Honig verfälschen, oder Volk Hunger leiden lassen?

  • Zuckerwasser geht natürlich nicht! Teig, oder angefeuchteten Kristallzucker.

    Kristallzucker habe ich auch schon von gehört, auf Zeitungspapier in den HR.

    Da ich momentan keinen Futterteig habe, wäre das die schnellste Möglichkeit.

    Hat angefeuchteter Kristallzucker auch Nachteile?

  • Wenn ich den Text lese, dann gehe ich davon aus, dass das Volk nur dann hungert wenn Du Honig erntest. Also wird natürlich NICHT geerntet. Entweder zukaufen oder halt keinen Honig verkaufen. Bienen hungern lassen ist KEINE Option. Never!


    M.

    Es wurde ja noch nicht einmal geerntet!, und trotzdem sitzen die in Linie und tanken sich voll, leider ist da nicht mehr viel Vorrat vorhanden. Also werde ich heute/morgen auffüttern, das schöne Wetter am Wochenende wird an der Situation glaube ich auch nichts ändern.

  • Danke erstmal für den ein oder anderen konstruktiven Tipp, bin mit Hungergedanken eingeschlafen und schlecht aufgewacht ;) wie schön, dass man den Kopf immer so frei hat und sich keinen Kopp macht :)


    Ich werde wohl:

    1. angefeuchteten Kristallzucker (wie feucht ansprühen?) verwenden.

    2. HR -vielleicht- für 1-2- Tage wie Sepp beschrieben, evakuieren und Zucker auf die Brutzargen mit Zeitungspapier verteilen.

    3. aktuelles Trachtwetter und Eintrag beobachten und mein Handeln anpassen.

  • Um zu vermeiden, dass die Bienen Futter in den Honigraum tragen, nimm einfach die Honigräume solange Du fütterst (1 bis 2 Tage) runter. Das Futter kann dann nur im Brutraum gelagert werden.

    Das funktioniert nicht. Auch normaler Nektar wird immer zuerst im Brutraum übergeben und ein Großteil davon hier für ganz kurze Zeit zwischengelagert, ehe er in die Honigräume umgetragen wird.


    Fehlen die HR und es wird gefüttert, wird das Futter zwangsläufig noch stärker im BR eingelagert und, sobald die HR wieder drauf sind, natürlich eiligst von dort wieder entfernt und dann eben doch in die HR hochgetragen. Weil die Bienen wollen ja brüten und brauche Platz.


    Nur wenn du so lange wartest, bis das Futter im BR auch verdeckelt ist, kannst du halbwegs sicher sein, dass das meiste davon nicht mehr umgetragen wird.

    So lange wirst du aber nicht warten wollen, abgesehen davon, dass der Honig in kalten HR ohne Bienen auch nicht besser wird.

  • hornet Ich wollte eigentlich gleich losfahren, muß ich warten, bis hier jemand für mich das Rad neu erfunden hat, oder wäre es auch okay auf bestehende Konzepte zurückzugreifen?

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ist doch nicht so schwer.


    Ich biete den Bienen etwas an, was sie nicht so schnell aufnehmen können. Futterteig kann man nicht mal so schnell 5 kg abpumpen

    Ich rolle den in kräftige Folie ein. Über den Durchmesser dieser Rolle bestimme ich, wieviele Bienen da aktiv arbeiten können. Ein Ende offen oder beide.

    Damit kann man zusätzlich noch steuern, wie schnell oder langsam er abgenommen werden kann.

  • Moin Frank,

    auch ich habe meine Bienen ausschließlich in Kleingartenanlagen stehen. So ist mir die Nachfrage der Gartennachbarn nach diesem Honig nur hinreichend bekannt.
    Ich bin auch in der gleichen Lage wie du und viele andere Hobbyimker, die nicht in die Massentrachtgebiete wandern.

    Gerade der direkte Kontakt zu den Kleingärtnern ermöglicht es mir, hier Aufklärungsarbeit dahingehend zu tätigen, indem ich versuche zu erklären, dass die Bienen den Nektar/Honig nicht für den Imker eintragen, sondern als Bevorratung, die das eigene Überleben des Volkes sichern sollen.
    Bienen haben nun mal auch einen hohen Eigenverbrauch an Nektar und eingelagerten Honig wie auch Pollen.

    Als Hobbyimker entnehme ich lediglich das an Honig, was ich gegenüber den Bienen verantworten kann und im Spätsommer durch Zufüttern kompensieren kann.
    Sollten die Bienen zwischenzeitlich ihre eingelagerten Vorräte selber reaktivieren und davon zehren müssen, ist das halt so.

    Ich verkaufe gerne meinen Honig - wenn er dann auch zur Verfügung steht. Vorrangig ist mir aber die Sicherung und Vortbestand der Bienenvölker.

    Als Hobbyimker machen wir (ich) aus Unwissenheit schon Fehler genug an den Bienen, weil wir die Erträge immer noch weiter steigern wollen. Am liebsten währen uns absolute Hochleistungsbienen die dem Imker ständig und reichliche Verkaufserlöse sichern. Das kann aber so nicht richtig sein, weil Hobbyimker von den Erlösen nicht leben muß.

    Versuche deinen interessierten Kunden zu erklären, dass die Bienen sich zuerst an ihren Erträgen bedienen können/müssen um die Zeiten der Läppertrachten zu überbrücken.

    Ich habe bis jetzt noch keinen Kunden gesehen, der dafür kein Verständnis hatte.

    Ich habe die Möglichkeit durch Zuhängen von Futterwaben im Augenblick noch einen gewissen Notstand zu überbrücken. Die Ableger bekommen dann halt Zuckerwasser. Fördert zusätzlich den Wabenausbau bei den Jungvölkern.

    Wünsche dir gutes Gelingen, bei allem was du machst.

    Grüsse aus Cuxhaven
    Bernhard

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.;)

  • Bernhard, ich habe als Standimker ordentliche Völker und die fragen mich nicht, wieviel Honig sie holen dürfen. Und treiben lassen sie sich zu ihrer Arbeit erst recht nicht. Die machen einfach. Bei 2 Meter hört der Spass auf. Imkern ohne Honig würde noch viel mehr Freude bereiten. Man kann aber nicht alles haben.

  • Kristallzucker soweit anfeuchten, dass er nicht mehr bröselweise weggetragen werden kann. Sonst kann er auch als "Müll" vor der Tür landen.

    Der Kristallzucker wird dann bald zu einem großen harten Brocken. Die Bienen werden damit nicht verhungern, ihn aber ignorieren, wenn es etwas besseres gibt. (Vielleicht vergleichbar mit einem total vertrockneten Brotkanten für uns.)