Arbeitsmehraufwand

  • Hallo


    Scharmkontrollen laufen nur sporadisch
    teilweise gar nicht


    Dafür trägt meiner einer, Begattungskästchen auf Belegstellen herum,

    versucht die Übersicht mit Exeltabellen zu schaffen und muss trotzdem die Imker vertrösten die GESTERN eine Königin wollen.


    Leistungsprüfung will gemacht werden, Honig schleudern etc.


    Aber schönes Hobby und die Frau zieht mit, alles gut.


    Und nächstes Jahr wird es soviiiiieel besser.


    Gruß Uwe

  • Was man echt nicht unterschätzen sollte ich der Honigertrag und die Arbeit damit. In guten Jahren ist ein Ertrag von 50 Kilo / Volk keine Seltenheit. Also bei dir mit zwei Völkern 100 Kilo bzw. 7-8 Eimer (bei 12 Kilo Eimer). Hast du nun zehn Völker sind es rund 40 Eimer! Die müssen erst einmal gelagert und verkauft werden. Das nimmt auch schon viel Zeit in Anspruch - oder man verkauft alles an Wiederverkäufer / Vereinskollegen. Aber der Platzbedarf ist schon enorm. Ich habe 18 große Kisten, die zum Herbst auch gefüllt sind. Dazu noch 6 Ablegerkisten plus ein paar Minis für die Königinnenzucht. Im Frühling verkaufe ich dann um zwischen 12 und 14 große Kisten plus 3 Minis zu kommen. Für diesen ganzen kram habe ich:

    Eine große Garage (ca. sechs Meter lang), einen Keller (12 qm) zum Schleudern plus zig Ecken zum Lagern. Bald kommt ein weiterer Keller als Abfüll / Lagerstelle hinzu. Das sind dann noch mal 16 qm...

  • Ich würde vor so einem großen Sprung abraten.

    Nimm 3 Völker, aber nicht alle 6.


    Leider habe ich den Fehler gemacht, nicht auf den Rat meines Vorstandes zu hören. Als ich 15 Völker hatte, riet er mir wegen der großen Nachfrage alle bis auf 5 zu verkaufen. Ich lehnte entsetzt ab! Meine Babies!!!!


    Da hatte ich noch die Chance, in der richtigen Größenordnung zu bleiben. Letztendlich war ich dann mal bei 49 und kämpfe seither jedes Jahr auf's neue darum, weniger Völker zu haben. Verkaufen ist ja auch nicht grad schön...


    Für mich wären 15 Völker die persönliche Grenze. Ab da ist es oft nicht mehr schön sondern nur noch Streß. Vor allem in der Schwarmzeit!


    Alle wollen gleichzeitig schwärmen, das Wetter ist nie gut (vor allem in der Schwarmzeit) und du machst und tust - nur damit am Ende doch ein Schwarm abhaut usw. usf.

    Dann hast du viel Arbeit mit schleudern, der Honig ist eh nie trocken genug und musst schauen ihn los zu werden bevor er gärt. Und nimmt man die Varroabehandlung genau, dann artet auch dies in viel Arbeit aus.

    (Alles mal ein wenig überspitzt formuliert.)


    Imkerei ist ein sehr einversüchtiger Gott - äh, Hobby. Es duldet keine anderen Hobbies neben sich (ab einer bestimmten Völkerzahl).



    Also: nicht zu schnell wachsen, rechtzeitig die Bremse reinhauen!

  • Es kommt halt immer darauf an, wie viel zeit du wirklich und effektiv in deine Völker stecken willst.

    Die letzten Jahre hatte ich immer 5-6 Völker, letztes Jahr 7, dann kam noch eine TBE samt Kö plus ein Ableger dazu. Eingewintert 9, ausgewintert 9.

    Wenn man dann den Anspruch hat, sich um alle Völker gleich gut zu kümmern, werden aus 60Minuten schnell 90 Minuten. Die Völker waren auch noch stark, nicht ganz so sanftmütig wie sonst (blöde F2-Kö), wollten schwärmen und sind auch noch geschwärmt.

