Zwei-Königinnen-Betriebsweise?

  • Hallo Marion und alle


    Wieso bist du der Meinung das es unten nicht geht? Hast du damit Erfahrung Versuche gemacht?
    Habe auch eine Kiste DN 1 1/2 mit 2 KÖ stehen. Natürlich beide Räume Bienendicht das heist so wie beim Viererboden z.B. , nur habe ich einen Fluglochkeil mit rechten und linken Flugloch. Entstanden ist das ganze weil ich noch eine KÖ übrig hatte und Bienen aus den Begattungsvölkchen + Ableger auf 5 Waben. Wollte die KÖ als Reserve überwintern. So nun meine Überlegungen dazu.


    1. Wenn ich eine KÖ benötige, eine raus und vereinigen. Ergibt ein WV.


    2. Wenn ich keine KÖ brauche Völker in Kiste so belassen. Absperrgitter auflegen und HR aufsetzen und so laufen lassen bis unten alle Waben bebrütet werden. Beide KÖ mit einer Brutwabe (jüngste Brut ) entnommen und 2 KÖ-Ableger gemacht. 9 Tage warten, Zellen brechen, Scheid raus und da Zuchtstoff rein.


    Ist da ein Fehler in meinen Gedanken? Könnte es so gehen im Duo. Im übrigen die zwei Kuscheln am Schied und haben sich :liebe002:


    MfG Frank

  • Nach einer Überlegungspause komme ich zum Schluss, dass die 2-Königinnenbetriebsweise mehr dem persönlichen Ego dient. Ich habe dieses Syndrom auch oft.:lol: Es ist verlockend in einem geteilten Dadantbrutraum zwei Brutnester zu halten und einen gemeinsamen HRT (Honigraumturm). Die lieben Imkerfreunde staunen und denken insgeheim, der hat die HR von anderen Völkern aufgsetzt. Die bescheidenen Imkerinnen ziehen eine Schnute und die, welche eh keinen Honig wollen, strafen mich mit Verachtung.


    Spaß bei Seite, den rechnerisch doppelten oder gar 2,3fachen Honigertrag gibt es eh nicht und bei dem Pressingverfahren muss nicht nur ein HR bleiben sondern, weil zwei Brutnester doppelt zehren, zwei. Jetzt stellt euch rein theoretisch die 130 kg Honig vor plus die 30 kg Futterreserve. Das sind 11 Honigräume die man jede Woche bewegen muss bei der Schwarmkontrolle. Wie trocken wohl der Honig ganz oben ist?


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo Frank,


    Zitat

    Wieso bist du der Meinung das es unten nicht geht?


    Wo schrieb ich das? :wink:


    Zitat

    Hast du damit Erfahrung Versuche gemacht?


    Ja, es gibt für Dadant ein Abtrennschied.... Futtertasche und/oder Schied erlauben es einer Königin, den Raum zu wechseln.


    Warum muß man eigentlich jede Äußerung mit eigenen Versuchen spicken, wenn andere da ellenlange Erfahrungsberichte zu berichten haben?:p


    Und es ging um die Zweiköniginnenbetriebsweise.
    Diese ist im eigentlichen Sinne etwas anderes als das Halten von zwei Brutnestern unten oder eines Doppelablegers in einer Kiste - das funktioniert unten.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • P.S.: Ich habe noch nicht auf einen solchen Doppelableger ein ASG gelegt und einen HR aufgesetzt.
    Das würde ich auch nicht tun.


    Der Klassiker des Aufsetzens schwacher Völker im März auf ein starkes über ASG geht nur eine bestimmte Zeit gut und manchmal auch schief. Viele berichteten schon über Verschwinden einer Königin.


    Bei aufgesetztem HR haben die Bienen wieder die Möglichkeit zwischen den Völkern zu wechseln. Da würde ich ähnliche Effekte vermuten. Zumindest wäre es mir zu heikel für einen Versuch.


    Lasse mich aber von Tatsachenberichten gern eines besseren belehren.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo Marion,

    Zitat

    Der Klassiker des Aufsetzens schwacher Völker im März auf ein starkes über ASG geht nur eine bestimmte Zeit gut und manchmal auch schief. Viele berichteten schon über Verschwinden einer Königin.

