Führung von Stockkarten - goldwert für Anfänger!?

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    Hallo!


    Ich möchte mit Euch eine Erfahrung teilen, die ich als Anfänger gemacht habe.

    Letztes Jahr habe ich mit zwei Ablegern gestartet und habe diese auf mittlerweile 5 Völker erweitert. Derzeit habe ich: 1 Wirtschaftsvolk, 1 Kö-Ableger, 2 Ableger mittels Schwarmzelle und ein 2-Waben-Ableger.

    Letztes Jahr konnte ich mir noch alles gut merken, da beide Ableger/Völker ziemlich gut parallel liefen. Ich hatte zwar immer ein starkes und ein schwaches Volk, die Entwicklung verlief recht parallel.


    Dieses Jahr hat sich einiges geändert. Da ich aus dem einen Wirtschaftsvolk über die Zeit in Summe 3 Ableger gemacht habe und die Zeitpunkte unterschiedlich waren, ist es nicht mehr so einfach die Übersicht zu behalten. So habe ich vor ca 3 Wochen angefangen, mir Notizen zu machen, wann ich was mit welchem Volk gemacht habe. Zu dem Zeitpunkt waren die Notizen teilweise auf Papier, teilweise als Sprachmemo auf dem Handy, teilweise als Notiz im Handy.


    Gestern habe ich diese Daten mal alle in eine App übertragen. Ich nutze eine App, da es für mich praktischer ist, ich denke eine Stockkarte als Zettel unterm Deckel in jedem Volk oder als Heft würde ähnlich funktionieren.


    Als ich die Daten so übertragen habe, stellte ich fest, dass ich mir die Stockkarte VOR jedem öffnen des jeweiligen Volkes mal ansehen sollte. Ich habe gestern meine Ableger durchgesehen, dabei waren in einem der Ableger weder Stifte noch Maden zu erkennen. Hätte ich vorher mal in die Stockkarte gesehen, hätte ich die Kiste gar nicht öffnen brauchen. Der Ableger wurde am 11.05. mit zwei Brutwaben und zusätzlichen Bienen gebildet. Ich habe zwischendurch keine Zellen gebrochen. Wenn wir davon ausgehen, dass die Bienen aus einer 3 Tage alten Made nachgeschafft haben, dann wäre die Königin am 21.05. geschlüpft, dann brauche ich am 27. nicht nach Stiften suchen. Wenn sie aus einem Stift nachgeschafft haben, dann ist die Königin noch später geschlüpft.


    Was ich damit sagen möchte, am Anfang hielt ich das Führen einer Stockkarte für übertriebene Bürokratie. Mittlerweile bin ich mir ganz sicher, dass diese Stockkarte ein gutes Hilfsmittel für mich sein kann. Wenn ich mir vorher angucke, was ich an dem Ableger/Volk alles so gemacht habe, und was ich machen will/sollte, dann kann ich gezielter mit den Völkern arbeiten und vergesse vielleicht nicht, Aufgaben zu erledigen, dich ich mir vorher überlegt, aber nicht notiert habe.


    Wie steht ihr denn zu Stockkarten? Führt ihr welche?

    Wie bezeichnet ihr eure Völker? Ich hatte letztes Jahr noch Volk links und Volk rechts, das war einfach. Jetzt sind es 1. Ableger aus Volk rechts, 2. Ableger aus Volk rechts, Königinnen-Ableger aus Volk rechts (Volk rechts gibt es somit gar nicht mehr). Auf Dauer kann das keine Lösung sein. Meine Königinnen haben Farbenplättchen mit Nummern, ich überlege diese Info als Volk-Bezeichnung zu nutzen. Habt ihr hier noch Tipps?

    2 Völker Carnica in Segeberger (rote Königinen), Ziel für dieses Jahr: mit 6 Völkern in den Winter gehen.

  • Ich bin mit Stockkarten nie glücklich gewesen. Entweder waren sie beim Volk oder zu Hause...und nie da wo ich sie brauchte. Ausserdem werden da immer die falschen Sachen abgefragt.


    Ich diktiere Beobachtungen ins Handy und schreibe sie danach daheim in ein Xcel-Sheet. Auch nicht das Gelbe vom Ei da auch da viel zu wenig mobil.


    Die DIB-App ist gar nicht so schlecht aber man kann immer noch keine Bilder/Audiofiles ablegen und die Anmelderei ist überflüssig wie ein Kropf!


