und Wasser und dann wird der Inhalt etwas durchgeschüttelt und die Becher 20 Minuten stehen gelassen.

    Anschließend wird dann jede Probe durch das Doppelsieb ausgewaschen und die Milben gezählt, die im Feinsieb hängen bleiben.

    Da man die Anzahl der Bienen in der Probe kennt, lässt sich mit den Milben also sehr genau der prozentuale Befall ermitteln.

    Liegt dieser höher als 1 % wird behandelt -> diesen Richtwert habe ich vom luffi übernommen.


    Klingt sehr aufwendig, ist es aber (fast) nicht.

    Der Vorteil für mich ist das asynchrone arbeiten: Durchsicht und Beprobung samt Auswertung laufen nicht gleichzeitig.

    Mit der PZM Methode braucht man pro Volk 5-10 Minuten extra, beim CO2 Tester 3-5 Minuten.

    Ab >10 Völker zieht sich da die Beprobung am Stand zusammen mit der Durchsicht echt in die Länge.

    Beim Auswaschen benötige ich am Stand 20 Sekunden für die Probeentnahme, die Auswertung mache ich, wenn es zeitlich passt.


    Was nervt: Beim Auswaschen drücken sich auch Bienenteile durch das Grobsieb. Man muss das Feinsieb dann schon etwas genauer in Augenschein nehmen, um wirklich auch die Milben zu zählen, und nicht irgendwelche Bienenteile. Nach jeder Auszählung müssen Grob- und Feinsieb so gereinigt werden, dass die nachfolgende Probe nicht verfälscht wird.

    Insgesamt kann sich das also auch hinziehen, aber dann eben asynchron, und nicht am Stand.


    Das passt einfach besser in meine Arbeitsweise.


    So, war jetzt etwas lang, ist aber für Anfänger hoffentlich hinreichend erklärt.

  • Bienen sind zwar "nur" Insekten, aber Tiere bewusst ersticken zu lassen finde ich nicht gut.

    Es ist eine ethische Abwägung: Ich bekomme sie am Stand nicht "humaner" getötet. Also könnte ich zu den oben beschriebenen alternativen Testmethoden greifen.

    Da diese aber eine höhere Schwelle zur Durchführung haben, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich dann weniger oder gar nicht teste, weil ich das aus Zeitnot nicht auf die Reihe bekomme.

    Das kann (!) letztlich dazu führen, dass ich nicht ausreichend/gut genug behandle und dann ein ganzes Volk durch die Milbe verliere, während ich so etwa 200 Bienen pro Probe opfere.


    Am Ende einer Abwägung halte ich die beschriebene Methode aus tierethischer Sicht für vertretbar.

  • Ich nehme für die Auswaschmethode tiefgekühlte Pads mit an den Stand und lege die zwischen die Probengläser. Die Bienen verfallen darauf schnell in Kältestarre, Abtöten anschließend in der Tiefkühltruhe.

  • Ich nehme für die Auswaschmethode tiefgekühlte Pads mit an den Stand und lege die zwischen die Probengläser.

    An meinem Heimatstand habe ich einen Tiefkühler. Da wird jede Probe umgehend reingestellt, wenn ich da bin. Aber manchmal stehen die Völker eben woanders, und dann teste ich trotzdem.

    Die Idee von #78 klingt gut.
    Ich könnte in alle Becher ein kleines Loch bohren, und dann mittels dem vorhandenen CO2 Spender die Bienen betäuben, bevor das Loch verschlossen wird.

  • Hallo rall0r ,

    für diesen Zweck gibt es Kältespray. Die Bienen sind quasi sofort tot und müssen nicht unnötig leiden.


    Dazu gab es glaube ich Anfang des Jahres eine Untersuchung, weiß jetzt aber nicht mehr wo und wie der Testaufbau genau war. Auf jeden Fall hat man festgestellt, dass Honigbienen die Situationen gemieden haben, in denen ihnen Schmerzen zugefügt worden sind und daraus konnte man schließen, dass sie eben doch ein Schmerzempfinden haben.


    Liebe Grüße

    Marie

    "Das will nicht sagen, daß die Imker eine Versammlung von irgendwie seelisch "angeknackten" Menschen wären. Aber wer das ist oder wer das verhüten will, dem kann ich mit gutem Gewissen raten: Schaff Dir Bienen an!"

    Edmund Herold in "Neue Imkerschule", 1965

  • Ich denke mit einer (nur) 3-tägig eingelegten Windel kann man sehr gut die Varroabelastung erkennen. Und das ohne Bienen zu töten. Vorausetzung sollte eine Windel mit erhöhtem Rand sein, damit der Wind diese nicht herunter pustet. Ein weiterer Vorteil ist, dass man direkt sehen kann wie stark das Volk ist und wo es hauptsächlich brütet.

  • Ich fahre mit dieser Methode recht gut.

    Es ist schnell, einfach und man stört oder tötet keine Bienen.

    Man muss da unterschiedliche Behandlungsmodelle betrachten:

    Arbeitet man sowieso immer mit 2 Behandlungen im Sommer, so wie es beispielsweise das CH-Ausbildungsmodell vorgibt und propagiert, reicht die Auszählung der Milben auf der Unterlage völlig aus.


    Arbeitet man nach dem Schema der "schadschwellenorientierten Behandlung", reicht es nicht mehr...



    mfg Vivajohn

  • Hallo Vivajohn ,


    das sehe ich nicht so.

    Ralph Blücher sagte letztens noch in seinem Vortrag, das alle Methoden (Windel, Puderzucker, CO2,) absolut ausreichen würden. Sie sind schnell und zuverlässig um dem Befallsgrad zu ermitteln.

    Ein Auswaschen in Seifenwasser um die letzte Milbe zu zählen ist nicht notwendig. Wichtig ist nur das es gemacht wird.


    Wie die Behandlung dann aussieht, steht auf einen anderen Blatt.




    Viele Grüße

    Olli