    Das Aufsetzen schwacher Völker hat bei mit noch nie funktioniert. Die untere attraktive Königin hat alle Bienen abgezogen. Die Ursache meiner Schwächlinge war eine "schwache" Königin. Es könnte funktionieren, wenn das unterer Volk recht eng sitzt und gerne Bienen abgibt. Bei mir war die Dadantkiste halt nicht brechend voll, denn ich setzte vorher den HR auf. Es, das schwache Völkchen, hätte vielleicht für zwei Ableger "Material"* noch liefern können aber ob das gesunde Ableger gibt?


    Gruß
    Herbert


    *Dieses Wort mag ich in Bezug auf Bienen nicht.

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo Herbert,


    genau diesen Effekt meinte ich. Das Aufsetzen im Frühjahr sollte ein Beispiel sein. Denn bei zwei Brutnestern nebeneinander mit Schied und Bienenaustauschmöglichkeit, erst recht, wenn man 8 Waben zu 4 oder 5 setzen will, da wäre mir der Einsatz zu hoch, dass die Immen sich nach einer kurzen oder längeren Weile eine von den beiden Queens ausgesucht haben.
    Wir reden hier jetzt aber vom Aufsetzen bzw. vom Halten eines Doppelablegers.
    Ich habs im Text über die Zweiköniginnenbetriebsweise als was anderes verstanden: Es wird eine Menge veranstaltet, um diesen Zustand aufrecht zu halten.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo,


    ich möchte die zwei Kö-Betriebsweise nicht wirklich (oder nur Zeitweise) anwenden, aber der Erfahrung von Herbert helfen mir, den Ablauf meines Versuchs besser einzuschätzen. Ich möchte mit meinem Test versuchen, zwei Ziele zu erreichen:
    1) Eine effektive Schwarmverhinderungsmethode ab Mai und trotzdem trachtfähige Völker für die nächste Tracht.
    2) starke Völker nach dem Abschleudern gewinnen, um große KS bei einer TBE bilden zu können, die mit Naturbau auskommen.


    Marion : Meine selbstgebastelte TrennFT (Futtertasche) ist bienendicht und größer als ein Schied. Sie ist nur 2 mm kleiner als die Innenmaße meiner Brutzarge. D.h. sie ist beinendicht und wird daher leider schnell verkettet, weil der Bienenabstand zur Zargenwand fehlt, aber da ich diese FT nur zweimal im Jahr (einmal bei der TBE und einmal im April beim Entnahme überflüssiger Futterwaben) bewege, komme ich mit dieser Verkettung noch klar.


    Ich habe zwei Trachten, die Akazie und mit Glück die Linde. Die Schwarmstimmung ist meistens dazwischen. Wenn ich zur Schwarmstimmung schröpfe, fehlen die Bienen zur Linde und außerdem fehlen die Bienen für starke Kunstschwärme, die ich nach der Linde (Abschleudern) für die TBE bilden möchte.
    Deswegen reizt mich eine Art der Schwarmverhinderung nach Remstalimker sehr an :). Mich stört nur, dass ich dafür eine andere Brutzarge brauche und Türme bilden muss. Da ich 12er DD habe und mit 33er Wabenabstand imkere, habe ich unten wie gesagt Platz für entweder 14 DD-Waben oder für 12 DD-Waben und eine 5-Liter-Futtertasche (Es bleiben auch einige mm als Spielraum vorhanden). So könnte ich vielleicht auf die extra Brutzarge verzichten.