    Und ich nummeriere die Standplätze - nicht die Völker oder Königinnen!


    M.

  • Ich bin von Haus aus ein totaler Chaot. Meine ersten drei Völker nannte ich A, B und C. Ich führte zuerst Stockkarten von Hand, unter dem Deckel. Irgendwann stellte ich fest, dass ich die Völker oder die Stockkarten verwechselt haben musste … :|


    Meine Völker haben nun Namen und dazu passende Bildchen unter dem Deckel. Bei den wenigen Völkern, die ich habe, kann ich mir die jeweiligen Beobachtungen gut merken. Zuhause trage ich alles Wichtige in ein Excel-Sheet ein, was bislang nicht schlecht klappt.


    Für mich selber kann ich sagen, dass ein ausgefeiltes System nicht funktionieren würde, weil ich ständig neue Ideen hätte, wie man das alles noch präziser erfassen und führen könnte. Es muss simpel sein.

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Vorletztes Jahr hatte ich Stockkarten. Mangels Beachtung habe ich das letztes Jahr nicht mehr gemacht. Anfang Jahr habe ich nun wieder einen Ruck genommen und jedem Volk eine Stockkarte unter den Deckel gelegt. Da steht zur Zeit die Königin (respektive deren Herkunft) drauf, wann ich Baurahmen gab und wann ich aufgesetzt habe... Mehr hats nicht drauf geschafft.


    Aber eigentlich ist sowieso immer (noch) alles in meinem Kopf.... Ich glaube, ich werde die Stockkarte in Zukunft einfach hauptsächlich zur gesicherten Bestimmung der Königin und Herkunft beibehalten. Den Rest erledige ich mit einem Kalenderchen. Varroabehandlungen und Völkerübersicht (Auswinterung, Zuwachs, Verlust und Einwinterung) muss hier in der Schweiz sowieso nochmal separat dokumentiert werden.

  • Mit der klassischen Stockkarte unter dem Beutendeckel kann ich nichts anfangen. Die ist nie da wenn ich sie brauche.


    Ich führe die Stockkarten elektronisch, in einer Versionsverwaltung. So habe ich sie immer und überall zur Hand, wenn mir was einfällt oder wenn ich was überprüfen möchte.


    Wenn ich an die Völker gehe, drucke ich das aus. Auf den Ausdrucken mache ich die Notizen, die dann später zuhause eingepflegt werden.


    Ich habe die Böden durchnummeriert. Da Böden nur sehr selten gewechselt werden, funktioniert das recht gut.


  • Ohne Aufzeichnungen wäre ich aufgeschmissen. Oft weiß ich ja beim zweiten Volk schon nicht mehr was beim ersten gewesen ist...


    Meine Methode dazu:

    Ich verwende ein altes Kalenderbuch oder irgendein Notizbüchlein das schön in die Gesäßtasche paßt. Nach jeder Durchsicht/Aktion am Volk wird mit Bleistift reingeschmiert, was mir wichtig erscheint.

    Natürlich ist das Büchlein ständig verschmiert von Propolis, Honig Sirup etc. Daher wird am Abend alles säuberlich in den PC übertragen und die handschriftlichen Notizen rausgerissen und weggeworfen.


    Am PC verwalte ich die Völker mit Excel. Alle Völker haben bei mir eine Nummer.
    Pro Volk gibt es nur 2 Spalten: Datum und Beobachtung. Hier wird im Freitext erfaßt was mir wichtig ist. Darüber gibt es noch "Stammdaten" zum Volk, also z.B. Abstammung, Alter der Königin etc.


    In einem zweiten Arbeitsblatt habe ich eine Tabelle mit den Völkern als Spalten und Datum als Zeile. Hier wird mit Kürzeln eingetragen, was ich getan habe. Also z.B. SK für Schwarmkontrolle. S für Sirup gegeben (Ableger) etc. pp.


    Das was getan wurde, wird in grün geschrieben.

    Für die Zukunft plane ich dann entsprechende Aktionen voraus, also z.B. Schwarmkontrolle alle x Tage. Diese Planung wird in schwarzer Schrift eingetragen. Wenn ich es wegen Wetter verschieben muß, kann ich so zwischen Geplantem (schwarz) und Getanem (grün) unterscheiden.

    Ohne diese Tabelle wäre ich absolut aufgeschmissen. Imkern ist Terminarbeit.