    3 Völker verkauft, jetzt wenigstens wieder etwas Ruhe, Königinnen ziehen, Honig ernten, etc.

    1h Stunde pro Woche investiere ich gerne in mein Hobby (plus das ganze drum herum wie Rähmchen, Wachs, etc.). 1,5-2h, wie Anfang des Jahres, habe ich persönlich als Stress empfunden

    Ich denke, wer schnell an seinen Völkern arbeitet, arbeiten kann und auch arbeiten will, kommt bei einer Durchsicht vielleicht mit 5 Minuten pro Woche aus. Während der Schwarmzeit versteht sich. Ich liege eher bei 10Minuten, weil ich mir trotz der Erfahrung von mehreren Jahren immer noch die Zeit nehme, alles zu verstehen, was die Damen da treiben (damit du mal eine Größenordnung hast, mit welchem zeitlichen Aufwand du rechnen musst).

    Ich denke, dass ich da noch etwas effektiver werden kann, um in Richtung 5Minuten zu gehen: Rähmchen ziehen zum prüfen, ob Kö oder Stifte da sein, Schwarmverhinderung (aber dann sind wir doch wieder ganz schnell dabei, alle Waben zu ziehen, nur um sicher zu gehen;-))

    Bei 9 Völkern liegst du pro Woche etwa bei 1-2h. Plus Anfahrt, Abfahrt und die ganzen anderen Arbeiten wie Wachs, Rähmchen drahten, MW einlöten.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Ich habe mal ausnahmsweise den ganzen Beitrag zitiert.


    Warum?


    Das klingt wie eine Beschreibung meiner Imkerei aus meiner Sturm und Drang Zeit des Imkerns...


    Respekt dafür dies so offen zu teilen!

    Genauso wars auch bei mir.

    :eek:


    Heute denke ich: Wie habe ich es mir früher schwer gemacht...

    Und ich lass die Bienen mal einfach machen.

    Wieso muss ich die Königin sehen?

    Stifte reichen doch!


    Wieso muss ich jede Wabe abklopfen und nach Schwarmzellen suchen?

    Was schwärmen will soll schwärmen!

    Diese Genetik will ich nicht!

    Das erleichtert die Selektion!


    Was Varroamilben hat, die vermehr ich nicht.

    Vereinfacht die Behandlung gegen Varroamilben im Sommer.


    Und im Winter behandle ich nicht mehr.


    Und nun?


    Ich habe immer noch Bienen.


    Vielleicht ein paar Kilo Honig weniger, aber den Arbeitsaufwand stecke ich lieber in die Selektion auf wenig Varroamilben, als auf jede Biene im Volk mit Vornamen kennen...


    Es geht alles, wenn man will!

    :u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von luffi ()

  • Wobei man vieles erst richtig lernt mit genügend Völkern. Gelassenheit z.B.

    und Schmerz Ralf, und Schmerz!

    Durch Schmerzen! Aber Schmerz kann nicht das Ziel sein

    Mit Gelassenheit.


    :thumbup:

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Wahrscheinlich muss mal alles so richtig zusammenbrechen um die Gelassenheit zu lernen. Bei Imkern mit mehr Völkern zu diesem Zeitpunkt, sagen wir mal ab zehn, ist das Ziel zu erreichen. Darunter führt es oft zu Kleinanzeigen wie: "Biete komplette Hobbyimkerei zum Verkauf an. Zwei komplette Beuten, 3-Wabenschleuder..."

    Die Anzeigen werden schon mehr.

  • Will auch noch kurz meine Erfahrung einwerfen:

    Ich habe vor 14 Jahren mit 2 Völkern begonnen und einige Jahre mit dieser Völkerzahl geimkert. Irgendwann habe ich auch gemerkt, dass ein paar mehr Völker einfach Sinn machen. Ich habe dann jedes Jahr 1-2 Völker mehr eingewintert, bis ich für mich an meine persönliche "Obergrenze" gestoßen bin, die aktuell bei ca. 10 Völkern liegt :)

    Ich konnte jedes Jahr sozusagen den kleinen Mehraufwand austesten und mich daran gewöhnen (als Sprunghaft von 2 auf 8 Völker aufzustocken) und mir im Winter überlegen, ob ich mich mit meiner Imkerei noch in der Erweiterungs- oder schon "Stagnationsphase" befinde(n möchte) ;)

    ca. 10 Völker (Carnica) auf DNM 1,5 mit Schied (Segeberger) im schönen Hochsauerland