    So sieht mein Versuchsplan aus:
    1) Im April überflüssige Futterwaben entfernen und das Volk auf 7 oder 8 Dadantwaben einengen (da ich 51er Zellen oder Naturbau habe, reichen 7 DD-Waben im Sommer aus). Also WV auf 7 BW, dann kommt die FToder ein normales Schied und dahinter bleibt einen Platz für 4 oder 5 DD-Waben. Die FT sitzt auf einem "Bodenschied" und reicht bis 2 mm unter dem ASG, also ganz bienendicht.
    2) In dem abgetrennten Bereich hinter der FT, ziehe ich mir Anfang April eine junge Kö auf 2 DD-Waben (kleiner Ableger) auf oder meine überwinterten Reserve Ableger kommen in diesem Bereich. Dieser Bereich wird vom WV völlig getrennt (Starke Folie drauf, Futtertasche und Bodenschied zur Seite), Flugloch nach hinten.
    3) Wenn nun mein WV schwärmen will, dann versuche ich es erst mal mit SZ-Brechen. Also ich breche alle SZ und entferne 3 möglichst verdeckelte BW und hänge sie beim Ableger hinter der Futtertasche ein. Die Folie aufm Ableger wird mit einem Propolisgitter ausgetauscht. Das WV bekommt 3 leere Waben oder 3 Anfangsstreifen (ist egal ob nur Drohnenzellen gebaut werden, da diese Waben später aus dem Brutnest entfernt werden)
    4) Wenn in 7 oder 14 Tagen später wieder SZ angesetzt werden, dann drehe ich die Brutzarge einfach um 180° um (oder wenn die Futtertasche verkettet ist, dann Tausche die BW zwischen WV und Ableger aus), so dass das WV auf 7 BW und der Ableger auf 5 BW wieder sitzen. Was passiert nun?
    a) die alte Kö und ihre Pflegebienen sind nun als Ableger auf 5 BW mit dem Flugloch nach hinten (die wenigen Flugbienen von Ableger fliegen dem Ableger zu)
    b) Das WV hat eine junge Kö und einiges an Brut und die ganzen Flugbienen. Da die Pflegebienen samt alte Kö weg sind, soll die Schwarmstimmung verschwenden.
    5) Nach dem Abschleudern kehre ich das WV auf Anfangsstreifen, seine bienenfreie BW kommen mit dem Ableger als Brutscheune in einem Honigraum auf einen anderen Stand.


    Ist also keine wirkliche 2-Kö-Betriebsweise :-D, aber mit den Entfernung der Pflegebienen (für kurze Zeit) als Schwarmverhinderungsmethode mit viel Phantasie ähnlich. :roll:


    Ich hoffe, ich konnte meinen Plan verständlich machen.


    LG Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • 1) Eine effektive Schwarmverhinderungsmethode ab Mai und trotzdem trachtfähige Völker für die nächste Tracht.
    2) starke Völker nach dem Abschleudern gewinnen, um große KS bei einer TBE bilden zu können, die mit Naturbau auskommen.


    LG Salsero


    Da kann ich Dir nur den Link von Berhard wärmstens empfehlen


    Das Triomagazin von Wolfram Peschetz:
    http://www.immenfreunde.de/docs/Triomagazin.pdf (27 MB)


    Da hast Du Schwarverhinderung und immer Bereitschaft für alle Trachten, bin begeistert von der Betriebsweise von Wolfram Peschetz

  • Hallo Herbert,


    sehr schöne Sprüche! Da ist was dran!


    ... Imkern heißt mir nicht Bienen fliegen lassen, sondern auch Honig ernten...


    ... Die lieben Imkerfreunde staunen und denken insgeheim, der hat die HR von anderen Völkern aufgsetzt. Die bescheidenen Imkerinnen ziehen eine Schnute und die, welche eh keinen Honig wollen, strafen mich mit Verachtung...


    Gruß Jörg

  • Hallo,
    der Winter ist die Zeit neue, nie dagewesene oder nicht bekannte Betriebsweisen neu zu erfinden.:) Der März reguliert das gerne, weil dann bei den Experimentatoren die Völker fehlen und sie doch auf Nummer sicher gehen. Es wäre durchaus von Interesse, wenn Leute mit Erfahrung hier zu Wort kommen. Was theoretisch als der letzte Schrei gilt, funktioniert leider bei mir nicht aber bei allen anderen Imkern. Bedauert mich!


    Hallo Marion,
    ich habe hier nur über deine Erkenntnisse, der oft propagierten Frühjahrshilfe, geschwafelt. Ich habe durchaus Erfahrung mit mehreren Völkern in einem Magazin auch bei Ablegern. Meine Viererböden habe ich zersägt, weil derselbe Effekt auftrat. Die Bienen wandern auch hier oft zur attraktiven Königin ab. Warum das so ist kann diskutiert werden aber allein die Bienen wissen es. Leider bin ich schon wieder rückfällig geworden und habe mir Ablegerkästen, welche man teilen kann, gebaut. Ich will sie zum Umweiseln im Herbst benützen. Meine letztjährige Erfahrung: Erst nach Trennung entwickelte sich das zweite Völkchen besser. Wieder lässt sich nur spekulieren. Ich wollte einfach Ablegerkisten sparen und hatte bis vor kurzem auch noch geteilte Futtertaschen in meiner Sammlung. Alles Quatsch. Der ganze Klimbim macht dich unbeweglich. Willst du solche Völker trennenm geht das nur mit einem zweiten Standplatz.


