Honig als Winterfutter??

  • Hallo Imkerkollegen,
    Können die Bienen über dem Winter auch ihren eigenen Honig versehren?


    Habe schon oft gehört das es für die Bienen schädlich wäre.
    Stimmt das den wirklich?


    Gruß
    Markus

  • Hallo Markus


    Wenn das für die Bienen so schädlich wär, dann wären sie bestimmt schon vor Millionen Jahre ausgestorben !!



    Es stimmt aber , das bestimmte Honige nicht gerade förderlich für das Überwintern sind. Das ist z.B. der Waldhonig da er die Kotblase zu sehr belastet und die Bienen ja im Winter nicht ausfliegen können. Zum weiteren kann ein zuviel von spät eingetragenen Honigen aus Raps oder Senf (die normalerweise ja früh blühen) eine Wassernot auslösen, da der Honig schnell in den Waben kandiert und dann als Futter nicht zur Verfügung steht wenn die Bienen nicht ausfliegen können um Wasser zu holen.
    Verschiedene Bio-Verbände verlangen eine Überwinterung auf Honig.


    Mit imkerlichen Grüßen



    Reinhard

  • Hallo Markus,


    ich überwintere meine Völker seit Jahren auf Honig. Verluste hatte ich bisher deshalb noch nicht. Und das Geld für das Winterfutter spare ich auch ein.
    Blatthonige (honigtautracht) sind allerdings wirklich ungeeignet. Es sollten Blütenhonige sein. Desweiteren rate ich von Honigüberwinterung ab, wenn man Nosema oder Ruhr am Stand hat. Meine Bienen dürften in erster Linie auf Goldruten-, Sonnenblumen- Senf- und Euodiahonigen überwintern.


    MfG
    Gerold Wustmann

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo Reinhard,
    das Problem sind die heutigen Monokulturen.
    "Früher" konnten die Bienen ein größeres Spektrum an Nektar eintragen. Mit dem Mischhonig kamen sie dann meistens gut über den Winter.


    Herzliche Grüße
    Harzbiene


    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Harzbiene am 2002-08-27 10:32 ]</font>

  • Stimmt Harzbiene


    Und wenn heute Leute fordern die Bienen sollen wieder in den Wald, da sie aus dem Wald kommen, dann vergessen sie das früher halt die Wälder auch anders aussahen.



    Mit imkerlichen Grüßen


    Reinhard

  • Hallo Reinhard,
    die Honigbiene sollte nicht aus den Wäldern und Nationalparks etc. vertrieben werden. Wichtig ist allerdings eine Aufstellung nach Augenmaß! Völkermaßierungen wäre kontraproduktiv.


    Harzliche Grüße aus Goslar


    Harzbiene

  • Hallo Miteinander,


    habt ihr alle zuviel Geld? Wenn ich einem Bienenvolk einen Eimer Apiinfert
    mit 14 kg aufsezte, der normalerweise in meinen Breiten für die
    Winterfütterung reicht, zahle ich 13.50 EUR, wenn meine Honige die optimalen
    Preisgebote beim Verkauf bekommen, erlöse ich für 14 kg Blütenhonig 112.-
    EUR, dabei sind die Gläserkosten schon weggerechnet. Ich kann mir eine
    Honigfütterung nicht vorstellen, da ich für den Honigerlös immer wieder
    investiere (Melitherm, neue Beuten, Umstellung auf Buckfast, Rührgerät). Ich
    weiß, für die meisten ist die Imkerei ein Hobby, aber wenn ich bei 10
    Völkern schon 1120.- EUR zusätzlich im Jahr nicht ausschöpfe, weil ich den
    Bienen den Blütenhonig überlasse und dann, wie heuer und auch bestimmt im
    nächsten Jahr (evt. Umstellung auf Dadant, neue Schleuder)immer wieder
    investiere, dann zahle ich alle Jahre ca. 2000 EUR drauf, denn mir
    fallen jedes Jahr Investitionen ein, weil mit alten Sachen würde mir die
    Imkerei auch keinen Spass machen, da bekäme ich gegenüber meiner Familie ein
    schlechtes Gewissen. Das ist N U R M E I N E persönliche Meinung zu dem Thema,
    natürlich kann es jeder aus ideologischen oder wirschaftlichen Gründen
    halten er "Er" bzw. "Sie" es will.
    Guten Honigverkauf

