Locken Bienenvölker Schwärme an?

  • leere Bienenkästen mit alten Waben, ja mit alten Schinken drin, ziehen Wohnungssuchende Schwärme magisch an


    Das ist Fakt


    Deshalb durften Fluglöcher leerer Bienenkästen auch nicht offen bleiben, da früher zur Zeit der Verfassung des Bürgerlichen Gesetzbuches ein Schwarm noch richtig großen Wert hatte Punkt heute sagt man das darf nicht sein wegen Seuchen Übertragungs gefahren

    Carnicabiene in Segeberger Deutschnormal (DNM) 1.0 :)

  • Bei meinem Bienenpaten gab es auch jedes Jahr mindestens einmal einen Schwarm, der nicht von ihm sein konnte und sich bei seinen Bienen am Bienenhaus einquartieren wollte. Nachdem er nie Königinnen gezeichnet hat, muss es auch garantiert ein fremder Schwarm sein, wenn die Königin gezeichnet ist.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Alte Bienenbehausungen ziehen Schwärm an, ja. Aber dann kommen sie, weil sie die vorher ausgekundschaftet haben und ziehen dort auch sofort ein. Die Einigung darauf ist in den Stunden davor oft in weiter Entfernung getroffen worden.


    Wenn dagegen Schwarmtrauben am Stand hängen, sind sie meiner Meinung nach zu 100% vom eigenen Stand, sofern kein anderer Imker in unmittelbarer Nähe auch Völker stehen hat. Auch wenn 9 von 10 Imkern beim Bericht über eine Schwarmtraube reflexhaft und ungefragt behaupten, der sei gar nicht von ihnen, stimmt dies praktisch nie.


    Es gibt keinen Grund für eine ganz frische, heimatlose Traube, sich gezielt in der Nähe fremder Völker niederzulassen. Wohl aber Gründe, zu bestehenden Völkern möglichst viel Abstand zu halten. Wenn sowas doch mal vorkommen sollte, wäre es vermutlich reiner Zufall.

  • hornet ja das sehe ich auch so. Das sind immer welche gewesen, die von auswärts kamen und man konnte vorher auch schon immer mal Kundschafter beobachten.


    Die Beobachtung, dass sich ausziehende Schwärme in der Nähe des Stockes sammeln und dabei meist den gleichen Sammelpunkt wählen ist unabhängig davon, aber eben auch empirisch belegt. Es scheint da auch sowas wie Duftmarkierungen zu geben, weil nur die Lage von einem bestimmten Ast am Baum kann es wahrscheinlich fast nicht sein.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Es gibt keinen Grund für eine ganz frische, heimatlose Traube, sich gezielt in der Nähe fremder Völker niederzulassen. Wohl aber Gründe, zu bestehenden Völkern möglichst viel Abstand zu halten. Wenn sowas doch mal vorkommen sollte, wäre es vermutlich reiner Zufall.

    Sehe ich anders: Bienenbehausungen duften und sind anziehend - egal, ob leer oder besetzt. Gerade Bienenstände mit der eher unnatürlichen Völkermassierung sind wie ein Leuchtfeuer...


    Ist ein weiselloses Volk auf dem Stand, dann ist das gleich ein neues Quartier. Zudem könnte ein leeres Quartier in der Nähe sein. Dass ein ausziehender Schwarm Abstand zum Muttervolk sucht, macht Sinn aber die Nähe zu anderen Völkern verspricht zunächst mal gute Versorgung mit Drohnen und Quartiere.


    Gerade erst zog am Stand eines Kollegen ein fremder Schwarm unter den Boden einer gezeichneten und noch vorhandenen, gezeichneten Königin. Die bauten da munter in den Paletten, die als Beutenbock gestapelt waren...


    In der Natur würde eben nur viel mehr ausgesiebt werden - daher werden die Völker dort vereinzelt. Ihre Höhlungen werden aber immer attraktive Bienenschwarmleuchtfeuer sein...


    M.

  • Hymenoptera :

    Ich finde nicht, dass du es anders siehst wie ich. Wir unterscheiden doch die Schwarmtraube auf Wohnungssuche und dann den Schwarm, bei dem die Entscheidung schon gefallen ist und der irgendwo einzieht.


    Du schreibst doch selber:


    "anziehend....Leuchtfeuer...gleich ein neues Quartier...zog am Stand eines Kollegen ein Fremder Schwarm..."


    das ist doch genau das, was ich auch sage:


    EINZIEHEN tun fremde Schwärme gerne im Umfeld von Bienenständen, WEIL die Kundschafter sich diese Stellen vorher angeschaut haben! Aber die Traube, also der Bien gleich nach dem Auszug, der noch nicht weiß, wo die Sache enden wird, der hängt erst mal am eigenen Stand. Nachschwärme starten dann gerne kurz danach erneut und ziehen erst mal ein paar Kilometer weiter und beginnen dann von dort mit der Wohnungssuche.


    Die Kundschafter finden dann natürlich schon die fremden Stände und werden von denen angezogen. Der Imker dort bemerkt aber erst was, wenn der Schwarnm dort einzieht. Die Traube saß oft weit weg und kommt erst, wenn die Entscheidung gefallen ist.

  • Bienenbehausungen duften und sind anziehend - egal, ob leer oder besetzt. Gerade Bienenstände

    Freilich, begehrt sind jedoch unbesetzte Bienenwohnungen, denn die hatten sich ja ganz offensichtlich bereits einmal bewährt... M.E. muß man unterscheiden:

    a) Schwarm nach dem Start auf der Suche nach einem vorläufigen Hangplatz bzw.

    b) Schwarm, der sich ein endgültiges Quartier wählt.


    Für a) sehe ich keinen objektiven Grund, der für einen Platz sprechen würde, der bereits von weiteren Völkern besetzt ist - außer den einen: der Schwarm stammt aus unmittelbarer Nähe des bestehenden Standes.

    Für b) spricht die Nähe zu bereits etablierten Bienenvölkern eher dagegen als dafür, sich als Schwarm ausgerechnet in dieser Zone der Bienen-Überbevölkerung neu niederzulassen - außer: Der Schwarm findet partout bzw. in der Eile wegen drohender Wettergefahren o.ä. keine bessere geeignete Bleibe. Notfalls zieht er dann eben plattenbau-mäßig in die wenigstens regensichere Etage unter einer bestehenden Bienenbeute, Palettenstapel o.ä. (v.a. in Gegenden, wo für Bienen Wohnungsnot herrscht).

    Ist dann erst einmal erstes Wabenwerk errichtet, gar Brut angelegt, können die findigsten Kundschafterinnen keine ausreichenden Mehrheiten für den einen neuerlichen Umzug mehr organisieren/vortanzen.