    Geplant wird am PC, wann was zu tun ist. Die ToDo-Liste für den nächsten Tag wird hier erstellt.


    Woran es auch bei mir mangelt: vor dem Eingriff nochmal nachlesen was letztesmal war. Dazu habe ich diese Exceldatei im DropBox-Ordner und kann damit auch vom Handy aus zugreifen und nachlesen.


    Das ist sehr aufwändig und auch zeitraubend, das gebe ich zu. Aber nur so kann man ab einer gewissen Anzahl Völker arbeiten, finde ich. Oder: zumindest ICH kann es nur so :)


    Alex

  • Wanzen auf der Rückseite des BR gesteckt, sind mit nem (geheim)Code ganz brauchbar.....

    Langt für den Hausgebrauch.

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • Ich will bei den Bienen nix mit Smartphone/Rechner/IT haben, daher arbeite ich derzeit mit einem zweigeteilten Dokusystem:


    Erstens: grobe Bewertung per Matrix:

    Ich habe mir Karten gebastelt, auf welche ich Metadaten des Volkes festhalte: Königin, Jahr plus eine fortlaufende Bewertungsmatrix zum Thema Sanftmut, Wabenstetigkeit und Brutentwicklung. Mit dieser Matrix kann ich schnell entscheiden, von welchen Völkern ich "nachziehe".

    Siehe auch: https://stadtrandhonig.de/2019…isuelle-voelkerbewertung/


    Zweitens: Kurze Notizen zum Rest

    Zuerst habe ich kurz und knapp Dinge auf einen Streifen Panzertape geschrieben. Allerdings war die Idee doof: Das Tape löst sich, bleicht aus und ist damit ungeeignet.

    Jetzt schreibe ich mit einem Edding auf die Innenfolie.

    Vorteil: Man hat alles am Stand, man saut kein Papier ein mit Propolisgriffeln, kein Vergessen der Stockkarten zu Hause, etc.

    Nachteil: Die Infos fehlen, wenn man mal zu Hause alles in Ruhe rekapitulieren will.


    Ich glaube, ich bin da noch in einem Findungsprozess.

  • Am PC verwalte ich die Völker mit Excel.... Alle Völker haben bei mir eine Nummer.
    Pro Volk gibt es nur 2 Spalten: Datum und Beobachtung...

    Für die Zukunft plane ich dann entsprechende Aktionen voraus, also z.B. Schwarmkontrolle alle x Tage. Diese Planung wird in schwarzer Schrift eingetragen...

    Hallo Alex,


    da sind wir ganz nahe beieinander!

    Ich habe allerdings vier Spalten: Wann (Spalte 1) habe ich was getan oder gesehen (Spalte 2) und wann (Spalte 3) kommt welche nächste Aktion (Spalte 4).


    Da die ToDos sich oft aus meiner Beobachtung ergeben, ist für mich dieses Nebeneinander sehr hilfreich.


    Am Stock spreche ich mir Sprachmemo mit einem kleinen Kabelmikro auf, dann habe ich die Hände frei und verschmieren auch nichts.


    Da tippe ich dann zu Hause am PC ab.


    VG Axel

  • Bei meinen paar Völkern reicht es noch, alles am Handy kurz in den Google-Kalender "Bienen" einzutragen. Das Handy hab ich immer dabei und bei wenigen Völkern weiß man üblicherweise auch noch was man gemacht hat - nur meistens nicht mehr genau wann - aber das kann ich dann halt nachgucken. Wenn es mehr Völker würden, würde ich auch ausführlicher in eine kleine Mappe eintragen und zum PC übertragen.

  • Die Frage war doch unter anderem, ob wir Stockkarten führen - und meine Antwort darauf ist "keine reguläre Stockkarte, sondern Notizen im Google-Kalender" und dann sogar mit Erklärung, warum. Und einige andere erklären, warum sie ihre konkrete Art bevorzugen - wo ist da die Abweichung vom Thema?

  • [...]wo ist da die Abweichung vom Thema?

    Ich vermute, dass sich hartmut auf den gelöschten Beitrag von joew bezieht, den ich nicht gelesen habe, daher kann ich nicht sagen, wie er vom Thema abweicht.

    2 Völker Carnica in Segeberger (rote Königinen), Ziel für dieses Jahr: mit 6 Völkern in den Winter gehen.