  • Hallo Franz Xaver,


    Deine Rechnung geht für mich insofern nicht auf, weil ich den Honig nicht abgesetzt bekomme. Ich hab' noch genügend Honig von früheren Jahren auf Lager, ob ich im Jahr pro Volk 10 oder 20kg Honig mehr oder weniger ernte, spielt keine Rolle.
    Die jetzige Absatzmenge hat sich eingepegelt, mehr bekommt man nicht verkauft, da ist es doch einfacher einige Völker mehr zu halten, den Honig der letzten Ernte in den Völkern zu belassen und das "Zuckergeld" zu sparen. Arbeit hat man auch weniger, wenn man nicht einfüttern muß.
    Auf keinen Fall werde ich das machen, wie ich es von einigen Imkern kenne: die verkaufen ihre komplette Ernte für 0,5-1 € pro kg an Händler.
    MfG
    Gerold Wustmann

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo Gerold,
    natürlich kann ich deinen Standpunkt voll und ganz verstehen, ich würde es an deiner Stelle genauso machen. Heuer werde ich in der glücklichen Lage sein, dass der Honig sehr, sehr bald weg ist und ich nächstes Jahr mit den Völkern hochfahren werde. Ich werde aber auf keinen Fall so blöd sein, dass ich soviele Völker halte und dann das Kilo Blütenhonig, wie viele meiner Vereinskollegen um 1,50 € dem Grosshändler überlasse und da haben Sie 50 oder mehr Völker und haben den Blütenhonig von vielen Jahren im Keller, da würde ich ihn auch lieber verfüttern. Im Gegensatz dazu, der Waldhonig lässt sich auch bei uns über den Großhändler gut vermarkten 5 € das Kilo, da sind die meisten Imker zufrieden. Ich passe lieber meinen Bienenbestand dem Absatz an. Mein Prinzip - Wenig Bienen - Wenig Arbeit - Teure Honigvermarktung. Bei einem muss ich dir widersprechen, dass das Einfüttern Arbeit macht, einen Eimer Apiinfert in eine leere Zarge stellen, das ist mit Sicherheit viel weniger Arbeit, als deine Honigeinfütterung, du musst doch die Waben im Frühjahr mit dem Honig entnehmen und im Herbst wieder reinhängen.

  • Hallo zusammen,
    ich habe an anderer Stelle schon mal gefragt,wie sich Honig im Winterfutter eignet.
    Eine Mischung von Franz-Xaver hab ich schon gelesen.
    Dies waren 2L.Wasser-1Kg.Zucker-1Kg Honig
    oder 3L.Wasser-1Kg.Zucker-2Kg.Honig
    oder 4L.Wasser-1Kg.Zucker-3Kg.Honig


    Ich habe Frühtrachthonig,welchen ich nicht absetzen kann.Deshalb wüdre ich gerne einen Teil davon wieder verfüttern.
    Hat jemand schon Erfahrung mit dieser,oder einer ähnlichen Mischung gemacht?
    Wenn ja,laßt es mich bitte wissen.
    Mit imkerlichem Gruß
    Dieter

  • Hallo miteinander, warum werdet Ihr eigentlich euren Blütenhonig nicht los? Habt Ihr schon einmal daran gedacht, diesen an einen Imkerkollegen zu verkaufen, der diesen besser umsetzen könnte? Da könntet Ihr locker doppelt soviel einnehmen wie bei einem Abfüllbetrieb. Zur Überwinterung auf Blütenhonig: In Nordamerika gibt es ein Imkersprichwort."Honig erzeugt Honig" Bei den Bio-Imkereien ist das meines Wissens sogar üblich, die Völker auf eigenen Honig zu Überwintern. Volle Honigtöpfe wünscht Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.