    Es ging hier um die Zwei-Königinnenbetriebsweise. Ich habe da Erfahrung und auch darüber geschrieben. Ob jetzt zwei Königinnen nur durch Gitter oder durch Honigraum getrennt sind, der Sammeltrieb scheint eingeschränkt. Ich könnte jetzt menschlich denken aber das wäre keine Erklärung, weil Bienen in der Regel angeboren sich verhalten.


    Hallo Salsero,
    nachdem ich heute meine Honigräume inspiziert habe, erinnert ich mich beim Anblick der Wandergitter, dass ich in diesen ein Flugloch habe. Somit waren sie nach Einfütterung die Völker damit getrennt. Das Problem war, neben jedem Zwei-Königinnenvolk musste ein normales stehen, weil das obere zur Winterbehandlung weggeschoben werden musste. Wenn du also mehr Honig möchtest, anfangs hat es bei dir anders geklungen, so benutze das Zweitvolk 14 Tage vor der Frühtracht als Verstärker. Es muss verdeckelte Brutwaben abgeben. Meine Erfahrung. In der Regel haben Völker mit nur einer Brutwabe mehr Ende März auch ein Magazin mehr Honig. Das deckt sich mit amerikanischen Erkenntnissen. Völker mit 80 000 (!) Bienen haben ein Mehrfaches gegenüber solchen mit 40 000.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Herzlichen Dank für deine Antwort Remstalimker.


    edlBeeFit : ich habe den Triomagazin-Betriebsweise gelesen, ja sie ist interessant um Kenntnisse über mehr-Kö-Betriebsweise zu gewinnen, aber für mich wäre sie doch zu kompliziert. Wie ich es oben erwähnt habe, möchte ich eigentlich nur eine Kö im Volk belassen. Ich denke, das ist für mich und für die Bienen weniger Stress.
    Mit dem kleinen Ableger nebenan, möchte ich erstens die Entfernung von verdeckelten BW bei einer Schwarmstimmung vor der nächsten Tracht ausgleichen und nach dem Abschleudern große KS bilden können. Wenn Dauerhaft zwei Kö ein Volk teilen, muss entweder ständig schröpfen oder wie bei der Triomagzin ständig BW wechseln und die Kö suchen, das wäre dann doch viel zu viel Stress.

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Hallo Salsero,
    viel zu kompliziert, was Du da geplant hast - meiner Meinung nach..
    Wie würde ich vorgehen, wenn ich auf Robinien- und Lindentracht aus wäre, und die Schwarmzeit dazwischen mich stören würde?
    Ich würde den Völkerbestand aufteilen.
    Gruppel 1 zur Robinientracht verwenden, Gruppe 2 für die Lindentracht.
    Mit verdeckelten Brutwaben aus Völkern des Gruppe 2 verstärke ich die Völker aus Gruppe 1.
    Diese werden dadurch zur Robinientracht stärker.
    Völker aus Gruppe 2 können diesen Aderlass verkraften, weil sie ja erst später trachtstark sein müssen.
    Während der Robinientracht entnehme ich dann den Völkern aus Gruppe 1 verdeckelte Brutwaben und verstärke damit Völker aus Gruppe 2.
    Die daraus schlüpfenden Bienen kommen für die Robinientracht zu spät, die Schwarmstimmung wird gedämpft.
    Wenn Du für die Völker der Lindentrachtgruppe junge Königinnen verwendest, kommen diese auch weniger in Schwarmstimmung.
    Noch was zu Deinen Plan im April Königinnen zu züchten:
    Das kann klappen - meist geht es aber schief.
    Das Wetter ist zu unbeständig und es fehlt an ausreichender Menge an Drohnen.
    Unsere Altvorderen haben deshalb den Merkspruch geprägt:
    Frühzucht ist Mühzucht!
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Miteinander,
    braucht man wirklich zwei Königinnen, um Erfolg zu haben?
    Mir hat man mal gesagt, wer mit einer Königin im Volk nicht zu Potte kommt, macht was falsch.
    Vielleicht sollte man mal überdenken, ob man die geeignete Biene für seine Gegend hält.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.