Schleudern, rühren und abfüllen bei Kleinstimkern

  • Hallo zusammen,


    ich habe dieses Jahr ein Wirtschaftsvolk, was ich heute das erste mal abschleuder. Ich habe allerdings räumlich ein paar Probleme und wollte mal fragen, was ihr in meinem Fall am besten machen würdet.


    Ich muss heute schleudern, da wir uns die Schleuder, Entdeckelungsgeschirr und diverses Zubehör vom Verein heute mit mehreren Leuten teilen. Am Ende werde ich wohl einen Eimer Honig mit nach Hause nehmen.


    Ich habe aber leider keinen Keller. Und die heutigen Häuser sind alle so gebaut, das sie auf Temperatur gehalten werden. Also 15 Grad hab ich hier nirgends. Bei den Schwiegereltern könnte ich den Honig in den Keller stellen. Ich hab aber noch nicht gemessen, wie viel Grad dort sind.


    Eigentlich war mein Plan, den Honig nach dem klären direkt zu rühren und dann in Gläser abzufüllen. Also nicht im Eimer auskristallisieren und später auftauen und abfüllen. Nun sind mir aber nächste Woche ein paar beruflich Termine dazu gekommen, so dass ich zwei Tage nicht da bin und auch über Pfingsten bin ich unterwegs. Also wird das mit dem täglichen rühren nächste Woche schwer.


    Wie würdet Ihr vorgehen? Wie machen das andere Imker ohne Keller?


    Martin

  • Ich würde den Honig bis nach Pfingsten bewusst relativ warm bei Wohnraumtemperatur lagern in der Hoffnung, dass die Kristallisation nicht so schnell einsetzt, und nach Pfingsten anfangen, in etwa nach dem Schema von https://www.die-honigmacher.de/kurs3/seite_32000.html zu rühren (Beginn, wenn Schlierenbildung oder nach Animpfen). Bei 22° geht die Kristallbildung langsamer als bei Kellertemperatur vonstatten, müsste aber auch funktionieren. Allerdings würde ich ab sofort etwa alle 2 Tage kontrollieren, ob die Kristallisation einsetzt, was bei hohem Rapsanteil besonders schnell geht, Sollte das vor mehrtägiger Abwesenheit der Fall sein, entweder Honig im Eimer erstarren lassen und später bei Kollegen "auftauen" oder abfüllen, solange er noch fließfähig ist, und in Kauf nehmen, dass sich grobe Kristalle bilden.

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Ergänzung zum vorherigen Beitrag:

    Bei Zimmertemperatur würde ich den Honig maximal einige Wochen lagern. Für eine langfristige Lagerung über Monate sollte ein kühlerer Raum gewählt werden, bei Martin vielleicht der Keller der Schwiegereltern.

    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Meine ersten Jahre: Honig abfüllen wie er ist, mehr nicht.

    Wie der Honig dann wird, so ungerührt? Seeeehr unterschiedlich.


    Das Rühren habe ich mir erst erschlossen, als ich mehrere Völker hatte und damit der Rapshonig en masse kam. Der wird zu fest (nicht grob kristallisiert, sondern sehr fest, kaum schneidbar), durch das Rühren bekomme ich ihn cremig.

    Den Honig gleich danach (Robinie) rühre ich nicht - bis der fest wird, ist er meist verbraucht.

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • Hallo Martin,

    bei einem Eimer, würde ich ihn einfach zusammen mit einem Auf- und Ab mitnehmen. Die zwei Tage Abwesenheit zum Rühren nutzen. Des weiteren wird die Menge von 25 Gläsern normalerweise nach dem Abfüllen und Verteilen bei Familie, Freunden und Arbeitskollegen ordentlich geschrumpft sein. Im Kühl- oder Gefrierschrank bzw. Truhe sollte der Rest an Gläsern unterzubringen kein Problem mehr darstellen.

    Das wird vermutlich nächstes Jahr nicht mehr funktionieren, da ja dann der Honig von den Ablegern und Schwärmen noch dazu gekommen ist. ;)


    Grüße Peter

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.